26. Januar 2011 Lesezeit: ~ 9 Minuten

Mittelformat für Alle (Teil 2/3)!

Der Film

Die Mittelformat-Kamera schluckt in aller Regel den sogenannten 120er Rollfilm (wir haben das Thema in Teil 1 bereits gestreift). Den gibt es z.B. von Kodak, Fuji oder Ilford und kann online bestellt werden oder im gepflegten Foto-Fachgeschäft gekauft werden. Ich selbst nutze meist Fuji-Filme und bestelle sie online, da es etwas günstiger ist. Die Marke soll aber erst mal keine Rolle spielen.

Die Unterschiede sind Feinheiten, die jeder für sich entdecken muss. Je nach Typ des Films zahlt man €5 – €8 für eine Rolle Film. Hier wird manch einer das Handtuch werfen und sagen: “€ 8.- für 12 Aufnahmen?!” Ja ich weiss, das kann ins Geld gehen. Aber ich garantiere Euch, Ihr werdet gerade deshalb ganz anders ans fotografieren herangehen.

Gerade die Einschränkung, dass man nicht einfach mal ein paar dutzend Auslösungen für ein Motiv verballert, lässt einen überlegter und mit mehr Bewusstsein an die Sache gehen. Ich mache selten mehr als 2 Belichtungen des gleichen Sujets, überlege mir dabei aber viel genauer was ich tue und warum. Dies führt zu besseren Bildern und einer ganz anderen Wertschätzung. Eigentlich ist es ein Segen, der einen kreativer macht.

ISO/ASA-Kennzahl

Aber zurück zum Thema: Die wichtigste Entscheidung beim Filmkauf ist die ISO/ASA-Kennzahl. ISO 50, 100, 400, 800 sind die gängigen Empfindlichkeiten des Negativs. Sie stehen in Korrelation zu den Einstellungen, die Ihr an Eurer DSLR machen könnt (dieselben sind nämlich von den Empfindlichkeiten des Films abgeleitet).

Dementsprechend ist das Negativ umso lichtempfindlicher, je höher die ISO-Kennzahl. Für Aufnahmen am Tag ist ISO 100 meist bestens geeignet und weist das geringste Korn auf (Korn! nicht Rauschen!). ISO 400 ist der gute Mittelweg und ISO 800 ist für schlechte Lichtverhältnisse sinnvoll.

Darüber hinaus muss man wissen, dass Negativ-Film grundsätzlich für Tageslicht ausgelegt ist. Dies entspricht wiederum den Weissabgleichs-Optionen Eurer DSLR. Wenn draussen fotografiert wird, werden die Farben naturgetreu dargestellt. Bei Kunstlicht werden die Bilder eher warm, unter fluoreszierendem Licht eher grünlich. Der Unterschied zur Digitalfotografie liegt darin, dass man sich mit der Wahl des Films festlegt.

Den Film installieren

Viele werden das Prozedere noch kennen, wie man einen Kleinbildfilm in eine alte Knipse einlegt. Bei den MF-Kameras ist das etwas komplizierter, aber kein Grund zur Sorge. Grundsätzlich gibt es den Film selbst, der auf eine Spule aufgerollt ist.

Zusätzlich braucht man eine zweite Spule (meist die leere, von der der letzte Film abgespult wurde) die den Film wieder aufnimmt. Je nach Kamera, für die Ihr Euch entschieden habt, ist der Ablauf unterschiedlich. Hier hilft Youtube in dunklen Stunden der Verwirrung! Für fast jedes Modell kann man filmische Anleitungen finden wie das im einzelnen funktioniert. Die Grundidee ist aber immer gleich. Hier das Beispiel bei der Mamiya RZ67.

Belichtung

So, MF-Kamera ist am Start, Film erfolgreich eingelegt – spätestens jetzt stellt man fest, dass die Kamera keinen eingebauten Belichtungsmesser hat – zumindest, wenn man nicht €3000+ für ein moderneres Modell ausgegeben hat. Dafür gab es früher externe Lichtmesser z.B. von Sekonic. Deren Bedienung ist zwar auch kein Hexenwerk, aber für viele Einsteiger eine weitere Hürde.

Analoger Lichtmesser von Sekonic

Das Schöne ist, dass praktisch jeder von Euch bereits im Besitz eines pragmatischen Ersatzes ist: Eure DSLR! Aber auch digitale Kompaktkameras funktionieren, sofern sie die Möglichkeit biete,n manuell die Blende und Verschlusszeit zu steuern.

