12. April 2015 Lesezeit: ~4 Minuten

Die 5 Videos des Monats

Wie ein roter Faden ziehen sich Fragen nach der Wahrnehmung von Realität durch unsere April-Ausgabe der Videos des Monats: Wie verhält sich das, was das menschliche Auge sieht eigentlich zu dem, was ein Fotoapparat sehen kann oder zu dem, was eine Filmkamera sieht? Was ist eigentlich die objektive Realität? Film ab für fünf ganz unterschiedliche Perspektiven auf Kameras, auf das, was existiert und auf das, was mit Hilfe eines technischen Blicks entsteht.

 

Sea Stills: Ray Collins

Eine Bilderserie, die um die Welt ging und auch bei uns im Ausblick schon gezeigt wurde: Der auf Wasser spezialisierte Fotograf Ray Collins hat Wellen fotografiert, die auf seinen Bildern wie majestätische Gebirge aussehen. In dem Video erfährt man einiges über die Hintergründe der Reihe.

+ Weiterführender Link: Wenn man das Video geguckt hat, sollte man sich unbedingt auch noch mal ganz in Ruhe die Bilderserie angucken.

 

simulacra

Der Kunst- und Kurzfilm „simulacra“ stellt große Fragen, ohne sie wirklich zu stellen: Was ist Wahrnehmung, was ist Realität? In welchem Verhältnis stehen Bewegtbild und Fotografie zueinander und zu dem, was wir mit unseren Augen wahrnehmen? In beedindruckender Ästhetik dekonstruiert das nur vier Minuten lange Video alle Kategorien der visuellen Wahrnehmung.

+ Weiterführender Link: Nach der schweren etwas leichte Kost: Eine amüsante, kurzweilige Sammlung optischer Illusionen und Perspektivspielereien in Fotos.

 

A Timelapse of the Sun in 4K

Ein irrsinnig beeindruckendes und superhochauflösendes Timelapse-Video für die Betrachtung im Full-Screen-Modus: Ein halber Monat Sonneneruptionen und Bewegungen auf der Oberfläche unseres Sterns aus 17.000 Einzelbildern von der NASA, komprimiert auf rund 8 Minuten. Hypnotisch.

+ Weiterführender Link: In der Bildergalerie des Solar Dynamics Observatory der Nasa finden sich noch sehr viele, sehr beeindruckende Einzelbilder von der Sonne.

 

Barry Lyndon: Use of the Mitchell BNC Camera and Zeiss Lenses

Verschiedene Zeitzeugen erinnern sich daran, wie Stanley Kubrick für den Look seines Films „Barry Lyndon“ Mitchell-BNC-Kameras and Zeiss-Objektive verwendet hat, die eigentlich von der NASA für die Mondlandung entwickelt wurden. Mit diesen Objektiven konnten auch Szenen bei Kerzenlicht gedreht werden.

+ Weiterführender Link: Stanley Kubrick hat auch Fotos gemacht: Hier kann man sich eine Reihe beeindruckender Fotografien des Lebens im New York der 40er Jahre angucken.

 

Pacer

Der Kurzfilm „Pacer“ kann behaupten, die Welt zum ersten Mal aus einem ganz neuen und völlig abstrakten Blickwinkel betrachtet zu haben: 1995 in Montreal, Quebec gedreht, in schneller Geschwindigkeit mit einer sich bewegenden Kamera, ist „Pacer“ das wahrscheinlich erste Hyperlapse-Video, das jemals entstanden ist und hat ein komplettes Genre erfunden. Die zu sehende Version des verschollenen Films wurde 2015 entdeckt und neu aufbereitet.

+ Weiterführender Link: Einige wenige Hintergrund-Infos und Erläuterungen zum Film gibt es bei Slate.

 

Die Bonus-Links

+ Lange vor 3D-Filmen und heutigen technischen Möglichkeiten, gab es stereoskopische Fotografie, um ein Bild dreidimensional wirken zu lassen. Queen-Gitarrist Brian May spricht bei „Tate Shots“ über seine eigene Faszination dieser Kunstform des 19. Jahrhunderts.

+ Nicht mehr lange verfügbar: Auf Arte gibt es eine Sendung von Xenius über das Verhältnis des menschlichen Auges und Objektive zu sehen. Was kann sich die Technik von der Biologie abgucken?

+ Nick Brandt ist mit seinen Schwarzweiß-Wildlife-Bildern zu einem einer der wichtigsten Fine-Art-Fotografen der Gegenwart geworden. In dieser Dokumentation erfahren wir etwas über die Hintergründe des Fotografen und seine Arbeit.

 

Welche sehenswerten Videos rund um die Fotografie habt Ihr in der letzten Zeit gefunden, die wir vergessen haben? Sagt es uns auf Twitter oder in den Kommentaren.

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5 Kommentare

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    • Ja, die Sendung auf Arte fand ich auch klasse. Die beiden Jungs von stenop.es mit ihren Lochkamera-Wohnungen kannte ich allerdings schon. Woher? Hier auf Kwerfeldein wurden sie in den Browserfruits vom 14.07.2013 vorgestellt ;-)

      Und ja, ich gebe zu: Lochkameras faszinieren mich. Die Idee, Wohnungen zu Lochkameras zu machen, hatten sie vermutlich jedoch nicht als erste. Im Schottlandurlaub 2008 besuchte ich in Edinburgh die Camera Obscura mit angeschlossenem Museum für optische Effekte etc. (absolut sehenswert!). Dort waren Fotos von Abelardo Morell ausgestellt, die zwischen ca. 1990 und 2004 auf ähnliche Art und Weise in Hotelzimmern, etc. aufgenommen wurden. Seither besitze ich den Bildband „Abelardo Morell – Camera Obscura“.