28. Januar 2011 Lesezeit: ~ 7 Minuten

Mittelformat für Alle (Teil 3/3)!

In Teil 2  zum Thema Mittelformat für Alle haben wir uns mit der Belichtung und Handhabung von Mittelformat-Film beschäftigt. Einige von Euch sind vielleicht in der Zwischenzeit das Wagnis eingegangen und haben jetzt eine belichtete Rolle, die sehnlichst auf ein Chemie-Bad wartet! Ganz davon abgesehen, dass ihr jetzt auch endlich sehen wollt, was ihr da produziert habt.

Entwicklung

Ich nehme es gleich vorweg: Ich bin nicht der Dunkelkammer-Typ. Wer S/W-Film belichtet, mag sich mit etwas Aufwand und Know-How im heimischen Badezimmer einrichten und seine Filme selbst entwickeln. Bei Farbnegativen ist der Aufwand für eine Einzelperson aber nicht mehr verhältnismässig. Ich trage meine Filme zum lokalen Fachlabor. In Basel, wo ich wohne, gibt es momentan 3 Labore, die die Entwicklung von 120er Farbnegativ anbieten. Beim Günstigsten und meines Erachtens Besten kostet das dann um die €4.- pro Rolle.

Schaut Euch in Eurer Region um, geht mal in ein Fachgeschäft und fragt, ob sie 120er entwickeln. Wenn nein, kann man Euch bestimmt nen Tipp geben wer das in der Nähe noch macht. Und sonst hilft Google weiter oder schaut Euch mal diese nach Postleitzahlen sortierte Liste von photonews.de an.

Bei der Entwicklung kann eigentlich wenig schief gehen. Im Gegensatz zur Entwicklung von Kleinbildfilm via dem lokalen Supermarkt werden Eure Bilder im Fachlabor nicht interpretiert. D.h. kein indifferenter Operator, der am Entwickler sitzt und mal eben überall den Kontrast hochschraubt und irgendeinen Sonnenschein-Weissabgleich macht, damit Otto-Normalverbraucher mit seinen Ferienfotos ja zufrieden ist. Im Fachlabor, wenn man Mittelformat-Negative abgibt, wird davon ausgegangen, dass Ihr wisst was Ihr tut; Eure Negative werden wirklich “nur” gemäss einem Standard-Prozedere entwickelt – so, wie sie eben sind.

Ihr könnt natürlich auch Abzüge anfordern, aber in aller Regel wird man erstmal nur die entwickelten Negative zwecks späterem Scannen und Bearbeiten haben wollen. Bei der Abgabe könnt Ihr sagen, dass Ihr nur “Entwickeln und Schneiden” wollt. Das bedeutet, dass der lange Streifen des 120er-Negativs im Labor in sinnvoll grosse Stücke geschnitten wird (meistens 3 Bilder pro Segment). So können sie dann später in den Scanner eingespannt werden.

Geschnittene Negativstreifen

Geschnittene Negativstreifen

Auswertung: Scannen

Jetzt kommt der Moment der Wahrheit. Entwickelte Negative nach der Arbeit noch schnell beim Labor geholt… und nun? Spätestens jetzt braucht man einen Negativscanner. Zwar kann auch das Scannen im Fachlabor mitbestellt werden, ist aber auf Dauer zu teuer. Im sinnvollen Preissegment gibt es momentan 2 Varianten.

Gut und günstig ist der CanoScan 9000F* von Canon. Das Teil ist neu so um die €200.- zu haben und besitzt Durchlichteinheiten für 35mm- und 120er-Film. Für die meisten Anwender reicht dieses Gerät völlig aus. Als ich damals vor der Entscheidung stand, hab ich mich für eine leicht teurere Variante, den Epson Perfection V700 Photo entschieden.

Für ca. €600.- bekommt man einen qualitativ hochwertigen Scanner, der sogar mit Grossformat-Negativen klarkommt und ein umfassendes Softwarepaket inkl. automatischer Staub- und Kratzerentfernung mitgeliefert. Wie immer sind auch beim Scannen keine Grenzen nach oben gesetzt. Wer nach mehr sucht landet bald beim Flextight X5 von Hasselblad (Kostenpunkt um die €15’000 !!!)

