28. August 2013 Lesezeit: ~4 Minuten

Straßenfotografie in Hamburg

Hamburg. Ferne Stadt. Ich hatte viel von ihr gehört. Und mich vorletztes Wochenende aufgemacht, meinen Freund Martin Wolf zu besuchen und mit ihm gemeinsam der Straßenfotografie zu frönen.

Mit meinem Namensvetter war ich 2011 schon einmal in einer Stadt. Der ganz großen, New York City. Das war so ganz anders und wir probierten uns daran, wie es ist, auf dem Big Apple Menschen zu fotografieren.

Doch das ist lange her. Mittlerweile hat mich Martin einmal in Karlsruhe besucht und vorletztes Wochenende war ich dann zu Besuch in Hamburg. Es war klar, was wir dort machen würden. Fotografieren, fotografieren und … Videos über Straßenfotografen angucken.

Bis uns die Beine fast nicht mehr tragen wollten, liefen wir Straße um Straße ab, immer auf der Suche nach einem Bild. Martin zeigte mir viele Ecken Hamburgs, wir beide hatten unsere Kameras um und ließen uns von Hamburg überraschen.

Monkey Monkey  © Martin Gommel

Witzigerweise waren wir beide recht frisch mit unseren Kameras bekannt. Martin hatte erst kürzlich seine Leica M9 bekommen und ich war gerade mal zwei Wochen mit der Fuji X100s unterwegs. So verglichen wir immer wieder die Funktionsweisen der Geräte, konzentrierten uns aber alle drei Tage lang voll aufs Fotografieren.

In kurz: Wir hatten eine gute Zeit. Abends bearbeiteten wir dann unsere Fotos und zeigten uns gegenseitig erste Ergebnisse. Schauten „The Bang Bang Club“* und suchten auf Youtube Gary-Winogrand- und Marc-Cohen-Videos. Schauten uns in-sight zum x-ten Mal an.

Und ich? War fast ein wenig überfordert mit der Größe Hamburgs. Den vielen Menschen an einem Ort, den schnellen Veränderungen von Begebenheiten, Gesten und Juxtapositionen. Ich bin doch so gewöhnt an Karlsruhe, sein übersichtliches Gelände und das langsame Treiben der Menschen.

So war Hamburg für mich wie ein Wasserfall voll Möglichkeiten. Und wir – mittendrin.

Never let me go  © Martin Gommel

Martin Wolf  © Martin Gommel

Bild oben: Die Silhouette Martins, umgeben vom Hauptbahnhof. Eines der wenigen Bilder, die ich von Martin machte und auch gelungen finde.

Look, this is how they fly  © Martin Gommel

Study  © Martin Gommel

Up  © Martin Gommel

Foto oben: Dieser Junge spielte einen Fußballer kurz vorm Schuss. Eigentlich waren die beiden schon vorbei, ich haderte mit mir, ob sich ein Foto wohl lohnen würde und riskierte einen Versuch.

No, I can't  © Martin Gommel

Problem  © Martin Gommel

Flowers

Grounded  © Martin Gommel

Bild oben: Etwas verdutzt sahen Martin und ich am Dom dieses Kind am Boden liegen, das sich aus Langeweile auf den Boden gelegt hatte. Ein etwas genauerer Blick auf das Bild (und die Reflexionen) verraten meinen kamerainternen Blitz.

What's he doing?  © Martin Gommel

Um zu bleiben © Martin Gommel

Am Samstag gerieten wir in eine Demonstration und nachdem ich einigen Fotografen zugesehen hatte, wagte ich mich direkt vor die Menge und fotografierte drauf los. Mein allererstes Demofoto.

~

Gleich am Montagvormittag bestellte ich meine Fotos bei Saal Digital in 10 x 15 cm (matt) und Mittwoch trafen sie ein. Qualität: Sehr überzeugend.

Es ist ein gutes Gefühl, das Wochenende nun symbolisch auf Papier in den Händen zu halten. Und weil ich es so genossen habe, möchte ich in Zukunft jeden Monat meine Lieblingsbilder drucken lassen. Ist doch etwas ganz anderes, als sie „nur“ auf dem Bildschirm zu sehen.

Hamburg ist mir in drei Tagen ans Herz gewachsen. Ich hoffe, dass ich bald wieder dort sein und auf den Straßen Menschen fotografieren kann.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.

