Grüne kaputte Schreibmaschine
28. Dezember 2014 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Die 5 Artikel des Monats

Hier ist er nun ein nächster Teil unserer Sonntags-Serie. Es handelt sich dabei um eine Art Best-Of der Foto-Links des Tages, die wir im Ausblick verpacken – jedoch weit entfernt von Klickstrecken. Nein, heute bekommt Ihr die Crème de la Crème der Artikel, die sich im Dezember 2014 inhaltlich mit aktuellen fotografischen Geschehnissen befasst haben.

 

Folter, Geheimdienste und die Bedeutung der Fotografie

Definitiv einer der wichtigsten Artikel des Monats ist das Interview mit David Levi Strauss, der Fotografie in Verbindung mit politischen Prozessen untersucht und dazu ein Buch herausgebracht hat (das ich mir direkt bestellt habe). Im Kontext des Prozesses um die Verhörmethoden der CIA geht Strauss auf die Blockierung der 2100 Folter-Aufnahmen aus Abu Ghraib ein und erklärt, warum genau diese Aufnahmen so wichtig sind. Da die Publikation der Aufnahmen erneut von der Obama-Regierung verhindert wurde, ist das aussagekräftige Interview nach wie vor sehr relevant.

+ Das Buch von Strauss trägt den kuriosen Namen „Words not spend today buy smaller images tomorrow“ und ist auf Amazon* zu bestellen.

+ Auch Newsweek berichtete über die Blockierung der Fotos und kritisierte die Obama-Regierung dafür scharf.

 

Jonathan Jones kritisiert „Phantom“ in Grund und Boden

Nachdem Peter Lik mit dem teuersten verkauften Foto, genannt „Phantom“ für Aufsehen sorgte, war der Kunstkritiker Jonathan Jones einer der ersten, der das Bild kritisch analysierte. In seinem Artikel begründet er, warum Phantom kein besonderes Foto ist und attestiert – nicht zu Unrecht – dem Fotografen Peter Lik schlechten Geschmack. Wichtig bei diesem Artikel ist, dass man die ersten Diagnosen Jones’ zur Fotografie, der er jegliches Recht, Kunst zu sein, verweigert, bewusst überlesen muss. Denn das ist nicht die Kernaussage des Artikels und kann somit als Nebenschauplatz der eigentlichen Diskussion eingeordnet werden.

+ Sean O’ Hagan ging separat auf die Behauptungen Jones’ ein und erklärt, warum die Fotografie als gesamtes trotz „Phantom“ eine Kunst ist.

 

Wohin fließt Geld bei einer Foto-Ausstellung?

In Foto-Kreisen wurde viel verlinkt und geredet, und zwar über diesen Artikel von Joachim Schmid, der untersuchte, wohin Gelder eigentlich fließen, wenn ein Fotograf seine Bilder ausstellt. Bermerkenswert: Schmid verdeutlichte, dass Fotografen eigentlich diejenigen sind, die bei Ausstellungen häufig am allerwenigsten von allen Mitspielern verdienen – und dabei doch das entscheidende Rad am Wagen sind. Ein viel zu selten diskutiertes Thema, und deshalb ist diese Kritik besonders wichtig.

 

Wie die Person(en) des Jahres fotografiert wurden

Für Uberraschung sorgte im Dezember das TIME Magazine, weil es weder Politiker, noch einen der Öffentlichkeit bekannten Menschen als Person des Jahres kürte, sondern Ärzte, die gegen die Ebola-Krankheit kämpften. Ein für Fotografen besonders spannender Artikel wurde ebenfalls auf TIME veröffentlicht. Da er bezüglich der Portraits, ohne die ein „Person des Jahres“-Feature nicht möglich ist, einen Einblick verschaffte und die verantwortlichen Fotografen vorstellte, möchte ich ihn heute noch einmal in Erinnerung rufen.

+ Tipp: Das TIME-Magazin liegt in vielen Zeitschriften-Läden noch aus und es lohnt sich, zuzugreifen.

 

Über 17.000 Negative von Vivian Maier aufgekauft

Street Shootr schaffte es, ein Interview mit dem Galeristen Stephen Bulger an Land zu ziehen, der eine große Menge von Maier-Negativen kaufte, die bisher im Besitz von Jeffrey Goldstein waren. Weil es zum Erwerb (und der Zukunft von Maiers Aufnahmen) viele Fragen gibt, ist dieser Artikel besonders spannend. Insbesondere deshalb, weil Street Shootr nicht an der Oberfläche kratzte, sondern spürbar kritische Fragen stellte. Bulger entzog sich dem nicht, wich auch nicht aus, sondern ging auf alle Fragen ausführlich ein. Für alle, die wieder auf den aktuellen Stand im Maier-Prozess kommen wollen, ist dieser Artikel unverzichtbar.

 

Ich hoffe, dass diesen Monat für alle etwas dabei war. Falls nicht, könnt ihr gerne unser Ausblick-Archiv durchsuchen. Wenn Ihr jedoch einen Artikel gelesen habt, der in dieser Reihe fehlt, dürft ihr diesen gerne in einem Kommentar verlinken.

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7 Kommentare

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  1. Sorry Leute. Mir fehlen die Browser Fruits. Die Artikel von heute sind nicht mein Fall. Meine bisherige Sonntagslektüre waren eben die guten Sachen der Browser Fruits. Mit den neuen Themen habt ihr Sonntags einen Leser weniger. Überdenkt die Sache doch nochmal, oder lasst abstimmen was eure Leser wollen.

      • Ich schließe mich dem Kommentar von Michael an. Auch mir fehlen die Browser Fruits am Sonntag. Die Rubrik Ausblick ist nicht so umfassend.

        Vielleicht überlegt ihr euch das doch noch mal und führt in 2015 die Browser Fruits wieder ein.

        Gruß Andres

      • Vielleicht ist es die Macht der Gewohnheit, aber Ausblick ist für mich kein Ersatz. Die Browser Fruits sind einfach meine Sonntagslektüre gewesen. Viel Infos, und zugegebenermaßen für Leute wie mich, die nicht das ganze Internet durchstöbern wollen, genau das richtige. Deshalb bewundere ich eure Arbeit ja. Es ist bestimmt ungefähr die Hälfte an wöchentlichen Berichten die mich wenig interessieren, aber komischerweise fast das komplette Sonntagsmenü der Fruits habe ich genossen. Die Themen waren irgendwie interessanter, oder bilde ich es mir nur ein?

  2. hallihallo liebe Kwerefelder, schön dass Ihr wieder zurück seid- hoffe Ihr hattet ein paar schöne digitalfreie Tage; lösgelöst von Bits und Bytes und zurück zu den Flip und Flops der realen, bunten Welt…
    Also die Browserfruits fand ich ja auch echt cool aber mal realistisch betrachtet, hat sich ja durch das neue Konzept die Vielfalt der Beiträge ja eher noch erhöht- ausserdem vermute ich, dass durch die Änderung, dem Bild des Tages mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird – ich zumindest habe oft nicht daran gedacht weiter runterzuscrollen und daher das Bild dann gar nicht wargenommen.
    //Matz