Verschlusszeiten-Wählrad an der Mamiya RZ67

Verschlusszeiten-Wählrad an der Mamiya RZ67Wenn wir unser Motiv gefunden haben, holen wir die Digitalkamera aus der Tasche und nehmen das gewünschte Motiv ins Visier. Dabei sollte die Brennweite, oder besser gesagt der Bildausschnitt ganz grob dem entsprechen was wir im Sucher der Mittelformat-Kamera sehen.

Nun tasten wir uns manuell mit Blende und Verschluss an die optimale Belichtung der Szene heran. Noch einfacher ist es, die Szene im P-Modus zu fotografieren und sich die angezeigten Werte für Blende und Verschluss zu merken. Diese lassen sich nämlich ohne weiteres auf die MF-Kamera übertragen. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr bei der Digitalkamera einen ISO-Wert wählt, der dem des eingelegten Films entspricht! So könnt Ihr in aller Ruhe und ohne teuren Film zu vergeuden erstmal die korrekte oder gewünschte Belichtung finden und dann auf die Wahlräder der MF-Kamera übertragen.

Blendenringe

Blendenring an der Mamiya RZ67

Grundsätzlich können die digital ermittelten Werte 1:1 übernommen werden und Ihr werdet ein sinnvoll belichtetes Negativ erhalten. Was aber beim Film zu bedenken ist, ist die Tatsache, dass er ganz im Gegensatz zum CMOS-Sensor viel besser mit Spitzlichtern klarkommt! Wenn bei einer digitalen Aufnahme die Lichter ausfressen, sieht das übel aus – erst recht wenn man das Bild drucken.

Negativfilm dagegen hat einerseits eine möchte n höheren Dynamikumfang, weshalb es mehr braucht bis z.B. der Himmel ausfrisst. Andererseits reissen überbelichtete Bildbereiche auf Film nicht so wüst ab, wie es bei digitalen Aufnahmen geschieht. Das Resultat ist in den meisten Fällen viel ansehnlicher, als man das gewohnt ist.

Genau das Umgekehrte gilt für die Schatten. Die sind bei digitalen Aufnahmen eher unbedenklich, weshalb man eben auf die Spitzlichter belichtet, sodass diese ja nicht ausfressen und nimmt dabei (wenn nicht anders möglich) in Kauf, dass die Schatten mal absaufen. Bei analogen Aufnahmen wirken abgesoffene Schatten viel störender, weshalb man eher auf diese belichtet um dort noch etwas Zeichnung zu retten.

Winterszene mit der Hasselblad 500c/m auf Fuji REALA 100 - unbearbeitet

Winterszene mit der Hasselblad 500c/m auf Fuji REALA 100 – unbearbeitet

Für die digital ermittelten Belichtungswerte heisst das konkret: Wenn’s digital gut aussieht, kann man bei der Filmbelichtung getrost eine 1/2 bis 2/3 Blende aufmachen. Wer sich das Errechnen des Shifts sparen will kann aber natürlich auch bei der digitalen Messung einen leicht niedrigeren ISO-Wert benutzen (Also z.B. für einen ISO 400 Film mit ISO 320 messen) Und überhaupt, nach den ersten 20 Rollen Film bekommt man ein Gefühl dafür, was es verträgt und arbeitet intuitiv.

Fokussieren

Den Fokus setzen wir natürlich manuell, weil wir bei diesen Kameras keinen Autofokus haben (neuere und teure Modelle aus den 90ern ausgenommen). Auf Grund des riesigen Aufnahmeformats hat man mit offener Blende eine wesentlich knappere Tiefenschärfe. Aber auf der grossen Mattscheibe des Schachtsuchers (die meist auch eine aufklappbare Lupe besitzen) kann man jedoch sehr gut den gewünschten Fokus finden.

 Blende f/5.6 Hasselblad 500c/m auf Fuji REALA 100

Blende f/5.6 Hasselblad 500c/m auf Fuji REALA 100

Um eine sinnvolle Tiefenschärfe zu erreichen, muss schonmal auf f/16 abgeblendet werden. Ich bin deshalb auch am Tag gerne mit ISO 400 Film unterwegs – ansonsten bewegt man sich schnell bei Verschlusszeiten um 1/30 oder weniger, was nur mit Stativ noch wackelfrei machbar ist.

