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11. September 2012 Lesezeit ~ 4 Minuten

Ich starte ein Projekt: iPhone statt DSLR

Ich habe Lust, meine Werkzeuge, mit denen ich auf der Straße arbeite, ein wenig zu reduzieren. Beginnend am heutigen Tage werde ich ein ganzes Jahr lang nur noch mit dem iPhone auf der Straße fotografieren. Und warum, das werde ich in diesem Artikel erklären.

Wie wäre es, eine Fototour nur mit dem iPhone zu machen? Fasziniert von diesem Gedanken fuhr ich vor einigen Wochen in die Stadt und lies mich mich überraschen.

Die Erfahrung war einmalig. Und weil ich seither fast jeden Tag Straßenfotos mit dem Apfeltelefon und mir gründlich Gedanken darüber machte, starte ich heute mein nächstes Jahresprojekt: Ich tausche meine EOS 5D Mark II gegen das iPhone.

Die Vorteile liegen auf der Hand, die Nachteile auch. Ich beginne mit den Nachteilen.

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Kontra

Bildqualität. Ganz klar schlägt meine Vollformatkamera (21,1 MP) die Bildqualität des 4er iPhones (5 MP) um Längen. Sie hat nicht nur vier Mal so viele Megapixel, sondern auch ein großartiges Rauschverhalten. Beides spricht gegen die Möglichkeiten beim Druck eines iPhone-Bildes und ich nehme das durchaus als Einschränkung wahr.

Schärfe. Die Kamera des iPhones ist gut, aber nicht sehr gut. Naja, sie ist passabel. Verglichen mit den Bildern, die ich mit der 85er Festbrennweite an der Canon mache, kackt – Verzeihung – das iPhone ordentlich ab.

Kontrastumfang. Auch hier hat das iPhone schlichtweg keine Chance. Ich fotografiere nicht einmal in Raw, sondern direkt in JPG. Das iPhone verliert.

Im Dunkeln. Sobald die Sonne untergeht, sieht das iPhone schwarz. Da hilft überhaupt nichts, denn ich kann die ISO-Empfindlichkeit kein bisschen justieren. Wenn es aus ist, ist es aus. Blitzen? Naja, ihr wisst schon.

Brennweiten. Ich habe eine Brennweite. Nicht mehr und nicht weniger. Heranzoomen ist nicht, da es ein rein digitaler Zoom ist. Natürlich ist das nicht nur nachteilig, da ich von der „Großen“ die Arbeit mit Festbrennweiten gewohnt bin.

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Pro

Warum fotografiere ich trotzdem mit dem iPhone? Die technische Gründe wiegen schwer. Aber nur auf den ersten Blick. Es folgen die Vorteile.

Gewicht. Ich habe das iPhone nicht gewogen, aber im Vergleich zur DSLR wiegt das Telefongerät überhaupt nichts. Das macht das Fotografieren auch psychologisch zu einer „leichten Angelegenheit“.

Mobilität. Ich habe das iPhone immer bei mir. Ergo kann ich immer – egal, was die Destination des Tages ist – ein Foto machen, die oben genannten Situationen selbstverständlich ausgeschlossen. Das bringt (beinahe unendlich) viele Fotomöglichkeiten und da ich sowieso alles interessant finde und oft in der Stadt unterwegs bin, ist das ein bedeutungsvolles Argument fürs iPhone.

Größe. Das iPhone fällt eigentlich niemandem auf. Wurde ich vor Jahren mit der DSLR in Kaufhäusern vom Sicherheitspersonal zur Seite genommen, fotografiere ich heute genau dieses Personal, ohne dass sie irgendetwas merken. Scherz beiseite: Die Kamera am iPhone ist für die meisten Menschen nicht existent. Und das ermöglicht eine weitere Palette voller Fotomöglichkeiten.

Sucher vs. Display. Da das Display um Längen größer ist als das Sucherbild der 5D, ist das Fotoerlebnis nicht besser, aber ein anderes. Und ich mag große Bilder, insbesondere beim Fotografieren. iPhone gewinnt.

Lautstärke. Wer schon einmal versucht hat, auf einer Familienfeier mit der DSLR die Leute zu fotografieren, weiß: Es ist unmöglich, unentdeckt zu fotografieren, weil das Klicken alles vers… verrrät. Selbst diejenigen, die nicht bemerken, dass ich die Kamera auf sie gerichtet habe, kapieren es spätestens, wenn sie das Klicken hören. Das entfällt beim iPhone vollständig. Ein enormer Vorteil.

Publizieren. Der Weg, den ein Bild hinlegt, um von der Speicherkarte der 5D ins Netz zu kommen, ist lang. Lang im Vergleich zum iPhone. Ich kann nach dem Bearbeiten direkt auf Instagram, Twitter, Facebook und was weiß ich wohin publizieren. Mit einem Klick. Für mich ist das perfekt.

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Ich habe gut darüber nachgedacht, ob ich das wirklich machen soll. Denn die Nachteile sind evident. Da ich es aber langweilig finde, Dinge immer auf die gleiche Weise zu machen und ich gern neue Methoden ausprobiere, versuche ich es. Anders gesagt: Weil ich es kann.

Bei all dem Theoretisieren bin ich mir darüber bewusst, mitnichten das Rad neu zu erfinden oder gar der Erste zu sein. Es gibt schon viele Straßenfotografen, die diesen Weg gehen und mir dadurch ein Vorbild sind.

Ich freue mich auf die folgenden zwölf Monate, werde alle möglichen Apps testen, die iPhone-Kamera ausreizen und an ihre Grenzen bringen. Werde sie fernauslösen, an die unmöglichsten Stellen bringen und so oft wie möglich auf der Straße fotografieren. Das wird cool.

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Eine Bitte habe ich: Falls Ihr irgendeine neue iPhone-App zum Fotografieren entdeckt, die irgendetwas Tolles kann, lasst es mich wissen. Ihr findet mich jederzeit auf Twitter. Tausend Dank.

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120 Kommentare

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  1. Moinsen !

    C O O L __ I D E A !

