Spiegelung eines Baumes im Wasser, rechts Holzbalken.
12. Mai 2016 Lesezeit: ~ 5 Minuten

Einvogelflogvorbei,

Die Karten wurden neu gemischt. Kristallklar in ihrem tadellosen Schweigen hat die Welt beschlossen, ihre Zusammenhänge zu offenbaren. Ton, Wald und Bild kamen überall um uns herum zusammen und starrten auf unsere innere Taubheit und unsere Vergnügen.

Wohl verheddert und geometrisch dargestellt, wissen die Streifen auf unserem Mantel, wie sie Dich wärmen. Das Geheimnis ist grau und braun. Wie gut das zusammenpasst! Erinnerst Du Dich daran, dass ich dort unten eine mir bekannt vorkommende Gestalt traf; sie sah gerade so aus wie ich und lächelte stumpfen Glückes zurück. Eine seltene Sache; ein wunderbares Timing.

Wolken über den Himmel verteilt.

Blick an einem hohen Gebäude hinauf zu einem rosa Himmel, Oberleitungen kreuzen den Blick.

Wie auch immer, die Welt ist aus dem Guten und dem Dunklen gemacht, schön neu eingerichtet für unsere Blicke und geistige Prinzipien. Einige Architekten arbeiten an einem interessanten Projekt, sie möchten all unsere Sachen in einer Spirale anordnen und ich hörte auch davon, dass das Wetter endlich zu 100 % vorhersagbar sein wird, aber sie wissen noch nicht, wie sie die App nennen sollen. Sie wollen, dass es wirklich tiefgründig ist, also der Name, meine ich.

Zwei Kronleuchter an einer stuckverzierten Decke.

Ein großes, verlassenes Haus.

Ein dunkler Zug in einem Bahnhof, dahinter ragt ein Turm mit Ihren auf.

Halte dieses Taxi an!!! Es ist frei, keine Fahrgäste abzuliefern. Wo soll’s hingehen? Ich glaube, dass der Bahnhof ein netter Ort ist, den man ab und zu mal besuchen sollte. Möchten Sie einen ganz bestimmten sehen? Tatsächlich habe ich von einem alten türkischen Schloss im Außenbereich einer langsamen Landstadt gehört, irgendwo im Süden, wo es sich günstig und angenehm faul leben lässt.

Es gibt kaum Verkehr dort und die Leute sitzen einfach auf dem Gehweg, wenn sie mal eine Pause brauchen. (Ich möchte eine Zigarette rollen.) Oh und es gibt dort auch einen Fluss. Großartig! Aber wir sollten auch unsere Regenschirme einpacken. Vergiss nicht, diese Adressen aufzuschreiben, ich möchte meinen Eltern ein paar nette Postkarten schicken. Sie werden sich so freuen.

Ein Mann mit Schirm, unscharf in der Bewegung, geht vor einem bunten Holzzaun entlang.

Eine Straßenszene auf dem Land mit einem Traktor, einer Person in einem von einem Pferd gezogenen Karren und zwei Fußgängern.

Vegetation hat die faszinierende Angewohnheit, einfach überall um uns herum aufzutauchen, ich frage mich immer, wo ich sie als nächstes finden werde und irgendwie verblüfft es mich immer, wo ich sie dann finde. Einige Bäume sind so verstädtert… es scheint, als würden sie die Stadt genießen, sie haben diesen Stil übernommen, schätze ich mal.

Wir sollten sie auch besuchen, im Wald, dem echten, meine ich, nur für ein paar Tage, das wäre nett, nicht? Sie müssen dort wirklich stark und voller Vitalität sein, ich wette, dass sie nicht dieselben Ansichten über die Existenz teilen wie diejenigen aus diesem Hain. (Zu Deiner Rechten.)

Eine Ansammlung von Bäumen auf einem Feld.

© Florin PrunÄ

Die Zeitung schreibt, dass die Lokalbehörde plant, in diesem Jahr noch mehr Bäume zu pflanzen, ein paar Parks einzurichten, exotische Arten in den botanischen Garten zu bringen und Konzerte am Sonntagmorgen zu organisieren.

Sieht aus, als stünden unsere Pläne damit fest; wir gehen nirgendwohin… Und warum sollten wir auch? Lass uns einfach noch eine weitere Tasse Kaffee bestellen. Fein, aber zum Mitnehmen, ich könnte wirklich einen Spaziergang gebrauchen.

