01. September 2020 Lesezeit: ~8 Minuten

Alles neu? kwerfeldein verändert sich!

Es ist soweit! Nach monatelangem Planen, unzähligen Videokonferenzen und viel, viel Arbeit kann ich Euch endlich alle Neuerungen auf kwerfeldein vorstellen. Also los, schnappt Euch ein Heißgetränk Eurer Wahl und macht es Euch bequem, denn es gibt einige Neuerungen zu entdecken.

Warum kwerfeldein sich verändert? Ich muss zugeben, dass ich schon sehr lange mit dem Gedanken gespielt habe, ein paar Sachen anders zu machen. Nicht, weil ich das Magazin, so wie es ist, nicht gut fand. Aber ich weiß, wie gefährlich Stillstand ist. Die Medienwelt und unsere Wahrnehmungen verändern sich. Und auch ich habe mich weiterentwickelt und viel gelernt.

Eine der wichtigsten Lektionen war es wohl, um Hilfe zu bitten. kwerfeldein ist groß und macht dementsprechend auch viel Arbeit. Neben der Zeit, die nötig ist, um Artikel selbst zu schreiben und zu organisieren, erreichen mich täglich rund 40 E-Mails, die bearbeitet werden möchten. Dazu kommen immer wieder Überraschungen wie technische Probleme, Marketinganfragen oder neue Mediengesetze, deren Anforderungen wir umsetzen müssen – bei all dem blieb kaum Zeit, um über neue Ideen nachzudenken.

Dann kam der Stillstand durch die Pandemie im Frühjahr. Meine Arbeit war noch dieselbe, aber die für kwerfeldein als finanzielles Standbein wichtige Bannerwerbung brach weg und die komplette Kunstwelt geriet in eine Schockstarre. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt – so auch der OpenTable in Köln, den ich schon in der Vergangenheit mitorganisierte. Im Gespräch mit Sebastian und der kleinen Crew um den OpenTable fassten wir einen Entschluss: Wir schließen uns zusammen.

Der OpenTable als physische Veranstaltung mit Bildbesprechungen und Vorträgen war erst einmal so nicht mehr möglich. Ich hingegeben habe eine große Onlinepräsenz. Gemeinsam könnten wir neue Formen finden, um über Fotografie zu sprechen und Kunst zu vermitteln. Das Ergebnis könnt Ihr nun sehen.

Zwei Personen mit Mikro vor einer Beamerwand

Vortrag von Julia Sellmann © Christian Ahrens

 

kwerfeldein Bühne

Oben im bunten Menü seht Ihr neue Punkte, die unsere bestehenden Artikelformate um neue Medien erweitern. Darunter auch die Bühne für Veranstaltungen. Auf der kwerfeldein Bühne wird es zukünftig einmal im Monat einen interessanten Vortrag, eine Podiumsdiskussion oder eine Lesung geben. Diese finden zu normalen Zeiten im echten Leben und mit Publikum statt. Im Nachgang gibt es die Abende auch online zum Nachschauen. Diese Veranstaltungen können perspektivisch an wechselnden Orten in ganz Deutschland stattfinden – sobald man wieder sicher reisen darf.

Los geht’s aber erst einmal in leicht abgewandelter Form am 11. September im Kölner Quartier am Hafen. Bei gutem Wetter werden wir uns im Hof des Künstlerhauses treffen und mit Abstand und gutem Sound die ersten Vorträge anhören. Den Anfang machen wir drei Initiator*innen: Katja, Christian und Sebastian.

Der Eintritt für die Veranstaltungen der kwerfeldein Bühne liegt bei 10 €. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen und Hygienevorschriften haben wir leider nur Platz für 30 Personen – mit Masken. Ihr könnt Euch ab sofort ein Ticket im Shop sichern!

Die bisherigen Vorträge, die unter dem Namen OpenTable liefen, sind natürlich weiterhin erreichbar. Wie dieser mit Andreas Chudowski.

 

kwerfeldein Bildbesprechung

Ein weiteres Veranstaltungsformat der Bühne sind die Bildbesprechungen. Wie früher beim OpenTable treffen sich 20 bis 25 Fotograf*innen, um gemeinsam bei einem Getränk und Hotdogs Bilder zu besprechen. Vier bis fünf Teilnehmer*innen bringen Fotos bzw. ihre Projekte mit und bekommen die Möglichkeit, konstruktives Feedback von den anderen Teilnehmenden zu erhalten. Dabei ist es egal, ob ihr Profis mit 30 Jahren Berufserfahrung, Amateur*innen oder Anfänger*innen seid. Alle sind willkommen. Die Bildbesprechungen sind und bleiben für alle kostenlos.

Die Bildbesprechungen werden erst nach dem Ende der aktuellen Beschränkungen wieder zum Regelbetrieb zurückkehren. Bis dahin wird es ab diesem Monat digitale Bildbesprechungen im Livestream geben – am 24. September geht’s los: Die vier bis fünf Präsentierenden besprechen ihre Bilder gemeinsam im Studio und alle anderen können über das Internet mit dabei sein. Alle, die ihre Bilder besprochen haben möchten, können sich unter shs@kwerfeldein.de melden und sich und ihre Arbeit kurz vorstellen.