    Hab ich auch ne _ Z E I T K U R Z _ gemacht:

    Bringt viel _S_P_A_S_S_ .
    Man(n) ist nur der _K_N_I_P_S_E_R_ .
    SoLaLa (iPhone 4S) _E_R_G_E_B_N_I_S_S_E_ .

    K A N N man mal machen.
    M U S S man aber nicht.

    Bye, dein lichtbildwerfer

    • Lieber Lichtbildwerfer,

      danke für deine netten und etwas skurrilen Kommentare. Jeden Morgen setzte ich mich an das Magazin und frage mich – noch während ich den Artikel lese – , was wohl unser Freund “lichtbildwerfer” dazu zu sagen hat.

      Außerdem frage ich mich, ob das, was du in die Tasten haust, Prosa oder vielleicht doch schon moderne Lyrik ist. Danke für deine Verse, die manches Mal nicht einfach zu interpretieren sind.

      Eine Bitte hätte ich da noch: Wäre es möglich, dass du in den kommenden Tagen auf Majuskelschreibung, Sonderzeichen im “Wortinnenraum” und sonstigen Schischi verzichtest? Das wäre fürs Auge erträglicher, man könnte deine Ergüsse leichter lesen.

      Keine Sorge: Wir nehmen dich dann trotzdem noch als Gesamtkunstwerk wahr.

      Liebe Grüße
      deine Afroh

      • LIEBE Afroh ! HEY Martin !

        ät _A F R O H_ :

        werd mir

        UNENDLICHVIELVERZICHTLICHKEITEN

        beim

        S C H I S C H I E R E N

        auferlegen – well – I’ll do MY very best !

        ät _M A R T I N_ :

        DanKeSchöN fürs LIKEN !

        Haut rein, euer lichtbildwerfer

  2. na, da bin ich mal gespannt, wie cool das wird ;-)
    Alleine, wenn ich daran denke, wie oft ich dieses k… Display im Urlaub verflucht habe, weil ich durch die Sonneneinstrahlung praktisch blind geknipst habe. Wie oft ich geflucht habe, weil das Motiv abends so toll war, das verrauschte Bild dagegen…
    Ich könnte die Liste fast beliebig fortsetzen.
    EIN Vorteil hat das G4 aber: es ist immer dabei. … Aber das ist meine S95 eigentlich auch…

  3. Ich freue mich drauf. Die Instagram-Bilder sind ja jetzt schon fantastisch.

    Ich hatte neulich eine ganz ähnliche Idee, musste aber eines feststellen:
    Bei vielen wird Instagram, vor allem wegen des teilweise exzessiven Einsatzes der Filter, als Ramsch abgetan. Ich hab ein bisschen damit rumgespielt, “schnelle” Bilder gemacht um den Moment festzuhalten und die Spontantität genutzt, das Handy eben doch überall dabei zu haben.
    Die Folge war, dass es mir irgendwann den erbosten Tweet eines Freundes eingebracht hat, dass er mich so lange für einen talentierten Hobbyfotografen gehalten hat, bis meine Bilder-Links auf einmal auf Instagram verwiesen.

    Ich hoffe also dass dein Projekt schon aus dem Grund ein Erfolg wird um solchen Leuten zu zeigen, dass man auch mit dem Mobiltelefon “ernsthafte” Fotografie betreiben kann und dass mancher Bilderdienst doch mehr ist als nur ein Trash-Container.
    Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt.

    • Hallo Hazamel, ähnliches begegnete auch mir – und ist bis heute noch Bestandteil des Feedbacks, das ich auf diversen Plattformen bekomme. Zu gegeben, am Anfang hat mich das irritiert, heute jedoch weiß ich, dass das dazugehört. Hier werden Erwartungen diverser Menschen nicht gedeckt und das führt zu solchen Reaktionen. Schön ignorieren und dranbleiben.

  4. Hallo Martin!

    Wenn ich jetzt schreiben würde ‘Willkommen im Club’, dann wäre das großkotzig und anmaßend. Aber ich fotografiere trotz allerlei teurer Ausrüstung im Schrank auch wahnsinnig gerne und oft mit dem iPhone, vor allem auf der Straße. Das iPhone erlaubt mir Dinge, mit deren Umsetzung ich mir mit einer DSLR in vielerlei Hinsicht schwerer tue. Das iPhone ist einfach ‘snappy’ was den Weg von der Idee zum fertigen und veröffentlichten Bild angeht. das macht Spaß. Und Spaß ist gut.

    Ein Beispiel, das Du vielleicht schon im ‘Exposé’ gesehen hast, sind diese Serien:
    http://stefansenf.de/?p=607
    http://stefansenf.de/?p=616
    Sie sind eine Umsetzung einer alten Idee von mir (ausführlich hier: http://stefansenf.de/?p=633), die mir mit dem iPhone plötzlich und ganz einfach gelang. Die App dazu war ‘Slow Shutter’. Eine andere wichtige App für mich ist ‘Monochromia’, ein prima s/w-Konverter mit der Möglichkeit Farbkanäle zu filtern usw. Leider ohne ‘Live’-Funktion.

  5. Ich habe mir auch angewöhnt in der Freizeit nur noch mit dem Iphone zu fotografieren. Manchmal habe ich noch eine yashica in der Tasche, aber meistens bleibt sie dort auch liegen. Es ist einfach praktisch und ich sehe es als Herausforderung, mal nicht alle Hilfsmittel dabeizuhaben. Insofern kann ich deine Beweggründe verstehen. Als App kann ich neben instagram noch snapseed empfehlen. Das App verbindet quasi instagram mit photoshop – genial.

    • Ich habe diese App auch schon ausprobiert und war ehrlich gesagt etwas überfordert damit. Das iPhone hat ja gerade den Charme: rausholen, hochsliden, abdrücken. Bei dieser App muss man sich wieder viel zu viel Gedanken darüber machen, was man denn nun machen will.
      Aber trotzdem steht eines fest: die 645PRO ist die technisch gesehen beste Kamera-App! Da gebe ich Dir 100% recht.

