04. Januar 2022

Die nördliche Seele und die Natur

Ich versuche, etwas Universelles zu vermitteln. Und alles, was ich schöpferisch tue, enthält Fragmente meiner subarktischen Seele und die Melancholie der dunklen Zeit hier im Norden, wo wir einen Großteil des Winters von der Dunkelheit des Universums eingenommen werden und wo die Sonne unter dem Horizont steht.

Ich sehe mich als jemanden, der durch Fotos Emotionen vermittelt. Die Emotionen, die wir Menschen besitzen, entweder schlechte oder gute. Inspiriert von allem um mich herum. Dem Leben, das ich lebe, den Menschen, die ich treffe, der Literatur und der Musik. Die nördliche Seele und die nordnorwegische Natur.

Ich habe den Menschen immer als Teil der Natur betrachtet. Das ist ein Aspekt, den meine Bilder immer enthalten. Hier wohne ich, in einem Fjord weit im Norden, zwischen hohen Bergen, wo das Tal von Wäldern bedeckt ist, die sich so weit erstrecken, wie das Auge reicht. Die Natur hat das menschliche Leben geregelt.

Wir leben seit jeher mit einer Abhängigkeit von der Natur in all ihren Facetten. Ihrer Großzügigkeit und Schönheit, in die man immerzu liebevoll aufgenommen wird. Ihre Fähigkeit, zu inspirieren, zu trösten und Liebe zu schenken. Ihre Wut, wenn die Herbststürme wüten. Gemeinsam sind wir einfach still und verhalten uns ruhig, aber erwartungsvoll, wenn der klare Wintertag hier im Norden mit seiner Kälte seinen Tribut fordert.

Haus

Vogelnest von Händen gehalten

Vögel mit Flugspuren auf einem Giebel

schemenhafte Person mit großem Schnabel im Wald

schemenhafte Person neben einem Feldzaun

Person in weißem Kleid mit Geweih auf einem Feld

zwei Arme zwischen Ästen im Wald hervorgestreckt

viele Arme ragen aus einem Baumstamm im Wald

Arme ragen zwischen Ästen hervor

nackte Person in dunklem Wald

nackte Person mit Geweih

Person von geisterhaften Schemen umgeben im Wald

Person mit Geweih kommt auf erleuchtetem Pfad aus einem Wald

Mehrfachbelichtung Person reckt Geweihe gen Himmel

Person mit Ästen vor dramatischem Himmel

Person mit Ästen vor blau-dunklem Himmel

In meinen Fotos versuche ich, ein zusätzliches Element von dem Ort, den ich fotografiere, mit einzubeziehen. Ich bin nicht sicher, ob die Betrachter*innen das jemals bemerken werden, aber es ist leicht zu sehen, wenn man einmal darauf achtet. Ich suche mir immer einen Gegenstand vor Ort, den ich wie eine Art physikalischen Filter verwende.

Durch diesen Gegenstand hindurch nehme ich meine Bilder auf. Es kann ein Stück Glas sein, Textilien, Federn, Haare einer Person, die mich begleitet, oder Eis, das vom Berg, den ich fotografiere, herabgeblasen wurde und alles andere, was ich finde. Für mich ergibt das eine zusätzliche Dimension und bindet das Bild stärker an das Objekt und seinen Ort.

Ich arbeite sowohl analog als auch digital, seit Kurzem auch mit Video, das dann mit Musik verbunden ist. Meine Fotos sind auf meiner Webseite, Instagram, in Ausstellungen oder auch bei mir zuhause in meinem Atelier zu sehen.

Dieser Artikel wurde für Euch von Redakteurin Aileen Wessely aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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  1. Ich bin hin und her gerissen. Wir sind regelmäßig in der arktischen Heimat vom Kjell Karlsen und ich kenne schon einige Zeit seine Bilder. Es gibt einige seiner Werke, die mich in Bezug auf Kjells Heimat mehr ansprechen. Aber unabhängig davon finde ich seine Bilder durchweg sehr ausdrucksstark und freue mich, im Sommer seine Heimat wieder besuchen zu können.