Eine Kamera-Erweiterung auf dem Blitzschuh auf einer Kamera
16. Juni 2017 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Fotografische Crowdfunding-Projekte #4, 2017

In der Crowdfundingszene ist momentan ein starker Trend zu erkennen: Die Superlative der „weltweit kleinsten 360°-Kameras“ und „weltweit kleinsten 4K-Kameras“ werden dermaßen oft genannt, dass das Durchscrollen durch die Übersicht der Projekte einem unweigerlich ein Schmunzeln ins Gesicht treibt. Dennoch ließen sich auch dieses Mal wieder interessante Projekte finden, die einen Blick wert sind und wunderbar die Bandbreite der verschiedenen Kampagnen aus der Kategorie Fotografie zeigen.

 

Eine Kamera-Erweiterung auf dem Blitzschuh auf einer Kamera

Fernauslöser Spark

Spark ist ein Fernauslöser für Kameras. Das klingt jetzt erst einmal unspektakulär, wird aber interessant, sobald man sich die Details ansieht. Spark funktioniert nicht nur als Infrarotauslöser, sondern kann auch als Kabelauslöser genutzt und per App gesteuert werden. Der Auslöser bietet mehr als 2.000 Stunden Batterielaufzeit und die Möglichkeit, mehrere Kameras miteinander zu synchronisieren (wofür natürlich mehrere Sparks notwendig sind).

Außerdem soll der Auslöser mit Hunderten Kameras aus praktisch allen Sparten funktionieren. Spark wurde bereits finanziert und befindet sich momentan auf Indiegogo in der Sektion „In Demand“, in der man den Auslöser für umgerechnet ca. 45 € vorbestellen kann.

 

mehrere Magazine, auf denen eine Filmkamera liegt.

PhotoKlassik Magazine – International Edition

Das vierteljährlich erscheinende Magazin PhotoKlassik, das bereits einer unserer kwerboxen beilag, beschäftigt sich ausschließlich mit der Filmfotografie und versucht dadurch, diese Tradition zu bewahren. Die Artikel mit Tipps und Erfahrungen werden von Fotografen selbst geschrieben.

Im deutschsprachigen Raum hat das Magazin durch dieses Konzept ein Alleinstellungsmerkmal und möchte den Erfolg nun auf die internationale Ebene heben. Dafür soll das Magazin zukünftig auch in englischer Sprache erscheinen und so einem wesentlich breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Wenn Ihr das Projekt von PhotoKlassik unterstützen wollt, habt Ihr dafür noch bis zum 6. Juli Zeit. Ihr könnt Euch für 25 € die Sammleredition der ersten internationalen Ausgabe sichern oder für 45 € sogar ein komplettes Jahresabo.

 

Eine Kamera wird über ein extra Gerät per Smartphone gesteuert.

Arsenal, der intelligente Kameraassistent

Arsenal ist ein intelligenter Assistent, der Euch beim Fotografieren helfen soll, indem er Euch die bestmöglichen Einstellungen für Euer Bild vorgibt. Dabei ist Arsenal mehr als nur ein Belichtungsmesser: Das Gerät analysiert die Szene vor Euer Kamera, durchsucht eine Bilddatenbank nach ähnlichen Motiven und versucht, anhand dieser Motive die passenden Kameraeinstellungen vorzugeben.

Zudem beurteilt Arsenal, ob es sinnvoll ist, zum Beispiel eine extra kurze Belichtungszeit zu wählen, weil es bewegte Objekte im Bild gibt oder ob eine geschlossene Blende gewählt werden sollte, um möglichst viel Schärfentiefe zu erhalten. Diese und ein paar weitere Funktionen scheinen sich aber vor allem an Anfänger zu richten und eher austauschbare Ergebnisse zu liefern.

Wenn das Konzept dennoch gefällt, habt Ihr bis zum 21. Juni Zeit, Euch für 134 € einen Arsenal zu sichern. Die Kickstarter-Kampagne scheint auf jeden Fall viel Anklang zu finden und ist ganz weit über Ihr Finanzierungsziel hinausgeschossen.

 

Datenblatt mit Informationen über ein Objektiv

Lydith 30 mm f/3.5

Die Firma Meyer Optik USA scheint Kickstarter zu lieben. Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären, dass in den letzten Monaten und Jahren fünf verschiedene Kampagnen erfolgreich finanziert wurden, die alte, bereits eingestellte Objektive wieder aufleben lassen.

