10. Januar 2018 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Cyprus Paradise – Über Hundeleid in Zypern

Das Paradies ist ein fadenscheiniges Versprechen in Zypern. Denn während jedes Jahr Tausende Tourist*innen das Land besuchen, um dort Sonne, Strand und zypriotische Gastfreundschaft zu finden, warten rund 200.000 Hunde in privaten oder staatlichen Tierheimen oder als Streuner auf der Straße auf eine neue Chance – oder ihren sicheren Tod.

Die Situation ist trostlos: Überfüllte Tierheime mit ehrenamtlichen und angestellten Helfer*innen, die – obwohl voller Mitgefühl und Hingabe – völlig überarbeitet sind. Ein Ende? Ist nicht in Sicht. Die Aufnahmen für das Buch „Cyprus Paradise“ sind an verschiedenen Orten in Zypern entstanden: In staatlichen Auffangstationen in der Nähe von Limassol, den sogenannten Pounds, wo die Zustände katastrophal sind und das Personal sich kaum oder manchmal gar nicht um die Hunde kümmert. Hier werden die Hunde nach 14 Tagen getötet, sofern sie nicht vorher rausgeholt werden.

HundeportraitAlte Hundehütte

In die Kennels, private Zwinger, die in vielen Fällen die einzige Möglichkeit sind, den Hunden aus den staatlichen Auffangstationen kurzfristig eine sichere Unterkunft zu gewähren. Aber sie kosten viel Geld – Geld, das an anderen Stellen fehlt. In private Tierheime von Eleni, dem Argos Sanctuary und dem Sirius Dog Sanctuary, die alle mit viel Liebe und bedingungslosem Einsatz betrieben werden. Hier sind es oft die großen, die schwarzen und die älteren Hunde, die ihr Leben lang vergeblich auf eine zweite Chance warten, weil niemand sie mehr haben möchte.

Aber auch viele Welpen werden entsorgt; in Kartons oder Tüten, abgestellt vor den Tierheimen oder an der Straße. Ob jung oder alt, die Tiere werden einfach ausgesetzt, bei brütender Hitze am Tor der Tierheime angebunden oder über den Zaun geschmissen. Weil ihre Menschen keine Lust mehr hatten, weil sie als Jagdhunde nicht mehr taugten oder warum auch immer.

Müll zwischen alten Häusern

Mit einem Klick auf das + könnt Ihr das unten versteckte Foto öffnen. Es enthält ein Motiv, das eventuell verstören könnte. Wir möchten Euch daher freistellen, es Euch anzusehen.

Triggerwarnung: Überfahrener Hund
Ein überfahrener Hund auf der Straße

Häufig finden die ehrenamtlichen Helfer*innen verletzte oder kranke Tiere am Straßenrand, die manchmal in ihren Armen sterben, weil die Hilfe zu spät kam. Aber der Tod holt auch die Gesunden, die vom Glück Verlassenen, weil der Platz in den Tierheimen nicht ausreicht und es einfach zu viele sind.

Die Eindrücke verfolgen mich jedes Mal, wenn ich vor Ort bin. Seit über zwei Jahren fliege ich für die Organisation Hundeliebe-grenzenlos e. V. regelmäßig nach Zypern. Um über die Situation der Hunde zu berichten, in Fotos und in Videos – vor allem aber auch, um Hunde nach Deutschland zu begleiten, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.

Ein Hund vor einem Gitter

Ein Hund im Dunkeln

Das allerdings kann keine endgültige Lösung sein. Auf lange Sicht muss es einen Wandel geben, einerseits in der Haltung der Menschen, erreicht über Information und Aufklärung. Aber auch mit einem wirkungsvollen Kastrationsprogramm vor Ort, das der unkontrollierten Vermehrung der Hunde ein Ende setzt. Es ist der einzige Weg, das Leid zu beenden.

Das Buch „Cyprus Paradise“ hat das Ziel, Aufmerksamkeit auf das Leiden der ungewollten und verlassenen Hunde zu lenken und so einen Anstoß zu geben. Deshalb gehen von jedem verkauften Buch 3 € nach Zypern, um ein dort geplantes Kastrationsprojekt im Argos Sanctuary zu unterstützen. Es kann über www.bt-st.de bestellt werden.

Informationen zum Buch

„Cyprus Paradise“
32 Abbildungen, 60 Seiten
Bindung: Hardcover, Wire-O-Bindung
Text: Deutsch und Englisch
ISBN: 978-3-9815444-3-5
19,80 € (zzgl. Versand)

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7 Kommentare

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  1. Fotografisch gesehen finde ich es eher schlecht.
    Die meisten Hunde, die dann nach Deutschland geholt werden, kommen doch eh vom Regen in die Traufe und landen auch hier letztendlich wieder im Tierheim. Die wenigsten Leute haben doch wirklich die Zeit und das Verständnis dafür, um genau zu wissen, was für das Tier gut ist. Die sogenannte Tierliebe ist doch im Grunde reiner Egoismus.
    Vielleicht verzichtet ja der wirkliche Tierfreund bewusst auf ein Haustier.

      • Berücksichtigt aber leider nicht die Misere der schon vorhandenen Tiere, die in Tierheimen und bei Tierschutzvereinen auf ein neues Zuhause warten. Sinnvoller ist, nicht von Züchtern zu kaufen, sich lokal im Tierschutz zu engagieren und, falls noch nicht vorhanden, sich je nach Tierart für Kastrations- und Registrierungspflichten stark zu machen. DANN kann man langfristig mal die Haltung von Haustieren im Allgemeinen abschaffen.