01. März 2011 Lesezeit: ~2 Minuten

Bildvorstellung: Fly my love!

Fly my love!

Ich persönlich brauche den Titel „Straßenfotograf“ nicht, weil ich Bezeichnungen wie diese viel zu eng finde. Jedoch umreißt er (mehr schlecht als recht), was ich gerade jeden Tag tue: Ich mache Bilder auf der Straße. Was interessant sein könnte, wird aufgenommen. Punkt.

Und so hatte ich heute Morgen das Glück, diesen Raben beim Abflug zu erwischen. Ich war schon am Ende meines halbstündigen Spaziergangs angekommen, als mir der große schwarze Vogel auf der Mauer begegnete. Ich pirschte mich langsam heran und er fing netterweise ein kleines Katz-und-Maus-Spiel mit mir an.

So lief ich einmal im Kreis der schwarzen Schönheit hinterher und versuchte, ihn halbwegs gut zu treffen. Bei einer Blende von 5,6 traute ich mir zu, die interessanten Details scharf zu bekommen – ganz offen war ein no-go, denn so zielsicher bin ich mit meinem 50mm Immerdrauf dann doch nicht.

Entstanden ist eine ganze Reihe minderwertiger Aufnahmen – doch als ich mich gerade eben in Lightroom so durchzappte und meinen Fotos Nullen und Einsen verpasste, fiel mir auf, dass der Rabe seinen Schatten auf die Wand geworfen hatte. Glückstreffer. Nein, beim Fotografieren war mir das gar nicht bewusst und umso größer war die Freude im Nachhinein.

Das ist es, was die Fotografie für mich so reizvoll macht: Mit dem Unberechenbaren konfrontiert sein, mich jeden Tag auf ein neues, kleines Abenteuer mit der Kamera einlassen, nichts planen und am Ende: Abdrücken. Klack!

Für einen Außenstehenden mag das völlig trivial und langweilig wirken, für mich aber ist so jeder Tag gefüllt mit kleinen Überraschungen. Und diese einzufangen ist Ausdruck meiner Lebensfreude, die ich Euch heute mit auf den Weg geben möchte.

In diesem Sinne: Gut‘ Licht!

Achso, halt, betitelt habe ich das Stück absichtlich mit dieser eher theatralischen Fassung, denn es war der erste Satz, der mir dazu einfiel. Einwenig bezieht sich das auch auf das Katz-und-Maus-Spiel, auf das ich mich eingelassen habe.

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32 Kommentare

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  1. klasse getroffen! tolles bild! das ist manchmal der zweite spass beim fotografieren, das entdecken von dingen, die einem beim „knipsen“ selbst gar nicht aufgefallen sind!

  2. „Das ist es, was die Fotografie für mich so reizend macht: Mit dem Unberechenbaren konfrontiert sein, mich jeden Tag auf ein neues, kleines Abendteuer mit der Kamera einlassen, nichts planen und am Ende: Abdrücken. Klack!“

    Volle Zustimmung !!! Aber müsste es nicht „reizvoll“ heißen ?

  3. Hallo Martin,
    Gratuliere zu diesem Bild!
    Es sind oftmals genau diese Situationen, wo man „einfach so“ mit der Kamera unterwegs ist und dann solche Bilder machen kann, die mir so viel Spass an diesem Hobby machen.
    Gruss,
    Roman

  4. Das Bild gefällt mir – klassisch in irgendeiner Weise.

    Vom „Titel“ *Straßenfotograf* höre ich nun bei Dir zum ersten mal, die Verwendung würde mir überhaupt nicht in den Sinn kommen.

    Ich liebe allerdings die Streetfotografie und das was ich mache ist „Street“ und da gibt es keine Grenzen/Beschränkungen außer man setzt sie sich selber.

  5. Jo, das sind immer diese Dinger wo man sich denkt „Jackpot“, wenn man sowas erwischt hat.

    Finde ich auch immer schön, wenn man sowas in der „ganz normalen“ Umgebung „erjagt“. Gibt immer so ein Triumphgefühl! ;)

    Hat echt was.. nur, ist das ausgeblichene oben rechts in der Nachbearbeitung entstanden? Wenn ja, hätt’s für meinen Geschmack nicht gebraucht.. :)

  6. Ganz einfach: großartiges Bild!

    Und noch ein Gedanke kam mir:

    Ich finde es toll, dass Du gerne einfach so „zugibst“ auch ein gutes Foto gemacht zu haben und es erst im Nachhinein entdeckt zu haben – oft habe ich das Gefühl (und kenne das auch ehrlich gesagt von mir selbst, wenn man gefragt wird: „boa, und das hast Du wirklich alles schon vor dem Auslösen gesehen?“), dass viele das eben nicht gerne zugeben. Lieber ist man doch der tolle Fotograf, der alles schon ganz genau vorher sah und wusste und blos nix dem „Zufall“ überlässt. Verstehst Du/Ihr, was ich meine?