  6. Eines hast du noch vergessen und das ist eigentlich das wesentliche: DER AUTOFOKUS. Der ist vom iPhone leider sehr langsam. Und das ist für mich der einzige wirkliche Grund warum ich das iPhone so gut wie nie verwende. Ich mag es damit zu spielen, verwende Hipstamatik das mir schon alleine wegen dem 1:1 Format gefällt, aber auch wegen der vielen Möglichkeiten durch die Auwahl von “Filtern”, also in dem Fall: Film, Objektiv und Blitz. Kostet natürlich auch einiges, ich hab im Moment alles, aber ich habe auch recht früh damit begonnen und in einer Aktion.

    Wäre der AF des iPhones nicht so lahm, wäre das Teil aber brauchbar. Nur bis ich eine Person scharf gestellt habe, ist er auch schon wieder aus dem Bild. Übrigens mitunter warum ich mir noch keine X10 gekauft habe, auch hier ist der AF zu langsam. Auch eine Nikon P7000 habe ich schon getestet, auch hier war mir der AF zu langsam.

    Aber ich bin mal gespannt was du damit hinzauberst, da du ja die etwas anderen Street-Bilder machst, weniger direkt.

  7. Spitzen Idee. Hat noch niiiiemand vorher gemacht. Mittlerweile ist die Sache eher schon ein alter Hut und “out”. Damit hättest du definitiv ein paar Jahre früher anfangen müssen.
    Ich hab meine iPhoneographer Karriere schon wieder ad acta gelegt, wie viele andere auch.
    So langsam ist’s so mühselig wie die Leute, die einem erklären wollen wie “cool” Facebook doch eigentlich ist!

    • Hallo Ela, ich zitiere mal mich selbst:

      Bei all dem Theoretisieren bin ich mir darüber bewusst, mitnichten das Rad neu zu erfinden oder gar der Erste zu sein. Es gibt schon viele Straßenfotografen, die diesen Weg gehen und mir dadurch ein Vorbild sind.

  8. Hallo Martin,
    ich kann deine Überlegungen und auch die Vorteile eines Photos mit einem Iphone schon verstehen und mache auch ab und an damit ein paar Bilder. – Jedoch würde ich mich im Nachhinein ärgern, wenn ich ein wirklich gelungenes ausdrucksstarkes Photo nur als 5-Megapixel-JPEG zur Verfügung hätte, bei dem mir das RAW verwehrt bleibt. Denn der Druck eines solchen Bildes kommt dann in einer bestimmten Größe dann doch nicht so gut rüber. Aber wenn das Photo aber “nur” fürs Web zu sehen ist: Warum nicht.

    Ich muss sagen, dass mich auch der “langsamere” Entstehungsweg eines Photos bei einer Spiegelreflex nicht stört. – Ist immer noch ein vielfaches so schnell wie zu analogen Zeiten.

    Viel Spaß bei deinem Projekt. :)

    Gruß, Philipp

  9. Na das Projekt wird schätze ich mal ziemlich polarisieren. Ich kenne genügend Fotografen, die sich darüber aufregen, dass jetzt jeder meint er wäre Fotograf, nur weil er weiß, wie man Instagram bedient.
    Persönlich kann ich dazu nur sagen: viel Spaß und viel Erfolg!
    Eine App weiß ich diesbezüglich auch schon:

    Leme Cam – eine Gratisapp mit verschieden Einstellungen wie zB “fisheye”, “tilt-shift” oder Doppelbelichtungen, dazu gibts verschiedene Linsen (Filter) und diverse Rahmen.
    Ein nettes Spielzeug, mit welchem man aber auch durchaus gute Ergebnisse erzielen kann.

    Na dann, erfolgreiches Schaffen!

    lg, Martin

  10. Ein tolles “Experiment” oder sollte ich besser” Projekt” schreiben? Ich bin neugierig und gespannt, ob und wie sich Deine Bilder , Dein Denken über Bilder und Bearbeitung etc. verändern.
    Auf jeden Fall wünsch ich Dir dabei viel Freude

    Herzlich

    Michael

  11. Tolle Idee. Ich bin gerade in meinem zweiten Urlaub, in dem ich nur mit dem iPhon fotografiere. Dazu habe ich nun auch einen Blog eingerichtet: http://amelandbyme.blogspot.com

    Ich kann nur all die Vorteile bestätigen die Du nennst, es mach einen großen Spass mit dem iPhon unterwegs zu sein. und bei dem Sandsturm den wir gestern hier hatten habe ichjede andere Kamera bedauert die im Einsatz sein müsste.
    Das spielen mit den Apps ist ebenfalls sehr unterhaltsam, also ich bin eine absoluter Freizeit iPhon Fotografin, eine überzeugte.

  12. Sehr cool. Ich hatte in meinem letzten Urlaub auch nur das iPhone dabei und den restlichen Kram daheim gelassen (der Stilpirat hatte das gebloggt und ich dachte, das versuche ich auch mal). Vor drei Wochen habe ich mich bei einem Job verhoben (das Equipment wiegt rund 18 Kilo) und leide seitdem unter extremen Rücken- und Kopfschmerzen… und ich kenne einen ganzen Haufen Fotografen, die auf Dauer z.B. die beweglichkeit im Schulterbereich eingebüßt haben, weil das Material sie so belastet (trotz der teuersten Fotorücksäcke), oder permanente Schmerzen im Handgelenk haben, wenn sie auf einem Event die Kamera lange in der Hand tragen mussten (gerade wenn viele Leute auf einer Veranstaltung sind, mag man sie ja nicht unbedingt an einem Gurt, oder im Holster tragen). Als freies Projekt würde ich daher auch das iPhone wählen. Viel Spaß!!!

  13. Coole Idee!
    Genauso ging es mir vor ein paar Wochen. Hab mein Lumia 610 auf S/W-Modus gestellt und mache ebenfalls etliche Streetfotos mit dem Handy.
    Da kaum einer Notiz davon nimmt, gelingen klasse Bilder – auch wenns nur 5MP sind.
    Hier zählt der Augenblick und die eingefangene Stimmung….

