16. November 2010 Lesezeit: ~5 Minuten

Von alten Zahnbürsten & Regentropfen


Ich werde oft gefragt, wie ich meine Fotos mache – mit welcher Ausrüstung, mit welchem Licht, ob ich blitze, wie ich die Modelle finde und wie ich sie leite, wie ich am Ende auswähle und bearbeite. Auf die meisten dieser Fragen kann ich leider keine zufriedenstellende Antwort geben. Dafür möchte ich mit diesem Beitrag auf etwas ganz anderes aufmerksam machen, fernab von all den technischen Dingen.

Ich bin manchmal versucht zu sagen, dass es eigentlich ganz einfach geht. Ich suche ein schönes Mädchen (im Internet, auf der Straße, an der Uni, …) und einen schönen Ort (rund um meine Wohnung oder wo ich tagtäglich vorbei komme), der Rest ergibt sich dann von selbst. Beim Fotografieren ist es mir wichtig, dass eine gute Stimmung herrscht, eine gewisse Vertrautheit, obwohl man sich oft erst kurz zuvor kennen gelernt hat.

Ich höre zu und gebe Dinge von mir selbst preis, ich lege die Kamera auch gerne für einige Momente beiseite, um zu lachen oder nur zu reden. Statt das Modell in immer neue Posen zu dirigieren, wechsle ich meinen eigenen Standpunkt häufig, betrachte den Menschen und das Licht von allen Seiten, suche mir die schönste aus.

Das einzige, was ich von meinem Modell verlange, ist auch zugleich eine ganze Menge: Vertrauen. In mich und in sich selbst.



Aber es soll nicht darum gehen, was für Anforderungen an ein Modell gestellt werden. Vertrauen und damit Selbstvertrauen sind Eigenschaften, die auch einem Fotografen gut stehen. Deshalb möchte ich Mut machen:

Es braucht kein endlos teures Equipment und keine jahrelange Erfahrung, um zu fotografieren.

Meine Kamera ist austauschbar und – solange es eine ausreichend große Offenblende hat – auch mein Objektiv. Jeder war irgendwann ein Anfänger und ist es in vielen Bereichen immer noch.


Als ich angefangen habe, waren meine ersten Opfer Zahnbürsten, Blätter mit Regentropfen und jede Menge Alltagskram – natürlich mit Blitz, versteht sich. Und ehrlich gesagt, ich fand meine Fotos toll! Mein Glück war, dass es damals Menschen gab, denen diese Bilder aus irgendeinem Grund auch gefallen haben, die mich ermutigt haben, weiterzumachen.


Solche Menschen sind heute schwer zu finden. Obwohl das Internet unzählige Möglichkeiten bietet, die eigenen Bilder zu präsentieren, habe ich das Gefühl, dass gerade das einen Anfänger oft demotiviert. Man ist tagtäglich all den grandiosen Bildern ausgesetzt, die zahllose Favoriten und Kommentare sammeln, während die eigenen untergehen.

Wen interessiert ein weiterer Tropfen in diesem Ozean aus Fotos, warum also weitermachen? Die Antwort ist so einfach, dass sie wahrscheinlich kaum jemanden überzeugt:

Weil es Spaß macht.

Zur fehlenden Aufmerksamkeit kommt noch hinzu, dass man die eigenen Fortschritte nicht sieht, weil man sich selbst nicht genug Zeit lässt und von heute auf morgen ein Wunder erwartet.

Ein schöner Moment ist für mich deshalb jedes Jahr, wenn ich im Oktober oder November zwölf Motive für einen Kalender auswähle. Ich lasse das Jahr Revue passieren und bin immer wieder erstaunt, wie anders manches wirkt, wenn man es mit etwas Abstand betrachtet.

Zu Anfang wusste ich nichts von Fotocommunities und ich denke, ich habe davon profitiert, weil mein Publikum (in echt wie auch im Internet) vor allem solche Menschen waren, die sich entweder nicht mit Fotografie beschäftigten oder am gleichen Punkt standen wie ich selbst. Die „Erwartungen“, die sie an mich stellten, waren solche, die ich trotz meiner relativen Ahnungslosigkeit erfüllen konnte.