Aber wie gesagt, der CanoScan ist völlig ausreichend um sinnvolle Scans anzufertigen. Wer etwas mehr rauskitzeln will ist mit dem Epson V700* schon sehr gut bedient. Ich habe von den Espon-Scans schon wunderschöne Fine Art Prints im Format 1m x 1m drucken lassen. Ausserdem hat man immer noch die Möglichkeit, nach der Sichtung der Negative ins Fachlabor zu gehen und sich einen High-End-Scan seines Lieblingsbildes anfertigen zu lassen.

Auf das Scannen im Einzelnen wollen wir hier nicht gross eingehen – vielleicht ist das auch einen extra Artikel wert (bei Bedarf bitte per Kommentar melden – d. Red.). Mit den Automatik-Einstellungen des Scanners kommt man schonmal ohne grosses Vorwissen zu akzeptablen Resultaten. Der Rest ist Fine Tuning, je nachdem was man mit den Bildern später noch machen will. Einige Eckpfeiler möchte ich Euch aber trotzdem auf den Weg geben:

Die geschnittenen Filmstreifen werden in eine Halterung montiert, die den optimalen Abstand zum Scanner, sowie eine gerade Ausrichtung gewährleistet. Das sieht dann etwas so aus:

Negative im Filmhalter

Negative im Filmhalter des EPSON V700 montiert

In der Software stellen wir ein, dass es sich um Negative handelt, womit die Durchlichteinheit aktiviert wird. Ein solcher Scanner hat nämlich im Deckel auch noch mal eine Lampe, die Licht durch das Negativ schickt und es quasi auf den Scan-Kopf darunter belichtet. In Sachen Auflösung bieten die meisten Geräte immens hohe Auflösungswerte.

In der Realität ist aber eine Auflösung von ca. 3200 dpi sinnvoll. Bis zu dieser Auflösung werden zusätzliche Details im Negativ erfasst. Geht man über diesen Wert erzeugt man nur noch mehr Pixel ohne dabei tatsächlich mehr Details aus dem Negativ zu kitzeln. Mit 3200dpi erhält man so bei einem 6×6 Negativ (z.B. aus einer Hasselblad) ein etwa 50 MegaPixel grosses Bild! Die Scans speichert man am besten als 16-Bit Tiffs und importiert sie anschliessend in Lightroom oder Photoshop für die weitere Bearbeitung…

Englischer Garten

Englischer Garten, München – Hasselblad 500c/m auf Fuji Pro H 400 – unbearbeitet

Das Wichtigste dabei

Nachdem das jetzt alles eher technisch war, möchte ich nochmal auf das Wichtigste zurückkommen: Neben oder gerade wegen des grösseren Aufwands gegenüber der Digitalfotografie im Kleinbildformat, wird man immer wieder belohnt. An einem schönen Herbstmorgen in der Natur sitzen, sich in aller Ruhe Gedanken über die Belichtung machen und sich fragen wie der Nebel wohl vom Film eingefangen wird, der erwartungsvolle Gang zum Labor um die Negative abzuholen, der verstohlene Blick auf den Filmstreifen im Gegenlicht der Neonbeleuchtung in der S-Bahn auf dem Heimweg sind solche Momente.

Testshot mit der Mamiya RZ67

Test Shot mit der Mamyia RZ67 – fälschlicherweise zu lang belichtet. Hat aber trotzdem seinen Reiz…

Und dann mit einem Glas Rotwein vor dem Rechner – während man wartet, dass der Scanner sich Zeile für Zeile an den Negativen abarbeitet – bis dann Bild für Bild endlich am Bildschirm sichtbar wird. Manchmal wird man enttäuscht, bekommt seine Fehlüberlegungen vorgeführt. Manchmal freut einen, dass alles genauso rausgekommen ist, wie erwartet; manchmal wird man überrascht, weil alles ganz anders kam als man dachte – nicht besser oder schlechter einfach anders und irgendwie wunderbar!