  14. Heiliger Bimbam, das ist wirklich eine Herausforderung! Ich selber mache auch meine Stadtfotos “lediglich” mit einer kleineren Handkamera, die in jeden Rucksack passt, anstatt mit der Großen auf Tour zu gehen – allerdings würden mich die Einschränkungen des iPhones schon massiv stören (gerade das Fehlen eines anständigen optischen Zooms). Ich sehe aber definitiv den Reiz der Herausforderung – da ist Improvisationstalent gefragt und es müssen viele andere Wege beschritten werden – von daher wünsche ich viel Erfolg und freue mich auf interessante Bilder! :)

  15. Das letzte Foto im Artikel – du warst anscheinend in Fulda? Cool, da komme ich her. Sehr schönes S/W-Foto von unserem Dom.

    Finde das Experiment spannend und interessant. Leider habe ich nur ein altes 3GS, damit verschlechtern sich die technischen Möglichkeiten nochmal deutlich. Aber deinen Vorteilen kann ich auch was abgewinnen.

    Momentan kann ich mir aber nicht vorstellen, ohne die 5D zu arbeiten. Dafür bin ich noch zu kurz dabei…

    Viel Spaß im kommenden Jahr beim Fotografieren!

  16. Bei mir war, und ist eigentlich immer noch, der Wunsch vorhanden genau den anderen Weg zu gehen. Vom “übermäßigem” Fotografieren mit dem iPhone, hin zur Verwendung meiner teuer gekauften Canon. Und eigentlich wollte ich meinen Instagram Account schon seit längerem ruhen lassen…

    Aber ich habe der kleinen Handycam zuviel zu “verdanken”. Durch sie habe ich, rein subjektiv, meinen fotografischen Blick geschult und nehme meine Umwelt mittlerweile komplett anders wahr. Als hätte ich bei Matrix die rote Pille geschluckt.

    Ich liebe den “instant” Teil an der iPhone-Fotografie und an Instagram im Besonderen. Einen Moment sehen, ihn mit einem Tap/Klick festhalten, sich meist direkt, oder kurze Zeit später, irgendwo gemütlich hinsetzen und das Bild direkt so bearbeiten wie man es in dem Moment “gefühlt” hat, (zu 90% s/w bzw duplex) das ist glaube ich der Reiz den es für mich ausmacht, und die die DSLR (die ich sehr oft trotzdem beihabe) in der Tasche zu lassen.

    Wenn ich mit der DSLR unterwegs bin und Fotos machen können zwischen geschossenen Bild und der Bearbeitung schonmal Stunden/Tage/Wochen vergehen und meist ist es mehr ein aufhübschen, als der Versuch den subjektiven Moment zu zu unterstreichen.

    Der Titel bzw die “Caption” ist für mich, gerade bei Instagram, fast ähnlich wichtig wie das Bild selber (deswegen mag ich deine neue Betitelung auch sehr).
    Durch ihn kann man den Blick und den Gedanken des Betrachters noch einmal lenken oder eine ganze Geschichte erzählen (ja ich weiß, das Bild sollte für sich sprechen)

    Vielleicht hört sich das für gestandene Fotografen, gerade in Verbindung mit der iPhone Cam, geradezu lächerlich und albern an, aber für mich persönlich hat sich dadurch tatsächlich viel verändert und es hat schon fast selbsttherapeutische Züge :)

    Aus all den Gründen werde ich wohl auch weiterhin mit dem iPhone unterwegs sein und meine Umwelt ablichten, auch wenn der Anteil der DSLR Bilder stetig zunehmen wird.

  17. da ich noch keine DSLR mir leisten kann bin ich gezwungen mit den Smartphone zu Fotografieren. Bei mir ist es allerdings ein Note von Samsung und habe 8 MP. Die Nachteile kann ich Nachvollziehen und nutze die Kamera Hauptsächlich beim Radfahren und Routen zu beschreiben und weil ich auch Stifteingabe habe kann ich sehr gut mein Tagebuch führen mit allen schickanen. Aber sehe ich den Vergleich bei Streamzoo, kann ich gegen die Qualität der anderen nicht mithalten. Aber dafür Konzentriere ich mich mehr auf den Bildaufbau, was mich zwingt mehr Kreativität zu erzeugen. Aktuell habe ich eine App im Test die eine DSLR Nachempfindet mit Histogramm, Geräusch und Farbeinstellung.

  18. “Die Kamera am iPhone ist für die meisten Menschen nicht existent. Und das ermöglicht eine weitere Palette voller Fotomöglichkeiten.”

    na hervorragend. da ist es mir lieber, ich sehe es, wenn ich ungewollt fotografiert und veröffentlicht werde und kann intervenieren. soll ja auch noch lebenswelten abseits von facebook und co geben…

    ansonsten kann ich mich meinem vorkommentator nur anschließen.

  19. Hallo Martin,

    ich finde deine Artikel in der Regel richtg großartig!
    Aber dein Projekt auf die 5D zu verzichten könnte ich verstehen, wenn du stattdesen mit einer guten IMMDERDABEIDA5DZUGROSSKAMERA nutzen würdest, aber das iPhone dafür zu benutzen verstehe ich nicht.

    Fühlt sich für mich an wie Autofahren mit Taucherbrille! ;-)

    Viel Erfolg!

    LG
    Thorsten

  20. Sehr cooles Projekt. Habe auch schon mit ähnlichen Gedanken gespielt und beispielsweise im Urlaub in Italien auch nur mit iPhone fotografiert und auf die DSLR verzichtet. Wenn ich allerdings für ein Jahr auf die DSLR verzichten soll muss ich mir ein besseres iPhone als das 3GS mit Riss in der Linse zulegen, mit 4S oder 5 würde ich mir das zutrauen.

  21. Hallo Martin,

    nette Idee! Hier meine am häufigsten genutzten iPhone Foto-Apps:

    – Snapseed (umfangreiche Nachbearbeitung)
    – Camera+ (manuelle Einstellung von Fokus, Blende u.v.m.)
    – Lens Flare (nachträglich Flare und Gegenlicht einfügen)

    Gruß, Andi

  22. Besonders auf den letzten Absatz bin ich gespannt. Das wird mit Sicherheit cool.
    Neu ist die App sicherlich nicht, aber dennoch möchte ich dir Noir Photo ans Herz legen, wenn es da nicht schon liegen sollte. Die Straßenbilder etwas weiter unten in meinem instagram stream sind damit bearbeitet, zwinker, zwinker.