Denn obwohl natürlich auch (konstruktive) Kritik ihren berechtigten Platz hat, ist es doch irgendwie das Lob, das einen ermutigt, bestätigt und weitermachen lässt.



Ich möchte die Möglichkeit nutzen, um einen kleinen Aufruf loszuwerden, der mir persönlich wichtig ist, vielleicht auch, weil ich mich selbst immer wieder daran erinnern muss. Er geht ebenso an die Fotografen, die am Anfang stehen, wie auch an die, die bereits einen Schritt weiter sind.

Den einen möchte ich sagen: Lasst euch nicht entmutigen, ganz egal wie lange ihr schon am Anfang steht. Fotografiert, weil ihr es wollt und es Spaß macht, weil es euch an die frische Luft bringt oder eure Zeit vertreibt. „Man solle sich nicht mit anderen vergleichen“ – ist leicht daher gesagt, denn ich weiß, dass das kaum möglich ist.

Aber vielleicht gelingt es doch, sich etwas davon zu befreien, wenn man es sich bewusst macht. Wenn man für sich selbst etwas in der Fotografie findet, das unabhängig ist von anderen.

Und an die anderen Fotografen gerichtet: Seid nicht geizig – nicht mit eurer Kritik und erst recht nicht mit eurem Lob. Gerade ein Anfänger freut sich, wenn er Aufmerksamkeit von jemandem wie euch bekommt. Wenn man genau hinschaut, kann man an jedem Bild einen positiven Aspekt finden, der hervorhebenswert ist.

Man muss sich nicht selbst verleugnen, wenn man sich auf die guten Seiten konzentriert, aber man kann dem Gegenüber ein gutes Gefühl schenken – oder es zumindest immer wieder mal versuchen. Am Ende muss jeder seinen eigenen Weg finden, aber ich hoffe, den einen oder anderen mit meinen Worten erreicht zu haben – danke fürs Lesen. : )

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50 Kommentare

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  1. Ich möchte mich als erstes bedanken für diese wunderbar ermutigenden Zeilen. Man fühlt sich direkt angesprochen und möchte sofort starten „mit dem Weitermachen“. Die Fotos dazu unterstreichen den Text noch. Also, nochmals DANKE!
    Lieben Gruss-moni

  2. Ein sehr schöner Gastbeitrag muss ich sagen..!
    Ja, die meisten können von heute auf morgen keine Wunder erwarten & deswegen macht fotografieren so viel Spaß, wenn man einen Abend mal Zeit hat & seine „alten“ aber auch „neuen“ Fotos anschaut & dann merkt: “ Hey, wahnsinn, wie ich mich in einem Jahr gesteigert habe..! Okay das hätte ich besser machen können und das, aber das ist super..! “
    Und einige Zeit später sagt man dann, das hab ich diesmal verbesser, das hab ich super hinbekommen, aber da ist wieder etwas was mir nicht gefällt..!
    Es hört nie auf, nicht in einer Woche, in einem Monat oder einem Jahr, man findet immer etwas das man selbst besser machen könnte & genau das ist so klasse an der Fotografie..! =)
    Vielen Dank, für den Beitrag Luisa..

  3. Sympathisch :) und wirklich wahre Worte die du da sprichst. Ich stehe auch noch relativ am Anfang und mir geht es ganz genauso wie du beschreibst. Man vergleicht sich zu sehr. Sieht tolle Fotos, tolle EBB mit Photoshop und wen man da zu viel reininterpretiert, kann man gleich wieder aufhören.

    Aber wie auch Martin letztens auf visuellegedanken.de schrieb (und wie sicherlich schon viele vor ihm), man darf nicht aufhören, denn Übung macht den Meister.

