Eine orangene Mülltüte weht durch eine grasige Landschaft.
11. April 2015

Barry Falks Heterotopien

Als Fotograf beschäftige ich mich künstlerisch mit den versteckten und vernachlässigten Teilen von Innenstädten und Vorstädten. Meine Fotografie beleuchtet dabei Aspekte der städtischen Umwelt, die entweder bewusst nicht anerkannt werden oder denen generell wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese Ansichten aus dem Augenwinkel und die zufälligen Begegnungen kommunizieren den optischen Reiz und die Flüchtigkeit dieser vergessenen Orte besonders eindringlich.

Meine fotografischen Wanderungen haben mich von den sich ausbreitenden, heruntergekommen Stadtgrenzen bis hin zu den unterirdischen Parkhäusern geführt. Meine Faszination für die Peripherie hat sich zu einem Verlangen hin entwickelt, meine bildnerische Reichweite auszudehnen und von besonders städtischen Bereichen auf die Randbezirke zu wechseln.

Dort ist das Land der Schrottplätze, temporären Wohngebiete, Steinbrüche und verlassener Industrie, wo Stilllegung und provisorischer Wohnungsbau oftmals eine Notlösung sind. Es ist die Ähnlichkeit dieser Orte, die weder ländlich noch wirklich urban sind und ihnen die besondere Note von Unbeständigkeit und Veränderung gibt.

Ein sumpfiger See mit einer Ruine im Hintergrund.

Ein Straßenschild in ungepflegtem Wegrand.

Nebelige Ansicht einer Vorstadt.

Treibholz lagert sich auf einer Wiese an.

Ein vollgemüllter und Sumpf in karger Landschaft.

Ein alter Wohnwagen mit einer Schrottsammlung davor.

Flaches Land und hindurch ein Rinnsal.

Ein Straßenschild an einem ungepflasterten Waldweg.

Trailerpark mit verrotteter Straße.

Ein kahlgeschnittener Baum neben einem Wohnwagen.

Blick auf einen Trailerpark.

Ansammlung von Müll in der Landschaft.

Ansammlung von Müll in der Landschaft.

Ein Wohnwagen steht in einer traurigen Landschaft.

Eine alte Zeltplane liegt in der Landschaft.

Überreste von Müll schwimmen in einem Gewässer.

Ein alter wohnwagen steht in einem ungepflagten Hinterhof.

Ich wagte mich nach draußen in Gebiete, die mit Mühe als urban bezeichnet werden, um den Schauder in den Ecken zu finden. Die städtischen Randgebiete, verwahrlost und vollgemüllt, beinhalten etwas, das Foucault als „Heterotopie“ bezeichnet: Räume und Plätze, die viel mehr Bedeutungsebenen und Verbindungen untereinander haben, als man mit dem ersten Blick erfassen kann. Dieses Umfeld wird auch oft mit Freuds Konzept des Unheimlichen vergleichen: Buchstäblich ungemütlich.

Es gibt diese Eigenartigkeit in Randgebieten: Standorte werden absichtlich undeutlich beschrieben, um das Gefühl ihrer Unauffindbarkeit zu verstärken. Diese Gebiete sind weder Dystopien noch Utopien, sie sind Orte der Andersartigkeit, das Gegenteil des traditionellen, englischen Landes.

Die Bilder stammen aus einer Vielzahl von Orten aus dem Süden von England. Weitere Bilder der Serie gibt es auf meiner Webseite zu sehen.

Dieser Gastartikel wurde für Euch von Anne Henning aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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