  23. Die iphone-Vorteile die du aufzählst haben alle mit Bequemlichkeit zu tun. Wie jeder Fotograf weiß, entstehen wirklich gute Bilder sehr selten durch Bequemlichkeit.

    Und es ist ja auch nicht so, dass es zwischen iphone und DSLR nichts anderes gibt.

  24. für mich wäre noch die reduzierten Möglichkeiten zum Spiel mit der Tiefenschärfe eine Negativ-kriterium.
    Ansonsten sicherlich eine interessante Sache und ich bin gespannt auf die Ergebnisse.
    Aber mal ne andere Frage: Wenn du jetzt 1 Jahr lang deine Canon nicht brauchst, also ich würde sie gerne das Jahr über leihen. Ich würde sie auch sehr sehr gut behandeln, versprochen ;)!

  25. So wie man mit dem iPhone nicht die Bilder einer 5Dmk2 machen kann, kann man genauso wenig mit einer 5Dmk2 die Fotos machen, die man mit dem iPhone macht. Deshalb setze ich immer bei jeder Technik, die ich einsetze, immer die entsprechende “Brille” auf und fotografiere nur die Motive, die für die diese Technik geeignet ist (oder ich wähle die passende Technik für ein bestimmtes Motiv).

    Meinen letzten Urlaub habe ich übrigens ebenfalls größtenteils mit meinem iPhone und genau *einer* App dokumentiert: https://plus.google.com/photos/117564296221645581506/albums/5784063358142545121

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und vor allem viel Spaß mit der iPhoneografie! :)

  26. Das Projekt hoert sich spannend an. Ich freu mich schon auf jede Menge Aufnahmen :)

    Am meisten stimme ich den Punkten Mobilitaet und Publizieren zu. Fuer mich geht es haeufig nur darum das was ich gerade sehe mit anderen zu teilen. Jetzt und hier.

    Ich bin vor Kurzem von iPhone auf Samsung SIII umgestiegen. Hat jemand Empfehlungen fuer Samsung Android Apps? Im Moment nutze ich nur Instagram und die phone-eigene App…

  27. Auf jeden Fall interessant. Tendiere da auch hin, habe mich aber noch nicht wirklich drangewagt, viel mit dem iPhone zu fotografieren.

    Sind die Fotos aus dem Artikel bereits iPhonefotos? Wenn ja, ich suche schon geraume Zeit – eigentlich noch nicht soo lange ;) – nach einer App für eine gescheite, kontrastreiche SW Umwandlung.

  28. Ziemlich mutiger Schritt. Vor allem auf dem neuen MacBook Retina Display schmiert das iPhone doch ziemlich ab.

    Verlockend ist es trotzdem allemal, einmal mit so wenig Gewicht in den Strassen zu fotografieren.

  29. Ich besitze kein i-phone oder ähnliches. Ich habe ein altes Handy, das aber meist aus ist. Ich finde es unerträglich, jederzeit erreichbar zu sein. Trotzdem finde ich es sehr interessanat, was man mit dem i-phone alles machen kann. In Zeiten, in denen unter 16 Mio Pixel eigentlich nichts mehr geht, weil jede Haarspitze wichtig zu sein scheint – kommt es, jedenfalls dann, wenn das i-phone als Fotoapparat mehr als nur ein Spielzeug sein soll – fast einer Revolution gleich, sich mit weniger zu begnügen. Revolution? Finde ich gut!
    Gruß, Henry

  30. ich hätte da noch folgende Apps anzubieten:

    – ProCamera (finde ich persönlich besser als Camera+)

    – nofinder (ohne Vorschau im Display)

    – snapseed (wurde ja schon mehrfach erwähnt)

    – PhotoToaster

      • ProCamera ist auch meiner Meinung nach besser als Camera+ (habe beide), die Unterschiede sind aber nicht groß. Einige zusätzliche sinnvolle Einstellungsmöglichkeiten (z.B. die Möglichkeit, den Weißabgleich ‘festzuklemmen’) bei gleichzeitigem Verzicht auf Nachbearbeitungsfunktionen (das können andere ohnehin besser).

      • die allgemeine Bedienung ist schlichter kann aber doch mehr als die Kamera-App — habe gerade bemerkt dass Camera+ inzwischen die Schärfe und die Belichtung auch getrennt anwenden kann — und eine Dropboxanbindung ist auch noch vorhanden neben den üblichen Sharingdiensten und Effekten

        Geht mir einfach besser von der Hand, im wahrsten Sinne des Wortes :-)

  31. Abgesehen davon, daß mir kein Apple–Produkt aus rein politischen Gründen ins Haus kommt…
    Nein – ich will nicht. Ich finde es auch nicht „cool“ – was zum Teufel ist „Instagram“? Worum geht es eigentlich? Photographie? Handwerk? … meinetwegen auch „Kunst“?
    Nein, ich will nicht. Kein Smartphone, keine Terrapixelkamera.
    Was ich will, ist die Zeit, meine Bilder zu machen. Lebenszeit. Die Zeit muß man sich nehmen oder vom Objekt einfordern, bitten. Kein Assasin mit Schüssen aus einem miesen, kleinen Telephon. Nimm eine verdammte Kamera und im Zweifel mußt du eben weglaufen. Nimm eine mit einem Film darin und hab dann auch noch die Sorge, das du Mist bei der Entwicklung machst.
    Iphone? Das ist verdammter Mainstream. Ganz egal, was für eine Nummer das Teil hat.
    Entschuldigt bitte: Ich habe mir das jetzt den ganzen Tag hier angesehen und je länger ich die Kommentare lese, um so unwohler fühle ich mich.
    Nein, ich halte überhaupt nichts von dem Projekt: Ich misstraue dem Weg des geringsten Widerstands – vor allem, wenn er sich hinter einem Pro – Contra versteckt, das dem Kern des Problems konsequent ausweicht.