    Danke für den Artikel :)

    PS: Tolle Fotos ;)

  4. Ein schöner und motivierender Artikel!
    Die Frage nach dem „wieso weitermachen“ stellt sich auch mir immer wieder… Ich glaub es geht jedem so (nur die meisten hören wirklich auf :))

    P.S.: Das letzte Schneebild ist ja echt mal übel… ;-)

  5. Ich (immernoch blutiger Anfänger) hab mir jetzt vor ca. 2 Tagen einen Blog eingerichet, der genau das tut, was du mit deinem Beitrag möchtest.
    Der Blog hält mich am fotografieren fest.Das sagt auch schon der name „philsphotoaday“ ;)

    Insofern war dein Artikel 2 Tage zu „spät“ oder wenn man es anders sieht, genau richtig ;)

    Danke

  6. Vielen Dank für den tollen Beitrag, der Vieles einfach auf den Punkt bringt. Ich würde mich selber als totalen Anfänger einstufen und freue mich über Feedback von Nichtprofis sowie Profis. Fotografie soll Spass machen und Motivieren immer einen Schritt weiter zu gehen.

  7. Super Beitrag!
    Habt Spaß beim Fotografieren, das ist es doch der Kern der Sache.
    Weg von der Klotze und raus an die frische Luft, sich vom Wind umschmeicheln lassen und den Augenblick genießen.
    Es braucht nicht viel um Glück zu empfinden.

    PS: Ich wollte schon lange mal nach Freibung, jetzt habe ich einen ganz wichtigen Grund mehr!

  8. Danke- für die schönen Bilder und die Worte- besonders für: „Lasst euch nicht entmutigen, ganz egal wie lange ihr schon am Anfang steht. Fotografiert, weil ihr es wollt und es Spaß macht, weil es euch an die frische Luft bringt oder eure Zeit vertreibt“

  9. Liebe Luisa, vielen Dank für diesen Beitrag! Solch aufmunternde Worte sind Balsam auf der Seele eines jeden Anfängers und ermuntern wirklich dazu, weiter zu machen. Deine Fotos gefallen mir wirklich gut, vor allem das dritte hat mich förmlich gefesselt.
    Viele Grüße und alles Gute!

  10. Das ist gerade genau bei mir der Fall!
    Ich fotografier schon eine gewisse Zeit und bekomme kein Feedback.
    Obschon ich Flickr und Facebokk aus diversen Gründen meinde,bin aber mit ner Baukastenpage und FC vertreten.
    Die Bastelpage habe ich erstmal um meine Bilder zu zeigen,wenn es an der Zeit ist lege ich mir auch ne eigene Domain zu.
    Mich frustriert das man keine Kommentare erhält,kann aber auch daran liegen das mache Fotogenossen schreibfaul sind,es kommt aber bei mir nicht darauf an Lob oder Schelte zu erhalten,hauptsache irgendwas.
    Für meinen Teil der Fotografie ist es der Spass am knippsen oder auch das erlernte gezielt anzuwenden(Langzeitbelichtungen–>manuell) und genau das zu Bild umzusetzen mit der Kamera was man vorher im Kopf hatte.

    Vielen Dank für deinen Beitrag Luisa

  11. Ich bin vor einem Monat auf diesen Blog gestoßen und finde ihn sehr niveauvoll und geht das Thema Fotografie mal von einer anderen Seite.
    Auch dieser Beitrag unterstreicht meine positiven Gefühle für diese Seite und zeigt wieder mal auf, dass jeder auf seine Art ein Experte im Bereich Fotografie werden kann.
    Das Thema Fotocommunities kann ich auch nur unterstreichen. Heutzutage sind viele dort gehetzte ihrer selbst und versuchen das hundertste Kommentar auf ihr Foto zu erhalten. Wobei 99 Kommentare nicht länger als eine Zeile sind und so belanglos, dass man sie sich auch sparen könnte.
    Mir hat jedenfalls dieser Beitrag neue Kraft in einer kleinen Schaffenskrise gegeben und ich werde auf jeden Fall weitermachen. Sehr inspirierent finde ich auch die Fotos zu diesem Artikel, die mich selbst wieder auf neue Ideen gebracht haben.
    Danke dafür.