Den Auslöser drücken

Da gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ausser dass es ein anderes Erlebnis ist, als mit der Digitalen. Es soll ja Leute geben, die nur fotografieren weil sie das Auslösegeräusch so lieben. Da kommt man mit der MF-Fotografie definitiv auf seine Kosten! Gerade bei der Mamyia RZ67 spürt man quasi den Luftzug der aus dem Sucherschacht strömt wenn der riesige Spiegel hochklappt. Es klickt nicht einfach nur, es ist eine ganze Geräuschkulisse die da abgeht. Purer Kamera-Fetisch. Auf Grund der grossen Massen, die sich bei der Auslösung bewegen, ist ein stabiles Stativ keine schlechte Idee.

Spiegelkasten der Mamiya RZ67

Spiegelkasten der Mamiya RZ67

Daneben gibt es noch eine kleine Falltür. Alle MF-Kameras mit Filmmagazin haben eine sog. Dark Slide – ein Metallschieber, welcher das Negativ vor Belichtung schützt, wenn das Magazin nicht auf der Kamera sitzt. Bei der Mamyia ist es z.B. möglich, auszulösen auch wenn die Dark Slide noch drin ist.

Man knippst munter vor sich hin, dreht nach jeder Aufnahme den Film weiter um am Schluss zu merken, dass die ganze Zeit der Metallschieber den Film vor Belichtung geschützt hat. Ich musste mir Anfangs einen Kleber auf die Kamera machen, der mich erinnerte, die Dark Slide zu entfernen. Bei der Hasselblad gibt es hingegen eine mechanische Vorrichtung die den Auslöseknopf blockiert, solange der Schieber drin ist.

Dark Slide bei der Mamiya RZ67

Dark Slide bei der Mamiya RZ67

So, jetzt könnt Ihr losziehen! Einfach mal die ersten 2-3 Rollen belichten, bisschen mit der Belichtung experimentieren und sich mit dem grossen Boliden anfreunden. Übrigens: Wenn man mit ner voluminösen Kamera wir z.B. der Mamiya RZ unterwegs ist, wird man des öfteren von Passanten angesprochen, was das denn da eigentlich ist. Daraus haben sich bei mir schon nette Gespräche ergeben – auch ein schöner Nebeneffekt!

Im nächsten und letzten Teil schauen wir uns an, was wir mit den belichteten Filmrollen machen und wie wir die Bilder zum guten Schluss doch noch in die digitale Welt befördern…

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33 Kommentare

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  1. Das mit dem Belichtungsmesser ist eine Sache für sich – wenn ich unterwegs bin, dann benutze ich immer nur eine Kamera – meine Dslr nur für die Lichtmessung mitnehmen halte ich für Unsinn.

    Könntest du etwas genauer auf die Belichtungsmessung eingehen? Wohin hälst du mit dem analogen/digitalen Lichtmesser? Es gibt noch diese Regel “Auf Schatten messen, auf Lichter entwickeln” – kann man das übernehmen? Stimmt das?

    Was mache ich bei einer Landschaftsaufnahme im Sonnenschein? Messe ich da eher den Himmel oder die Schatten? Mich beschäftigen solche Fragen immens, dennoch wird MF irgendwann kommen. :D

    Fragen über Fragen… :)

    • @Hannes: Wenn Du nen Lichtmesser hast, macht das die dslr natürlich überflüssig. Ansonsten bleibt Dir ncht viel anderes übrig. Es gibt natürlich auch Prismensucher für die MF Cams, die auch einen Lightmeter integriert haben, aber wir gehen hier mal von pragmatischen Minimallösungen aus…

      Bei einer Landschaftsaufnahme würde ich mir überlegen ob der Himmel oder die evtl. schattige Landschaft massgebend ist und meine Belichtung entsprechend anpassen. Auf Film hast Du oben raus einfach etwas mehr Spielraum. Bei hohem Kontrastumfang muss man jedoch immer einen Kompromiss eingehen.

  2. Und wieder klasse geschrieben :-)

    Dazu möchte ich noch etwas sagen, die Tatsache, dass man als Anfänger gern die digitale Kamera zur Hilfe nimmt, um passend zu belichten ist schon sehr gut, noch besser ist es, wenn man dann den Handbelichtungsmesser auf die von der Digicam ermittelten Werte einstellt und dann mit oder ohne Karlotte einfach mal den Handbeli verschieden hält, da findet man auch sehr gut heraus, wie man damit umgehen kann

  3. Und gleich zu Beginn mal ein wenig Kritik. :)
    Ich konnte bei ebay ein Schnäppchen für 250 Euro schießen, welches eine Mamiya 645 pro + AE-Prismensucher und das Filmmagzin umfasste. Der AE-Prismensucher hat den eingebauten Belichtungsmesser. Man benötigt also keine 3000 Euro für eine Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser.