Durch die erfolgreichen Kampagnen konnte eine neue Objektivmanufaktur in Deutschland aufgebaut werden, die sich auf die Produktion der Optiken in Handarbeit spezialisiert hat. In der aktuellen Kampagne geht es um das Wiederbeleben des Lydith 30 mm f/3.5, das vor allem für die Reportagefotografie gedacht ist und von Meyer Optik als „magischer Geschichtenerzähler“ betitelt wird.

Mehr Informationen und vor allem Beispielbilder findet Ihr in der entsprechenden Kickstarter-Kampagne, die noch bis zum 4. Juli läuft. Das Finanzierungsziel ist bereits um das Vierfache überschritten und ein Lydith 30 mm f/3.5 könnt Ihr Euch ab ca. 625 € sichern.

 

Eine Drohne in der ein Smartphone angebracht ist.

Phone Drone Ethos

Drohnen werden zur Zeit mit rasender Geschwindigkeit fortschrittlicher und gleichzeitig erschwinglicher. Die Indiegogo-Kampagne zu „Ethos“ setzt dabei auf Euer Smartphone als Kamera. Die Drohne bietet Platz für das Telefon, das gleichzeitig auch die Steuerung des Fluggerätes übernimmt.

Das Smartphone kann dann entweder vorab programmiert werden oder per Tablett oder Smartwatch gesteuert werden. Die Drohne kann für umgerechnet etwa 240 € bei Indiegogo bestellt werden. Die Kampagne wurde bereits erfolgreich finanziert und befindet sich ebenfalls im Modus „In Demand“.

Seid Ihr in letzter Zeit über weitere interessante Crowdfunding-Projekte gestolpert? Erzählt uns gern in den Kommentaren davon.

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4 Kommentare

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  1. Arsenal, der intelligente Kameraassistent
    Und wo bleibt die Kreativität. Ich halte nichts von solchen “intelligenten” Hilfsmittel.
    Da wird man dazu erzogen das Gehirn abzuschalten.
    Wo bleibt da die bewustte Fotografie …. auf der Streke.

    Gruß Stefan

  2. Manches sicher ganz nett.
    Beim “Intelligenten Kameraassistente” befürchte ich, dass die Kameras langsam “intelligenter” werden, als der Fotograf. Vor allem frage ich mich, was das mit den Bilddatenbanken soll. Da kann ich auch gleich bei flick… oder anderen ein Bild raussuchen,und es dann als mein eigenes verkaufen.
    Kein Mut mehr, selber etwas auszuprobieren?!

  3. Zu Arsenal:
    Das Motiv und den Bildausschnitt muss ich aber noch selbst wählen? Oder hat Arsenal auch eine eingebaute Motivklingel, wenn ich an einer fotografierenswerten Szene vorbeispaziere?

    Denn die beste Belichtung bringt nichts, wenn das fotografierte Motiv stinklangweilig ist.

    Mal ehrlich: Entweder ich beschäftige mich ernsthaft mit Fotografie und weiß, welche Kombination von Blende, Belichtungszeit, ISO, etc. für das Motiv am zuträglichsten ist (und ein bisschen Ausprobieren gehört manchmal auch dazu) oder ich kaufe mir gleich eine Einsteigerkamera mit Motivprogrammen (Landschaft, Porträt, Sport und noch gut 10-20 mehr), welche mir das Denken abnehmen.

    Und warum werden z.B. Wasserfälle immer mit langer Belichtungszeit “weichgezeichnet” und nicht mit kurzer Verschlusszeit aufgenommen, so dass man die einzelnen Tropfen spritzen sieht?

    O.k., für Spielereien wie Timelapses mag Arsenal nützlich sein, da man dazu wahrscheinlich sowieso irgendwelche Hilfsmittel/-programme braucht. Aber sonst…

    Einen Vorteil hat Arsenal auf jeden Fall für mich: Es funktioniert nur mit iOS und Android, ich habe jedoch Windows Phone. Brauche also keine weiteren Gedanken daran verschwenden…

    • “Und warum werden z.B. Wasserfälle immer mit langer Belichtungszeit “weichgezeichnet” und nicht mit kurzer Verschlusszeit aufgenommen, so dass man die einzelnen Tropfen spritzen sieht?”
      DANKE!!! You made my day!
      Endlich mal jemand, dem dieses “weichgespülte Wasser-Zeugs” auch nicht gefällt. :-)