    LG
    Michael

  12. Ein sehr interessanter und schön geschriebener Beitrag, den ich doch nur zu gerne allen Fotografie-Begeisterten vom Anfänger bis Profi empfehlen kann!

    Vielen Dank für die Einblicke, die Motivation und zu guter Letzt die tollen Aufnahmen!

    Beste Grüße
    Sascha

  13. Ein schöner, lesenswerter Artikel!
    Unsrer Herangehensweise an die Fotografie scheint in etwa gleich zu sein.
    Nicht die Technik ist das Entscheidende, sondern Gefühl, eine Offenheit, sich einlassen auf das Gegenüber.
    Ich bin der festen Überzeugung, von einem Menschen der mir nicht sympathisch ist, kann ich keine (mich) überzeugenden Portraits machen.

    Auch das Posting von Klaus Kraiger, der ebenfalls faszinierende Portraits macht, kann ich voll und ganz unterschreiben!

    Lieben Gruss,
    Hermann

  14. vielen Dank für den sehr ansprechenden und ehrlichen Beitrag und die wunderbaren Fotos.
    Ich bin auch begeisterte *Hobbyfotografin* und zeige meine Fotos hauptsächlich auf FB – bekomme aber sehr viele Rückmeldungen über die ich mich natürlich immer freue…..ich vergleiche aber meine Fotos nicht mit deren von Fotografen, denn mir ist bewußt, dass mir mit meiner derzeitigen Ausrüstung einfach Grenzen gesetzt sind, das ändert aber nichts daran, dass ich mir mir *mein Objekt und Motiv* trotzdem selbst aussuchen kann….
    Ich möchte die Fotografie nicht mehr missen, da ich dadurch einen ganz anderen Blickwinkel des *Sehens* und zur Natur gewonnen habe.

    Liebe Grüße
    Maria

  15. Ich lese zwar schon seit einer halben Ewigkeit am kwerfeldein Blog mit, schreibe aber heute zum aller ersten mal einen Kommentar zu einem der Beiträge…DANKE Luisa für diesen wundervollen sowie mutmachenden Beitrag – zeilenweise sprichst du mir wirklich aus der Seele – und DANKE Martin dass du uns auf diese wunderbare Fotografin aufmerksam gemacht hast, deren Portraits mich verzaubert haben :)

    und weils so viel Spaß macht, geh ich jetzt auch raus und tu, was ein Fotograf tun will;)

  16. Sehr erwachsen dieser Beitrag. Gefällt mir gut. Fotografieren weil’s Spaß macht – sollte ja jedes Hobby machen ;-). Und wer sich dem Konkurrenzkampf nicht stellt, lebt glücklicher.

    Ich hol mir aus den Bildern anderer eher Inspiration als dass ich mir denke, wie gut hat der das gemacht, das schaffe ich nie. Das macht nur Druck und führt nirgendwohin.

    lg Chris

  17. Es ist doch immer wieder Interessant, wie einem im Leben kleine Zeichen über den Weg laufen… Fast schon so, als wären es keine Zufälle. Mag sein, dass es daran liegt, dass man bewusst auf diese Dinge achtet bzw. die Dinge eher bemerkt, die einem persönlich helfen, einen berühren oder die eigene Richtung zeigen. Aber es ist dennoch erstaunlich, dass es doch so oft passiert.

    Mir selbst kommt es langsam so vor, als ob ich hier auf Kewrfeldein immer wieder einen Schubs in die richtige Richtung bekomme. Als ob die Beiträge von Zeit zu Zeit gewissermaßen wie die Faust auf mein Auge passen :)

    So gab es irgendwann mal einen Beitrag zum Thema Selbstständigkeit in der Fotografie. Gerade zu der Zeit, als ich dabei war ein Gewerbe anzumelden. Der Beitrag hat mir so sehr geholfen und mich ermutigt weiter an meinem Traum zu arbeiten und mir geholfen Mut und Kraft zu schöpfen. Zwar bin ich noch nicht ganz selbstständig, aber zumindest teilweise…

    Genau so geht es mir wieder bei diesem Beitrag von Luisa. Gestern war ich noch down, weil ich eine Produktaufnahme nicht hinbekommen habe, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber hey… Es geht weiter! Auch wenn es da draußen mit Sicherheit immer jemanden geben wird, der tollere, intensivere oder schönere Fotos macht, so gibt es trotzdem einen Weg für jeden von uns. Egal ob es darum geht mit oder von der Fotografie zu Leben.