    • Glückwunsch, hört sich nach einem echten schnäppchen an. Und stimmt die optionalen Prismensucher sind eine günstigere alternative. Ich hatte bei den teuren Modellen auch eher an die modernen Varianten vom Schlage einer H1 oder 645 AFDIII gedacht. Aber auch MF Messucher wie die Mamiya 6 und 7 oder die Plaubel Makina 67 haben gemäss Ihres Typs eine Belichtungsmessung.

  4. Kann den dritten Teil gar nicht mehr erwarten – das ist der einzige welcher mir auch noch in der Praxis fehlt.
    Das man 3x überlegt was man fotografiert kann ich bestätigen – man lernt auch geduldig zu sein – habe seit einem Jahr einen Film eingelegt und weiß gar nicht mehr was mein erstes Bild war :)

  5. Ganz fix einige Anmerkungen zu einigen Dingen, die mir aufgefallen sind.

    “[…] ISO/ASA […] 50, 100, 400, 800 sind die gängigen Empfindlichkeiten des Negativs. Sie stehen in Korrelation zu den Einstellungen, die Ihr an Eurer DSLR machen könnt (dieselben sind nämlich von den Empfindlichkeiten des Films abgeleitet). […]”

    Hier ist anzumerken, dass es nicht nur Negativfilm, sondern auch Positivfilm, auch als Diafilm bekannt, gibt.

    “Darüber hinaus muss man wissen, dass Negativ-Film grundsätzlich für Tageslicht ausgelegt ist.”

    Zumindest früher gab es auch Kunstlicht-Negativ-Rollfilm – ob der heute aber noch angeboten wird, weiß ich nicht. Es könnte aber gut sein, dass es einen solchen gar nicht mehr gibt – weiß da jemand was?

    “Was aber beim Film zu bedenken ist, ist die Tatsache, dass er ganz im Gegensatz zum CMOS-Sensor viel besser mit Spitzlichtern klarkommt!”
    …es sei denn, man benutzt Positivfilm – der ist auch ganz schnell in den Lichtern ausgefressen! Aber auch hier gilt ganz richtig “[…] nach den ersten 20 Rollen Film bekommt man ein Gefühl dafür, was es [oder er, der Film, Anm. von mir] verträgt […]”

    Zum Dark Slide noch eine Anmerkung: Dank diesem kann man, sofern man mehrere Magazine besitzt, verschiedene Filme mitten im Film wechseln. So kann man beispielsweise zwischen verschiedenen Fimempfindlichkeiten wählen.

    • Auf Kunstlicht ausgelgte Negative hab ich noch nirgends gefunden. Für Film Film (also zum damit drehen) gibt es weiterhin beides.

      Die Vorzüge von Positiv Film sind mir (auch mangels ausprobieren) immer noch nicht klar. Oder gab es mal einen Mittelformat-Dia-Projektor?

      Es gibt ja zudem auch (wieder) den Polaroid Film. Auch dazu gibt es entsprechende Magazine…

  6. Nachdem ich nun seit vielen Monaten stiller Leser dieses interessanten Blogs bin, kribbelt es mich nun endgültig in den Fingern und ich muß tippen!
    Die Frage die mich letztendlich noch vom Kauf einer (aus finanziellen Gründen) manuellen! Mittelformat abhält ist die: In welchen Situationen (Architektur/Landschaft) ist eine Mittelformat einer digitalen SLR (speziell K20) überlegen? Bzw. erkennt man Unterschiede selbst in A4 Broschüren oder ist die Qualität erst in größeren Formaten spürbar?

