10. November 2021 Lesezeit: ~5 Minuten
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kurz erklärt: Lohnen sich Hochzeitsmessen?
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kurz erklärt: Lohnen sich Hochzeitsmessen?

Die Hochzeitsbranche ist lukrativ. In den vergangenen Jahren wurden Hochzeiten immer größer und Brautpaare nahmen immer mehr Geld in die Hand, um sich ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Kein Wunder, dass sich ganze Messen um die Branche gebildet haben.

Dort stellen Konditoreien, Juwelier*innen, Caterings, Papeterien, Bands – ja, sogar Reisebüros aus. Aber lohnt es sich, als Fotograf*in an solchen Messen teilzunehmen und die eigene Arbeit an einem Stand auszustellen? Diese Frage hat uns für diese Folge von „kurz erklärt“ erreicht und da ich selbst keine Hochzeitsfotografin bin, habe ich sie weitergegeben.

Redakteurin Simone Betz hat bereits an einer Handvoll Messen teilgenommen und gerade jetzt, nach langen Einschränkungen durch die Pandemie, hat sie sich wieder als Ausstellerin angemeldet. Sie selbst sagt, dass sie keine Expertin ist, aber ich denke, ihre Erfahrungen sind wertvoll und so etwas wie eine Expertin für so eine spezielle Frage gibt es auch gar nicht. Also habe ich ihr vier Fragen gestellt:

Wieviel kostet eine Messe als Aussteller*in eigentlich?

Das kommt ganz auf die Veranstaltung und auch die Stadt an. Tendenziell sind kleinere Städte immer etwas günstiger. In meiner Umgebung sind teurere Orte München und Nürnberg. Im Vergleich dazu ist Würzburg, wo ich kürzlich war, etwas günstiger. Es gibt auch unterschiedliche Arten von Veranstaltungen. Zum Beispiel kleinere, modernere, die sich viel mehr Mühe geben mit den Ständen, mit der Auswahl der Austeller*innen und mit der ganzen Dekoration. Es wirkt familiärer und hochwertiger.

Die größeren sind eher auf die Masse ausgerichtet und haben eher eine kühlere Ausstrahlung. Da sind auch ganz unterschiedliche Aussteller*innen und alles hat tatsächlich eher so einen Messecharakter.

Die Preise variieren ein wenig, auch je nachdem, ob die Messe über einen oder zwei Tage geht. Meine günstigste Messe lag bei etwas über 300 € und die teuerste habe ich jetzt noch vor mir, die liegt bei knapp 1.300 € für einen Tag.

Hochzeitspaar

© Simone Betz

Lohnt sich das rein rechnerisch?

Eine Messe lohnt sich für mich ab zwei Buchungen, wenn sie so um die 1.000 € gekostet hat. Natürlich hoffe ich immer, dass einige Paare meine Bilder im Hinterkopf behalten, da ich etwas nischiger unterwegs bin, was meine Art der Fotografie angeht.

Bei den letzten Messen war es jetzt so, dass die meisten ihre Fotograf*innen für 2022 schon gefunden hatten und für 2023 standen die meisten Paare erst ganz am Anfang ihrer Suche. Und deshalb hat sich bisher noch nichts Konkretes ergeben.

Woran erkennt man eine gute Messe?

Das ist eine individuelle Frage. Welche Zielgruppe möchte man ansprechen? Ist man eher in einem breiteren Spektrum, eher im Standardsektor unterwegs, dann ist eine große Messe sicher gut. Wenn man etwas individueller und nischiger fotografiert, dann gibt es da natürlich auch unterschiedliche Stile.

Für Boho-Hochzeiten gibt es zum Beispiel relativ viele Messen. Meine Art der Fotografie liegt eher im künstlerischen Bereich und hier finde ich noch relativ wenig. Ich denke, da muss man einfach etwas ausprobieren, mit was man sich am besten identifizieren kann und was man gern mag.

Für mich waren die kleineren Messen bisher schöner, wobei ich auch sagen muss, dass ich ein paar große ausprobiert habe. Die liefen gar nicht so schlecht bisher, weil ich mich dort etwas abgehoben habe. Da war ich ein wenig Außenseiterin und das war in meinem Fall auch ganz gut.

Hochzeitspaar in einem Toreingang eines alten Gemäuers

© Simone Betz

alte Briefe

Was sind die Vorteile von Messen im Vergleich zu anderen Werbeformen?

Der größte Vorteil von Messen ist für mich der persönliche Kontakt. Ich sehe die Paare sofort, sie können mich etwas kennenlernen, können meine Alben und Bilder ansehen und ich kann sofort auch ein bisschen dazu erklären. Es ist einfach viel, viel persönlicher, als wenn man zum Beispiel auf Instagram ein paar Bilder sieht, sich durch eine Webseite klicken muss und dann aber noch überhaupt keinen persönlichen Kontakt zu der fotografierenden Person hat. Der Punkt überwiegt für mich ganz stark.

Ein großer Dank geht an Simone! Wir hoffen, wir konnten Euch mit der Folge wieder eine gute Antwort auf eine spannende Frage liefern. Ihr habt noch weitere Fragen zu diesem Thema oder einem anderen aus der Welt der Fotografie? Dann stellt sie uns gern an: kk@kwerfeldein.de. In diesem Sinne: Nächste Frage, bitte!

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