    Daran glaube ich! …Und dank dem Beitrag von Luisa noch ein wenig fester. Vielen Dank!

  18. Sehr Interessanter Beitrag.
    Leider sehe ich oftmals nicht mal das Problem das sich manche nicht zeitnehmen für Bilder anderer, sondern das eher kein Danke zurück kommt.
    Ich mache selbst die Erfahrung immer öfters das ich mir Zeit und Mühe gebe unbekannten Fotografen meine Gedanken, Kritik oder auch Lob mitzuteilen und das auf eine Ausführliche Art. Aber in den meisten Foren/Communities kommt nichts zurück – kein Danke oder tolle Ansicht.
    Ich denke das Problem ist immer mehr das es hier nicht mehr um Nehmen und Geben geht sondern alleine um nehmen. Dennoch unterstütze ich deinen Aufruf – welchen ich auch schon seit längerem nachgehe durch öffentliche Bildbesprechungen in meinem Blog.

  19. Die Gelassenheit und Ermunteung zur Zwischenmenschlichkeit beim Shooting gefallen mir an Deinem Appell am meisten. Fotografie soll vor allem Spass machen und fotografisch-unbedarfte Verwandte und Freunde sind das weitaus dankbarere Publikum als online Communities. Für die meisten von uns ist Fotografieren ein Hobby und wir vergleichen uns mti Profis, die damit Ihr Geld verdienen. Wie abwegig.

    Danke für die aufmunternden Worte und keep on shooting, Deine Bilder haben ein gewisses etwas, das sie abhebt.

    Gruss aus Zürich,

    Martin

  20. Hi Luisa,

    schön endlich mal wieder zu wissen, dass „aller Anfang grundsätzlich nicht leicht ist“ – und zwar in der Regel für jeden von uns…

    Es ist zudem bemerkenswert wie konsequent Du Deinen eigenen Bildstil pflegst. Das wird auch bei einem Blick in dein Portfolio deutlich. Ich weiß ja nicht wie sehr Dir das bewusst ist, aber Du hast einen äußerst kreativen, weichen Bildstil, der mich sehr anspricht.

    Nimm also mal zur Kenntnis, dass dieser Bildstil positiv auffällt. ;-)

    Viele Grüße
    Sascha

  21. Hi Luisa, vielen Dank für den tollen Beitrag.
    Zu oft habe ich mich schon dabei ertappt, dass ich begeistert einen interessanten Photostream durchklickte ohne einen Kommentar zu hinterlassen. Bei Deinem hab ich das Problem ja anders gelöst ;-))
    Grüße Christian

  22. Ein sehr schöner und sehr richtiger Text, unterlegt mit wunderbaren Fotos. Das wurde ja auch schon oft genug geschrieben.

    Mich hat Dein Artikel deshalb berührt, weil ich Dich – ohne dass Du es wissen wirst – mal ‚bei der Arbeit‘ beobachten konnte. Als Du Deine Bilder im Asemwald gemacht hast (also auch das zweite hier im Artikel), saß ich mit meinem Sohn nebenan in der Sandkiste (oder hab ihn geschaukelt oder fotografiert – ich weiss es nicht mehr so genau). Ich hatte Euch für Freundinnen gehalten bei der eine sich für die andere an Fotos für eine Sedcard oder so versucht. Die Bilder hatte ich später per Zufall in Flickr gefunden und war begeistert. Begeistert auch, weil ich nach dem entspannten ‚Spiel‘ das ich gesehen zu haben glaubte, nicht solche ausdrucksstarken und stimmungsvollen Bilder erwartet hätte.

    Allein das war – ganz ohne Deinen Artikel hier – schon sehr motivierend für mich.