    • Das ist ein interessanter Einwand. Was aber wenn ich Die sage, dass ich zur Zeit (seit Wochen) tapfer immer zwei Kameras mit mir herumtrage: das iPhone (weil ich das ohnehin muss, ist mein Geschäftshandy) und eine zweiäugige 6×6?

      Ich verstehe Dein Bauchgrimmen. Ich hatte ähnliche Vorbehalte, bis ich ein iPhone gestellt bekam. Nun merkte ich schleichend, was es bedeutet, immer eine brauchbare Kamera in der Hosentasche zu haben. Immer! Das fängt bei den beruflichen Bildern an (Baustelle, Mängel, Gedankenstützen), geht bei den Familienfotos weiter und endet eben bei der Strassenfotografie und ihren Anverwandten.

      Das iPhone hat den Charakter einer einfachen KB-Kamera mit 35mm Objektiv. In der Bildwirkung wie ein stark abgeblendetes Objektiv jedoch gleichzeitig relativ lichtstark, die Bilder mit einer Struktur, die mich an das Korn eines 400er Films in meiner alten Revue 35CC erinnert. Gestaltungsmöglichkeiten im Schärfeverlauf gibt es erst in der Nachbearbeitung. Schon für Belichtung und Weißabgleich gibt es aber gut handhabbare Gestaltungsmöglichkeiten vor der Aufnahme. Eine ganz normale kleine Kamera in dieser Hinsicht. Der große Unterschied liegt in den Apps. Langzeitbelichtung gewünscht? Gibt es eine App dafür. HDR? App. Mehr Einstellungsmöglichkeiten oder weniger? App. Das macht viel mehr Spass, als ich gedacht hätte. Und es eröffnet Möglichkeiten, mit denen ich nicht gerechnet hätte.

      Dann die Nachbearbeitung. Klar, mit Lightroom oder jpg-Illuminator wird’s feinsinniger und besser (der Weg steht einem ja offen) aber mit den diversen (ja) Apps geht es schnell und (ja) macht Spass. Den Anspruch, das ‘absolute’ Foto zu machen kann man in technischer Hinsicht erden, über den gestalterischen oder inhaltlichen Wert entscheidet aber immer noch der Fotograf. Und gerade bei Streetfotos kommt’s ja darauf ganz besonders an. Da war rotziges Korn noch nie ein Problem, harte Kontraste eher auch nicht.

      Ein iPhone ist keine DSLR. Es ist ein iPhone. Wenn man sich auf das Medium iPhone-Foto einlässt und nicht versucht, da wieder ein DSLR-Foto damit aufzunehmen, dann bietet es ganz eigene Möglichkeiten. Man kann mit Tusche zeichnen. Mit Kohle geht’s aber auch.

      • Letztendlich ist es mir eigentlich egal, mit welcher Technik ein gutes Foto gemacht wird, von daher geht das Handy schon in Ordnung. Bisher habe ich jedoch regelmäßig Fotos aus dem iPhone gesehen, die aussahen, dass sie allein aus dem Grunde gemacht wurden (wie schriebst Du so schön), weil sie gemacht werden konnten. Jedes beliebige Motiv wird abgelichtet und irgendwie bearbeitet – und schwupp – ins Netz gestellt. Ein unendlicher Spaß, so scheint es. Auch von und durch durchaus professionellen Fotografen. Andererseits passt die Herangehensweise zum Facebook-Alltag, wo jeder erfährt, sobald andere auf ‘s Klo gehen. Einfach, weil man es kann. Ich habe meine Vorbehalte und Misstraue dem Weg ob der vielen Belanglosigkeiten, die mittlerweile veröffentlicht werden – der Post von Pantoufle ist mir von daher nicht zur Gänze unsympathisch.
        Ich bin jetzt einfach mal gespannt, wie Du die Aufgabe umsetzt

    • Ich finde die Idee mit einem Spiegel der rudimentäre Telefonfunktionen bietet Fotos machen zu wollen ziemlich exotisch. Ich werde mir in einem Jahr die Ergebnisse ansehen. Bis dahin freue ich mich darüber das da Vinci die Mona Lisa nicht auf einer Briefmarke gemalt hat und sich Goethe Zeit seines Lebens weigerte Faust eine facebooktaugliche Version nachzuschieben.

      Es gibt Dinge die lassen sich nicht vereinfachen ohne ihren Kern zu entstellen und man muß nicht jeden Mist zu einer neuen Kunstform hochstilisieren.

  32. die idee – wenn auch nicht neu ;) – find ich klasse. bin ja selber schon seit einiger zeit mit dem iphone unterwegs und immer wieder fasziniert, was man damit anstellen kann. meinen urlaub auf mallorca hab ich z.b. nur mit dem iphone geknipst (und mit einer analogen 1€-billig-point-and-shoot) und kann mich nicht beschweren. (wen’s interessiert, hier mein iphone-blog: http://martinawollfotografie.tumblr.com)

    die vor- und nachteile hast du ja gut beschrieben. klar gibt es viele leute, die nur schrottige bilder damit produzieren, aber schrottige bilder kannste auch mit ner canon 5dm2 machen ;) es kommt bekanntlich nicht auf die kamera an! man muss sich halt arrangieren mit dem, was die kamera bietet.

    an street hab ich mich aus unterschiedlichen gründen bislang noch nicht heran getraut. ich versuch das so unauffällig zu machen, dass es schon wieder brutalst auffällt, egal welche kamera ich in der hand habe ;) aber mit dem iphone konnte ich schon ein paar momente einfangen und ich habe vor, dieses thema weiter auszubauen und mich weiter darin zu probieren.

    bin jedenfalls auf deine bilder gespannt, wie eigentlich immer :) vielleicht kann man das projekt ja ausweiten und andere dran mitwirken lassen? gibt bestimmt einige, die da mitmachen würden (inkl mir ;) )