Ähnliche Artikel


43 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Ich war vor zwei Wochen bei meinr Schwester in HH zu Besuch. Aus der „Provinz“ kommend (Mannheim), ist es echt berauschend, wie groß, weitläufig und dynamisch die Stadt ist. Und wieviele Gesichter sie hat. Richtiggehend abartig fand ich den Reichtum, den die vielen protzigen Pfeffersackhäuser auf ihren gigantischen Parkgrundstücken ausstrahlen. Da kam ich mir als Mittelschichtler richtiggehend wie ein Sozialhilfeempfänger vor. Ein krasser Gegensatz zu dem, was man zu Pendlerzeiten am Bahnhof und in der U-Bahn zu sehen bekommt.

  2. Hallo,

    kurze Frage:

    Wie hälst du es mit den Rechten der im Bild abgebildeten Personen?
    Theoretisch dürftest du hier keins der Bilder ohne Einwilligung aller auf dem Bild identifizierbaren Personen veröffentlichen (http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild#Rechtslage_in_Deutschland, http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild#.28blo.C3.9Fes.29_Erstellen_von_Bildern).
    Oder berufst du dich auf Punkt 4: Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient. ??

    Vielen Dank und schön, dass dir HH so gut gefällt!
    Niels Göran

    • BTW: Nutze auch die X100s seit zwei Wochen.
      Benutzt du den optischen Sucher mit Fokus- und Ausschnittskorrektur (oder ohne ?) oder direkt das Display auf der Rückseite ?

      Viele Grüße
      Niels Göran

  3. „Mein allererstes Demofoto.“
    Sorry, aber das klingt wirklich blöd. Als ob eine Flüchtlingsdemo eine Spielwiese für Fotografen sei. Irgendwie fehlt mir da der Anstand, insbesondere, da viele Demo-Besucher und -besucherinnen nicht gerne fotografiert werden (ich spreche da aus eigenen Erfahrungen, sowas ist sehr unangenehm).

    Ansonsten, naja, Street Fotography, es ist Geschmackssache. Bis auf wenige Ausnahmen kann ich den Bildern nicht viel abgewinnen, es sind halt Schnappschüsse. Vielleicht ist weniger manchmal mehr.

  4. Ohne den Text gelesen zu haben (kommt noch) finde ich die meisten Bilder diesmal eher belanglos. Es gibt zwei wirklich gute dabei, das mit der Taube und das am Bahnhof. Die anderen sind für mich…langweilig. Jeder Tourist kann solche Bilder machen wenn er mit dem Handy durch ne Fußgängerzone läuft. (Sorry, meine Meinng)

    Aber ich verstehe, dass diese Art der Fotografie Spaß macht, aber man muss schon auch Glück haben interessante Aufnahme zu tätigen. Spaß ist aber die Hauptsache! :-)

  5. Heute Leute, was ist hier denn los? Ihr braucht mich nicht mit Samthandschuhen anfassen. Also kein Grund, „sorry, aber meine Meinung“ oder „zu langweilig“ zu schreiben. Kritisiert doch mal anständig, seid ein bisschen kreativer und beschreibt, was Euch an welchem Bild gefällt oder nicht.

    „Bis auf Ausnahmen langweilig“ – was soll denn damit irgendjemand anfangen? Geht doch mal fachlich auf Komposition, Bildwirkung, Farben, Abstand oder Nähe zum Objekt, Blitzeinsatz, Brennweite oder Zusammenwirkung der Elemente ein und denkt ein bisschen pragmatisch.

    Wenn ich dem Kellner sage, dass die Suppe heute aber langweilig schmeckt, dann bringt ihm das auch nix. Der will wissen, was fehlt oder reinsoll oder von was von welcher Zutat zu viel ist. Ansonsten wird er mit den Achseln zucken und mir die Rechnung ausstellen. ;)

  6. Generell finde ich es ein wenig viel verlangt, dass die LeserInnen hier bitteschön fachlich begründete Bildkritik üben sollen, das kann doch jeder so halten wie er/sie will. Und wenn 3 Leute schreiben „belanglos/uninteressant“ kann man sich ja denken, dass es Motivprobleme sind und keine technischen. Kann mich auch erinnern, dass dir manche Kommentare zuletzt zu lang und zu „fachlich“ waren… was denn nun?

    Überzeugend finde ich allein die „Affenmaske“. Bei allen anderen gibt das Motiv nicht genug her oder du bist einfach nicht nah genug dran um irgendetwas in den Fokus zu rücken. Insgesamt fehlt das Auge für ein Motiv, ein roter Faden, eine klare Bildsprache. Das Portrait der Frau ist schön, hat aber wiederum wenig mit den anderen Bildern zu tun.

