13. Oktober 2019 Lesezeit: ~4 Minuten

browserfruits 41.2019

Wenn Ihr das hier lest, bin ich noch in der Hauptstadt auf der Berlin Photo Week. Auf Instagram konntet Ihr bereits meine Erlebnisse der letzten Tage verfolgen. Ich bin natürlich nicht nur zum Spaß nach Berlin gefahren, sondern arbeite vor Ort, führe Interviews und bringe einige Artikel für Euch mit. Bis sie online sind, wünsche ich Euch aber erst einmal viel Freude mit den browserfruits.

 

Linktipps

• Marianne Strobl spezialisierte sich als erste Fotografin Österreich-Ungarns auf Industriebilder. Lange kannte man nur ihr Kürzel. Der Tagesspiegel berichtet über diese beeindruckende Fotografin. → ansehen

• Auf der Frankfurter Buchmesse wird Sebastião Salgado mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Die Stuttgarter Zeitung hat ein kurzes Interview mit ihm. → ansehen

• Matt Doogue berichtet auf PetaPixel, wie ihm die Fotografie aus der Depression geholfen hat. Seine Leidenschaft hat er während der schweren Zeit in der Makrofotografie gefunden. → ansehen

• Dominik Vanyi hat zwei Jahre lang einige seiner Bilder kostenfrei via Unsplash angeboten. Seine Erfahrungen beschreibt er in seinem Blog. → ansehen

• Ausstellungs- und Buchtipp hatten wir schon zur Ausstellung über die Fotografie der Weimarer Republik, die im LVR-Museum in Bonn läuft. Der WDR hat außerdem einen Hörbeitrag dazu und der Deutschlandfunk gibt eine Übersicht darüber, welche breite Themenpalette einen in der Ausstellung erwartet. → ansehen

• In den Alpen erforschen Wissenschaftler den Klimawandel. Die Fotografin Lisi Niesner hat ihre Arbeit dokumentiert. Die FAZ zeigt ihre Arbeiten und hat ein Kurzinterview mit ihr. → ansehen

• Als junger Fotograf kam Michael Kerstgens nach Mühlhausen und nahm dort unvoreingenommen Fotos von den Menschen zwischen Mauerfall und deutscher Einheit auf. Kurzportrait in Text und Video. → ansehen

• Frank Schirrmeister über die Ausstellung „No Photos on the Dance Floor! Berlin 1989 – Today“, die noch bis Ende November im C/O Berlin läuft. Durchaus kritisch, aber mit interessanten Details. → ansehen

• Der Hamburger Jochen Raiß sammelt historische Amateurbilder und stößt immer wieder auf ein seltsames Motiv: Menschen, die mit falschen Eisbären posieren. Meistens am Strand. Ein Interview im SZ Magazin. → ansehen

• Als Reaktion auf eine Anordnung der US-Regierung wird Adobe alle Nutzerkonten in Venezuela deaktivieren. Software wie Photoshop, InDesign und Acrobat funktioniert dann nur noch eingeschränkt oder gar nicht. → ansehen

 

Buchempfehlungen

„Mein Land, unsere Erde“ : Sebastião Salgado wird weltweit gefeiert für seine eindringlichen Fotoreportagen. In seiner Autobiografie gewährt er Einblick in seine Überzeugungen und seine Entwicklung – als Fotograf, als Künstler, als Aktivist und als Mensch. Ein beeindruckendes Selbstportrait des legendären Mannes hinter der Kamera. Das Buch erschien im Verlag Nagel & Kimche und kostet 22 €.

„Provincetown“ : Die Strandstadt Provincetown ist seit Langem ein sicherer Hafen für die Queer-Community und ein Zufluchtsort für Kreative. Ein Ort, der von Offenheit und Toleranz geprägt ist. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren verbrachte Joel Meyerowitz seine Sommer dort und portraitierte die Menschen vor Ort. Das Buch versammelt einhundert Portraits und entführt in eine idyllische Welt des selbsternannten Individualismus. Das Buch kostet 51,22 €.

 

Ausstellungen

Langzeitbelichtung – Fotografien von André Lang
Zeit: 6. Oktober – 9. November 2019
Ort: Historisches Rathaus Friedrichshagen, Bölschestr. 87/88, 12587 Berlin

This is not a photo – Projekt Fotografie
Zeit: 11. Oktober – 14. Dezember 2019
Ort: Kultur- und Bildungsverein Ostertor e. V., galerie mitte, Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen

Lucia Moholy: Fotogeschichte schreiben
Zeit: 12. Ok­to­ber 2019 – 2. Fe­bruar 2020
Ort: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln

 

Drüben auf Instagram

@juliasellmann – Die Kölner Fotografin Julia Sellmann hat sich auf visuelle Geschichten spezialisiert und zeigt auf Instagram spannende Reportagen und Portraits.

 

Videos

Die Bundeswehr bereitet Kriegs- und Krisenreporter*innen auf Worst-Case-Szenarien vor. Die STRG_F-Reporterinnen Alena, Mariam und Lisa lassen sich ausbilden.

 

Auch das Format HYPERBOLE beschäftigt sich mit dem Thema und stellt einem Kriegsreporter Fragen.

 

Das Titelbild stammt von Erik Mclean. Vielen Dank!

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4 Kommentare

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  1. Ich überlege, wie ich Adobe boykottieren kann. Gimp ist für mich keine Option. Lightroom, PS und Bridge arbeiten bei mir im Einklang. Einen Workflow den ich mir über die letzten Jahre erarbeitet habe, um meine Foto seriell zu entwickeln. Ich brauche eine Bibliothek, aber offline.

    Schwere Zeiten für Journalisten, Reporter, Künstler in Venezuela. Es sind Leute, die dokumentieren, was in ihrer Heimat passiert und in die Welt tragen.

    Einen schönen Sonntag noch. Veith

  2. Der Film des Kriegstrainings ist sehr bewegend. Es erinnert mich an den einsatz meines Schwagers als Arzt, als in Nairobi die amerikanische Botschaft gesprengt wurde. Bei einem Besuch erzählte er uns von seinen Bildern. Bilder, die niemand gezeigt hat.

    Und gerade eben, meint wieder so ein Egoman, er müsse in den Krieg ziehen.

    Wegen solchen Idioten brauchen wir Menschen, die objektiv aus solchen Situationen berichten. Frei und mutig. Und vielleicht mit ihren Berichten dazu beitragen, dass dieses perverse Morden irgendwann wieder aufhört. Für einen Moment. Bis zum nächsten Mal.

    Das macht mich traurig. Und deswegen hat Fotografie einen Sinn.

    Kommt heil zurück.

  3. Zu Selgado: Ich habe neulich im Deutschlandfunk / -radio ein interessantes Gespräch mit Elisabeth Neudörfl gehört, in dem sie aus der Sicht der aktuellen Dokumentarfotografie die Friedenspreis-Entscheidung für Selgado (für mich nachvollziehbar) kritisch kommentierte (zum Nachhören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/10/08/falscher_preistraeger_kritik_am_friedenspreis_des_dt_dlf_20191008_1751_3c2c6d2f.mp3). Am 14.10.2019 gibt es dazu auch eine Podiumsdiskussion am KWI in Essen: „Arm aber erbaulich? Zur fotografischen Praxis Sebastiāo Salgados“ (https://kulturwissenschaften.de/en/veranstaltung/podiumsdiskussion-arm-aber-erbaulich/)