10. August 2020 Lesezeit: ~3 Minuten

52 Wochen – Thema 32: Heimat

Heimat – ein Wort, das verschiedene Gefühle auslösen kann. Es drückt im weitesten Sinne die Verbundenheit eines Menschen mit einem Ort aus. Sei es, weil er dort geboren wurde, viel Zeit dort verbracht hat oder sich dort aus irgendeinem Grund geborgen fühlt.

Heimat kann mit einem absoluten Glücksort verbunden sein, aber auch sehr schmerzhaft. Dann, wenn man die eigene Heimat verlassen hat oder weil der Ort mit der Zeit nicht mehr derselbe ist.

Diese Wochenherausforderung ist sehr persönlich, wie Ihr sicher merkt. Überlegt, was für Euch Heimat ist. Vielleicht ist es der Ort, an dem Ihr lebt. Wenn es ein weit entfernter oder vergangener Ort ist, dann erinnern Euch vielleicht Gegenstände, ein Gericht oder eine Person an Eure Heimat? Ich bin sehr gespannt, wie Ihr dieses schwierige Thema umsetzt.

Menschen in der Kirche

© Andy Kämpf

Inspiration

Hauke Bietz war ebenfalls neugierig, wie Menschen Heimat definieren und hat verschiedene Personen an dem Ort, den sie als Heimat ansehen, fotografiert. Amelie Kahn-Ackermann hat sich dem Thema persönlicher genähert. Ihre Verwandten leben in einer aussterbenden Provinz in Nordwestchina. Dort hat sie das Leben und ihre Familie portraitiert.

Glaube als Heimat: Andy Kämpf hat zufällig eines Nachts auf dem Weg nach Hause eine Kirche entdeckt und fotografisch festgehalten, wie wichtig der Glaube für junge Menschen aus Eritrea in Deutschland ist. Verlorene Heimat hat auch Thomas Becker festgehalten. Die Stadt Immerath wurde für den Braunkohleabbau aufgegeben und die Menschen in eine neue Stadt Immerath umgesiedelt. Der Fotograf stellt Bilder beider Städte in seinem Projekt nebeneinander.

Auto vor einem Haus

© Chris Hieronimus

Für Alexis Mire sind Heimat verschiedene Orte: Die Wohnung ihres Freundes, der Rande des Ozeans oder der Wald. Mit inszenierten Selbstportraits hat sie sich an diesen Orten fotografiert. Auch Fábio Miguel Roque hat sich dem Thema auf Gefühlsebene genähert. Sein persönliches Projekt „Hometown“ spiegelt seinen Gefühlszustand wider, seine Enttäuschungen, aber auch seine Ziele.

Chris Hieronimus hat dörfliche Augenblicke fotografiert und sein Projekt als „langweilige Heimat“ betitelt. Wie besonders solche langweiligen, weil alltäglichen Aufnahmen in einigen Jahren sein können, zeigt das Buch des Dorfwirts Alfons Rohrer.

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, sich dem Thema anzunähern. Geht in Euch und überlegt ganz in Ruhe, was Heimat für Euch ist, wie nahbar sie ist und wie Ihr das Gefühl fotografisch festhalten könnt.

Drei Männer in einer Bar

© Alfons Rohrer

Ablauf

Ihr habt eine Woche Zeit, ein Foto zum Thema zu erstellen. Ihr könnt diese kleine Hausaufgabe ganz für Euch selbst machen, sie aber auch sehr gern mit uns teilen. Verlinkt Euer Bild in den Kommentaren, nutzt den Hashtag #kwerfeldein52 oder schickt uns Euer Foto ganz einfach bis zum Dienstag, den 18. August 2020 per E-Mail. Wir zeigen jeden Samstag eine Auswahl der Einreichungen.

Auch wenn das Projekt „52 Wochen“ heißt, könnt Ihr jederzeit mit einsteigen, nur jede zweite Woche mitmachen oder wann es Euch zeitlich oder thematisch am besten passt. Aber bitte reicht keine Archivbilder ein, auch wenn sie perfekt zum Thema passen. Das Projekt soll eine Herausforderung sein, Neues zu kreieren!

Das Titelbild stammt von Fabio Miguel Roque.

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10 Kommentare

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  1. Mein Elternhaus, direkt neben der Kirche. Der Kirchturm war dadurch allgegenwärtig. Er diente zur Orientierung, als Zeitmesser und die Ecken und Flächen oft als Spielplatz.
    Als ich das Thema laß, war schnell klar wie das Foto aussieht.
    Danke Katja für das Thema, dadurch war für mich diese Woche ein Wiedersehen mit Kindheit und Jugend. Vieles hat sich verändert, der Kirchturm nicht.
    https://www.instagram.com/p/CD9KV_QooPo/

  2. Ja, schwierig, schwierig, im Bild.
    Leichter in Worten, von Hesse:

    „Wie der Tag zwischen Morgen und Abend, so vergeht zwischen Reisetrieb und Heimatwunsch mein Leben. Vielleicht werde ich einmal so weit sein, daß Reise und Ferne mir in der Seele gehören, daß ich ihre Bilder in mir habe, ohne sie mehr verwirklichen zu müssen. Vielleicht auch komme ich noch einmal dahin, daß ich Heimat in mir habe, und dann gibt es kein Liebäugeln mit Gärten und roten Häuschen mehr. – Heimat in sich haben! Wie wäre da das Leben anders! Es hätte eine Mitte, und von der Mitte aus schwängen alle Kräfte.“

    https://www.instagram.com/p/CD9imDnKkOh/
    http://www.sternchenbilder.de/52/32_Heimat_Undefiniert.jpg