  7. Den Kapitän, durfte ich bei einem Streifzug durch die Schanze auch schon ablichten:

    https://fbcdn-sphotos-a-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/885607_417780208314450_1617629818_o.jpg

    Wenn man sich nach seinem ersten Schock die Größe der Stadt betreffend wieder beruhigt hat und sich einfach treiben lässt, fallen einem die Motive regelrecht vor die Füsse.

    Motive für die ich mir hier im beschaulichen Mülheim an der Ruhr einen Arm ausreissen würde, lasse ich in Hamburg einfach links liegen…

  8. Zunächst bewegt man sich mit Straßenfotografie in Deutschland auf relativ dünnem Eis, was die Rechtslage betrifft. Wie weit man hier geht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

    In deinem letzten Kommentar hast du geschrieben, du möchtest anständig kritisiert werden. Nun, dann versuche ich das mal. Fast alle Bilder haben stürzende Linien, welches zu Lasten der Bildwirkung geht. Es wirkt bereits auf den ersten Blick zu unruhig. Was gute Streetfotografie ausmacht ist, dass man auch ohne Bildbeschreibung die Absicht/das Motiv des Fotografen erkennen kann. Bei einigen kann man den Ansatz erkennen, allerdings würde ich mir hier eine besser Umsetzung im Hinblick auf Ausschnitt und Bearbeitung wünschen. Die interessantesten zwei Fotos sind die Aufnahmen von Martin Wolf und dem Mann, welcher allein auf dem Bürgersteig im Sonnenlicht läuft. Letzteres hätte sich übrigens sehr gut als S/W Aufnahme gemacht. Die starken S/W Kontraste hätten dem Bild mehr Wirkung gegeben.

    Auch der Bildausschnitt ist bei einigen Aufnahmen viel zu eng gewählt. Hier fehlt mir der Bezug zur Umgebung. Streetfotografie ist nicht nur Menschenfotografie…. Leider muss ich mich meinen Vorschreibern anschließen, die Bilder fehlt die Bildaussage. Sie wirken auf mich als Betrachter belanglos und nicht wohlüberlegt. Sorry für die harte Kritik, aber Straßenfotografie will gelernt sein.

    • Finde ich gut, Michi, dass Du Dich mit den Bildern auseinandergesetzt hast. Die stürzenden Linien sind ein Problem der Fuji, jedoch stören die mich nur bei Fotos wie dem von Martin Wolf. Dass die Einzelaufnahmen keine superknaller sind, ist mir bewusst. Auf Schwarzweiß verzichte ich sehr gerne, da ich in Farbe sehe. Dass es sich hier inhaltlich nicht um den Superbrüller handelt, weiß ich. Und auch, dass Straßenfotografie gelernt sein will.

  9. Ok, weg mit den Samthandschuhen. ;-)

    Also auf mich wirken einige der Bilder irgendwie wie unmotiviert geknipst oder unter Zeitdruck draufgehalten oder „Motiv gibt nichts her, möchte aber mein neues Equipment testen“. Zumindest reichen meine Kenntnisse nicht aus, bewussten Gestaltungswillen zu erkennen. In vielen Bildern irrt mein Auge umher ohne Bezugspunkte, Motivschwerpunkte etc. zu erkennen (oberstes Gruppenfoto, liegendes Kind), Gebäude sind oft „grundlos“ schief (Bahnhof, Commerzbank, Kapitän), Personen in meinen Augen unschön an/abgeschnitten (liegendes Kind) und auf einigen ist gemäß Feininger auch „einfach zu viel drauf“. Beim Kapitän hätte ich zB den Beschnitt auf Hochformat und viel enger gewählt. Der Buchsbaum ist zB für mich kein wesentliches Gestaltungselement, stiehlt aber der eigentlich spannenden Person durch Position und Größe die Schau. Manche Bilder kommen mir teilweise einfach auch unscharf aufgenommen vor (liegendes Kind).

    Am gelungensten finde ich die Frau in der U- bzw. Hochbahn. An diesem hochdynamischen Ort ändern sich alle 3 min. komplett die Fahrzeugbesetzungen und man kann sehr unterschiedlichen spannenden Personen begegnen. Da hätte ich prsönlich versucht, mehr draus zu machen, weil es den Charakter von HH sehr treffend skizziert.

    Ich hoffe, das war konstruktiv?!

    • Sehr sogar, Oliver. Wegen Unscharf: das hängt mit der WordPress-internen Komprimierung der Bilder zusammen, da leidet beim automatischen Verkleinern oft die Schärfe. Bezüglich des Motivschwerpunktes: das ist absichtlich gewählt, wenngleich das dem Betrachter erstmal schwer fällt. Ich mag es, wenn nicht gleich alles vorweggenommen wird.

