29. November 2021 Lesezeit: ~3 Minuten
kwerfeldein – Podcasts
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Blick von außen mit Andreas Trampe, Stern-Bildredakteur
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Blick von außen mit Andreas Trampe, Stern-Bildredakteur

Selten hatten wir für ein Interview einen so großen Fragenkatalog wie für den Podcast mit Bildredakteur Andreas Trampe. Nach Gesprächen über den Arbeitsalltag in der Redaktion, darüber wie eine Fotostrecke den Weg ins Magazin findet und wie er als Bildchef den Preisverfall im Fotojournalismus wahrnimmt, war die Zeit auch schon zu Ende – unsere Fragen aber noch lange nicht. Deshalb haben wir uns kurzentschlossen direkt für ein zweites Interview im nächsten Jahr eingeladen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass in den anderthalb Stunden Gespräch dieses Podcasts nichts Spannendes zu erfahren ist – ganz im Gegenteil. Andreas Trampe hat 19 Jahre Erfahrung als Bildchef in einem der wichtigsten Magazine Deutschlands. Man könnte wohl tagelang mit ihm über seine Arbeit sprechen und es würde einfach nicht langweilig werden.

Wir hoffen, Ihr seht das ähnlich und wünschen Euch viel Spaß beim Hören. Und wenn Ihr noch Ideen und Fragen für das nächste Gespräch habt, schreibt sie doch gern in die Kommentare!

Kapitelmarken

02:43 Einleitung
03:57 Wie hast Du den 9. November ’89 erlebt?
07:25 War da die große Sause schon gelaufen?
07:51 Wie hast Du 9/11 in der Bildredaktion erlebt?
10:36 Wie bzw. wo holt Ihr Eure Informationen in solchen Krisensituationen her?
12:55 Wie läuft eine normale Nachrichtenwoche bei Euch ab?
14:38 Wie entscheidet Ihr, welche Themen ins nächste Heft kommen?
16:31 Wie viele Seiten hat der Stern? Wie viele davon sind beauftragt?
19:33 Was ist das Hauptziel des Stern? Unterhaltung oder Nachrichtenwert?
21:57 Habt Ihr Auswertungen von Hörer*innenbefragungen?
24:27 Was macht Ihr, wenn das Material einfach nicht stark genug ist?
27:22 Wie geht die Redaktionswoche weiter?
29:50 Gehen Redakteur*innen und Fotograf*innen zusammen los?
30:37 Wie kommt Ihr auf die Fotograf*innen, die Ihr beauftragt?
33:20 Wie häufig kommen Fotograf*innen mit fertigen Arbeiten auf Euch zu?
44:19 Wie hat sich das Magazin in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten verändert?
45:50 Wie werden Bilder auf ihre Authentizität überprüft?
47:41 Wie geht Ihr mit Menschen um, die ein großes Renommee und gepfuscht haben?
51:52 Wie hast Du die Transformation von analog zu digital in der Redaktion erlebt?
53:38 Werden Bilder bei Euch heute noch beschriftet und gedruckt?
57:45 Gibt es etwas, was Du heute vermisst und was früher besser war?
1:01:59 Wie hast Du den Preisverfall in der Fotografie erlebt?
1:02:17 Warum stehen die Redaktionen nicht mit auf, um die Preise stabil zu halten?
1:04:09 Bei der Vertragsgestaltung hat man öfter das Gefühl, die Arbeit wird nicht wertgeschätzt.
1:06:40 Wenn ein*e Fotograf*in zu einem Preis nein sagt, ist die Person dann raus?
1:08:58 Wie glaubst Du, wird sich der Markt zukünftig weiter verändern?

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14 Kommentare

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  1. Hallo,
    gibt es das Interview auch zu lesen?
    Wenn ja, wo?
    Wenn nein, warum nicht? Schwerhörige werden ausgeschlossen und nicht jeder mag Podcasts.
    Danke für die Antworten

    • Hallo Dieter, das Interview gibt es nur im Podcast-Format. Du findest im Magazin aber hunderte andere Interviews in Textform.

      Barrierefreiheit ist uns wichtig, aber leider auch immer eine finanzielle Frage. Die Transkription eines solchen Interviews ist unglaublich zeitaufwenig, ebenso wie die Vertonung unserer reinen Text-Artikel für alle Menschen mit Leseschwäche oder Sehbehinderung.