Eine Hauswand, vor der eine weiße Leinwand aufgebaut ist.

Eine Katze sitzt auf einem gepflasterten Platz vor einer hohen, bewachsenen Wand.

Mein Gott!!! Da ist etwas im Wasser, es sieht wie eine Fliege aus. Wahrscheinlich war sie durstig. Keine Sorge, ich kaufe Dir eine neue Flasche Wasser, wir wollen ja alles nett steril halten. Was ist überhaupt mit all diesen Außenseitern los? Warum kann nicht einfach alles an seinem angestammten Platz sein? Du weißt?

Einfach da sein und seine Position stabil halten. Ich meine, ich möchte einfach keine Fliegen in meinem Wasser; ich kann den Gedanken an ein Eindringen nicht ertragen, jetzt ist die ganze Flasche verschwendet. Das ist wahr, aber keine Sorge, eine Pflanze wird es nicht stören, lass uns eine durstige finden.

Eine Frau mit Rucksack, an dem Zeltstangen und eine Iso-Matte befestigt sind.Ein verwachsener Baum, davor ein Straßenschild an einem Zaun.

Auto mit Campinganhänger in einem Wald.

Einige Leute können dauerhaft von Computern verstrahlt werden; Studien haben gezeigt, dass bis zu zehn Prozent derer, die kontaminiert wurden, selbst strahlen. Aber was wirklich verblüffend ist, ist dass sie sagen, dass Kühlschränke den gleichen Effekt auf fast 40 Prozent aller Benutzer haben. Stell Dir das mal vor…

Nicht weit von Deinem Nachbar liegt eine Plastikdose und vielleicht der New Yorker. Zeitungen haben den Anstand, aus Papier zu bestehen sowie aus Fotografien. Wo hast Du heute gegessen? Was hast Du heute gemacht? Es gibt gerade genug Raum, um Dich anzustrengen und Deine Realität zu besetzen. Und das ist eine gut gemachte Aufnahme.

Dieser Artikel wurde für Euch von Aileen Wessely aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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10 Kommentare

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  1. Ich habe diesen Artikel mit Vergnügen gelesen. Bin eingetaucht in eine wirre, poetische, irre, traurige, melancholische und doch sehr realistische Welt… schön geschrieben. Text und Bilder sind in dieser Arbeit untrennbar. Für mich stellt diese Arbeit einen Spiegel unserer heutigen Gesellschaft dar. Sowohl die Bilderauswahl, als auch der Text mit seinem vielschichtigen Inhalt.
    Danke für die Inspiration.

  2. Naja…Dada beging gerade den 100sten. Der Text erinnert vielleicht etwas an die Befreiungsversuche des Dada – also durchaus ok. Die Fotos sind ziemlich beliebig. Mein Ding ist beides nicht wirklich.

  3. Mir fällt zur angebrachten Kritik ein Zitat vom alten Johann ein, als er schon im Sterben lag: “Unter 1000 Vögelein sind zwei Krähen die Lautesten.”

    (Solange sich Leser und Leserinnen über eure Inhalte empören, macht ihr was richtig).

  4. hallo……..
    ……kwerfeldein wird für mich mehr und mehr zu einem labor für fragmentarische photographie.
    das bedeutet kein werturteil.
    ich finde diese neuausrichtung im bildstil durchaus sehenswert. ich mag körnigkeit und blur in schwarzweißen bildern, ich mag narrative, die erst durch verweilendes schauen erschlossen werden können.
    ich sehe viel bemühen seitens der redaktion, ein modernes kwerfeldein zu machen und als professioneller mediengestalter verkenne ich die schwierigkeiten nicht.
    daher: bitte weiter so. für mich persönlich ist die tendenz zu photographischer avantgarde ein lohnendes experiment.
    servus,
    werner aus der hochsteiermark

    • Ich mag die göttliche Absurdität dieser Texte. Sie sind so konsequent oberflächig, so gut, dass sie sich eigentlich vom beliebigen Fotoportfolio bedienen könnten. Es müssen nicht zwingend diese Bilder sein.
      Ein Lob an die Redaktion von Querfeldein, dass sie den Mut hatte, diesen Beitrag zu veröffentlichen. Der Existenzialist in mir feiert die Herrlichkeit des Absurden, Sven Regener und selbst Herr Lehmann feiern mit. Wie schön!