      • Hi Martin, da sieht man mal, wie unterschiedlich Bilder bewertet und „gesehen“ werden können. Insofern kann eine Kritik auch immer nur konstruktiv gemeint + subjektiv, nie aber tatsächlich objektiv sein.

      • Dass Kritik nie objektiv ist, sehe ich wie Du. Dass sie aber „immer nur konstruktiv gemeint“ ist, nicht. Denn wie jemand etwas meint, das ist von Person und Situation abhängig und nicht zu verallgemeinern.

  10. Zuerst einmal, ich finde die Bilder gelungen. Aber genauso wie mit den Fotos von Martin Wolf ist es eher schwer zu verstehen, was genau der Fotograf aussagen wollte. Man muss sich Zeit nehmen, den Kontext mitbekommen (den Text lesen)

    Anderes als mit den Bildern auf Flickr, die wunderschöne Sonnenuntergänge, Akte, oder süße Kätzchen zeigen, sind Streetfotos subtiler. Hier spielen viel mehr Faktoren eine Rolle, als nur das Motiv. Wie zum Bespiel ist die Wahl der Farben, wie ist das Zusammenspiel der verschieden Objekte, was ist der Hintergrund der Serie, wer ist der Fotograf… Natürlich ist das „viel verlangt“, sich diese Fragen zu stellen, aber genau das wird auch erwartet von jemanden, der sich für Street Fotografie interessiert. Jedes dieser Bilder erzählt eine Geschichte, und ich für meinen Teil finde es immer wieder schön und spannend, diese Geschichten zu entschlüsseln. Es lohnt sich und ist keineswegs langweilig.

    • Danke Max. Schön, dass Du Dir die Zeit nimmst, meine Fotos zu entschlüsseln. Wobei ich mir darüber sehr bewusst bin, dass ich noch daran arbeiten muss, die Fotos besser zu gestalten – da gebe ich den Vorrednern recht. Ich sehe mich als Fotograf auf der Straße auch noch sehr am Anfang.

  11. Da wird vor Wochen ein Artikel veröffentlicht, in dem sich die Redaktion zu heftige Kritik verbittet und sich plötzlich das Recht rausnimmt, Kommentare zu löschen, deren Ton (wohlgemerkt nicht Wortwahl) nicht angemessen erscheint und nun fordert der Herausgeber das Ablegen der Samthandschuhe. Im gleichen Artikel bittet man auch – sinngemäß – Abstand von allzu langen Kommentaren mit zu tiefem Anspruch zu nehmen, weil dies andere Leser „entmutigen“ könnte und nun wird aufgefordert dezidiert fachlich zu einzelnen Bildern Stellung zu nehmen? Ok, bitte schön …

    Vielleicht hat niemand Lust sich über „Komposition, Bildwirkung, Farben, Abstand oder Nähe zum Objekt, Blitzeinsatz, Brennweite oder Zusammenwirkung der Elemente“ zu äußern, weil die entscheidende Voraussetzung hierfür Interesse am Gezeigten wäre. Wenn sich aber schon drei Kommentare zum Ausdruck bringen, dass das Gezeigte eher als langweilig empfunden wird, zwei anderen nur allgemeine Bemerkungen zu Hamburg einfallen,dann finde ich, ist das schon insgesamt eine „Kritik“häufung, bei der sich der Fotograf überlegen könnte, ob da nicht was dran ist. Und warum sollte man Bilder näher analysieren, die einen nicht interessieren? Um zu sagen, warum sie nicht interessieren? Ok, ganz einfach, ohne Samthandschuhe: Weil das Netz vollkommen überfüllt ist mit belanglosen Bildern dieser Art, die von x-tausend Street-Fotografen jeden Tag hochgeladen werden. Das ist einfach nichts, was noch irgendjemandem vom Hocker haut, außer eben den Fotografen selbst. Da hilft auch keine gelungene Komposition oder tricky Blitzeinsatz mehr.
    Und wenn man dann noch ein Bild macht von Flüchtlingen und einem dazu nichts weiter einfällt, als darauf hinzuweisen, dass man es „gewagt“(!) hat sich direkt vor die Menge zu stellen, um sein erstes Demo-Foto zu schießen, dann muss die Frage schon erlaubt sein, wie es um das angebliche Interesse an den Menschen beim Fotografen eigentlich wirklich bestellt ist? Ob da überhaupt noch irgendeine Reflexion stattfindet, außer beim Blitzen, z.B. dazu, was diese Menschen gewagt(!) haben? Da möchte ich eigentlich gar nicht über technische Feinheiten sprechen.

