28. Juli 2011 Lesezeit: ~3 Minuten

Holga-Objektiv für die DSLR

Unsere Redakteurin Patricia hat vor Kurzem über ihre Liebe zur ungewöhnlichen Kamera Holga geschrieben. Ich habe auch eine Holga, nutze sie jedoch nur selten. Dabei mag ich ihre Bilder sehr.

Aber meist fehlt mir die Geduld, auf die Entwicklung des Filmes zu warten. Ich möchte die Bilder gerne direkt auf dem Display sehen. Ich möchte viele Bilder machen, bis ich wirklich mit dem Resultat zufrieden bin. Und vor allem möchte ich die Bilder zum Schluss bearbeiten. Das alles ist mit einer analogen Kamera nicht oder nur bedingt möglich.

Als ich nun ein Holga-Objektiv für die DSLR entdeckte, fand ich die Idee großartig. Schnell suchte ich im Internet nach Bildbeispielen. Dabei stieß ich auf diese Flickr-Gruppe, deren Bilder mich noch neugieriger machten.

Das Objektiv gibt es für die Canon und heißt HL-C oder für die Nikon und heißt dann HL-N. Es hat eine Blende von f/8.0 und eine Brennweite von 60mm. Die Entfernung lässt sich, wie bei der richtigen Holga auch, über die vier Symbole einstellen. Das Scharfstellen funktioniert damit jedoch nur sehr ungenau. Das Objektiv erzeugt eine starke Vignette und lässt das ganze Bild etwas milchig wirken.

Das klang für mich sehr nach der richtigen Holga und bei dem Preis von 20€ musste ich auch nicht lange überlegen. Mit etwas Verzögerung, weil beim Hersteller nachgekauft werden musste, hielt ich mein Objektiv bald in der Hand. Es ist so wunderbar leicht und klein und wirkt, zugegeben, ziemlich ironisch auf so einer großen DSLR.

Mit dem Objektiv kann man an der Kamera nur die Belichtungszeit und den ISO-Wert einstellen, was das fotografieren in Innenräumen und selbst draußen an dunklen Tagen etwas schwierig macht. Aber für schöne Tage ist es perfekt. Zudem passt es in jede Kameratasche zur sonstigen Ausrüstung.

Wenn ich meine analogen Bilder aus der Holga ansehe und mit meinen digitalen Fotos mit Holga-Objektiv vergleiche, deckt sich der Effekt nicht komplett. So fehlt der für die Holga so typische Lichteinfall. Zudem sind die Bilder nicht quadratisch und lassen sich durch die Vignette auch nicht so einfach quadratisch schneiden. Aber es kommt dem Flair einer echten Holga nahe und ist auf jeden Fall eine schöne Spielerei.

Ich habe mein Objektiv bei einem Händler über Amazon gekauft. Hier der Link für die Canon* und hier der für Nikon*. Vielleicht kennt auch jemand von euch auch noch eine andere Bezugsquelle?

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr dort etwas bestellt, bekommen wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.

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47 Kommentare

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  1. Ich habe seit einem Monat auch so ein Holga-Objektiv und finde es eine tolles Spielzeug. An der Handhabung besonders am Scharfstellen muss ich noch ein bisschen arbeiten – bin wohl zu verwöhnt vom Autofokus.

    Ich finde die Linse sorgt für einen interessanten Effekt. Ausserdem finde ich es spannend und lehrreich, wenig einstellen zu können und das was man einstellen kann, manuell machen zu müssen.

    Mein Objektiv habe ich über Ebay bestellt von einem Lieferanten aus Hong Kong.

