19. April 2016

Verwischte Menschenzüge

Im Grunde kann ich mich gar nicht mehr genau daran erinnern, wann die Idee zu dieser Bildserie geboren wurde. Ich vermute, in meinem Kopf entstand diese Art von Bildern schon lange, bevor ich überhaupt mit dem Thema Fotografie in Berührung kam. Zwar bin ich aufgewachsen in relativ ländlichen Verhältnissen, hatte aber schon immer ein gewisses Interesse und eine Faszination am typischen Stadtleben in mir.

Vielleicht liegt es einfach auch daran, dass ich schon immer von Kontrasten gelebt habe. Diese Vorstellung vom pulsierenden Leben, Menschen inmitten von Beton, in permanenter Bewegung – all das begeisterte mich schon immer. Dazu eine Geräuschkulisse, die einen unweigerlich mitreißt. Es faszinierte mich einfach. Mir kam schon oft die Idee, das Thema Stadt und Mensch fotografisch festzuhalten.

In diversen Ausflügen setzte ich diese Idee in die Tat um, damals noch eher in der Art der klassischen Straßenfotografie, um spannende, kuriose oder einfach interessante Alltagsszenen festzuhalten. Bei meinen Streifzügen merkte ich aber nach geraumer Zeit, dass ich vor meinem inneren Auge doch häufig Szenen sah, die meine Umgebung in einem ganz anderen Licht erscheinen ließen.

Vielleicht diese Art von Bildern, die ich irgendwie schon immer in mir trug. Ich denke, an diesem Punkt wurde die Idee konkret, meine Umwelt auf eine düstere, abstrakte Art festzuhalten. So wie sie mir manchmal eben erscheint.

Menschen gefangen in Raum und Zeit, ziellos vor sich hintreibend. Ich begann, meine Vorstellungen zu konkretisieren und zu überlegen, wie ich diese Fotos umsetzen könnte. Es war mir wichtig, die Umgebung zerfließen zu lassen. Verschwommene Bilder, verwischte Menschenzüge. Eine düstere, beklemmende Umgebung zu schaffen.

Mangelte es mir anfangs noch an der technischen Umsetzung, so schaffte ich es nach unzähligen Experimenten mit verschiedenen Kameras und verschiedenen Techniken endlich, Bilder zu erschaffen, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte. Vielleicht wollte es das Schicksal zu dieser Zeit auch so, dass ich dann vor etwa drei Jahren umgezogen bin und seitdem tatsächlich in der Großstadt lebe.

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahmesurreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahmesurreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahmesurreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme
surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahmesurreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahmesurreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme
surreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahmesurreale Mehrfachbelichtung einer Stadtaufnahme

An meiner Faszination für das Stadtleben hat sich seitdem nichts geändert. Der Kontrast zwischen Mensch und Umgebung ist für mich jedoch noch größer geworden. So sehr ich dieses pulsierende Treiben irgendwie mag, so sehr verbinde ich damit immer eine düstere, beklemmende Atmosphäre. Seitdem ziehe ich manchmal mit Kopfhörern durch die Straßen und lasse die Umgebung einfach auf mich wirken. Die Kamera ist immer mit dabei.

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