    Davon, dass Du in der Regel ebenso wie Martin Wolf, meinst Dir gar keine Gedanken um Persönlichkeitsrechte machen zu müssen, will ich eigentlich gar nicht wieder anfangen (wenigstens fallen einige der hier gezeigten Bilder unter Ausnahmebestimmungen). Aber da Du nicht (mehr) bereit bist, auf Fragen Deiner Leser dazu einzugehen, sondern nur noch mit Verweis auf Dein Statement bzw. auf eine lustige Fantasie-Sondergenehmigung oder nur noch ironisch ;-) reagierst, würde ich umgekehrt nicht so anspruchsvoll sein und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Deinen Werken einfordern.

    (Btw: Das kannst Du übrigens ruhig als fachlichen Kommentar annehmen, denn als (tatsächlich ausgebildeter) Redakteur eines Fotografiemagazins finde ich es äußerst ärgerlich, wie hier manch selbst ernannter Redakteur (ist ja leider nicht geschützt) in einem „Magazin“ immer wieder bewusst gegen gültige Standards verstößt und ganz vorneweg der Herausgeber. Da muss man sich auch mal irgendwann mal der eigenen Verantwortung als eine der meistgelesenen Fotografie-Websites bewusst werden, und kann sich nicht immer hinter der „unser kleines privates Wohnzimmer“-Nummer verstecken, wenns gerade passt. Da muss man auch mal unterscheiden zwischen dem, was man privat für richtig hält und tut und dem, was man gegenüber einer Öffentlichkeit in Wort und Bild propagiert).

    So und nun doch noch, weil erbeten, ein paar Einzelkritiken:

    Die besten Bilder:

    – Der Affenmasken-Typ, allein wegen des Motivs.

    – Unter kompositorischen Aspekten sowie Lichtführung, Spiel mit Kontrasten etc.: Der Mann mit dem Handy am Ohr

    – Interessant aber Verbesserungswürdig: Das Kind, dass den Fußballspieler imitiert: Zu weit weg, evtl. Ausschnittvergrößerung vornehmen, ggf. Hochformat probieren.

    – Frau in der U-Bahn: Lebt für mich vom Kontrast „lebendiges“ Kleid vs. triste U-Bahn. An Licht und Kontrasten und ggf. Farben drehen, damit dieser Unterschied noch deutlicher hervortritt.

    – Die Frau, die ein Buch liest ist eigentlich öde, aber da hast Du ein Durcheinander von Formen und Linien gut in eine Struktur gebracht, außerdem ist die Kontrastbewältigung gelungen

    Braucht man meiner Meinung nach nicht oder höchstens privat für die eigene Festplatte:

    – Kinderwagenbild: Was soll das inhaltlich? Dazu: Persönlichkeitsrechte, aber hallo.

    – Kind mit Papa(?) und Taube: Niedlich, aber für ein Magazin?? Dazu: Persönlichkeitsrechte

    – „Käpt´n“ Straßenmusiker: Nettes Motiv, wenn man als Tourist zum ersten Mal in Hamburg ist. Persönlichkeitsrechte (oder was in den Kasten geschmissen fürs Foto?)

    – Schattenriss vom M.Wolf am Bahnhof: Schönes Schwarzweiß aber mal ehrlich: Leuthard – Gedächtnis -Aufnhame?

    – Typ mit Rucksack (M.Wolf?) an Fußgängerampel: Was soll das bitte? Wenn ich ganz wild assoziiere, dann komme ich auf rot (T-Shirt) und grün (Gras) und bin bei der Ampel (oder dem Farbkontrast an sich, aber dann dürfte das Shirt nicht so blass ein), wenn ich noch wilder spekuliere, dann denke ich, dass Du die gestrichelte Linie als „Verbindung“ zwischen den beiden Figuren interessant fandest. aber wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich dass das Bild einfach überflüssig.

  12. Hi Martin, tolle Bilder. Doch was machst Du mit den Bildern, die Du drucken lässt? Das Problem wird kommen, das diese irgendwann sich irgendwo stapeln oder in Kartons verschwinden. Ich habe Mappen zum einsortieren von 20X30cm Bilder aber natürlich auch nur für eine begrenzte Stückzahl. Habe jetzt angefangen, die Bilder in Bücher drucken zu lassen. So ein Buch nimmt man gerne auch mal mit und zeigt sie im Freundeskreis. Hat jemand andere, bessere Rezepte?