    Dabei ist ja auch das kein Zufall. Immerhin hast DU fotografiert, hast Du Dir Mühe gegeben den richtigen Moment zu finden und letzendlich fotografiert man ja auch nach einem Gefühl, einer Intuition und die ist absolut persönlich…da wird der Zufall sofort relativ.

    Alles Gute und auch mal an dieser Stelle: vielen Dank für diesen tollen Blog und all Eure Mühe!

    Liebe Grüße,
    Benedikt

  7. das timing ist wohl perfekt bei dem bild, aber karlsruhe ist so unfassbar sauber, bei d(ies|ein)en strassenbildern kriege ich jedes mal sofort ganz stark post-war-wahn.

  8. Als ich das Foto unter der Überschrift „Bildvorstellung“ sah, dachte ich zuerst an Vogelzucht und so weiter. Dann war es auch umso überraschender, als ich erfuhr, aus welchem Zufall diese für mich schlicht beeindruckende Fotografie in dieser Form entstanden ist.

    Hat beinahe was Unwirklichliches, betrachtet man einmal, wie starr und betrachtend der Schatten im Gegensatz zum Vogel wirkt. Sehr schön!

    Die Nuss

  9. also ich hatte bei dem Bild gleich eine ganz andere Intension

    meine fing so an

    „Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich trübe sann und traulich
    müde über manchem alten Folio lang vergess’ner Lehr‘-
    da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen,
    gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der Türe her.
    „’s ist Besuch wohl“, murrt‘ ich, „was da pocht so knöchern zu mir her –

    das allein – nichts weiter mehr.

    […]“ Edgar Allan Poe

    weiter zum Lauschen hier

    http://www.youtube.com/watch?v=cLSmhpwLdEQ&feature=related

    aber mal zu der Straßenfotografie, ich denke nur der Suchende findet so etwas sieht es und kann es einfangen, ich weis nicht ob es Talent ist oder eben auch Training oder eine Mischung aus beiden, Glück ist auf jeden fall dabei und macht auch super viel Spass.

    mir ist auch vor ein paar tagen eine super Situation vor die Linse gekommen

    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/739434/display/23912448

    ich denke es ist das kleine das scheinbar unscheinbare das Bilder interessant machen kann

    lg Till

  10. Hallo Martin und Leser des Blogs,

    ich möchte an dieser Stelle nur einen vogelkundlichen Irrtum aufklären. Es handelt sich bei diesem vogel NICHT um einen Raben, sondern um eine Krähe. Genau um eine Rabenkrähe aus der Familie der Rabenvögel. Sie gehören – was mich selbst immer wieder überrascht – zu den Singvögeln. (Echte) Raben sind sehr scheue Tiere, die meist in Wald und Feld zu sehen (oft aber nur zu hören) sind. Sie werden wegen ihrer Ähnlichkeit oft mit den Krähen verwechselt.

    Die ganze Familie übt auch auf mich einen besonderen Reiz aus, weshalb ich das Foto dennoch hübsch finde. Und wenn es der positiven Darstellung der sonst so unbeliebten Vögel dient, bin ich auch ein Fan…

    Beste Grüße martin

  11. „unberechenbar“ „reizvoll“ => Da stimme ich voll und ganz zu. Aber für mich sind solche Dinge wie die Schönheit eines davonfliegenden Raben auch Details, auf die man ohne Kamera selten achtet. Dabei hat die Welt sehr viele solcher kleiner Wunder zu bieten. Und gerade diese Tatsache macht für mich die Fotografie besonders – Sich auf die Dinge zu konzentrieren die im Alltag oftmals einfach übersehen oder bereits als „Ist halt so“ abgetan werden. Ich mag das Foto sehr. Der Schatten auf der Wand, der Rabe, der davon fliegt, zielstrebig ins Licht. Wunderbar…

  12. Blogartikel dazu: Nice Learn photos | Latest News For Everthing You Know

  13. Blogartikel dazu: mudl.us