Dyptych

Diptych aus der Serie “Urban Vampire” – links Mamyia RZ67, rechts Hasselblad 500c/m mit Blitzlicht.

Ich hoffe, ich habe beim einen oder anderen die Lust geweckt, sich auf das Mittelformat einzulassen. Und behaltet Eure digitalen Kameras, es ist kein Ersatz, sondern eine poetische Erweiterung, die einen zwischendurch die Fotografie mit anderen Augen sehen lässt!

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41 Kommentare

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  1. Wow, ich bin begeistert. Super Artikelserie!
    Ich glaub, meinem Kopf freundet sich grad mit der Investition von ein wenig Geld in eine MF Kamera an ;-) Mal sehen wie lang ich den Gedanken zurückhalten kann^^.

    Grüße,
    Christian

  2. Ich habe mir kurz vor Weihnachten eine Lomo Diana F+ gekauft, die auch 120er Rollfilm nimmt und das Fotolabor, dass die DM Drogerien nutzen, kann den Film verarbeiten, dauert ca. 1 Woche (Montag abend abgegeben, Samstag abgeholt). Inzwischen schicke ich meine aber bei http://farbglanz.de/ ein, da kriege ich schon vor Auslieferung Zugriff auf die digitalen Versionen und bisher war der Service klasse. Zum Einschicken kann man einfach Fototaschen kostenlos bei ihnen bestellen.

  3. Schöne Artikelserie!

    Als ich meinen ersten entwickelten Rollfilm abgeholt hab, konnte ich es kaum erwarten zu schauen ob ich mit dem manuellen Fokusieren an der M645J wirklich was brauchbares produziert habe. Nikkor 50/1.8 aufgeblendet und als Lupe misbraucht und siehe da, wahnsinn was da allein schon auf 6*4,5 Negativen an Details sichtbar ist (und 6*6,6*7 und 6*9 erst). Habe gerade beschlossen auf dem Heimweg gleich mal wieder ein paar Rollen HP5+ kaufen.

  4. Das Entwickeln eines Farbfilmes ist immer ein normierter Prozeß (C41 für Negative, E6 für Dias), egal ob im Fachlabor oder im Großlabor, egal ob Kleinbild oder 120er Film. Das ist hüben wie drüben ein automatisierter Ablauf wo kein Operator “den Kontrast hochschraubt” oder einen Weißabgleich macht. Wenn bei der Entwicklung der Film “interpretiert” (push, pull, cross etc..) wird dann eher im Fachlabor…und auf Wunsch des Kunden !

  5. Vielen Dank für Deine Artikel, klasse Serie!

    Deinen Einwand, dass Color-Entwicklung Zuhause nur mit einem unverhältnismäßigem Aufwand machbar ist, kann ich nicht bestätigen. Ich persönlich finde C41 sogar einfacher als S/W, da es immer die selben Arbeitsschritte und Zeiten sind (bei S/W muss man je nach Film und Chemie andere Zeiten einhalten). Der Hauptunterschied ist die Temperatur: 38 Grad statt 20 Grad. Das erwärmen der Chemie kann man mit Warmwasser aus der Leitung im Küchenwaschbecken aber problemlos machen. Insgesamt liegt der Zeitaufwand, wenn man nur einen einzelnen Film entwickeln will, bei ca. 20 Minuten.

    Mir macht das Entwickeln der Filme großen Spass und ich möchte auch nicht mehr tagelang auf die Negative warten müssen. Finanziell bringt das selbst entwickeln dagegen weniger Vorteile.

  6. Die Artikelserie hat mir sehr gefallen.

    Allerdings möchte ich vor dem Suchtfaktor warnen. Seitdem ich meine Hasselblad habe, bleibt die Digitale immer häufiger im Schrank.

    Der WOW-Effekt ist imho bei Diafilmen nach dem Abholen noch größer, da hier ja keine Maskierung den Eindruck verfälscht. Allerdings muss man beim Belichten genauer messen, da sich hier der im Vergleich zum Negativ geringere Kontrastumfang auswirkt. Das Ergebnis eines 6×6-Dias entschädigt aber definitiv für die Mühe.

