17. Juni 2019 Lesezeit: ~6 Minuten

Online-Workshop – Analoge Fotografie

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Es geht um die analoge Fotografie. Sie ist noch lange nicht tot und schuld daran sind Menschen wie Ben Bernschneider, der mit seiner Begeisterung für Film ansteckt und durchaus freigiebig mit seinem Wissen darüber umgeht. Jetzt hat er alles, was er jemals zum Thema gefragt wurde, in einem Online-Workshop* gebündelt.

Dabei ist Ben kein Oberlehrer, der sich an den kleinsten Technikfragen aufhält. Er schafft es ganz im Gegenteil, einem die Angst vor dem so technisch und komplex scheinenden Medium zu nehmen und erklärt von Beginn an, worauf man achten muss und wobei man auch mal ein Auge zudrücken kann.

Um den Workshop zu sehen, bekommt man nach dem Kauf einen Online-Zugang. Hier kann man sehr schnell und übersichtlich die sieben Kapitel durchstöbern, die sich jeweils noch einmal in über 33 Videos aufteilen. Jedes Video wird mit einem Zweizeiler beschrieben, so dass man sich wirklich gut im insgesamt über-sechs-stündigen Workshop zurechtfindet.

Der Workshop beginnt zunächst mit theoretischen Gedanken: Warum überhaupt analog? Woher kommt der aktuelle Hype und warum sind alte Point-and-shoot-Kameras plötzlich wieder so teuer? Bens Liebe für diese puristischen Kameras schwingt im ganzen Workshop mit und sie übernehmen im Kapitel „Kameras“ mit 30 Minuten auch eindeutig die Hauptrolle. Aber er geht auch auf Spiegelreflex-, Messsucher-, und Mittelformatkameras ein und man bekommt insgesamt einen guten Überblick über den Markt.

Schön finde ich auch, dass Ben hier keine Kamera als die eine wahre anpreist, sondern die jeweiligen Besonderheiten, Vor- und Nachteile einer jeden kurz erklärt, ohne sich in Details zu verlieren. So kommt es am Ende ganz auf die eigenen Wünsche und natürlich den Geldbeutel an. Im dritten Kapitel geht es dann weiter um Filme, bevor er zum wohl spannendsten Kapitel des Workshops kommt – der Filmentwicklung.

Denn auch wenn Ben nicht gegen Großlabore ist, macht er Mut, es einfach mal selbst zu versuchen. Und um zu zeigen, wie leicht es tatsächlich ist, entwickelt er im Video Schwarzweiß- und Farbfilme ganz locker in seiner Küche. Ohne Dunkelkammer und Schnickschnack mit einem Wechselsack und einem Startkit für knapp 50 €.

Screenshot: Mann in der Küche

Dabei ist er zum Teil so locker, dass einigen, die sich schon länger und sehr ernsthaft mit der Filmentwicklung beschäftigen, sicher kurz der Atem stockt, wenn er zum Beispiel das Wasser aus dem Wasserhahn mit dem Finger testet und meint: „Fühlt sich nach Zimmertemperatur an.“ Aber genau so etwas finde ich an diesem Workshop großartig. Man wird nicht überfordert mit kleinen Dingen, die kaum einen Unterschied machen.

Der Workshop zeigt, wie man ganz einfach anfangen und trotzdem tolle Ergebnisse erzielen kann. Wenn man dann langsam Erfahrung gesammelt hat und den Spaß daran behält, kann man sich weiter ausprobieren und in die technischen Lehrbücher vertiefen.

Damit man die entstandenen Negative auch zeigen kann, geht es in einem weiteren Kapitel ums Scannen. Ben stellt verschiedene Scanner vor und zeigt, wie man mit der Software Silverfast aus den Negativen digitale Positive schafft. Auch ein kleines Video zum Thema Lightroomkonvertierung von Dias, die abfotografiert wurden, findet sich in diesem Kapitel.

Screenshot, Hände mit negativschablonen

Wie das mit dem Abfotografieren genau funktioniert, fehlt im Workshop. Auch Abzüge und Vergrößerungen werden nicht besprochen. Exoten wie Großformat- oder Sofortbildkameras sucht man ebenso vergebens. Dies ist sicher dem Umstand geschuldet, dass Ben so nicht arbeitet und sich im Workshop ganz auf seine Vorgehensweisen und Erfahrungen konzentriert.

Man muss auch zugeben, dass die analoge Fotografie ein weites Feld ist und die gebotenen Inhalte für Anfänger*innen absolut ausreichen, da zu viel auch schnell verwirren kann. Vielleicht gibt es ja auch noch die eine oder andere Erweiterung des eigentlichen Workshops, wie im letzten Kapitel, in dem Ben noch einmal gesondert auf Fragen aus seiner Instagram-Community eingeht. Die möchte zum Beispiel wissen, wie man eine gute Doppelbelichtung macht, wie die Cross-Entwicklung funktioniert und wohin man kaputte Kameras reparieren lassen kann.

