29. Juni 2017

Jahrhundertmenschen

Die Lebenserwartung der Menschen in den Industrieländern steigt immer weiter. Noch nie lebten so viele Hundertjährige wie heute. Gleichzeitig sieht man besonders im Internet kaum Portraits von Menschen über 40, geschweige denn Menschen, die ein ganzes Jahrhundert erlebt haben. Dabei sind doch gerade diese Gesichter so spannend, denn sie erzählen etwas.

Katja Snozzi hat deshalb für ihr Projekt „Jahrhundertmenschen“ 100-Jährige in der Schweiz besucht und portraitiert. Die Schwarzweißaufnahmen zeigen verschiedene Gefühle von Trauer über Freude, von Gelassenheit über Verbitterung. Vor allem zeigen sie aber die Schönheit des Alters.

Katja besuchte die Menschen bei ihnen zu Hause. Im Gepäck die Kamera, ein Stativ und ein schwarzer Hintergrund. Am Ende eines jeden Shootings nahm die Fotografin mehr mit, als nur ein einfaches Portrait:

Viele begannen, spontan aus ihrem bewegten Leben zu erzählen, von Freude und Leid, von großen Herausforderungen und Schicksalen. Man lachte, es gab Tränen – es waren bewegende Momente, die weit über das hinaus gingen, was man als Fotografin für seine Aufgabe hält.

Ein seitliches Frauenportrait

Eine lächelnde Frau

Männerportrait

Eine Frau mit Brille

Frauenportrait

Männerportrait

Frauenportrait

Frauenportrait

Eine Frau hält ihre Hand vor den Mund

Eine Frau betet

Ein Mann mit Fliege

Eine Frau gestikuliert mit den Händen

Passend zum Titel hat Katja 100 Portraits erstellt. Diese sind mit Texten der Autor*innen Iso Camartin, Alex Capus, Alberto Nessi und Amélie Plume in einem Bildband beim Verlag Scheidegger & Spiess erschienen.

Informationen zum Buch

Jahrhundertmenschen: Hundert 100-jährige und ältere Schweizer und Schweizerinnen von Katja Snozzi
Sprache: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch
Einband: Gebunden
Seiten: 152
Maße: 23 x 30 cm
Verlag: Scheidegger & Spiess
Preis: 68 €

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14 Kommentare

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  1. Sehr schöne Bilder!
    Ja, leider ist es so das sich bei einigen Menschen irgendwann im Leben, vielleicht sehr früh durch genetische Disposition, durch negative Erfahrung eine Verbitterung festsetzt und man diese bis zum Ende mitschleppt. Dann ist dieses Alter eine Qual. Andere kommen fröhlich und heiter durch obwohl sich bei jedem über 100 einiges angesammelt haben dürfte. Immer wieder interessant solche Menschen zu fragen “was würdet ihr anders machen wenn es nochmal zum Start zurück ginge”.

    • “was würdet ihr anders machen wenn es nochmal zum Start zurück ginge”.
      Gerade die verbitterten/depressiven Menschen sagen: früher sterben! (höre ich leider oft)

  2. Gesichter, die Bände sprechen; kontemplativ, trotzig, verschmitzt, frech. Beeindruckend schon das Alter! Eigentlich brauchen diese Gesichter nichts weiteres, und doch empfinde ich das Schwarz als Hintergrund als zu viel! Ich hätte gern etwas von der natürlichen Umgebung, in der diese Menschen leben, gesehen; also etwas mehr Abstand.

  3. Interessante Gesichter und sehr schöne Motive. Die Tonwerte, wie auch der schwarze Hintergrund, welcher scheinbar nahtlos in die Kleidung übergeht, mag ich weniger. Auch die Lichtsetzung würde ich nicht als optimal ansehen.

      • Der Gedanke “Totenbilder” war auch mein erster.
        Nach dem zweiten Hinschauen ist mir aber bewusst geworden, dass dieses überwiegende Schwarz genau das hervorhebt, worum es geht.
        Der Ausdruck der Gesichter wird für mich dadurch hervorgehoben.
        Innerhalb eines Tages habe ich die Bilder mehrfach angeschaut und jedes weitere Mal wurden sie interessanter und auch persönlich berührender.

        Gruß

        Wolfgang

  4. Die Portraitbilder sind das eine. Das andere wären die Erzählungen und Geschichten dieser Menschen (man stelle sich vor: die haben die Goldenen Zwanziger, die Weltwirtschaftskrise der Dreissiger, Weltkrieg, Materialismus, Nato-Doppelbeschluss etc. etc. erlebt – für Instagram haben sie wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln übrig :-) ). Danke fürs Zeigen.

  5. Wahnsinnig gute Aufnahmen.
    Auf mich jedenfalls wirken deine Fotos sehr.
    Mich würden Einzelheiten zu den Location bzw. zum Licht interessieren.
    Hast du Studiolicht oder ein Fenster benutzt?
    Auf alle Fälle Fotos mit vie Gefühl und Respekt.
    André