Bei den Bildbesprechungen vor Ort filtern wir die Beiträge natürlich vorher nicht, doch wenn wir live in die Welt senden, möchten wir vorher wissen, was gezeigt wird, um den Abend für alle an den Geräten zuhause möglichst spannend und effektiv zu gestalten. Schaut Euch gern einmal dieses Video von Sebastian und Paddy an, um einen Eindruck zu bekommen, wie eine Bildbesprechung ablaufen kann:

 

kwerfeldein Podcast „Der Blick von außen“

Auch der OpenTable Podcast wird weitergeführt – als kwerfeldein Podcast unter dem neuen Namen „Blick von außen“. Einmal im Monat spricht Sebastian H. Schroeder mit interessanten Gästen aus Popkultur, Fotoindustrie und Politik über Fotografie. Mit allen, die selbst keine Fotograf*innen sind.

Damit erhalten wir den namensgebenden Blick von außen und lernen die Fotografie von neuen Seiten kennen. Zu Gast waren bereits GEO-Bildchef Lars Lindemann, Coachin Silke Güldner sowie der CGI-Künstler Matthias Demand. In der neuen Folge spricht Sebastian mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Rau über Bildrechte, Urheberrechte und das, was man umgangssprachlich als Rechtsgefühl bezeichnen kann. Die ersten Folgen, die noch unter dem Label OpenTable liefen, findet Ihr ebenso wie die neue Folge in der neuen Rubrik Podcast.

 

kwergehört – die Fotonachrichten

Braucht die Fotowelt noch einen neuen Podcast? – Das werden sich sicherlich viele fragen, die unsere ausführliche Liste mit Podcasts zum Thema Fotografie kennen. Mir hat aber eine Form darin sehr gefehlt: Ein Nachrichtenformat.

Wie großartig wäre es, sich morgens bei einer Tasse Tee in Kurzform über aktuelle Themen aus dem Bereich der Fotografie informieren zu lassen? Ein bisschen wie unsere beliebten browserfruits am Sonntag – zum Hören. Unsere erste Folge geht schon an diesem Freitag, den 4. September, online. Wir planen, neue Folgen im Rhythmus von etwa zwei Wochen zu produzieren.

 

Video

Sicher ist es Euch aufgefallen: Das Bewegtbild nimmt gerade online immer mehr Platz ein. Auch wenn ich selbst sehr gern lange Texte lese, sehe ich durchaus den Vorteil von Videos für bestimmte Formate. Im neuen Bereich Videos werdet Ihr die Vorträge, Diskussionen und gestreamten Bildbesprechungen von der kwerfeldein Bühne finden, um sie nachträglich anzusehen.

Zudem führe ich auch meine Serie „Der erste Eindruck“ weiter. Falls Ihr das Format noch nicht kennt: Dabei zeige ich in jeder Folge Fotograf*innen einen Bildband oder ein Fotobuch und freue mich darüber, wie sie es für sich entdecken. Und Ihr könnt dabei zusehen, wie wir währenddessen über – eben – ihre ersten Eindrücke sprechen.

 

Natürlich wird es zwischen all den neuen Formaten auch weiterhin Artikel geben. Dass ich nicht mehr allein jeden einzelnen Tag mit Inhalten füllen muss, weil nun mehr Kolleg*innen mich mit frischen Inhalten unterstützen, hilft mir, mich gezielter und tiefer mit Themen auseinandersetzen zu können. Ich freue mich wahnsinnig auf diesen neuen Abschnitt von kwerfeldein und bin sehr gespannt, wie Euch unsere neuen Formate gefallen werden.

Morgen erwartet Euch eine ausführliche Vorstellung des gesamten Teams mit einigen neuen Gesichtern, die für kwerfeldein Video, Podcast und die Bühne möglich machen. Wenn Ihr sonst noch Fragen zu den Veränderungen habt, schreibt sie gern in die Kommentare und wir werden sie beantworten.


27 Kommentare

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  1. Wunderbar zu sehen wie sich Kwerfeldein seit den ersten Tagen immer weiter verändert hat. Da sind neue Ideen dabei die sicherlich nicht nur einen Trend „aufnehmen“ sondern auch neue Formate definieren werden. Freue mich auf die neuen Inhalte!

  2. Auf die Bildbesprechungen freue ich mich ja sehr!
    Ich hoffe Ihr könnt das Ziel, keine Verrisse sondern konstruktive Vorschläge zu senden so einhalten, denn das ist für viele, glaube ich, ein wesentlicher Hemmschuh, mit der eigenen Arbeit an ein Publikum zu treten.
    So ein Format kannte ich bisher noch nicht, da bin ich echt gespannt!