  2. Keine andere Bezugsquelle für das Holga-Objektiv, aber etwas ähnliches. Auf lomography.com bekommt man im Shop einen Adapter mit dem man die Objektive der Diana F+ an seiner Nikon oder Canon verwenden kann.
    Der Adapter kostet 13€ und die Objektive bekommt man je nach Objektiv ab 30€ oder eine ganze Diana F+ mit Objektiv für 80€.
    Ich hab den Adapter für die Canon, habe aber bisher noch kein einziges Foto auf diesem Wege gemacht, sondern immer die Diana F+ selbst mitgenommen. Aber es steht auf meiner to Do Liste ;)

  3. Interessant auf den Flickr-Diskussionsseiten (xam.i.am):
    Offenbar gibt es Mark I und Mark II. Die Vignettierung ist wohl künstlich eingebaut, während bei Mark I keine Vignettierung auftritt (weil Mittelformatobjektiv).
    Und ob sie dann bei Vollformat auftritt?
    Wenn nicht, wär’s schade…

  4. schade ist nur, dass das mittelformat dann wieder ‚gephotoshopt‘ werden muss und alles, was analog so reizvoll macht (die spannung, wie der film wird) wegfällt. ansonsten echt ne nette idee. und preislich ne alternative!

  5. Witzig ist das schon… da wird alles dran gesetzt, möglichst scharfe Bilder mit möglichst teuren Objektiven zu erlangen… Auflösung ohne Ende und dann das… :-)

    Ich nenne es mal Return to the roots.

    Oder die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, was Fotografie ausmachte.
    Ich bin gespannt, wie weit das noch geht, und wie weit sich da noch ausbreitet – insbesondere wie dauerhaft.

    Meine Schwäche für die Analogie war nie in Frage gestellt…

  6. Mmmh. Seh den Sinn nicht so richtig darin.
    Man kauft sich eine teure Kamera um dann solche miesen „Bilder“ zu erhalten? Da kann ich auch gleich mit dem Handy fotografieren. Die Bilder sehen da ähnlich aus… Schnappschüsse eben.

    Ich finde man muss nicht jeden Quatsch mitmachen. Oder muss man das machen, um als cool zu gelten?
    Klar, in der Kunst ist alles erlaubt. Aber irgendwo muss man auch mal sagen: Das ist einfach nur Mist. Irgendwann wird es affig.

  7. Man kann den Internetjüngern wirklich alles verkaufen in diesen Tagen. Es darf nur nicht viel kosten, muß einem abnehmen sich irgendwie mit etwas Kompliziertem befassen zu müssen und ganz oben steht: Ich muß ohne viel Aufwand einem Trend nachlaufen können….
    Unglaublich….traurig…

  8. Macht sicher Spaß mit einem Holgaobjektiv aber brauchten tut man es nicht. Eine Holgaanmutung kann man z.B. in PS recht einfach herstellen. Der Vorteil ist, man hat dann immer noch ein sauberes RAW, das man, wenn die Holgamanie vorüber ist, beliebig bearbeiten Kann.

  9. Ich liebäugele schon länger damit, mir das Teil zu kaufen. Aber ich muss gestehen, die Bilder überzeugen mich nicht so recht. Ist scheinbar doch nicht egal, ob es auf Film oder digital ist. Vielen Dank für Deinen Beitrag. Damit hast Du mir die Entscheidung leichter gemacht.
    Lis

  10. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich hatte mir immer wieder mal die Holgas und ähnliche Kameras angeschaut und hätte so gerne eine gehabt. Aber ich wußte genau, dass ich garantiert zu faul sein würde, die Filme zum Entwickeln zu bringen und ebenfalls zu ungeduldig um auf die Fotos zu warten …
    Nun habe ich das Objektiv am Donnerstag bestellt und heute, Samstag, erhalten und gleich ausprobiert.
    Ich mag diese nahezu poetischen Fotos sehr und werde sicherlich noch eine Weile lustig tüfteln. Das Beste aber ist: ich fühle mich mit meinem „HL-C Holga Lens for Canon DSLR Camera“ mindestens 35 Jahre jünger!

  11. Ich hatte auch schon vor längerer Zeit davon gehört und war spontan angetan. Als ich dann aber die Bilder sah (und auch jetzt diese hier), habe ich meine Meinung schnell geändert.
    Ich finde nicht, dass durch dieses Objektiv die Holga-Stimmung transportiert wird. Ich liebe meine Holga und mag eben auch alles, was damit zusammen hängt. Analog, Mittelformat (!!!), echte Vignette usw.
    Und hier kann dieses Objektiv für mich eben nicht anknüpfen.
    Vor ein paar Jahren erstand ich in Berlin ein Loch-Objektiv für meine damalige Canon. Das erzielt ähnliche Ergebnisse. Oder die Loreo-Linse.
    Es ist eben ein neues Spielzeug. :) Ich fand dafür auch 20 Euro zu viel.
    Aber trotzdem viel Spaß beim ausprobieren.