    • Bei dem Foto mit dem Kind am Boden und der Frau in der U-Bahn habe ich am längsten hingeschaut. (Ohne jetzt tiefgründig über das warum zu reflektieren. Ich fand sie interessant.)
      Meine Frage dazu ist: Wie haben die Personen eigentlich aufs fotografiertwerden reagiert?
      Und: Ich finde Ausdrucke in 10 x 15 cm für mich persönlich zu klein. Das ist für mich, als würde ich meine Lieblingsmusik nur sehr leise anhören.

      • Hallo Petra. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Vom mürrisch gucken, Lächeln, über das Auffordern, noch ein Bild zu machen bishin zum freundschaftlichen Gespräch ist eigentlich alles dabei – deshalb nehme ich auch stets Visitenkarten mit. Manche Leute reagieren auch gar nicht, obwohl sie mich sehen. Zu den Ausdrucken: 10×15 ist in der Tat klein – aber um die Fotos mal auf den Boden zu werfen, zu sortieren und einen Überblick zu bekommen, ist die Größe bei den insgesamt 68 Fotos dem recht zuträglich. Und günstiger. Ich bin noch am Überlegen, wie ich das in Zukunft mache, aber gedruckt wird auf jeden Fall. Wie machst Du das?

    • Hallo Peter. Ja, diese Überlegung trage ich auch mit mir herum. Jedoch mag ich es, ein Archiv an Bildern zu haben, das ich mit den Händen erspüren kann. Ein Buch hat, wie Du sagst, den Vorteil, dass es eine abgeschlossene Wirkung hat, da es nicht so lose wie 10×15-Fotos daherkommt. Mal sehen. Vielleicht nehme ich Deine Idee ja auf und mache jeden Monat ein kleines Buch, nur für mich. Die Idee gefällt mir. Mal sehen. ;)

      • Hallo Martin! Ich bin auf dem Gebiet Straßenfotografie Einsteiger oder Anfänger. Nun war ich gerade im Urlaub und habe am Strand interessante Leute (o.k. ohne ihr Wissen…) fotografiert. Inspiriert hatten mich die Strandfotos von Martin Parr.
        Wegen der Persönlichkeitsrechte mach ich mir keine Sorgen, da ich die Fotos nicht im Web veröffentliche und sie nur 2-3 Leuten zeige. Die meisten, die ich kenne, werden mit der Art Fotos sowieso nichts anfangen können. Die Fotos lasse ich aber auf jeden Fall 20 cm x 30 cm mit weißem Rand vergrößern. Sicher landen sie auch später in einer Schublade. Aber egal. Irgendwann hol ich sie wieder mal raus und freu mich, was für ein „großartiger Künstler“ ich bin oder war…

      • @Petra: Hihi, ja ein Archiv zum in die Hand nehmen ist schon sehr attraktiv. Hast Du Martin Parrs letzten Workshop gesehen? Da geht er auch mal in sein Archiv und zeigt, wie viele Fotos er hat. Ein Traum.

  13. Schon cool, so viele Orte wiedererkennen zu können. Trotzdem bin ich der Meinung, dass du hier ein paar Fotos raussortieren könntest. Würde ich die Bilder weglassen, die ich als „Nichts Besonderes“ empfinde, würden vielleicht 3 oder 4 Schmuckstücke übrigbleiben.