    • Hallo Thomas, die Bildbesprechungen laufen ja schon seit über zwei Jahren – bisher unter dem Namen OpenTable und in Kooperation mit kwerfeldein – in dieser Form, neu ist jetzt nur der Stream. Sebastian ist also quasi ein Vollprofi in Sachen Konstruktivsein, daher sind wir da zuversichtlich, dass das auch so bleiben wird. ;)

  3. Das klingt ja richtig spannend, Glückwunsch zum neuen Aufbruch! Ich fand nur den bisherigen Begriff „Photospäre“ irgendwie schöner als die nüchterne Überschrift „Blogs“. Aber das ist nur eine Kleinigkeit gegenüber den tollen vielversprechenden Ideen. Ich freue mich!

  4. Ziemlich klasse, was ihr da auf die Beine stellt!
    Ich freue mich über den neuen Wind, und bin vor allem gespannt darauf, wie sich die Fotonachrichten und die Bildbesprechungen entwickeln. Denn das ist letztlich der Kern von allem, was wir lesen, schauen, machen und tun. Es geht ums Foto an sich!
    Der Begriff „Photosphäre“ ist und bleibt für mich ein Inbegriff von Kwerfeldein, halt eine sehr eingängige, sehr individuelle, sehr charakteristische Wortwahl, die Differenzierung und Andersartigkeit versprach. Das passte m.M.n. sehr gut zum Image, und zumindest ich werde das ein wenig vermissen.

    Allen Beteiligten wünsche ich gutes Gelingen, zustimmende Resonanz, und alles, alles Gute!

    Herzlich, Dirk

  5. Hallo kwerfeldein-Team,

    ich war sehr gespannt auf die Neuerungen und bin begeistert. Wünsche Euch allen ganz viel Erfolg, inspirierende Gesprächspartner, super Ideen und unendlich viel Begeisterung für die Fotografie und das, was noch kommen wird.

    Freue mich darauf, Euch auch weiterhin zu begleiten … zu lernen, zu lachen und meine eigene Kreativität immer im Fluss zu halten.

    Liebe Grüße
    Elke

  6. Gute neue Ideen! So ein Relaunch ist manchmal wie eine Frischzellenkur. Das wird Kwerfeldein sicher gut tun! Vielleicht sehen wir uns mal in Köln bei einer „Bühne“ – Veranstaltung.

  7. Ich freue mich auf das neue Format, und möchte euch an dieser Stelle nicht nur viel Glück und Erfolg wünschen, sondern einen ganz herzlichen Dank sagen, für die viele Arbeit die ihr (auch) für UNS macht. DANKE

  8. Auch ich wünsche Euch alles Gute und vor allem Erfolg mit den neuen Formaten. Ich habe beim Lesen der Ankündigung bemerkt, wie sehr ich in den alten Formaten hänge, wie sehr ich gerne Dinge lese und mit Videos und Podcasts wenig anfangen kann – also lasse ich mich überraschen.
    Dass das Team größer wird, begrüße ich. Es ist ganz wunderbar, wenn neue Menschen mit anderen Meinungen und Perspektiven ein solches Magazin bereichern und nach vorne bringen können …

    • Hallo Wilhelm,
      danke für deinen Kommentar. Keine Sorge, es wird die alten Formate weiterhin geben :)
      Und speziell in Bezug auf Podcasts möchte ich loswerden: Probier es mal.
      Als wir im Team damit anfingen, war die Skepsis durchaus auch da: Wann soll ich das hören? Wer nimmt sich dafür Zeit?
      Doch nach und nach, mit dem Hören und darüber sprechen, sind inzwischen alle begeisterte Podcasthörer. Es ist anders als lesen, aber ebenso schön :)
      Viel Spaß beim Probieren!

      Sebastian

      • Richtig: Für mich stellt sich die Frage, wann ich Podcast hören soll/kann … für den Artikel nehme ich mir bewusst Zeit und kann das zweitgleich tun, wenn meine Frau fern schaut. Und trotzdem können wir zusammensein und bekommen mit, was der andere gerade macht. Beim hören müsste ich mir einen Kopfhörer aufsetzen oder ganz weggehen … das finde ich nicht gut, die Zeit des gemeinsamen Beisammenseins ist kostbar. Auf dem Rad zur Arbeit passe ich auf den Verkehr auf, wenn ich im Garten lese, kann ich das Format „Natur“ zeitgleich erleben, wenn nämlich unser Gartenrotkelchen Flora neben mir sitzt und ein Lied trällert … ich habe etwas Angst (das ist aber eine generelle), dass zukünftig die Formate Video und Hören (was ich eigentlich sensationell gut finde – jedenfalls das Hören!) nicht in meine Lebensstrukturen passen. … trotzdem versuche ich hineinzuhören, versprochen :-)

        Grüße, Wilhelm

  9. Kaum ist man mal ein paar Tage offline… ;-)

    Die Ergänzungen haben das Potential, in Euch auch weiterhin die Mitte des deutschsprachigen netzbasierten Diskurses zur Fotografie zu sehen. Diesseits der sogenannten ’sozialen Medien‘. Ich wünsche Euch allen eine sicher und glückliche Hand, dieses Projekt weiter durch die Untiefen der Gleichgültigkeit und Aggression des Netzes wie auch durch die gesamtgesellschaftliche (Corona-, Wirtschafts und Verschwörungserzählungs-) Krise zu steuern.

    Alles Gute, Ihr seid die Guten!