      • Hallo Katja,
        die anderen Interviews interessieren mich aber nun mal wenig bis gar nicht. Spracherkennungssoftware gibt es heute in jedem Betriebssystem. Ich diktiere Dir diese Nachricht mit meinem iPad. Man muss es einfach nur wollen.
        Trotzdem danke für deine Antwort

      • „Die Transkription eines solchen Interviews ist unglaublich zeitaufwenig“.

        Provokante Behauptung: Wer schnell tippt, hat das in einer halben Stunden heruntergeschrieben.

        Aber es gibt auch Hilfsmittel wie z.B. speech to text. Dann muss man nur das maschinell Übertragene noch korrigieren. Siehe bspw.: https://github.com/mozilla/DeepSpeech

      • @dieter

        nun wissen wir alle, was Du weisst, und was Dich (nicht) interessiert. Wenn Du nun noch Dein Wissen über die Spracherkennung noch anwendest, ist das Problem gelöst!

        Vielen Dank und viel Erfolg!
        Markus

  2. Ein angenehm- beflügelndes und zugleich spannendes Interview. Bildredakteur Andreas Trampe lässt tief in seine tägliche Arbeit blicken und nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch die Köpfe der Redaktion.

    Vielen Dank für das Interview!!

    Herzliche Grüße
    David

  3. Ich finde die Anspruchshaltung schon ziemlich spannend.
    Man kann hier kostenfrei konsumieren und stellt dann noch Forderungen.
    Kwerfeldein könnte ja die Bestellung zur Transformation entgegennehmen und entsprechende Interessenten zahlen 60€ / Sunde Aufwand.

    Wir sollten endlich einmal etwas demütiger werden und Dinge und Angebote wieder wertschätzen.

      • Hallo Ulrich,

        erst einmal danke für die Diskussion.
        Es ist immer gut in den Austausch zu gehen.

        In Bezug auf Nächstenliebe gebe ich dir Recht. Ich mache es nicht aus Nächstenliebe. Ich interessiere mich für den Menschen, den ich interviewe und freue mich, wenn es Hörerinnen und Hörern gefällt. Der Podcast ist für mich eine spannende Möglichkeit Menschen zu treffen und mich mit deren Lebenswirklichkeiten auseinanderzusetzen.

        Was ich jedoch auch glaube herauszulesen ist, dass ich oder jemand in der Redaktion diese Interviews für Geld macht. Und da darf ich besten Gewissens wiedersprechen:

        kwerfeldein ist ein Magazin, das aus der Motivation für die Fotografie heraus entsteht. Ich bekomme keine Aufwandsentschädigung, keinen Lohn oder sonst eine finanzielle Kompensation für die Interviews, ebensowenig wie der Rest der Redaktion. Ganz im Gegenteil. Ich habe die Fahrtkosten nach Hamburg selbst bezahlt, ebenso wie das Hotel. Das mache ich auch gerne, denn die Begegnungen mit den tollen Interviewgästen bringen mich persönlich weiter.

        Die Steady Unterstützung geht übrigens zu 100% in die Finanzierung des Magazins und den Lebensunterhalt der Herausgeberin, die dieses Magazin in deutlich über Vollzeit herausgibt. Eine transparente Aufstellung wo die Beiträge hingehen, gibt es auch in einem Artikel.

        Im Übrigen würde ich mich freuen, wenn es eine Möglichkeit gäbe die Artikel in einer halben Stunde zu transkribieren. Wenn das möglich ist (das Interview ist 1,5 h lang), freue ich mich über den Link zum Tool, denn das würde in der Tat das Magazin bereichern. Gleichwohl ist solch ein Interview an sich bereits schon ein sehr großer Aufwand (ca. 2 Arbeitstage + Reisen) und es ist schade, dass an dieser Stelle eben nicht über den Inhalt, sondern über die Form diskutiert wird.

        Natürlich haben wir uns über die unterschiedlichen Formate im Magazin ausführlich unterhalten und entschieden, dass es Text-, Audio- und Videobeiträge gibt, die auch speziell in dem Format produziert und veröffentlich werden. Mal so, mal so. Dass wir nicht mit jedem Interview jede*n Hörer*in oder Leser*in mitnehmen können, ist uns bewusst und müssen wir für den Moment so hinnehmen.

