13. November 2014

Von Gesichtslosen und Farbflecken

Als Kind fand ich es wahnsinnig faszinierend, dass man mit einem Fotoapparat das, was man in Wirklichkeit sieht, einfach auf einem Bild festhalten kann. Ich weiß noch, wie ich die Kamera meiner Mutter ausleihen und genau 10 Fotos schießen durfte. Ich lief aufgeregt durch unser Haus und machte Bilder von ganz banalen Dingen – aber allein, diese banalen Dinge dann später auf einem Bild wiederzusehen, fand ich total verrückt.

Jetzt finde ich es toll, mit Hilfe der Fotografie Momente zu erschaffen, die in der Realität nie stattgefunden haben, beziehungsweise die man so in der Realität nicht findet. Vielleicht liegt das am Erwachsenwerden und daran, dass der Alltag nicht mehr so viel Platz für Fantasie lässt.

Ich mag die verklärten und auch teilweise verzerrten und fehlerhaften Welten, die hinter den experimentellen Filtern entstehen, da sie fremdartige Gefühle auslösen. Und obwohl ich das Leben wirklich liebe, wirken meine Bilder oftmals düster und melancholisch. Aber ich denke, dass man die hellen Seiten nur voll leben und auskosten kann, wenn man seine dunklen Seiten und Stimmungen erkennt, akzeptiert und vielleicht sogar auch auskostet.

Die Fotos nehme ich an den unterschiedlichsten Orten auf und oft lege ich sie dann erst einmal zur Seite – Wochen oder sogar Monate später finde ich sie wieder und sehe auf einmal etwas darin. Wenn ich dann mit einem Bild beginne, habe ich allerdings keinen bestimmten Plan, sondern ich experimentiere mit Wasser, Farbe, Glas und Licht und dann entsteht etwas.

Eine Frau steht mit dem Rücken zu uns und macht irgendwas, vielleicht ein Gedicht lesen.

Eine Frau geht einen Weg entlang.

Eine Frau mit roter Farbe im Gesicht steht im Wald.

Eine Frau mit Rock steht in einem Hausflur.

Eine Landschaft in schwarzweiss mit einem roten Fleck.

Eine Frau ohne Gesicht schaut in die Kamera.

Zwei Bilder, eine Landschaft.

Eine Landschaft mit einem Tor zu einer anderen Welt.

Eine seltsam verzerrte Lanschaft mit Mensch, vielleicht.

Eine Frau, eine Landschaft, ein roter Fleck.

Eine Frau im Badeanzug und Gesichtslos.

Eine Frau in einem roten Kleid läuft einen Weg entlang.

Eine Frau mit Dutt und Blumen.

Eine Frau ohne Gesicht.

Eine schwarzweisse Landschaft.

Eine Frau vor einem Haus, natürlich Gesichtslos.

Eine Frau, eine Halbe und eine Frau.

Eine Frau im Kleid vor Hochhäusern und Licht im Gesicht.

Zwei Bilder nebeneinander.

Sehen kann man meine Bilder auf meiner Webseite sowie auf flickr.

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14 Kommentare

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    • Hmmm…was macht man jetzt mit diesem Kommentar? Warum sind die Bilder „eher so mittel“ ? Ich persönlich finde solche Äußerungen immer sehr dünn, denn du könntest die Leser doch an deinen Gedanken teilhaben lassen, beschreiben wieso du mit den Aufnahmen eher wenig anfangen kannst. Nur so entsteht doch ein Austausch, welcher Bildautoren und Kommentatoren nützt.

      • Der Kommentator sagt immerhin etwas über die Bilder. Ich finde das jetzt interessanter als einen Kommentar, der rein gar nichts über die Bilder sagt, sondern lediglich den Kommentar kritisiert. Dünner geht es wohl kaum …

        „Dass man mit einem Fotoapparat das, was man in Wirklichkeit sieht, einfach auf einem Bild festhalten kann“ ist tatsächlich eine ziemlich kindliche Vorstellung.

