31. Mai 2016

Die Gesichter hinter den Stimmen

Der Fotograf Marco Justus Schöler hat für sein Projekt „Faces Behind The Voices“ 30 Synchronsprecher portraitiert, deren Stimmen sicher jeder schon einmal gehört hat. Während sie in den Filmen und Serien anonym bleiben, dreht Schöler den Spieß um: Auf einmal sieht man Gesichter und fragt sich, welchen Hollywoodstars sie wohl ihre Stimmen leihen.

Auf die Idee kam der Berliner Fotograf, als er den Psychothriller „Shutter Island“ schaute:

An einer Stelle im Film spricht Leonardo DiCaprio einen langen, emotionalen Dialog. Genau an dieser Stelle, als ich nur die Stimme hörte und völlig passiv auf meinen 7″-Screen starrte, fragte ich mich, wie der Sprecher von Leonardo wohl aussieht.

Daraufhin nahm er Kontakt mit verschiedenen Agenturen auf und schnell verselbstständigte sich das Projekt. Die entstandenen Aufnahmen konzentrieren sich auf die Gesichter. Die Synchronsprecher fotografierte er vor einem beige-farbenen Theatervorhang, mit schwarzem Oberteil und neutralem Gesichtsausdruck.

Ein Männerportrait

Eine Frau mit schwarzem Pullover

Ein Mann mit schwarzem Pullover

Männerportrait

Frauenportrait

Eine Wanderausstellung zeigt das Projekt in verschiedenen Bahnhöfen Deutschlands. Dabei werden nicht nur die Portraits gezeigt, sondern unter jedem Foto befindet sich jeweils ein Tablet mit Kopfhörern, dank denen man Filmausschnitte sowie Audio-Aufnahmen hören kann. Die bekannten Filmzitate, persönlichen Geschichten und Rätsel führen den Besucher langsam aber sicher zur Auflösung, welche Stars der Sprecher oder die Sprecherin synchronisiert.

Die kommenden Tourdaten:

Lübeck Hauptbahnhof: 1. – 13. Juni
Mannheim Hauptbahnhof: 20. – 30. Juni
Frankfurt Hauptbahnhof: 5. – 13. Juli
Kiel Hauptbahnhof: 18. – 28. Juli
Bremen Hauptbahnhof: 30. Juli – 8. August
Braunschweig Hauptbahnhof: 11. – 21. August

 

 

 

 

Wer es nicht zu einer der Ausstellungen schafft, kann auch mit dem Bildband „Faces Behind The Voices“ Vorlieb nehmen. Er ist bei seltmann+söhne erschienen und kostet 35 €. Um in den Genuss der Stimmen zu kommen, gibt es zum Buch eine multimediale App.

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