  23. ich weiß schon, warum ich auf fb & twitter folge ;o)
    Sehr schöner Text mit sehr schönen Bildern.

    Die Inflation des Bildes (auch des bewegten) befindet sich schon lange nicht mehr in ihren Anfängen und so traurig das ist, so sehr gehören auch solche Zeilen in Umlauf gebracht.

    Irgendwie scheint trotz der Überflutung noch keine Übersättigung gegeben zu sein und selbst davon ab ist ein positiver Blickwinkel (nicht nur durch den Sucher) und das nötige Selbstvertrauen das Wichtigste.

    Bin froh, dass es hier auf solchem Niveau und mit solchen Beiträgen weitergeht; ist immer wieder eine Freude, vorbeizuschauen ;o)

  24. Hallo,
    das Lesen deines Artikels wurde die ganze zeit von einem stillen Kopfnicken meinerseits begleitet. Ich mache auch leidenschaftlich gerne Fotos und ich habe ebenfalls das Glück relativ viel Lob für meine Arbeiten aus meinem privaten Umfeld zu bekommen.
    Ich denke genauso wie du das es weniger auf die Kamera ankommt sondern eher darauf ob man den Blick für die kleinen Details des Lebens hat oder eher nicht. Ich kenne leider auch so Leute die behaupten das man automatisch gute Fotos schießt mit einer DSLR. Ich glaube mit so einer Haltung kann man es gleich sein lassen…

    Nur bei einer Sache stimme ich nicht ganz mit dir überein… Ich finde sehr wohl dass das Internet das Perfekte Werkzeug für Fotografen ist… Es mag vielleicht sein das man etwas demotiviert wird durch die vielen guten Fotos aber ich denke das es gerade diese Fotos sind aus denen man tolle Ideen für eigene Fotos schöpfen kann. Und auch die Feedback-möglichkeiten – sei es über Facebook, Flickr etc – sind nicht zu verachten. Ich habe eine Menge Zuspruch für meine Fotos gerade erst durch das Internet bekommen…

    Ansonsten alles gute für deinen weiteren Fotografischen Weg – die richtige Richtung hast du jedenfalls schonmal eingeschlagen… ;)

    mfg.
    Stefan

    • Hallo Stefan,

      auch ich nutze ja das Internet intensiv und freue mich sehr über die Aufmerksamkeit und den Zuspruch, den ich darüber bekomme. Und manchmal finden die Bilder ja ihren Weg auch wieder aus dem Netz heraus.
      Vermutlich war der Punkt von mir etwas missverständlich formuliert – ich denke, dass man am Anfang ruhig erst mal Erfahrung sammeln darf, ohne sich gleich dem Internet zu stellen, denn „schlechte“ Sachen werden dort eher nicht kritisiert, sondern ignoriert.
      Aber natürlich muss das auch nicht für jeden funktionieren, vielleicht kommen viele Leute auch mit diesem fehlenden Feedback gut klar und haben trotzdem weiterhin Spaß an ihrem Hobby. : )

      Liebe Grüße
      Luisa

  25. Du hast Recht…
    Ich finde es gibt kein Richtig oder Falsch in der Photography.
    Letztlich entscheidet der Photograph, wie er seine Bilder macht und bearbeitet.

    Und wenn man immer das gleiche macht wie die Professionellen das machen, dann steht man immer im Schatten von denen.
    Ich finde, jeder sollte seinen eigenen Style da rein bringen.

  26. Wirklich super Beitrag!
    Ich bin selbst ganz am Anfang und manchmal fühle ich mich schon ganz schön mickrig mit meiner kleinen Kompakten im Meer von Millionen toller Bilder die ich jeden Tag sehe. Und doch kann es einem Anregungen geben. Ich habe zum Glück auch ein paar nette Leute, die mich zum weitermachen animieren. Und die Sache mit dem Kalender finde ich Klasse, habe ich dieses Jahr auch gemacht, und es ist einfach gut zu sehen wie ich mich weiterentwickelt habe (was aber auch an meinem noch recht geringen Alter liegen könnte ;) ).
    Danke!