  33. Näh! Also, das ginge bei mir GAR nicht! *lach*

    Der einzige Vorteil, den ich beim ‘Fotografieren’ mit dem iPhone sähe, wäre das geringe Gewicht des Arbeitsgerätes. Doch jedes iPhone-Bild wäre für mich eine verschenkte Gelegenheit, weil ich diesen Gedanken permanent im Kopf hätte: Wie wäre DAS erst mit der Großen geworden…

    Nee, also, nein, nein und nein. Das wäre Hochverrat! :-)

    Ich stehe zu dem Gewicht, das ich mit mir herumschleppe und ich stehe auch zu der Schwierigkeit, unentdeckt zu bleiben. Und ich finde es nicht mal unspannend, ‘verdeckt arbeiten’ zu müssen, denn wenn DANN ein Bild gelingt, weiß ich, dass der Aufwand – und die Angst – sich gelohnt hat ;-)

    Aber gut, ich bin ein Frischling auf dem Gebiet der Streetfotografie, und eins meiner Lebensmottos ist, ‘Sag Niemals Nie’. Wobei das ‘Nie’ hier schon ziemlich sicher steht, denn ich bin auch nicht unbedingt ein Freund von Fernsprechgeräten, die fast alles können, außer Frühstück servieren ;-)

  34. Ich mache eigentlich schon seit über einem Jahr überwiegend nur noch iPhone 4S Fotos. Ok, ich habe auch nicht den hohen Anspruch eines Semi-Profifotografen.

    Aber es macht einfach mehr Spaß, geht schneller und mit Apps wie “645 Pro”
    http://spheric.de/profifotografie-mit-dem-iphone-und-645-pro geht das echt gut. Natürlich nutze ich auch mein geliebtes Hipstamatic, sowie Lo-Mob, SlowShutter und Camera + und Co.

    Das iPhone 4S hat seine Grenzen! Aber das macht meiner Meinung nach den Reiz aus, diese raus zu kitzeln.

  35. Tolle Diskussion über diesen Artikel. Finde ich wirklich gut, sie bringt viele Ideen und tolle Links mit richtig “geilen” Aufnahmen. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Fotografie mit dem IPhone (oder auch anderen Handykameras) zu einer eigenen Ausdrucks- und Kunstform entwickeln wird. Vielleicht wird hieraus mal ein Genre, das sich “Spontan-” oder “Adhoc-Fotografie” nennt? Und in der Tat steckt ja in der Spontanität (“man hat das Ding einfach immer dabei” ) jede Menge Ausdruckskraft.

  36. Da hier der ein oder andere über diesen “mutigen” Schritt geschrieben hat:

    Mutig wäre, wenn du deine Hochzeitsfotos mit dem iphone machen würdest :) Aber das hast du ja schon ausgeschlossen (weil das iphone eben nicht reicht) und so ist es dann doch inkonsequent und nicht besonders experimentell.

    Das iphone ist Mainstream. Jeder Honk hat eins, jeder fotografiert damit. Mutig ist es also nicht, sondern eher ein bewusster Rückschritt. Pro Bequemlichkeit, contra Qualität, wie deine Gründe deutlich zeigen. Kann man machen. Für den Herausgeber eines Foto-Magazins (das so oft das Loblied auf die analoge Fotografie und das bewusste, langsame Fotografieren gesungen hat) sicher ein interessantes Experiment, aber ich hoffe sehr, dass es keine Schule macht :)

    Auf deine Frage wer definiert, was im Sinne der Fotografie ist:

    Wir alle definieren, was Fotografie sein soll/kann. Und gerade auch du als Herausgeber einer vielgelesenen (denke ich mal) Seite über Fotografie. In dem von dir gelobten Artikel werden alle Fotos über einen Kamm geschoren, denn es wird sinngemäß gesagt “Alle Fotos sind gut, wenn der Fotograf das behauptet.” Das ist natürlich totaler Nonsens, aber mit so einer populistischen Aussage hat man das Volk natürlich auf seiner Seite ;)

  37. Ähnliches dachte ich mir auch, als ich letztes Jahr in Thailand gewohnt habe und mir bei der Hitze und in der Monsunzeit das Herumtragen meiner fast 5kg Fotoausrüstung einfach zu viel wurde.
    Alllerdings ergeben sich aus der Handyfotografie doch sehr viele Nachteile (die du ja schon zu genüge beschrieben hattest). Inzwischen nutze ich meine Handykamera alllerdings um Ideen die mir irgendwo unterwegs kommen oder Szenen die im Moment passieren schnell festzuhalten, ich kann sozusagen eine fotografische Skizze erstellen (mein Handy fungiert als fotografisches Skizzenbuch) und ich kann die Ideen später mit besserer Qualität umsetzen.

    Allerdings bin ich sehr auf deine Ergebnisse gespannt. :)
    Das Bild mit der Rolltreppe finde ich schon sehr gut.

    Viele Grüße, Veronika

  38. Hallo Martin,

    verfolge mit Interesse Deinen Artikel, bzw. Dein Projekt. Seit 2 Wochen bin ich auch infiziert vom iPhone und die DSLR liegt rum. wobei das kein Dauerzustand sondern eine Erweiterung sein/werden soll. aber alles Neue ist halt erst mal interessanter…
    bin bei instagram schon ein paar mal über Dein Profil gestolpert und kann Dich jetzt auch zuordnen. hatte vorher hier nur sporadisch mitgelesen bis dieser Artikel mich ansprang. ;-)

    Ich stehe auf Hipstamatic aber ich glaube, die App muss ich wohl nicht empfehlen, die ist bekannt wie´n bunter Hund. ;-)
    nicht ärgern über das kleine Guckloch, das kann man mit 2 Fingern auch groß ziehen und mit sanften Fingerauflegen auch gezielt scharf stellen.

    Gruß, Nicole

  39. 2 Sachen die mir auffallen:
    1. Während bei guter Ausrüstung und “klassischer” Fotographie der Ansatz verfolgt wird, die Ausrüstung ist egal (quasie im ersten Absatz eines jeden Beitrags postuliert), scheint es eine Gegenbewegung zu geben, die sich bewusst dem “umgekehrten Ausrüstungsfetisch” hingibt (z.B. abgelaufene Filme, uralt Kameras mit Plastiklinsen, entwickeln mit Urin, etc. pp.).
    2. Aus irgendeinem Grund scheinen ausschließlich Menschen mit i-Telefonen auf diese Idee zu kommen?!?

