Frau steht an einer Wand mit Ast vorm Gesicht
03. September 2014

Körper, Licht und Raum

Celeste Ortiz ist eine chilenische Fotografin, die sich intensivst mit ihrem Körper im Raum auseinandersetzt. Selten arbeitet Celeste mit Modellen, für sie ist es nahliegender und natürlicher, sich selber zu fotografieren und dafür benutzt sie am liebsten die Orte in ihrer direkten Umgebung. Ihr Zimmer, ihre Wände, ihre Fenster, ihren Garten, ihren Körper.

Sie zeigt uns durch ihre Körpersprache, wie sie sich sieht und hält für uns fest, was sie sieht, ohne Angst vor einem Betrachter. Licht im Nacken, wie eine Hand sich bewegt, fallende Haare, ein blattloser Zweig, eine romantische Detailliebe, Intimität und unheimlich viel Weiblichkeit ziehen sich durch ihre Arbeiten. Ich mag die Sanftheit und Einfachheit ihrer Bilder, dass nicht viel auf ihnen passiert, außer dass einfach der Moment eingefroren wird.

Das Foto ist nicht wirklich geplant, mehr eine vage Idee … Ich denke über das Licht nach, über den Raum um mich herum, wo ich die Kamera hinstelle. Ich stelle sie auf das Stativ, kontrolliere das Licht, fokussiere. Darüber denke ich nach. Ich liebe den Prozess.

Seit 2008 fotografiert Celeste, damals noch ausschließlich digital. Erst, nachdem sie 2012 ein Diplom in Digitaler Fotografie am ARCOS Institut Santiago de Chile gemacht hat, hat sie sich der analogen Fotografie zugewendet und den Film für sich entdeckt, weil sie so entschleunigter und langsamer arbeiten kann.

Sie fotografiert mit verschiedenen Modellen, ihr Lieblingswerkzeug ist aber die Zenit E. Und auch, wenn ihre Fotos nicht perfekt sind, ist Celeste nun zufriedener. Sie ist nicht mehr auf der Suche nach Perfektion und gibt offen zu, dass sie viele Fehler in ihren Bildern hat, die für sie aber zum Prozess gehören und die sie nun zulassen kann.

Das ist dabei herausgekommen. Ich habe viele verschiedene Stile ausprobiert, als ich noch digital gearbeitet habe, aber jetzt ist meine Fotografie ehrlicher geworden und ich bin dabei geblieben.

Doppelbelichtung mit Frau und Blumen

Frau in blauem Kleid mit nackten Beinen

Blütenblättchen auf nackten Beinen

Dreifachbelichtung von Frauenbeinen

Dreifachbelichtung von Händen

Eine Frau steht an einer Wand mit einem Ast vorm Gesicht

Ein kahler Ast wird an eine Wand gehalten

Eine Frau hat einen Efeukranz umgewickelt

Frauenbeine und Lavendelhalme

Gekreuzte Hände vor unscharfer Landschaft

Frau kniet am Fenster mit Kamera in der Hand

Frau liegt auf Holzboden

Frau lehnt an Blümchentapete

Halbnackte Frau umfasst ihren Körper

Frau mit nackter Brust verschränkt ihre Arme

Frau lehnt nackt an einer Wand mit wenig Lichteinfall

Frauen spiegelt sich oben ohne in einem Spiegel

In Chile hat sie verschiedene Ausschreibungen gewonnen und auch schon einige Gruppen- und Einzelausstellungen vorzuweisen. Ihre Arbeiten sind auf Facebook und Flickr zu finden und ein kleines Video über eine ihrer Ausstellungen gibt es hier.

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5 Kommentare

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  1. Großartige Bilder! ich finde „ehrliche“ Selbstportraits immer faszinierend und sie ringen mir Bewunderung ab. Nicht, weil sie mutig sind, sondern weil sie einfühlsam sind und Verletztlichkeit zulassen.

    Ich würde jedoch gerne wissen, wie man diesen Stil der Färbung, Schärfe und Körnung nennt. Dafür gibt es einen bestimmten Begriff, aber er fällt mir nicht ein…