    Ich freu mich auf den dritten Teil dieser Serie und danke für die vielen interessanten Beiträge bisher!
    Andreas

    • Naja, ich würde mal sagen in kleineren Druckausgaben oder als jpg im Netz ist der Unterschied jetzt nicht so erkennbar. Gerade bei Architektur und Landschaft, wo du eher grosse Tiefenschärfe suchst, fällt auch das Merkmal der knappen Tiefenschärfe weg. Der Reiz und persönliche Mehrwert liegt vielmehr im Handling und dem Medium Film an sich. Darüber hinaus hast Du natürlich schon eine viel grössere Auflösung, auch wenn man sich bei 100% Ansicht des Scans erstmal fragt wo jetzt genau die Schärfe ist. Mit etwas Nachschärfen und Druck im Format 1m auf 1m geht einem der Kinnladen runter… Naja mir zumindest :-)

  7. @ Nicolas, wie ich sehe besitzt du auch den guten alten Seconik L 398, ein feines Teil. ;-)
    Noch ein Tip von mir, Rollfilme / 120 er sind sehr empfindlich gegenüber Sonnenlicht, belichtete Filme sollten also so stramm wie nur irgend möglich in ihr Papier gewickelt werden wenn sie belichtet wurden und dann sofort in die tiefste Ecke der Fototasche.

    Gruß Frank

  8. Warum eigentlich in teure Photo-Zeitschriften investieren, wenn man hier viel mehr Information sammeln kann? Das wäre jetzt erstmal nur an das Kwerfeldein Team gerichtet. Wirlkich toller Blog.

    Die MF-Kamera Artikel sind wirklich sehr schön zu lesen. Es macht Spaß über eine solch fremdes (fremd daher, da heutzutage ja doch die meisten mit einer Digitalen unterwegs sind, und wenn mit Film dann 35mm) Thema informiert zu werden, achwas “informiert” – man wird richtig unterhalten. Jedenfalls geht es mir so.

    Jan

  9. Inspirierender Artikel, Danke dafür! Eine kleine Handvoll Infos / Anregungen von mir dazu:

    Prima Bilder mit MF auf Flickr von diesem User DoveVadar http://www.flickr.com/photos/dovevadar/sets/72157605157402460/

    Ein Beispiel, das sich wegen Farbcharakteristik nachts gepushter Diafilm (statt Negativfilm) lohnen kann (SOOC) http://www.flickr.com/photos/geopirat/5379001401/

    Eine schöne Hasselblad (Zustand EX) 500cm mit Sucher gibts ab 600 Dollar.

    Eine gute Quelle mit wesentlich breiterer Auswahl als Adorama kann auch KEH.COM sein. Ich habe mit beiden mehrere gute Erfahrungen gemacht, auch bei B&H kann man Glück haben.

    Schöne Infos zu Filmen gibts auch auf dem Spürsinn Blog http://www.spuer-sinn.net/blog1/?cat=8

    Ein guter und super kleiner Belichtungsmesser ist auch der Gossen Digisix.

    Frohes shooten,
    Carsten

  10. Noch ein paar ergänzende Infos zur Lichtmessung:

    Wenn man mit der Digitalkamera misst, dann hat man defakto einen Spotmeter, das heisst man misst das reflektierende Licht des Subjekts vor der Linse. Wenn die Messung auf auf spot oder mittenbetont eingestellt ist, kann man so z.B. eine Messung vom hellen Himmel und eine zweite vom dunklen Wald machen und sich so den guten Mittelwert für die Aufnahme auf Film überlegen.

    Mit einem Incident Lightmeter wie im Beitrag abgebildet hingegen, misst man einfallendes Licht an dem Ort wo man gerade steht. Ich mache das mittlerweile so und komme ganz gut klar, wenngleich das tewas ungenauer ist und ich nicht schnell die 500m bis zum Waldrand renne um dort eine Messung fur den Schatten zu machen. Wenn ich in der Sonne stehe, sagt mir die Messung aber, dass alles andere von der Sonne angestrahlte in der Aufnahme mit der angezeigten Blende richtig belichtet wird. Der Rest ist Gefühl und kann mit etwas erfahrung von dieser einen Messung abgeleitet werden…

  11. Wenn ich meine Rolleiflex verwende, würde ich nie eine DSLR als Belichtungsmesser mitnehmen. Dafür verwende ich die “Pocket Light Meter” für das iPhone. Ist vollkommen kostenlos, und das iPhone habe ich eh immer dabei. In dem Programm kann man 2 der 3 Variablen Blende, Belichtungszeit und ISO feststellen, den dritten Wert bekommt man geliefert. Ich weiß es nicht genau, aber scheinbar macht das Programm eine mittenbetonte Messung. Ich bin damit jedenfalls immer gut klargekommen, die Bilder waren richtig belichtet. Bestimmt gibt es das auch für Android etc.

