15. Januar 2019 Lesezeit: ~5 Minuten

Style, Light, Shoot! – Wunderkerzen

Heute wird es magisch! Christina Key stellt eine weitere einzigartige Lichtquelle vor: Wunderkerzen! Sie verleihen jedem Bild – ganz egal, ob Portrait oder Foodfoto – das gewisse Etwas. In ihrem Buch „Style, Light, Shoot!“ aus dem Verlag Rheinwerk inspiriert sie mit insgesamt 50 Ideen für Low-Budget-Lichtquellen, DIY-Hintergründe, Bildeffekte und vielem mehr.

Letzte Woche haben wir Euch bereits ihren Tipp für Baustrahler vorgestellt. Auch der heutige Tipp stammt aus dem Kapitel Lichtquellen.

 

Zauberhafte Fotos: Wunderkerzen

Für stimmungsvolle Fotos eignen sich Wunderkerzen perfekt. Sie sind preiswert, einfach anzuwenden und genau deshalb hervorragend geeignet, um in der Fotografie für eine Extraportion Glitzer zu sorgen. Durch die vielen kleinen Flammen und Funken, die eine Wunderkerze versprüht, wird jedem Foto ein ganz besonderer Charme verliehen.

Wenn Du mit großer Blendenöffnung arbeitest, werden die einzelnen Lichtspritzer durch die leichte Unschärfe besonders schön eingefangen. Damit das Bild nicht verwackelt und die Funken dennoch eine Bewegungsunschärfe aufweisen, empfiehlt sich eine Belichtungszeit zwischen 1/160 s und 1/500 s. Beachte außerdem, dass die kürzeste verwendbare Belichtungszeit für verwacklungsfreie Fotos auch von der Brennweite sowie vom Einsatz eines Stativs abhängt.

Mit Wunderkerzen kann man Portraits das gewisse Etwas verleihen. Und auch in der Foodfotografie und für Lifestyle-Bilder sind Wunderkerzen durchaus geeignete Accessoires. Das von ihnen ausgehende warme Licht sorgt – neben den tollen Glitzer- und Bokeh-Effekten, den die kleinen Flammen hervorrufen – für ein harmonisches Gesamtbild.

Draußen kannst Du Wunderkerzen bedenkenlos verwenden. Du solltest lediglich darauf achten, dass sich die Wunderkerze nicht zu nah an der Kamera befindet, da sie sonst eventuell Schaden nehmen könnte. Zudem solltest Du unbedingt darauf achten, dass herabfallende Funken der Wunderkerzen keine Kleidungsstücke oder Ähnliches versengen.

In Innenräumen musst Du ganz besonders gut aufpassen: Es kann zum Beispiel sehr leicht passieren, dass der Bodenbelag durch herabfallende Funken beschädigt wird. Im ersten Moment denkt man noch, dass schon nichts passieren wird, aber die große Hitze der Funken lässt bei unvorsichtiger Handhabung schnell ein Brandloch entstehen. Achte außerdem darauf, dass leicht entflammbare Materialien wie etwa Papier weit genug von den Funken entfernt positioniert werden.

Frau mit Wunderkerze

85 mm, f/2, 1/250 s, ISO 800, out of cam, Available Light bei Nacht, Wunderkerzen

Bei diesem Nachtportrait habe ich den ISO-Wert meiner Kamera etwas höher eingestellt, um eine möglichst natürliche Bildstimmung zu erreichen. Ich habe auf künstliches Licht verzichtet und lieber etwas Bildrauschen in Kauf genommen, da so das Ergebnis harmonischer wirkt. Das Gesicht des Modells wird durch die Wunderkerzen angeleuchtet. Das bunte Bokeh im Hintergrund wurde durch diverse Straßen- und Autolichter verursacht. Die eignen sich bei Nacht übrigens besonders gut für tolle Bokeh-Effekte!

Frau mit Wunderkerzen

50 mm, f/1.8, 1/250 s, ISO 50, Wunderkerze als Lichtquelle in einem abgedunkelten Raum

Versucht auch mal, Wunderkerzen als einzige Lichtquelle zu nutzen. Testet, wie das Licht stärker wird, wenn Ihr statt mit einer gleich mit mehreren arbeitet. Bei diesem Foto wirkt das Licht herrlich weich und der Schein der Wunderkerze bringt die Pailletten des Kleids zum Funkeln.

Foodfoto mit Wunderkerzen

85 mm, f/1.8, 1/250 s, ISO 200, Baustrahler von links, Wunderkerzen in einem verdunkelten Raum

Dieses Bild wurde durch einen Baustrahler ausgeleuchtet. Die Wunderkerzen, die hier in jedem Quiche-Glas stecken, vermitteln zusammen mit den Luftschlangen und dem Glücksschwein eine festliche Stimmung. Schaut auf die hintere Wunderkerze: Ihre Funken werden unschärfer als die der vorderen Wunderkerze wiedergegeben, da bei Offenblende auf das vordere Glas fokussiert wurde. Welcher Effekt gefällt Euch besser? Für stimmungsvolle Weihnachtsfotos eignen sich Wunderkerzen ausgezeichnet.

Glaskugel mit Lichstreifen

85 mm, f/2, 20 s, ISO 50, Taschenlampe mit Farbfolie, Wunderkerze in einem verdunkelten Raum

Bei dieser Langzeitbelichtung habe ich erst mithilfe einer Taschenlampe um die Glaskugel herumgemalt und dann mit einer Wunderkerze durch das Bild gewedelt. Durch die längere Belichtungszeit bildeten sich auf diese Weise schöne Leuchtspuren, die auch in der Glaskugel selbst sichtbar werden.

Während der Aufnahmezeit war das Badezimmer – in dem dieses Foto entstanden ist – stockdunkel. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Lichtspuren so deutlich werden können. Zusätzlich hängt im Hintergrund eine schwarze Pappe an der Wand, vor der sich die Lichtspielerei noch besser abhebt.

 

Ihr sucht nach weiterer Inspiration? Im Buch „Style, Light, Shoot!“ werdet Ihr fündig. Neben dem Kapitel Lichtquellen gibt es auch Kapitel zu den Themen Schattenspiel, Lichteffekt, Blitzaufsatz, Lichtlenker, Helferlein, Hintergründe, Unschärfen vorn, Unschärfen hinten und Objektivspielerei. Welches Kapitel spricht Euch am meisten an?

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