29. Dezember 2014

Zhang Jifeng – Unsere Welt ist eine Utopie

Ich komme aus China und wuchs in Chengdu, Sichuan, einem Ort auf, der von Bergen umgeben ist und nur selten sonnige Tage hat. Das Klima hier hat Auswirkungen auf meine Arbeit.

Durch das Rote Becken gibt es immer zu viel Dunst und Nebel und viele Regentage, weswegen ich die meisten Tagen meiner Kindheit zu Hause verbringen durfte. Durch das Erleben der großen Einsamkeit des Seins und allein zu Hause, war mir oft langweilig und ich verbrachte meine Zeit mit dem Lesen und Schauen von Science-Fiktion-Geschichten. Man könnte sagen, meine Arbeit wird von ihnen oder von meinen Träumen inspiriert, aber meistens ist es eine Flucht aus einer geschlossenen Struktur in diesem Zustand des Seins.

Unsere Welt ist eine Utopie. Menschen sind instinktiv liebevoll. Wir bewegen uns auf unserer wahre Natur zu, während die Gegenseite uns bannt, damit wir die Magie leugnen. Wir sind in einer Zeit der menschlichen Existenz, in der wir die Aufgeklärtesten und doch geblendet sind. Durch meine Bilder flüchte ich vor der Dunkelheit und der Krankheit der Welt. Ich bringe Licht auf die wahre Schönheit dieser Realität. Das ist, wo meine Seele und meine Inspiration ist.

Der Prozess der eigentlichen Erstellung der Bilder ist eine sehr organische und natürliche Sache für mich. Ich würde es mit der Erfahrung vergleichen, abstrakte Kunst zu formen, wobei Du nicht weißt, was das endgültige Resultat Deiner Arbeit ist, wenn Du beginnst, es sich aber langsam offenbart. Es gibt wirklich keine Muster oder Konzepte für die Bilder, sie fließen einfach aus meinem Kopf. Oft experimentiere ich ohne ein Ergebnis. Ich bin angenehm überrascht und in der Regel schätze ich das Endergebnis um so mehr, genau deswegen.

Rosa Himmel über einer Großstadt.

Eine Frau im Lichterregen.

Seltsame Streifen im Wald?

Wieder schwarzweiss und ein Kreis.

© Zhang Jifeng

Ein schöner alter Baum in gelbgrün.

Ein güldener Wald und ein Schatten.

Eine Galaxy in einem Kopf.

Eine Schneelandschaft und grauer Himmel.

Ein Mann und ein rosa Strahl bricht aus ihm heraus.

Eine kunterbunte Welt.

Ein Mann im güldenen Licht und Bäume.

Jemand steht auf einem Hügel und hält die Arme hoch.

Eine See, ein Berg, ein Land und es ist grün.

güldenes Licht und wieder ein Mann.

Teilweise erkannte ich, dass der Weg, Kunst zu machen, genauso wichtig ist wie die Arbeit selbst. Ich mag es, zu träumen und hoffe, meinen Zuschauern zu offenbaren, was ich sehe. Ich mag die Idee, dass meine Fotografien Poesie sind, auf eine Art, die kein Statement sind, sondern eine Zusammenfassung der Gefühle, die irgendwie einen Sinn ergeben, der nur gefühlt, nicht gesprochen werden kann.

Diese Fotos werden Dir sagen, was ich nicht in Worte fassen kann. Ich wurde immer von Themen der Magie, Träume, Romantik, Chaos, Entfremdung und vor allem der Wiederherstellung eines Gefühl der Identität angezogen. Ich möchte die Schönheit dieser Themen betonen und diejenigen erfassen, die ich sehen will, aber in der Realität sehen kann.

Dieser Artikel wurde von Marit Beer für Euch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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4 Kommentare

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  1. Sehr speziell, auch recht subjektiv. Die Welt als Wille und Vorstellung ? Gerade als (Hobby-)Fotograf regt mich das natürlich zum Nachdenken an. Danke fürs Zeigen.