zwei Personen halten einen Banner vor einer bunten Wand hoch
11. Dezember 2020 Lesezeit: ~4 Minuten
kwerfeldein – Podcasts
Blick von außen mit Fridays for Future
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Blick von außen mit Fridays for Future

In diesem Monat habe ich mit zwei politischen Aktivist*innen gesprochen. Zu Gast im Podcast waren Leonie Bremer und Florian König, beide sind Pressesprecher*innen bei Fridays for Future. Die weltweite Bewegung ruft seit knapp zwei Jahren immer freitags zum Klimastreik auf: Vor dem Beginn der Corona-Pandemie draußen auf den Straßen, seitdem digital.

Allerdings haben wir nicht so sehr über die Gründe für die Streiks oder die Ziele der Bewegung gesprochen. Vielmehr wollte ich wissen, was es bedeutet, als junger Mensch in so einer Organisation wichtige Aufgaben zu übernehmen, wie es ist, neben politischen Entscheidungsträger*innen in Talkshows zu sitzen und wie Bilder im Aktivismus genutzt werden können.

Besonders interessant war, wie sich die Bewegung nach außen repräsentiert. Abgesehen vom Personenkult um Greta Thunberg und einige ausgewählte Aktivist*innen der ersten Stunde wird durchaus darauf geachtet, keine Führungsperson zu sehr ins Rampenlicht zu stellen.

Aus diesem Grund war auch das heutige Titelbild ein Thema im Podcast. Im Gespräch haben wir diskutiert, ob es richtig ist, die Organisation oder die Gäste als Persönlichkeiten in den Vordergrund zu stellen. Mir wurde der Ball zugespielt, eine Entscheidung zu treffen. Hier die inhaltliche Auflösung, die ich im Podcast verspreche:

Wie Ihr seht, habe ich mich für die beiden als Persönlichkeiten und das Banner als Referenz an die Gemeinschaft bzw. den Aktivismus entschieden. Nachdem ich über die Bildidee entschieden hatte, haben wir über das, was auf dem Banner stehen oder eben nicht stehen sollte, gemeinsam abgestimmt.

Wir haben entschieden, es leer zu lassen, um vieldeutig lesbar zu sein. Florian und Leonie haben betont, dass sie damit zeigen möchten, dass am Ende die Journalist*innen entscheiden, was mit den Bildern passiert. Diese würden entscheiden, welche Aussagen gezeigt und welche ausgelassen werden. Als Zuspitzung könne man es in diesem Fall dann auch einfach leer lassen.

Ich selbst sehe viele weitere Deutungen. Eine davon möchte ich Euch nicht vorenthalten: Vor einigen Jahren habe ich den ehemaligen Aktivisten und heutigen Bundesbeauftragten für die Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit, Roland Jahn, fotografiert. Er war in der DDR dafür inhaftiert worden, dass er mit einem weißen Plakat auf einer Demo für Meinungsfreiheit demonstriert hat. Auch nichts zu sagen, kann also vieles aussagen.

In diesem Sinne: Wenn es für Euch bis hierhin interessant war, dann werdet Ihr den Podcast auch spannend finden. Hört rein und viel Spaß!

Zwei Menschen mit Mikro draußen

Links: Leonie Bremer, Rechts: Florian König. Foto: © Jan-Marius Komorek

Kapitel

  • 01:20 Wie habt Ihr Eure Rolle mit den Medien gefunden?
  • 04:45 Wie habt Ihr als Organisation gelernt, mit der Presse umzugehen?
  • 06:05 Wie habt Ihr eine Pressestruktur aufgebaut?
  • 08:45 Wie ist Eure Organisation aufgebaut?
  • 12:52 Leonie, Du warst bei „hart aber fair“. Hast Du Dich dort gleichberechtigt wahrgenommen?
  • 15:00 Ist es von Vorteil, ein Underdog zu sein?
  • 17:10 Habt Ihr schon erlebt, wie ein Bild eine Debatte über Euch geprägt hat?
  • 20:25 Von Euch gibt es kaum offizielle Bilder. Ist das gewollt?
  • 23:11 Habt Ihr eine Struktur, wie Ihr gezielt mit Bildern umgeht?
  • 25:04 Der Politikteil: Das Wenn-dann-Spiel
  • 31:10 Wie empfindet Ihr die Berichterstattung über Fridays for Future?
  • 34:05 Wie wichtig ist, dass Journalist*innen von den Auswirkungen der Klimakrise berichten und nicht von Euch?
  • 35:10 Wie wichtig ist das aktivistische Bild?
  • 38:10 Helfen Bilder wirklich, Menschen für diese Themen zu sensibilisieren?
  • 43:48 Wie wir zum Titelbild gekommen sind.
  • 47:00 Welche Verantwortung tragen die Medien beim Thema Personenkult?
  • 50:35 Das Internet vergisst nie. Wie geht Ihr mit Meinungswechsel um?
  • 53:35 Kleiner Themenblock: Faktisch oder postfaktisch?
  • 56:46 Wie schafft Ihr es denn, bei den ganzen negativen Nachrichten optimistisch zu bleiben?
  • 59:00 Die letzte Frage: Was wolltet Ihr schon immer einmal loswerden?

Shownotes

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  1. Ich fühle mich spontan an ein neutestamentliches Zitat erinnert: „So Ihr nicht werdet wie die Kinder…“ Und damit ist kindliche Unbefangenheit und Naivität gemeint, die offen macht für das Leben. Das hat nichts mit kindischem verhalten zu tun, was unsere reifere Gesellschaft, zu der ich nun auch gehöre, an den Tag legt. Wenn ein Politiker meint, man solle das Thema doch studierten Experten überlassen, die Ahnung davon haben, dann ist das dumm und kindisch.

    Die Menschen bei Fridays for Future haben sich ihre Kindlichkeit bewahrt und das lässt mich hoffen. Ich bin zutiefst dankbar diesen jungen Menschen und versuche auch die Wichtigkeit dieser Bewegung nach Außen zu tragen.

  2. Nicht nur vom Bildaufbau als auch inhaltlich stören mich die beiden angeschnittenen Autos am Rand. Die Idee mit dem weißen Transparent find ich gut, den Vergleich mit dem Dissidenten jedoch völlig daneben. Die FFF-Kids werden doch von der Politik und den meisten Medien hofiert.