12. Januar 2011 Lesezeit: ~5 Minuten

Im Gespräch mit Daniel Weisser

Daniel Weisser ist ein guter Freund meinerseits und ich habe mich in den letzten Jahren des Öfteren mit ihm getroffen. Dabei kam auch schon in das Vergnügen, von ihm fotografiert zu werden. Daniel ist jemand, den ich sehr schätze – und das nicht nur, weil er in meinen Augen ein besonderer Fotograf ist.

Jedenfalls habe ich ihn eingeladen, ein Interview zu machen und Daniel hat mir ein paar Fotos bereitgestellt, um unserer Gespräch visuell auszuschmücken. Daniel ist übrigens auch bei Flickr & Twitter vernetzt und freut sich sicher über neue Kontakte.

Daniel – warum Fashionfotografie? Was ist das Besondere daran – was reizt Dich?

Modefotografie ist für mich eine Möglichkeit Geschichten zu erzählen, die oft in der Natur spielen. Hin und wieder arbeite ich auch mit Modedesignern oder auch Modestudenten der Pforzheimer Hochschule für Gestaltung zusammen. Auch im Modebereich versuche ich immer wieder 2 Bilder zu einem Diptychon zusammenzufassen.

Meine erste Assistenz war auch bei einem Modefotografen, Jochen Braun aus London – das hat mich geprägt, auch wenn Pforzheim nicht gerade eine Modemetropole ist.

Du bist ja jemand, der ständig die Kamera bei sich trägt. Ist das manchmal etwas lästig oder hast Du Dich schon dran gewöhnt?

Meine neue (große) Kamera habe ich leider nicht mehr ganz so oft bei mir wie früher. Die kleine Lomo findest du aber immer in meiner Tasche, hin und wieder auch meine Polaroid SX-70 (Impossible Project sei Dank habe ich wieder ein paar Filme) und die Canon T-70 analog Spiegelreflex aus den 80ern.

Oft mache ich auch Photos wenn Freunde Konzerte geben oder auflegen. Eine Kamera dabei zu haben ist mir deswegen so wichtig, weil viele der „Gegenstücke“ (Natur/Urbanes) für die Diptychons aus so alltäglichen / zufälligen Situationen heraus entstanden sind.

Wie Songwriter haben ja auch Fotografen eine Art, zu sprechen. Was möchtest Du dem Bildbetrachter mitgeben, der Deine Fotos sieht?

Wenn jeden Tag auch nur ein Mensch 5 Minuten auf meiner Homepage seinem Alltag entspringt, die Menschen & die Natur sieht, wie ich sie sehe, bin ich schon glücklich. Die Farben & Retusche, insbesondere unter „Personal“ und auf meinem Blog sind ja für mich eine Art Tagtraum, wie ich die 70er / 80er Jahre in Erinnerung habe.


Was hat Dich dazu gebracht, Fotograf zu werden? Gab jemand in Deinem Leben, der Dich inspiriert hat oder wie kam es dazu?

Da ich ja selbst auch ein wenig Musik mache, hatte ich schon früh die Möglichkeit im „Musikerfreundeskreis“ Schnappschüsse zu machen, Aufnahmen zu dokumentieren & bald die ersten Anfragen, bei Pressebildern zu helfen (alles noch analog mit meiner Canon T-70). Bald entwickelte ich auch Interesse an Portraits von „normalen“ Menschen & an Modefotografie.

Durch die Assistenz bei Jochen Braun habe ich viel über Konzeption & Organisation von mehrtägigen Fotoproduktionen gelernt. Ich mag seine Sichtweise & die Art mit Menschen vor der Kamera umzugehen. Inzwischen macht er auch Kurzfilme.

Was machst Du, wenn Du mal die Schnauze voll hast von der Fotografie?

Das gibt es eigentlich nie, manchmal habe ich aber das Gefühl, ich drehe mich auf der Stelle, insbesondere wenn ich länger keine freie Arbeit / Serie mehr gemacht habe. Dann gehe ich gerne mit der Lomo raus & versuche „entschleunigt“ ein paar Analogbilder zu machen. Das hilft auch immer gut, wenn ich für einen Job schnell viele digitale Bilder gemacht habe.

Deinen Bildern zufolge ist Deine Arbeit recht vielseitig. Woher kommen die Aufträge? Wer spricht Dich an?

Inzwischen bin ich ja schon über 4 Jahre Selbstständig – da kennt mich inzwischen die ein oder andere Werbeagentur. Das Studio ist ja direkt über einem Café, da stolpert auch immer wieder mal jemand bei mir rein. Die meisten Aufträge erhalte ich aber nach wie vor von Menschen, die mich über meine Webseite gefunden haben.

Kleiner Technikexkurs: Worauf setzt Du – Festbrennweitern oder Zoom? Kommt wahrscheinlich auf den Kontext an, oder?

Ich arbeite nach wie vor fast nur mit Festbrennweiten – bei Menschenphotos sind es primär das 90mm Tamron & 50mm Canon Objektiv.


Hast Du Pläne für die Zukunft?

Ich denke gerade wieder über ein bis zwei freie Serien für 2011 nach.


Du machst auch Musik, nicht war? Wie hieß die Band nochmal? Was ist Euer Stil?

Die Band heißt „Windowwalkers“ und ich denke Electroacoustic trifft es am ehesten, wir bewegen uns irgendwo zwischen Trip-Hop & Indietronica. Gerade arbeiten wir an unserem 3ten Release, es wird eine EP, die Anfang des Sommers veröffentlicht wird. Hier gibt es ein paar Hörproben bei Soundcloud & LastFm.

Danke für Deine Zeit, Daniel!

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13 Kommentare

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  1. Hallo,
    ich finde Deine Bilder echt super. Die Farben haben richtig charm und erzeugen eine besondere Atmosphäre.
    Wie bekommst Du es aber hin, dass die Modelle genauso so schauen wie auf den Bildern eingefangen?
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man solche Gesichtsausdrücke oftmals nur zufällig/spontan festhalten kann.

    Beste Grüße
    Adam

  2. Hach,

    ich liebe die Bilder – vorallem die Portraits im Diptichon – von Daniel. Ich habe ihn vor einer Weile ja selbst auf meinem Blog vorgestellt und seitdem verfolge ich seine Galerie mit regem Interesse.

    Freut mich, dass du ihn hier dabei hast. ;)

    Lieben Gruß,
    Kate

  3. Hallo Daniel,
    Mir gefallen vor allem deine Dyptichons. Sie sind einfach richtig lebendig – bei jedem kann man sich eine Geschichte erdenken, welche die beiden BIlder verknüpft.
    Darf man dich etwas berufliches fragen? Ich stehe im Moment vor der Entscheidung, eventuell den gleichen Weg einzuschlagen.
    Wie war das in der Gründungsphase? Kannst du heute gut davon leben? Und wie kommst du in Kontakt mit deinen Auftragsgebern oder kommen diese in Kontakt mit dir?
    Würde mich über ein bisschen AUskunft freuen. Danke :)