Das Portrait einer Stadt ist ein Gefüge unterschiedlichster Elemente, das sich unter anderem aus kulturellen Einflüssen, den dort lebenden Menschen und ihrer Architektur zusammensetzt. Bleibt dieses Bild bestehen, wenn auf eines dieser Elemente im Prozess der Fotografie bewusst verzichtet wird oder entsteht ein gänzlich anderes?
Die serielle Arbeit über die südkoreanische Hauptstadt Seoul spielt mit dem vorherrschenden Bild einer hoch technologisierten Großstadt, indem sie durch die fehlende Präsenz des Menschen eine ruhige und melancholische Bildwelt erzeugt, die im Kontrast zu den stereotypischen Darstellungen asiatischer Metropolen steht.
Sanfte Farbtöne und das Licht der Frühlingssonne bekräftigen die Melancholie in den Abbildungen leerer Straßenzüge und architektonischer Details. Die unaufgeregten Fotografien eröffnen die Möglichkeit, einen genauen Blick auf Details unserer gebauten Umwelt zu werfen, die sonst in den überfüllten Straßen, in der Geschäftigkeit des Alltags untergehen.