  12. Hab mir das Teil für meine Nikon angeschafft. Im Handling ist es aber gar nicht so einfach. Die Belichtung haut im ersten Ansatz bei mir überhaupt nicht hin und mit den Daumenregeln ala „Sunny 16“ funktioniert das auch nicht so richtig. Ist aber ein echter Kreativ-Booster, wenn man nur mit der „Linse“ loszieht… Danke für den Tipp!

  13. Ich hab die Holga Lenses gerade eben erst bei ebay gefunden und musste mich erstmal schlau machen, was das ueberhaupt ist. Deshalb danke fuer die schoene Erklaerung. :) Ich glaub, ich probiers einfach mal aus.

  14. hallo zusammen,

    ich hab zwar bereits eine Diana F+ samt 20er Fisheye, werde aber wohl auch demnächst mal die „digitale“ Variante (Kitchen-Sink Kit bei holga-direct) ausprobieren.

    Schränkt zwar die Effekte etwas ein, also kein 6×6, kein Film, weniger Effekte über Lichtstreuung etc, aber dafür hat man es eben gleich digital, was mit zum rumspielen und probieren fürs Erste mal sinnvoller erscheint,
    als teuren Rollfilm zu verplempern, um bloß mal was auszuprobieren.

    Liebe Grüße
    Thomas

    PS> Gibt es eigentlich einen Gebrauchtmarkt für Lomo-Artikel ?

  15. Über das Holga Objektiv auf DSLR habe ich mich köstlich amüsiert.
    Was mich am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass ich es nicht erfunden habe.

    Mann könnte diesen Effekt problemlos mit Photoshop erstellen, ist aber uncool weil nicht authentisch….Auweia…..

    Ich überlege mir grad, ob ich einfach nur Pinholes verkaufen soll, so zum selberbohren am besten :-)……müsste doch eigentlich auch tierisch laufen …..

  16. Blogartikel dazu: Gewinnspiel zu Weihnachten: Holga HL-C Linse | Thomas Reimann Photography | Digitale Fotografie und Bildbearbeitung aus Karlsruhe

  17. Hab jetzt lang rumüberlegt und mir die Linse bestellt. Meine heißt HPL-C und hat 0.25mm. Beim genaueren recherchieren ist mir dann im nachhinein aufgefallen dass es auch eine HP-C mit 0.60mm gibt. Bei mir gibt es auch keinen Fokusring wie es bei der HP-C anscheinend üblich ist. Kann es sein dass die HP-C schärfere Fotos macht? Außerdem ist keinerlei vignettierung zu erkennen. ist das bei der HP-C anders? Hat jemand Erfahrung oder schon mal ähnliches darüber gehört?

  18. Blogartikel dazu: Tutorial: Vignettierungen in Fotos einarbeiten

  19. Hab das Ding schon länger hier und grad eine Belichtungsreihe gemacht.

    Die Lochblende war montiert.

    Holga HL-P (Pentax) auf die K10D und in ganzen Schritten von 1sec – 32sec belichtet.
    Dann das beste Bild gesucht (4sec) und das Pentax DA 3,5-5,6 / 18-55 auf die Kamera.
    4sec eingestellt und Blendenreihe von 5,6-32.

    Ergebnis: Zwischen f27 und f32 ist das Bildergebnis von der Helligkeit gleich.

    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1294947920568280.1073741857.100001592528269&type=1&l=247f0f31d7

    Fazit: Bei f8 gemessene Belichtungszeit um ca. 3 Stufen oder 8-fach belichten, dann passt das.

    Es kann sein dass die Belichtungszeitverlängerung durch die montierte Lochblende her rührt, ebenso dass evtl. das Format APS-D daran „schuld“ ist, hat jemand andere Ergebnisse?