11. Juni 2014

1000 Fremde

Fremde fotgrafieren ist etwas, das mich schon eine Weile fasziniert. Viele Fotografen haben es schon gemacht, aber ich beschloss dennoch, dass ich damit meinen ganz eigenen Weg gehen will. Es wurde weniger zu einem Fotoprojekt, sondern viel eher eine Art fotojournalistisches Projekt. Es hat mich sehr motiviert, nicht nur meine Portraitkenntnisse zu erweitern, sondern auch journalistisch besser zu werden.

Wir reden darüber, mit jemandem zu sprechen, den wir noch nie getroffen haben, mit demjenigen ein Gespräch anzufangen und ihn um Erlaubnis zu bitten, ein Fotoshooting an Ort und Stelle machen zu können. Diese Art von Projekt erinnerte mich an eins der besten Zitate der Serie „House M.D“:

Ich werde jeden Moment bewerten, je nachdem mit wem ich zusammen bin. Das ist, was das Leben ausmacht. Es ist eine Reihe von Räumen und mit wem wir in diesen Räumen stecken… Da kommt einiges zusammen.

Jeder Tag ist anders. Jeder Fremde ist anders und ich möchte soviel wie möglich von meinen Erfahrungen mit ihnen teilen. Ich wollte nicht nur Fotos von ihnen machen, sondern auch versuchen, einen persönlichen Zugang und Kontakt zu ihnen zu finden.

Alter Mann mit Bart und Hut sieht in die Kamera.

Mädchen mit blonden Locken lächelt schchtern.

Junger Mann lächelt in die Kamera.

Junge Frau mit dunklen Locken lächelt.

Junger Mann sitzt auf einer Wiese und sieht ernst zur Seite.

Frau mit Hut lächelt in die Kamera.Mann steht hinter seinem Bratwurststand und lächelt.

Älterer Mann lächelt.

Mann sieht in die Kamera.

Zwei Kellner posieren für die Kamera.

Junger Mann mit Locken und Brille lächelt in die Kamera.

Warum 1000? Ein Freund sagte mir, dass es lange Zeit in Anspruch nehmen wird, dieses Projekt zu vollenden. Aber diese Zahl ist mir eigentlich egal. Außerdem habe ich mir keine Frist gesetzt, was auch bedeutet, dass ich es so lange genießen kann, wie ich will.

Dieses Projekt ist eine erstaunliche Erfahrung für mich. Ich kann mich immer noch an all diese Begegnungen erinnern, die ich mit all diesen Fremden hatte: Wie ich sie ansah, wie sie auf mich reagierten, wie unser Gespräch war. Vielleicht werde ich eines Tages zurückblicken und sehen, wie dieses Projekt mein Weltbild verändert hat. Wer weiß?

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14 Kommentare

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  1. Nachdem ich selber auch an einem Stranger-Projekt arbeite, verfolge ich deine Arbeiten schon recht lange – sind eine Menge toller Bilder dabei!

    Respekt auch für das Ziel, 1000 Menschen zu fotografieren – ich bin es mit 100 etwas kleiner angegangen :)

  2. Wunderbares mutiges Projekt…..es ist nicht leicht fremde Menschen anzusprechen, wie man sehen kann, lohnend für die eigene Sichtweise auf den Menschen neben uns.
    Schöne natürliche Porträts.

  3. Oh man, klasse Porträts. Da möchte ich auch gern mal hinkommen. Respekt auch für das ambitionierte Projekt.

    Mich würden auch noch mehr Details interessieren. Wie gehst du auf die Leute zu? Hast du bestimmte Aufhänger, die du immer anwendest? Wie gehst du mit Abweisungen um?

    Gruß
    marv

  4. Die Idee zu 1000 Fremde ist ja nicht gerade neu.
    Das hast du ja selber gleich in der Einleitung geschrieben.
    Bei den meisten Foto-Projekten dieser Art habe ich immer den Eindruck das es eher „Mutproben“ sind um Menschen anzusprechen.
    Mir fehlt in den arbeiten der Rote Faden (ausserhalb der Tatsache das die Personen zufällig ausgewählt wurden).
    Eine Ausnahme davon finde ich ist das Fotoprojekt von Uwe Ommer „1000 Families“, der ist mehrere Jahre durch die ganze Welt gereist um 1000 Familien zu fotografieren.

    Ich wünsche dir trotzdem viel Spaß und Erfolg mit dem Projekt.
    Beste Grüße

  5. Blogartikel dazu: Kleine Pause | Herzdamengeschichten

  6. Das ist richtig toll, dass du in Deutschland so ein Projekt machst. Idee ist nicht neu, Aber ist schöne Sache hier, dass du mit alle Leute kontaktieren, um die Bilder öffentlich zu können. Gut gemacht Tu!

  7. Herrliche Fotos, sehr natürlich und eben aus dem Leben gegriffen, zeitlos schön anzuschauen und auf jeden Fall mein Geschmack. Danke für diese Bereicherung…