  7. Sind die Verfahren c-41 und E-6(Dia) nicht genormt? Deswegen sollte es doch auch im Drogeriemarkt die gleichen Ergebnisse geben wie im Fachlabor. Die Ausbelichtungen die man dort aber bekommt sind aber tatsächlich aufgepeppt.

    Also ich bin zufrieden mit dem was die Drogeriemärkte abliefern.

    Eine andere alternative zum Digitalisieren der Negative ist die eigene DSLR, so mache ich es jedenfalls.
    Hier ist mal ein Beispiel (sogar in SW und aus dem Drogeriemarkt):
    http://www.photocase.de/de/photodetail.asp?i=226030

  8. Dass der Drogeriemarkt 120er entwickelt wusste ich nicht, finde es aber sensationell! Umso besser für alle!

    Was deren Labore und meine Kommentare dazu angeht: Eine Ex-Freundin von mir hat mal ne weile für’s Labor eines Supermarkts (allerdings in Kanada) gearbeitet und was ich da so gehört hab war alles andere als “Standard”. Sobald der Techniker nach der Routine-Wartung und Justierung der Entwickler wieder weg war hat da jeder nach seinem Gusto angefangen zu schrauben…

    Aber hey, wenn die Resultate stimmen, ist’s ja völlig wurst.

  9. Vielen Dank Nicolas für die schön geschriebenen Artikel. Man merkt förmlich wie du mit Herz und Seele im Mittelformatsegment unterwegs bist.
    Für den schnellen Scan gebe ich dir recht, da muss es nicht der teure Filmscanner sein. Einen großen Unterschied finde ich macht es dann aber schon aus. Da ist dann wirklich die Überlegung die wertigen Bilder über einen Filmscanner zu holen.
    Bei 3200 dpi und 16 bit im Mittelformat braucht es aber dann auch ne Menge Speicherplatz und ein wenig Rechnerpower.

    Viele Grüße
    Oliver

  10. Schöner Artikel über eine leider fast vergangene Periode der Photografie. Mir fällt nur auf, dass die meisten Photos mit der Hasselblad gemacht wurden, der Text sich aber überwiegend auf die RZ67 bezieht. Ich selbst arbeite seit etwa 15 Jahren ausschließlich mit einer RZ67 PII. Der Wechsel fand statt wegen der höheren Qualität gegenüber dem KB Format. Ich bereue den Schritt nicht, vor allem nicht wenn ich einen Blick auf meine unzähligen Dias werfe und ohne große Vergrößerung die Qualität sichtbar wird. Suchtpotenzial wird hier frei Haus geliefert. Aus meiner Erfahrung möchte ich aber die Verwendbarkeit ganz klar einschränken auf eine wenig dynamische Photografie die mit sehr viel Ruhe und Bedacht ausgeübt wird, will sagen wir reden hier über Landschaftsphotografie, Portrait und eingeschränkt Architektur und Makro. Schnappschüsse sind Glücksache. Wer nur einen Lichtschachtsucher hat ist auf einen guten Belichtungsmesser angewiesen, der auch in der Lage ist im Spotbereich zu messen, ansonsten sind die Kosten von EURO 2 pro entwickeltem Negativ/Dia zu viel um einfach mal experimentieren zu können. Dieser BM verschlingt noch mal leicht EURO 300,–. Weiterhin ist das enorme Gewicht auf größeren Reisen immer ein Problem zumal die Behältnisse in denen die Kamera und die Gläser transportiert werden besten Schutz bieten müssen. Das alles zwingt zur Reduzierung auf das Notwendigste aber es ist möglich. Weiterhin ist ein Stativ unabdingbar sonst geht der größte Teil der Qualität in verwackelten Ergebnissen unter, schließlich wiegt die RZ67 mit Standardobjektiv 2,5 Kilo. Dieses Stativ kann kein KB Stativ sein sondern sollte auch größere Lasten trage können. Ich arbeite zusätzlich noch mit Spiegelvorauslösung wo immer es möglich ist. Wenn dann ein gutes Ergebnis vorliegt ist die ganze Plackerei vergessen.
    Die Weiterverarbeitung bzw. Präsentierung ist ein ganz eigenes Thema, im 6×6 Bereich kann man immer mal wieder einen guten Projektor ergattern, für eine 6×7 ist das fast unmöglich und auch kaum bezahlbar. Ich selbst habe mit einem Leihgerät die Qualität meiner Dias öfters überprüft und dabei auch den Unterschied zum Kleinbildformat sehen können – atemberaubend, nicht nur die Schärfe sondern auch die Farbvielfalt. Glücklicherweise haben wir hier in Frankfurt noch ein Fachlabor für Rollfilme bei dem ich nach 24 Stunden die entwickelten Filme abholen kann. Auch scannen ist für mich keine Sache für Kompromisse, daher habe ich mir für wenig Geld einen gebrauchten Trommelscanner zugelegt, der mit Software nicht mehr gekostet hat als ein Epson V700, aber deutlich bessere Ergebnisse bringt. Eine Nassverarbeitung beim scannen ist ebenfalls ein muss um weniger Probleme mit Newtonringe und Kratzern und Staub zu haben, gibt es übrigens auch für den Epson. Dieser Scanner (Howtek4000) ist auch sehr gut für meine älteren Kleinbildmaterialien einzusetzen.