    P.S.: Ohne eine Wertung deiner Street-Fotos abzugeben muss man noch dazu sagen, dass deine Art der Fotografie und Bearbeitung dem Handyfotografieren vermutlich entgegen kommt (starke SW-Kontraste, bewusstes Rauschen, bewusstes Ausfransen der Lichter).

    P.P.S.: Wer ein ganz ähnliches Experiment verfolgen möchte, kann mal auf http://www.digitalrev.com nach “Pro Photographer, Cheap Camera” im Videokanal oder bei YouTube suchen. Hier versuchen professionelle Fotografen ihren “normalen” Stil mit Spielzeugkameras nachzuarbeiten. Hier kann man zumindest nachverfolgen, wie ein ähnliches Experiment in anderen Bereich als der Streetfotografie funktioniert.

  40. Same here…allerdings ist mir das eher unbewusst passiert, dass ich die Kamera gegen das Telefon tauschte. Letztes Jahr ist mir das noch aufgefallen und ich war der Meinung , dass ich das iPhone im richtigen Moment gegen die DSLR tauschen sollte. Mittlerweilen muss ich mir eine neue Meinung suchen.

    Viel Erfolg!

  41. Freue mich schon auf die Fotos und die Erfahrungen … da ich auch schon lange es im Hinterkopf habe, zumal ich denke das in Richtung Streetfotografie es sowie so der Trend sein wird. Kundenfotografie darf die Spiegel natürlich immer noch mit dabei sein :-)

  42. Nokia PureView
    Für die Leute, die nicht dem “best OS” Kult oder “ich will aber 500.000 apps zur Verfügung haben”-Zwang unterliegen, wären die PureView Smartphones von Nokia interessant. Z.B. das Lumia 920. Da liegt der Augenmerk noch stärker auf der Kamera.
    Ich unterliege dem oben genannten Zwang, also warte ich noch auf was ähnliches im Android Bereich ;)

  43. Schön wäre es, Sie hätten nicht nur originelle Ansichten zum Fotorecht, sondern auch den Mut, sich einer Diskussion unter dem Text zu stellen.

    Ich kann dazu nur sagen: Ich bin froh, dass in Deutschland das Recht am eigenen Bild einen hohen Stellenwert genießt. Ich möchte nicht in einer Stadt leben, wo an jeder Ecke Möchtegern-Künstler mit ihren Handycams herumlungern und darauf warten, dass vielleicht irgendwer in der Nase bohrt.

    Ich schätze durchaus gute Straßenfotografie. Dazu gehört aber auch der Mut, sich den Menschen auf der Straße erkennen zu geben – mit der Kamera.

    Im übrigen reicht es nicht, dass Sie Fotos entfernen wollen, auf denen sich jemand wiedererkennt. Mir persönlich behagt schon der Gedanke nicht, dass da Menschen unterwegs sind, die Fotos von mir auf ihrem Rechner haben könnten. Uns so wird es vielen gehen. Ich hoffe daher sehr, dass Sie alsbald ein paar schöne Abmahnungen im Briefkasten finden. Vermutlich wird das aber nicht passieren: Wie Sie so schön ausführen, werden Sie ja kaum auffallen.

    Gruß, Marco

    • Ja, das mit dem einfach-veröffentlichen ist natürlich ein Risiko. Prinzipiell würde ich nichts dagegen haben – aber wehe dem, der ein Bild von mir veröffentlicht, in dem ich entweder ungünstig getroffen bin oder mich an Stellen zeigt, bei denen niemand wissen sollte, dass ich dort war (früher hätte ich einfach “Schule schwänzen” als Beispiel dazu geschrieben *g*) …

  44. Man kann beim iPhone keine ISO-Empfindlichkeiten einstellen? Das wird ja immer abenteuerlicher, was man über das Ding hört ;)

    Wegen dem Klickgeräusch: Das ist mir relativ egal, wenn ich Hochzeiten etc. fotografiere – denn mit dem Klick ist es zu spät. Da hab ich das Bild bereits im Kasten ;) Ansonsten gibt’s ja auch noch Musik, eine nicht zu unterschätzende allgemeine Geräuschkulisse etc. Da fallen die Leute mit Blitz dann doch eher auf (auch, wenn der nur ein paar cm reicht).

  45. Hallo,
    ich hatte vor einiger Zeit einen Artikel in der Zeitschrift FineArt Printer 02/2011 einen Artikel zum Thema iPhone Fotographie gelesen. Dort wurde die App “Hipstamatic” vorgestellt. Ich habe mir daraufhin die App mit diversen Effekten (Objektive, Filmsimulationen etc. ) auf’s iPhone geladen und war begeistert über die verschiedenen Möglichkeiten. In diesem Urlaub habe ich mehr Fotos mit dem Telefon gemacht als mit der Kamera. Inzwischen ist die ganze Sache etwas eingeschlafen, aber nach den beiden Artikeln hier zum Thema Streetphotographie mit dem iPhone ist mein Interesse wieder erwacht und ich werde mal wieder damit losziehen. Kann die App auf jedenfall empfehlen.
    Grüße
    Henryk

  46. Blogartikel dazu: iPhoneography? | visuelleGedanken

  47. Blogartikel dazu: Fotografen im Fokus: Gastautor Boris Baldinger schreibt, wer ihn inspiriert » fokussiert.com

  48. hab mich gerade auch dazu entschlossen, ein jahr lang mit ihpone zu “fotografieren”. allerdings nicht so konsequent wie du, einfach jeden tag ein bild ( http://365.ausnahmezustand.ch ).

    über die “bearbeitung” oder nutzung von tools lässt sich wie über das generelle projekt natürlich streiten, ich möchte aber technisch möglichst die selben voraussetzungen haben und das bild als solches zum wirken bringen, technik hin oder her…

    mal schaun, das jahr ist noch lang :-)

    viel erfolg

    aloha

  49. Blogartikel dazu: apple iPhone 5, Test |