  14. Hallo Martin,
    Du hast recht, gefällt mir oder gefällt mir nicht ist keine Kritik.
    Also:
    Bild 1, Portrait:
    schönes Motiv, totgeblitzt vom internen Blitz. Der Hintergrund ist mir zu unruhig. Evtl. wäre hier eine Drehung des Motivs mit einer Aufnahme an der Scheibe entlang spannender gewesen.
    Bild 2, Affenmaske:
    gut gesehen, aber üblicher Aufnahmestandpunkt. Du schaust auf den Affen herab. Motiv sitzt auch wieder mittig, stürzende Linien – wie wäre es gewesen, den Affen auf den Betrachter schauen zu lassen? Also die Aufnahmestandpunkte umzukehren?
    Bild 3, Fußgänger:
    nun ja, chaotische Szene, einzig die Dame in Rot mit ihrem zum Rock passenden Hut sticht ein wenig heraus. So ist es halt eine Aufnahme von Menschen, die Dir entgegenkamen, weiter nichts.
    Bild 4, Bahnhof:
    interessante Shilouette, gut eingerahmt von leider stürzenden Linien. Ich bin mir noch uneins, wie ich die Hell-Dunkelverteilung finden soll. Probier mal einen anderen Bildschnitt, mehr quadratisch z.B. mit Martin im rechten unteren goldenen Schnitt
    Bild 5, Kaufhaus und Taube:
    nun ja
    Bild 6, Gitter:
    von links nach rechts betrachtet hat das Bild ein langweiliges Ende, eine Regenrinne. Auch hier wieder stürzende Linien. Ich glaube, ein kleiner Schwenk nach links hätte das Bild interessanter gemacht, dann wäre am linken Bildrand als Eröffnung das Gitter gekommen, das sich jetzt grade mal erahnen lässt, als Interpretation des Gitters dann die Leserin und als Abschluß wieder ein Gitter. So ist das ein Bild von einer Regenrinne, auf dem zufällig eine Frau sitzt und liest.
    Bild 7, Fußballer:
    der Junge verschwindet komplett. Ein engerer Schnitt hätte den Fokus auf den Jungen gerichtet, so könnte das auch ein Bild von einem Menschen sein, der gerade in ein Taxi einsteigt.Die Linien!
    Bild 8, Fußgänger:
    Definitiv das beste Bild in der Reihe. Die Pfosten wiederholen die Reihung der Fenster, das Licht wie ein Spot, Ruhe und doch Dynamik im Bild.
    Bild 9, rotes T-Shirt:
    der Rot-Grün-Kontrast ist spannend, ansonsten…vielleicht wäre ein enger Schnitt auf seine Fußstellung besser gewesen?
    Bild 10, U-Bahn:
    Was will mir dieses Bild sagen? Außer dass man sich in der U-Bahn (die dazu noch erfreulich leer war) nicht in die Augen schaut?
    Bild 11, Kind:
    Schneide es quadratisch mit dem Kind im rechten unteren Eck, dann bekommt das Bild Symmetrie und etwas mehr Spannung. Die grauen Schuhe rechts außen tragen nichts zum Bild bei und stören nur
    Bild 12, Straßenmusikant:
    Auch hier wieder stürzende Linien die extrem stören, es ist auch viel zu viel auf dem Motiv, als dass es sich von einem Schnappschuß unterscheiden würde.
    Bild 13, Demonstration:
    Das Bild lebt vom Thema und den Aussagen auf den Transparenten und Plakaten.

    Generell war in der Serie ein Hang zu stürzenden Linien und zu mittig platzierten Motiven zu erkennen. Eine nette Reihe Schnappschüsse, die so auch in jeder anderen Großstadt hätten gemacht werden können. Also weder war Hamburg zu erkennen um einen Bezug zur Stadt zu bekommen noch waren die abgelichteten Situationen so aussagekräftig, dass sie ein längeres Verweilen auf den Bildern rechtfertigen würden.

    Hamburg bietet mehr.

    Gruß

    Stephan

    • Hallo Stephan. Sehr schön, an manchen Punkten gebe ich Dir recht. Weiter war es für mich nicht wichtig, ein vollständiges Bild von Hamburg, sondern ausschnitthaft die Menschen zu zeigen, die ich gesehen habe. Und wie wir aus dem Kommentar weiter oben lernen, hat sehr wohl jemand seine Heimatstadt erkannt. Heißt: diese Fotos hätten eben nicht in jeder Stadt gemacht werden können.

      Deine Kritik zu Bild 1: totgeblitzt nein, unruhiger Hintergrund: joa. Bild 2: Dafür ist auf der Straße leider keine Zeit. Den Moment fand ich dennoch gut. Bild 3: Jepp, Chaos. Aber ein interessantes, wie ich finde. Bild 4: Siehe oben. Bild 5: Nope, es geht aber nicht ums Kaufhaus. Bild 6: Ich habe hier sehr lange diverse Kompositionen versucht und das war die einzige, die ohne weitere störende Elemente war. 7. Jap, die Linien mag ich. Aber Du hast Recht, ich bin im Capa’schen Sinn zu weit weg. 8. Interessant, das Bild finde ich gar nicht soo stark. 9. Es geht hier nicht um Farben, sondern um die Stellung seiner Füße. Dies nicht gleich in den Vordergrund zu rücken ist usus in der Straßenfotografie – so braucht der Betrachter ein bisschen – manche Kommentatoren haben es nichtmal gesehen. 10. Das überlasse ich Dir. 11. Wie gesagt, quadrat is nich. 12. Hier muss ich mal wiedersprechen: die stürzenden Linien unterstützen sogar die schiefe Haltung der Schaufensterpuppen. 13. Jepp.