  11. Super Artikelserie! Scheint einen grad aktuellen Trend gut zu treffen (wenn ich mir andere Blogs und so anschaue).

    Zu den Kosten:
    Meine Einstiegskamera, eine Yashica Mat, habe ich diese Woche bekommen. Klar, kein Profigerät, nicht direkt vergleichbar mit Rolleflex oder Hasselblad. Aber neuwertig für unter 200EUR. Dazu gibt es einen bekannten Foto-Händler im Netz (und in verschiedenen größeren Städten vor Ort), der 120er Farbfilme für 3,50EUR-3,95EUR verkauft (kein Porto!). Wenn man dann noch 2EUR Entwicklungskosten beim Drogeriemarkt nebenan dazu rechnet, ist das gar nicht mal so viel, um mit diesem schönen Spaß anzufangen!

  12. Hallo Nicolas, vielen vielen Dank für diese wunderbare, informative, inspiriernde, Lust machende Artikelserie! Ich liebäugel schon sehr lange mit dem Mittelformat. Und wenn ich das nötige Kleingeld beisammen habe, ist es an der Reihe! Und mit deinem begeisternden Artikel und den wunderbaren Fotos (besonders gefällt mir der Tanz im Wald im Sonnenlicht – erster Teil) bin ich dann bestens gerüstet. Danke und viele Grüße, Tina

  13. Ein Artikel übers Scannen wäre toll, gerade was S/W-Negative angeht. Ich habe es da noch nicht hinbekommen, auch bei hochwertigeren Scannern wirklich zufriedenstellende Ergebnisse zu bekommen.

  14. Danke für den Artikel!

    Canon8800F VS. EpsonV700

    Canon 8800F:
    Ich hatte bis vor kurzem den Canon8800F und war nicht immer voll zufrieden mit den Ergebnissen. 120mm Negative gingen noch ganz gut aber 35mm Negative waren immer eine sehr große Enttäuschung! Einfach zu wenig Schärfe, zu wenig Details im Bild sichtbar und die Farbwiedergabe war großteils “falsch” (getestet mit 3 verschidenen scan-programmen – bezieht sich aber NUR auf Farbnegative filme)

    (es könnte aber durchaus sein das der Nachfolger des 8800F, also der 9000F etwas besser ist)

    Epson V700:
    Seit ein paar Tagen habe ich den V700 und bin gerade dabei meine Negative neu einzuscannen und ich muss sagen in Sachen Qualität ist da schon eine erheblicher Unterschied! Bei den 120mm Negative hab ich jetzt eine echt sehr gute Schärfe OHNE das ich irgendwas nachschärfen muss. Details sind sehr gut sichtbar. Farbwiedergabe durchwegs korrekt. (natürlich hängt das stark von der Kamera und der Objektive ab)
    und das scannen von 35mm Negativen ist ne Wucht! Das ging mit dem 8800F nie und nimmer so gut!