    Mittelformat ist allerdings auch recht neu für mich, bis jetzt habe ich gerade mal eine handvoll Filme mit der Rolleiflex belichtet. Es haut einen aber schon um, wenn man 6×6 Negative oder sogar Positive in der Hand hält, deshalb kann ich das jedem nur empfehlen :)

  12. Gratulation zu dieser hervorragenden Serie, ich bin schon auf den dritten und leider letzten Teil gespannt. Positiver Nebeneffekt: Ich habe tatsächlich mal einen Blick in die Bucht riskiert um mal gaaanz vorsichtig die üblichen Gebrauchtmarktpreise zu sondieren

    Lg
    Jan

  13. Hey Nikolas, Superartikel, Danke dafür!

    Ich bin insbesondere auf den 3. Teil gespannt, da ich beim scannen nie solche Ergebnisse wie in der DuKa hinbekomme. Die detailreiche “Smoothness” (so nenn ich es mal) welche auf Barytpapier die Bildmotive so abstrakt wirken läßt geht mir dabei verloren.

    Das interessiert mich vor allem deswegen weil ich demnächst auch 4×5 Negative scannen möchte… Im Moment fotografiere ich hauptsächlich mit einer Rollei 6003pro und Tri-X400..

    Wär natürlich toll wenn es ein paar Tips bzgl. der richtigen Hard/Software- Konstellation gäbe sowie ein paar Beispiele von Lesern…

    Grüße, Kai

  14. Grundlegend tolle Artikel. Jedoch finde ich den einsatz von einer Digitalkamera als Belichtungsmesser für Mittelformat ein vollkommen falscher ansatz. Gerade anfangs verleitet doch die mitgenommene Digicam dazu digital Testfotos zu machen. Am Ende wird dann doch die Digiknipse genommen. Der Lerneffekt verpufft auch durch vorschaubilder. Analogfotografie hat einen doch gerade wesentlich sensibilisiert was Schatten und Lichter überhaupt sind. Die meisten kompakten Digiknipsen haben außerdem auch nicht eine Spotmessung die m.M. nach für ernsthafte MF-Fotografie unabdingbar ist. Weil wie will man sonst ordentlich auf die Schatten belichten wie es schon Ansel Adams propagandiert hat? Nen ordentlicher Belichtungsmesser mit Spotmessung 1° oder wenigstens 5° Messkalotte sollte schon noch mit im Budget eingeplant werden. Am besten einen analogen mit Zeiger was m.M. viel intuitiver ist als so eine Digitalanzeige und vllt. sogar noch mit einer Zonenskala drauf. (kann man auch selbst drauf kleben) Man muss ja nicht nach Zonensystem arbeiten, aber das Sytem kann man auch prima “missbrauchen” um sauber belichtete Fotos zu erzielen. Einfach nur einmal Lichter und einmal Schatten anmessen, -3 auf die Schatten setzen bei einem Dynamikumfang von maximal 6 Blenden oder maximal -4 wenn der Dynamikumfang 8 Blenden übersteig. Geht mit der Zonenskala wesentlich intuitiver, da man hier nicht auf die 6 Blenden reduziert ist. Das geht ganz schnell in Hand und Fuß.

    Ach ja, das Problem mit dem Auslösen trotz Schieber im Magazin wurde bei der RZ II gelöst. Da kann man nicht auslösen, falls jemand mit einer Mamiya liebäugelt und. :-)

    Gruß,
    Alex Supertramp

  15. “Es soll ja Leute geben, die nur fotografieren weil sie das Auslösegeräusch so lieben. Da kommt man mit der MF-Fotografie definitiv auf seine Kosten! Gerade bei der Mamyia RZ67 spürt man quasi den Luftzug der aus dem Sucherschacht strömt wenn der riesige Spiegel hochklappt. Es klickt nicht einfach nur, es ist eine ganze Geräuschkulisse die da abgeht. Purer Kamera-Fetisch. ”

    ICH KAM

  16. Blogartikel dazu: Links am Sonntag – 30.01 | lo-fi film photography blog

  17. ein sehr gelungener Beitrag, wünschte das es genug Enthusiasten gibt die das Mittelformat in die Zukunft retten, ich selbst fotografiere mit Ercona und Six TL, beide von Pentacon und erschwinglich für Jeden, wobei die Ercona 9×6 beherrscht- mit einem Trick sogar Doppelbelichtungen, das Ergebnis ist erstaunlich. Jedenfalls hoffe ich auf viele Nachahmer und viele Neugierige die die alten Schätzchen von den Flohmärkten/ Auktionsplattformen retten!

  18. Blogartikel dazu: Analoge Fotografie - Erinnerungen werden auf dem Flohmarkt wach