      Was mich abschließend interessiert, sind Deine Fotos. Kritisieren kannst Du ja gut. ;)

      • Martin,
        Kritik ist lernen am Bild, für den der sie gibt und den der sie empfängt, wenn er mag. Und nachdem ich in der Lernphase bin, veröffentliche ich meine Bilder nicht im großen Kreis. Wenn Du magst, dann kannst Du gerne bei mit bei der FC vorbeischauen – http://cdn.fotocommunity.com/images/Haustiere/Hunde/Schneller-Jack-a31644455.jpg – über mein für mich bestes Streetbild von mir findest Du auch die anderen Bilder — aber Vorsicht! Ich fotografiere auch Katzen…oder auch http://2.bp.blogspot.com/-wAkm3CzrzoU/Ue51ZwkBVaI/AAAAAAAAAcQ/M91-dA7UqFo/s1600/9341589756_b5b1f99ac5_c.jpg.

        Dass ein Einheimischer oder ein Kenner seiner Stadt seine Stadt wiedererkennt, davon gehe ich aus. Nun, ich war auch schon mehrere Monate in HH, trotzdem hätte ich auf den Bilder HH nicht erkannt. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob Streetfotografie unbedingt heißt, auch Details wie eine Fußhaltung unbedingt im gro0en Kontext zeigen zu müssen.

        Nun, Deine Vorgehens- und Sichtweise ist Deine, andere Fotografen haben andere Ziele. Du hast nach der Meinung der Leser gefragt, Du hast sie bekommen. Was Du nun daraus machst und für Deinen Weg verwendest gehört allein zu Dir. Ich für meinen Teil habe mir die sehr interessante Kritik von Martin Lehmann genau durchgelesen und für mich gelernt. Insofern hat sich für mich der Thread schon gelohnt.

        TGIF

      • Sehr witzig, die Leute erst zu Kritik auffordern und jemanden, der sich Mühe gibt dann mit dem Satz „Was mich abschließend interessiert, sind Deine Fotos. Kritisieren kannst Du ja gut. ;)“ zu bedenken, was übersetzt bedeutet, „zeig doch mal, ob Du es besser kannst“.

        Also doch lieber wieder Samthandschuhe?

        Dabei muss ein Kritiker nichts besser können als derjenige, den er kritisiert. Oder meinst Du alle Gastro-Kritiker sind begnadete Köche, alle Theaterkritiker preisgekrönte Schauspieler oder Regisseure? Er sollte seine Kritik, die im Idealfall auf reichlich Erfahrung mit dem kritisierten Sujet beruht, lediglich begründen können, also im Zweifel mehr als ein „das finde ich gut / das finde ich schlecht äußern können“
        „Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt.“ – Gotthold Ephraim Lessing, Sämtliche Schriften, Hrsg. Karl Lachmann
        Die Tatsache, dass Kritik immer auch eine Meinung darstellt in die neben objektiven Kriterien auch subjektive Aspekte reinspielen, bleibt davon unberührt.

        P.S. :
        zu 8) Natürlich! Die Fußstellung! Dann nehme ich, als einer der Kommentatoren die diesem Detail keine Bedeutung zumaßen, meine Einschätzung bezüglich der Überflüssigkeit einer öffentlichen Präsentation dieses Bildes selbstverständlich zurück. Es ist natürlich grundsätzlich die Schuld des Betrachters wenn er dem subtilen Blick des Fotografen nicht zu folgen vermag und ihm so das Wesentliche einer Aufnahme verschlossen bleibt.

  15. @Oliver:

    Dass kritische Kommentare nicht gelöscht werden ist nicht positiv anzumerken, sondern eine Selbstverständlichkeit (wenn sie nicht beleidigend sind). Besonders, da der Autor des Artikels Kritik eingefordert hat. Dass er (wie üblich) so ziemlich alle Kommentare kommentiert und denjenigen, der sich am meisten Arbeit und Gedanken macht ignoriert, ist schade, aber nichts Neues. Dabei könnte es gerade an dem Punkt spannend werden.

      • Natürlich nicht. Das hat eher mit selektiver Wahrnehmung zu tun :) Ist dein gutes Recht, wirkt aber nach Außen so, als ob du einigen unbequemen (aber guten) Fragen schlicht und einfach aus dem Weg gehst. Was natürlich auch dein gutes Recht ist ;)

      • Na ja ich finde es unverschämt, einfach nicht zu antworten. Das hat auch was mit Wertschätzung zu tun.

        Für mich hat sich das hier erledigt.

  16. Wenn man Straßenfotografie mit Hamburg in Verbindung bringt, kommt man an Siegfried Hansen nicht herum. Von ihm kann man sehr viel lernen. Meines Erachtens eine lebende Legende…