        Mit konstruktiven Grüßen

        Sebastian

      • Hallo Sebastian,

        danke für die offenen und ausführlichen Worte und die Klarstellung. Auf mich macht kwerfeldein zunehmend den Eindruck einer auf Kommerzialisierung ausgelegten bzw. hinwirkenden Plattform, deshalb mein diesbezüglicher Kommentar.

        Dass Du ohne finanziellen Ausgleich diese Leistungen erbracht hast ist allerehrenwert. Den langgedienten Bildredakteur des Stern zur Preisgabe dieser Einsichten zu gewinnen und das hier so frei verfügbar für alle bereitzustellen ist unter diesen Umständen in der Tat eine tolle Sache.

        Ich verstehe die Umstände, die zur Bereitstellung eines Podcasts bewogen haben mit Deinen Ausführungen besser und Podcasts erfreuen sich ja auch immer größerer Beliebtheit. Ich höre allerdings keine Podcasts, ziehe geschriebene Beiträge vor und bin freilich auch bereit, dafür zu bezahlen.

        Eine Trennung kostenloser Inhalte von Zusatzleistungen gegen Geld hinter einer Bezahlschranke wäre insofern vielleicht auch etwas für kwerfeldein. Nur so ein Gedanke, wer weiß, ob das profitabel sein könnte. Das Umfeld der Fotografie war und ist nun einmal seit jeher ein weites Feld für Idealismus..

        Viele Grüße
        Ulrich

      • Ich denke, es ist ziemlich gleich, ob ein solches Magazin aus Nächstenliebe oder aus Kommerz heraus betrieben wird. Es ist immer die Frage, was man selbst bereit ist zu geben.
        In unserer Gesellschaft hat es sich augenscheinlich etabliert, Ansprüche zu stellen und möglichst nichts dafür bezahlen zu müssen.
        Wie würde man das anders herum empfinden.
        Insgesamt empfinde ich die Tonlage als reichlich respektlos. Auch Respekt sollten wir in unserer übersatten Gesellschaft wieder lernen. Ganz gleich, aus welchen persönlichen Empfindlichkeiten heraus gehandelt wird, unser Gegenüber ist genauso ein Mensch und möchte in der Regel nicht weniger würdig behandelt werden wie man selbst.

  4. Wieder einmal eine spannende (fast aggressive) Diskussion um das Format. Ich lese auch lieber – aber: kwerfeldein hat sich nun einmal auf den Podcast festgelegt. Das ist eben eine unternehmerische freiheitliche Entscheidung – genau so wie es meine Entscheidung ist, den Podcast nicht zu hören.
    Es ist nun mal so, dass man nichts für die äußeren Umstände seines Lebens kann und man kann dann eben auch nicht frei entscheiden. Aber das beste daraus machen …

  5. Modern Life:
    Ich will alles. Und zwar sofort. Und natürlich kostenlos.
    Was interessieren mich die Mühen der Anderen?

    @kwerfeldein.de:
    Einfach so weitermachen. Ihr seid in der richtigen Spur.

    Meint
    Werner

  6. Noch ein Nachtrag zum Transskibieren: Mit Vosk gibt es ein wie ich finde hervorragendes Werkzeug. Es ist kein fertiges Porgramm aber es erfordert nur ein wenig Codier-Arbeit, die auf die zahlreichen Beispiele zur Nutzung des Werkzeugs aufsetzen kann.

    Mit Vosk laesst sich sowohl in Echtzeit simultan Sprache zu Text transformieren als auch Sprache in Audiodateien transskribieren. Die Audiodaten müssen nur als Mono-.wav-Daten vorliegen (als Datenstrom oder Datei, das kann man nötigenfalls mit ffmpeg umsetzen).

    Die Trefferquote ist ziemlich hoch, nur bei Sprache mit Akzent wird es schwierig.

    Trotzdem unbedingt ausprobieren: https://alphacephei.com/vosk/
    Das Java-Beispiel hat bei mir auf Anhieb einen Podcast transskibiert. Das dauert zwar ein Weilchen, aber es kann ja im Hintergrund vor sich hin laufen.