    6×6:
    TIFF – 16bit mit 2400dpi -(ca 5200x5200pixel) ca 180MB pro bild!
    TIFF – 8bit mit 2400dpi -(ca 5200x5200pixel) ca 82MB pro bild!

    Ich persönlich speichere im TIFF 8bit Format ab. Weil es absolut ausreichend ist für meine Verhältnisse. Ich bearbeite eher selten meine analogen Bilder nach, da ich den natürlichen stand des Fotos immer beibehalten will. Natürlich werden Kratzer und Fussel, was die scansoftware nicht rausbekommt, noch mit photoshop weggezaubert und ab und an die Helligkeit angepasst falls ich mal zu stark unter- oder überbelichtet habe.

    :)

  15. grossartige Artikelserie Nick…

    “Wer nach mehr sucht landet bald beim Flextight X5 von Hasselblad (Kostenpunkt um die €15’000 !!!)”

    …der X5 macht vorallem Sinn, wenn Geschwindigkeit gefragt ist, Magnum bsp. setzt auf diese Teile, weil da ja ein immenses Archiv an analogen Daten verwaltet werden muss. Für eine Einzelperson tuts bsp. ein X1 problemlos, zwar etwas weniger schnell aber in Punkto Qualität absolut ebenbürtig mit dem grossen Bruder. Das System der Planlage ist genial gelöst und von Hasselblad patentiert, zudem kann man damit quasi RAW files von analogen Trägern produzieren (3FFF-Files). Ne Supercombi ist bsp. ein Epson 750er damit man schnell einen Motivüberblick seiner Mittelformat Negative erhält.
    Hasselblad bietet für den X1 immer wieder Tradein Aktionen an, somit kommt man deutlich unter einen Anschaffungswert von 10’000.- Euro.

  16. Danke für diese Artikelserie! Das ist mit Abstand das Interessanteste und Aufschlussreicheste was hier seit Langem veröffentlicht wurde. So viel Liebe fürs Detail und soviel Offenheit – danke dafür!

  17. Du raubst mir damit mein letztes Geld!
    Als armer Student geht schon meine Polaroid und KB-Analogie weit über mein Budget und nun hast du auch noch meinen alten Wunsch wieder aufleben lassen, und diesmal so stark, dass die nächste (oder spätestens übernächste) Anschaffung wohl ein Scanner, dicht gefolgt vom Mittelformat wird!!!

    Toll gemacht! Weiter so!

  18. Blogartikel dazu: Faszination Mittelformat. Die analoge Entschleunigung - Beginn einer Reise. | leichtscharf.de

  19. Herzlichen Dank für die guten Ausführungen und Tipps. Ich habe gerade den ersten Rollfilm bestellt und meine Diana F+ freut sich über das erste Futter. Ich musste mich erstmal durch das Netz kämpfen, um einen bezahlbaren Negativanbieter der 120iger Rollfilme zu finden. Nun weiß ich, wo ich es preiswert entwickeln lassen kann und nun kommt noch die Scannerhürde, denn Profiscanns (3-5 EUR pro Bild) sind einfach nicht bezahlbar auf Dauer. Ein Scanner muss her.

    Fazit: Toller Blog, gute Artikel! Da merkt man Leidenschaft und Herzblut. PS Ich bin auch kein Dunkelkammertyp ;-)

  20. Wirklich eine echt gute Artikelserie!!
    Ich habe mir eine Belair 6×12 bestellt und beschäftige mich in der Wartezeit mit den Grundlagen und der Theorie. ;-)
    Ein Artikel über das Scannen von KB und MF wäre super.
    Danke