Screenshot: Ein Mann mit Kameras

Zusätzlich zum Workshop bekommt man Zugang zu Bens „Bam Bam Club“. Wer Ben kennt und mag, wird dieses zusätzliche Extra sehr schätzen wissen, denn im Club finden sich noch Making-Of-Videos der letzten Bücher und gesammelte Videos, die in den letzten Monaten auf seinen Social-Media-Kanälen zu sehen waren.

Wer Ben noch nicht kennt: Bam Bam klingt vielleicht etwas seltsam, aber die Videos des Workshops sind alles andere als „Bam Bam“, sondern angenehm ruhig und durchdacht. Auch muss man Bens Fotos nicht zwangsläufig lieben, denn im Workshop geht es nicht um Ben und seine Arbeiten, sondern komplett um analoge Fotografie.

Ich hoffe, ich konnte Euch neugierig machen. Wenn Ihr mit der analogen Fotografie liebäugelt oder gerade erst angefangen habt, Euch mit ihr zu befassen, werdet Ihr in Bens Workshop unglaublich viel für Euch mitnehmen können. Wenn Ihr schon länger analog fotografiert, aber bisher nicht selbst entwickelt habt, ist der Kurs für Euch ebenfalls absolut zu empfehlen.

Der Preis für den Video-Workshop mit über 6 Stunden Laufzeit* liegt bei 199 €. Wir haben exklusiv für alle Leser*innen von kwerfeldein einen Rabatt von 50 € bekommen, so dass Ihr Euch den Workshop für 149 € schnappen könnt. Gebt dafür einfach bei der Bestellung den Gutscheincode „kwerfeldein50“ ein!

* Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link. kwerfeldein erhält für jeden darüber getätigten Kauf eine kleine Provision, Du zahlst aber keinen Cent mehr.

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5 Kommentare

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  1. Wollt ihr mir ernsthaft erzählen, dass der Artikel keine Werbung ist? Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, Werbung zu schalten, aber diese sollte eben auch entsprechend gekennzeichnet sein. So geht es nicht.

    • Hallo Benny, wir kennzeichnen Anzeigen (Artikel, für die kwerfeldein bezahlt wird), das hier ist keine. Die Affiliate-Partnerschaft ist gekennzeichnet, wie sonst auch. „Werbung“ wäre hier sonst jeder Artikel, der die Arbeit von Fotograf*innen, ein Buch, Ausrüstung oder sonst etwas vorstellt.

  2. Mir ist es eigentlich egal, on Werbung oder Rezension. Kein Problem mit dieser Art von Artikeln. Alle Fotomags machen Werbung, oft verpackt als Test oder Reportage. So ist das eben. Kein Problem damit.

  3. Ganz ehrlich gesagt geht mir diese ganze Diskussion über Werbung ziemlich auf den Zeiger. Ich denke der Artikel ist trotzdem objektiv geschrieben. Ich vertraue Kwerfeldein da schon voll und ganz. Man bekommt ja sogar einen Rabatt von 50€. Warum sollte Kwerfeldein nicht auch etwas davon abgekommen? Bei Instagram wird inzwischen jeder Mist als Werbung gekennzeichnet. Das führt in meinen Augen nur dazu das die Kennzeichnung vollkommen ignoriert wird.

    Aber nun zum eigentlichen Workshop. Ich beschäftige mich schon etwas länger mit der analogen Fotografie und entwickle auch seit Jahren selbst. Die Aussage „Fühlt sich nach Zimmertemperatur an.“ schreckt mich daher tatsächlich etwas ab. Aber die Grundaussage stimmt schon. Die analoge Fotografie ist manchmal sogar deutlich fehlertoleranter als die digitale Fotografie. Für das „optimale“ Ergebnis muss man hier schon etwas genauer arbeiten. Das heißt aber noch lange nicht das man kein „brauchbares“ Ergebnis bekommen wenn man nicht bei allem super penibel ist. Auf die exakte Temperatur achte ich aber auch nur beim Entwickler.

    Ich muss allerdings dazu sagen das ich am Anfang einen guten Freund ziemlich mit Fragen löchern musste weil ich absolut keine Ahnung hatte. Hätte es damals schon den Workshop gegeben wäre mir wahrscheinlich vieles leichter gefallen. Ich ermutige Leute auch immer dazu die SW Filme selbst zu entwickeln. Den entwickelten Film aus der Dose zu holen und zu sehen ist für mich immer noch einer der schönsten Momente in der analogen Fotografie! Auf die Dauer kann man damit auch einiges an Kosten sparen und hat dann den Workshop vielleicht irgendwann man wieder raus.