        „Photography is about finding out what can happen in the frame. When you put four edges around some facts, you change those facts.“ (Gary Winogrand)

      • Naja Matthias. Eigentlich machst du nichts anderes. Mal ganz abgesehen davon geht es in dem Einleitungssatz darum, dass die Autorin es als Kind faszinierend fand. Ich finde es normal das man als Kind sich manche Dinge nicht erklären kann und diese spannend findet. Was aber nicht heißt das dieser Umstand jetzt auch noch so ist. Apropos spannend, dies sind die Bilder allemal im Gegensatz zu anderen Dingen welche meine Augen so ertragen müssen.

  1. Beim ersten Durchscrollen kamen mir die Bilder zu flach, leer vor und ich wusste nicht woran es liegt. Aber irgendwas an ihnen hat mich doch innerlich beschäftigt, denn trotz der Ablehnung die sich zunächst einstellte kam auch gleichzeitig das Gefühl, etwas bekanntes und schonmal erlebtes gesehen zu haben, sowas wie eine ganz weit entfernte Erinnerung die man im Geist nicht wirklich zu fassen bekommt. Das hat mich dazu bewegt, die Bilder nochmal anzuschauen, diesmal nicht mit den Augen sondern mit der Seele.
    Auf den zweiten Blick habe ich dann herausgefunden, was mich beim ersten gestört hat: die „Zusatzeffekte“ finde ich rein optisch etwas zu dominant, sie fixieren zu sehr. Dadurch gehen der Hintergrund, Atmosphäre und Gefühl, zu weit unter. Erst wenn es mir gelingt der Fixierung zu entkommen und die Augen auszuschalten (metaphorisch versteht sich) kann ich den Rest des Bildes auf mein Inneres wirken lassen.
    Der Weg dorthin ist zugegeben etwas schwierig; ob das daran liegen mag, dass ich erst ne halbe Stunde wach bin sei dahingestellt. Ich denke jedoch, dass auch andere ähnliche Schwierigkeiten haben werden. Aber nachdem ich die Hürde nun geschafft habe, finde ich die Bilder gut, sie berühren innerlich und wecken das Gefühl von fast-déjà-vu (unterbewusst, emotional). Das Gefühl gefällt mir persönlich und ich weiß, dass auch heute abend noch mein Unterbewusstsein mit den Bildern beschäftigt sein wird.

  2. Bild #12 #13 und #15 finde ich stark.
    Die lösen eine Geschichte in mir aus, sie fixieren mich und ich beginne ein wenig zu träumen.
    Da bleibe ich gedanklich hängen und ich kann mich mit ihnen vertrautmachen.

    Die restlichen Bilder verstehe ich nicht, da finde ich keinen Zugang.
    Ich habe keine Ahnung, was mir die Fotografin damit vermitteln möchte.
    Das mag jetzt möglicherweise etwas plump klingen, aber ich finde keinen Zugang zu den
    „weißen Löchern“ und den „roten Flecken“.

  3. Mich sprechen die Bilder sehr an. Was mir Sicherheit daran liegt, dass ich einen Fable für düster morbide wirkende Bilder und Stimmungen habe, aber auch und vor allem viel mehr daran, dass gerade das Verdecken der Gesichter und anderer Körperteile Interesse weckt. Es war schon immer so das ich mich mehr mit dem beschäftige was man nicht sieht, zumindest im ersten Moment, als mit dem offensichtlichen. Ich freue mich auf mehr…

  4. Ich habe auf deinem Flickr-Profil dein Gesamtwerk betrachtet und einige sehr tolle Bilder entdeckt. Ich finde, dass du einige starke Arbeiten hast, die mich sehr an Comicbücher erinnern die ich in den 90ern gelesen habe. Das hat Emotionen geweckt. Ich hoffe, dass Du dich noch weiter entwickelst und wir noch viel von Dir sehen. Du hast echt tolles Potenzial in deinen Bildern.