    Ciao!
    Tom Eric

  21. Blogartikel dazu: Links am Sonntag – 30.01 | lo-fi film photography blog

  22. Danke für den Artikel. Ich freue über alles was MF betrifft.
    Nicht nur ein guter Einstieg sondern lange ausreichend ist eine 2-äugige TLR. Meine erste MF war eine Mamiya C330. Sie übertrifft in der Bildqualität die Mamiya 645. Ohne Stativ geht allerdings fast gar nichts. Außer jemand hat sehr gute Augen für den Lichtschacht. Und gewöhnen bei allen Lichtschacht-Modellen muss man sich an Seitenverkehrtheit. Soweit ich weiß stehen bei manchen Mf die Bilder zudem noch Kopf. Die enorme Farbtiefe der MF-Bilder haut mich immer wieder um. Schön auch einen alten Falter im MF-Format zu versuchen. Sie haben nur sanfte Schärfe, super geeignet für Porträts. Allerdings: Im Kopf durchgehen muss man dann: Blende, Zeit, vorgespult?, Fokus (einzustellen nur per Entfernungsscala). MF mit Drahtauslöser auszulösen ist immer gut. Die MFs mit Zentralveschlussobjektiven erlauben Blitzsynchronzeiten bis zur kürzestens vorhanden Zeit, also oft 1/500 s. Ich hoffe ich hab nichts aus deinen Texten wiederholt. Bin halt leidenschaftlich.

  23. Blogartikel dazu: Grundlagen der Fotografie: Eine Übersicht für Anfänger › kwerfeldein - Fotografie Magazin | Fotocommunity

  24. Hallo Analogfans,

    Mit einer der Gründe warum ich mir vor ca. einem Jahr eine Mamiya RB67 gekauft habe. Toller Bericht, der Lust auf langsame Fotografie macht.

    Ich möchte allerdings die Scheu vorm selbst entwickeln entschärfen wollen. Selbst mein allererster Versuch mit schwarzweiß hat auf Anhieb gute Ergebnisse gebracht. Das schwierigste war eigentlich daran beim “Film in die Dose fummeln” ruhig zu bleiben. Viel Platz dank Wechselsack braucht man auch nicht.

    Vor nem halben Jahr dann endlich der erste Versuch mit Farbfilm. Außer, dass man die Chemiepampe erwärmen muss ist es eigentlich gleich und hat auch sofort geklappt.

    Also nur Mut. Es macht voll Bock und die Ergebnisse mit nem preiswertem Scanner, wie meinem Canon 8800 sind super. Hab die gleichen Negative mal mit einem Profigerät für 50.000 Euro scannen lassen und war danach noch mehr von meinem Billigteil begeistert. Klar waren die Ergebnisse mit dem Bonzenteil besser…und bei wichtigen Bildern kann man das ja auch mal investieren. Aber schon toll, was auch ohne teure Gerätschaften geht.

    Ahoi aus Hamburg
    Carsten

  25. Ein wunderbarer Artikel! Ich habe in den 80er Jahren mit Mittelformat das Fotografieren begonnen und werde in diesem Jahr 2015 meine vierte Reise durch Island machen. Hierfür werde ich meine erste Kamera aus den 80ern (Mittelformat / zweiäugig) mitnehmen und ich hoffe einige wundervolle Aufnahmen machen können. Die Filme sind gestern geliefert worden, Ilford Delta 100. Wen es interessiert, der kann ab August 2015 die Ergebnisse auf meiner Seite http://www.patrickbonzel.de sehen.

    Vielen Dank für den schönen Beitrag, macht Lust auf die Analogfotografie :-)

  26. schöner artikel!
    kleine anmerkung: jenseits von 6×7 gibt es noch das format 6×9 (und ein paar interessante kameras dafür).
    was das digitalisieren angeht, habe ich just ein tutorial für einen zwar etwas umständlichere aber dafür noch deutlich höher auflösenden workflow zusammengestellt.
    http://www.psychoborg.org/digitalisierung-stitchen-statt-scannen/
    mit dem richtigen film (agfa copex rapid, scala-entwicklung) gibt es knapp 250 MP aus einem 6×9 negativ.
    :D

  27. Blogartikel dazu: Analoge Fotografie - Erinnerungen werden auf dem Flohmarkt wach