16. Juli 2019

Portraits and Nudes

Astrid Susanna Schulz fotografiert Menschen jeglichen Alters, Geschlechts und mit verschiedenen Körperformen. Ihr Fokus liegt auf dem Portrait. Denn auch, wenn die Menschen auf vielen ihrer Bilder keine Kleidung tragen, steht ihr Gesicht, ihre Persönlichkeit im Mittelpunkt.

Wenn Bilder als Vorbilder wirken, prägen auch wir Fotograf*innen mit unseren Veröffentlichungen die Sicht auf die Menschen. Ich möchte in meinen (Akt-)Portraits die Stärke, Vielfalt, Perfektes und auch (vermeintlich) Unperfektes in den Menschen zeigen.

„Portraits and Nudes“

Die Aufnahmen entstehen bei der Fotografin zu Hause und beginnen mit einem Gespräch. Fotogespräch nennt Astrid das und es kann bis zu zwei Stunden dauern, bis die Kamera zum Einsatz kommt. Sich kennenzulernen und Vertrauen zu schaffen, ist wichtig, denn die Menschen stehen meistens das erste Mal vor der Kamera.

Portraits

Portrait

„Hidden Faces“

Für „Hidden Faces“ hat Astrid die Menschen bewusst anonymisiert. Zu dieser Serie wurde sie durch ihre eigene (Hobby-)Modellzeit inspiriert. Damals war es ihr wichtig, bei Aktaufnahmen ihr Gesicht zu anonymisieren bzw. unkenntlich zu machen, ob durch Bewegung, Körperhaltung oder Masken.

Ich mag meinen Körper, Nacktheit ist natürlich. Bilder lassen sich jedoch im Internet schnell verbreiten. Mir ist es jetzt – als Fotografin – wichtig, die Identität der Menschen zu schützen, die ich fotografiere. Bei „Hidden Faces“ habe ich mich dem anonymen Akt spielerisch genähert und verschiedene „Objekte“ verdeckend eingesetzt. Diese Bilder zeige ich im Internet, die Gesichter der Frauen und Männer sind nicht zu sehen bzw. erkennen. Im Gegensatz dazu sind einige der vielen Akte und Aktportraits nur im Buch veröffentlicht.

Frauenakt mit MaskeMännerakt mit Maske
FrauenaktAkt mit verdecktem Gesicht

„With Pearls“

In der Serie „With Pearls“ spielt Astrid mit Genderklischees und zeigt Männerportraits mit Halsketten. Ein Schmuck, den man auf den ersten Blick so nicht erwartet, doch schnell beginnt man sich zu fragen: warum eigentlich nicht?

Auf einem Bremer Flohmarkt fiel mir ungewöhnlicher Modeschmuck in die Hände: eine breite, eng anliegende Perlenkette. Dieses typisch weibliche Schmuckstück wollte ich an Männern sehen und fotografieren. Zunächst war es schwierig, Männer dafür zu begeistern. Seit Anfang 2014 entstehen jedoch immer mehr Portraits mit Perlenkette. Wichtig ist mir, das Männliche, Würdevolle der Träger zu betonen. Die Männer strahlen auf den Portraits – jedenfalls für mein Empfinden – etwas Königliches aus.

Mann mit PerlenketteMann mit Perlenkette
Mann mit PerlenketteMann mit Perlenkette

„At home“

Wie der Name verrät, fotografierte Astrid diese Fotoserie nicht bei sich, sondern bei den Menschen zu Hause. Es entsteht so nicht nur ein einfaches Portrait, sondern ein noch persönlicheres Bild, das zusätzlich einen Einblick in die Lebenswelt der Portraitierten gibt.

Frauenakt in der Küche

Mann steht nackt im FlurFrauenakt

Fünf Jahre fotografiert Astrid bereits Menschen und versammelt ihre Arbeiten nun erstmals in einem Buch.

Fünf Jahre „einzudampfen“, braucht Zeit: Vier Monate, in denen ich mehr als einmal an „Kill Your Darlings“ denken musste. Viele meiner „Darlings“ flogen raus, beispielsweise Aktaufnahmen in der Natur. Nach und nach entstand ein für mich stimmiges Buch.

Informationen zum Buch

„Portraits Nudes Women Men“
Einband: Hardcover
Seiten: 128
Bilder: 70 Schwarzweißaufnahmen
Maße: 21,0 x 29,7 cm
Verlag: Eigenverlag
Auflage: 50
Preis: 49 €

Ähnliche Artikel

2 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Auch wenn mich die Akt-Fotografie nicht wirklich interessiert, finde ich diese Bilder sehr gut gelungen. Besonders die Bilder mit der Perlenkette. Die wirken meiner Meinung nach so majestätisch, weil sie an die Halskrausen der Renaissance erinnern und die Bilder teilweise auch ähnlich der Bilder dieser Zeit fotografiert sind.

  2. Blogartikel dazu: Fotominuten #080 – Fu*** the Algorithm – Von Instagram und wie es Fotografie verändert | Portrait Foto Kunst