Grüne kaputte Schreibmaschine
25. Januar 2015 Lesezeit: ~3 Minuten

Die 5 Artikel des Monats

Liebe Leser, in den letzten Wochen haben wir wie immer fleißig Foto-Artikel gesammelt und gemeinsam mit den Links des Tages im Ausblick gesammelt. Für all diejenigen, die nicht jeden Tag bei uns mitlesen, folgt nun eine handverlesene Auswahl der Texte und Essays, die mir imponiert haben.

 

Digitale Transformation

Wenn sich Fotografen mit einem bedeutenden Erfahrungsschatz zu einem Thema äußern, ist die inhaltliche Dichte meist sehr groß. Dies ist auch der Fall bei der Frage, inwieweit die Digitalisierung das Genre der Straßenfotografie beeinflusst hat. Popular Photography ließ drei Street-Koryphäen zu Wort kommen, die Ihre Meinung zum Besten geben: Jack Simon, Melanie Einzig und Richard Bram. Dringende Lese-Empfehlung.

+ Melanie Einzig schrieb im Mai 2014 im Rahmen des Artikels „Was es bedeutet, Mensch zu sein“ über ihr fotografisches Credo auf kwerfeldein.

 

Gemeinschaft der Fotografen in der Kritik

Für Furore sorgte zu Beginn des Jahres ein Rant des professionellen Fotografen Kenny Coverstone. Er ließ sich darüber aus, wie befremdlich er das Miteinander (und den Neid) unter Fotografen im Netz findet und rief zu gegenseitiger Unterstützung auf. Coverstone unterstrich das mit der Konklusion, dass durch gegenseitige Unterstützung nicht nur Einsteiger fotografisch wachsen, sondern auch die Fortgeschrittenen. Beiträge wie diesen kann es nie genug geben.

 

Vordergrund: Muss das immer sein?

Gute Artikel müssen nicht immer 100.000 Zeichen haben, um den Horizont zu erweitern. Dies ist am Beispiel der Bildanalysen des Fotografen Erez Marom zu sehen, der die Frage aufwirft, ob ein beinahe sklavisches Einbinden von Vordergründen in der Landschaftsfotografie nicht kontraproduktiv ist. Marom geht noch weiter: Mit guten Argumenten vertritt er die These, dass gerade das Nicht-Vorhandensein eines Vordergrundes Naturaufnahmen eine individuelle Tiefe gibt.

 

Nachts aus dem Helikopter lehnen

Eine Mischung aus beeindruckenden Luftaufnahmen und einem brillianten Bericht von Vincent Laforet wurde in den letzten Wochen durch das Internet gereicht. Laforet präsentierte eine wahnsinnig gut fotografierte Serie über New York City, für die er sich bei Eiseskälte und in der Schwärze der Nacht in bedrückender Angst (aber in Sicherheit) befand. Eines der innovativsten Projekte des Jahres bislang.

 

Leidenschaft als treibende Kraft

Die erfolgreiche Fotografin und Psychologin Jenna Martin schrieb sich die Seele aus dem Leib, als sie ein Plädoyer für die fotografische Leidenschaft verfasste. Sie ging der Frage nach, ob Leidenschaft ausreiche, um sich selbstständig zu machen und bejahte dies mit überzeugenden Argumenten. Ihrer Auffassung nach geht eine Passion über das übliche Maß an Begeisterungsfähigkeit hinaus. Des weiteren ist sie davon überzeugt, dass es für alles einen Markt gibt. Wie recht sie doch hat.

 

Fehlt Euch in meiner Sammlung ein Artikel? Habe ich etwas verpasst? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ich wünsche einen angenehmen Lese-Sonntag!

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10 Kommentare

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  1. Den fünften Artikel finde ich schlecht, richtig schlecht. In meinen Augen wird kein triftiges Argument geliefert, warum es eine gute Idee ist, seiner Leidenschaft zu folgen. Da finde ich den Artikel, auf den Jenna Martin sich bezieht und den sie zu widerlegen versucht, wesentlich überzeugender. In ihrem Artikel fehlt mir völlig der Realitätsbezug: einem Medizinstudenten wird im Allgemeinen nicht nahegelegt, sich einen Plan B zuzulegen, weil die beruflichen Aussichten einfach nicht erfordern. Im künstlerischen Bereich sieht das schon anders aus.
    Bei der Überlegung Hobby/Profi-Fotograf würde ich mir auch immer Gedanken darüber machen, ob sich als Profi nicht auch der Fokus meines Schaffens verschiebt. Schließlich muss ich als Profi etwas schaffen, was verkäuflich ist.
    Im Gegensatz dazu kann ich als Hobby-Fotograf in einer finanziell abgesicherten Situation mich wirklich auf das konzentrieren, was mir Spaß macht.
    In diesem Zusammenhang sehe ich das Wort Hobby nicht als Wertung der Qualität. Meine persönliche Definition ist: ein Beruf muss finanziell Sinn ergeben, ein Hobby nicht.
    Und den „Naked Cowboy“ als Beleg herzunehmen, zeigt doch nur, dass wirkliche Argumente fehlen. Nur weil es einer unter Millionen von Straßenmusikern geschafft hat, verändert das die Chancen des Rests nicht. Basierend auf Jenna Martins Argumentation könnte man auch eine Karriere als Lottospieler propagieren.

  2. Ich finde die „Links des Tages“ immer klasse, auch wenn nicht jeder Artikel mich interessiert – man kann ja nicht jeden Geschmack treffen. Gefällt mir sogar besser als die Browserfruits, weil es nicht so viel auf einmal ist und man sich mehr Zeit nehmen kann.
    „Die 5 Artikel des Monats“ finde ich allerdings etwas zu viel des Guten. Ich besuche euch zwar regelmäßig, aber auch wenn das mal länger nicht geht kann man sich über die Übersicht der Ausblickseiten wunderbar die verpassten Inhalte nachholen. Wer wirklich Interesse hat, wird denke ich eher diesen Weg gehen, als einzig eine subjektive Auswahl von 5 Artikeln sehen wollen.

    Hoffe ihr seht meine Meinung dazu als konstruktive Kritik, wie es gemeint ist. Was ihr daraus macht bleibt natürlich euch überlassen. :)

  3. Da ich tatsächlich erst seit relativ kurzem hier mitlese kommt dieser Beitrag genau zur richtigen Zeit für mich.

    Bzgl. Artikel 5 kann ich der Meinung der Autorin zwar nur bedingt zustimmen, aber interessant zu lesen fand ich ihn trotzdem. War mal eine angenehme, andere Perspektive auf dieses leidige Thema.

    Artikel 2 und 4 haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Vor allem der 4. (Nachts aus dem Helikopter lehnen), weil ich ähnliche Fotos selber ein paar mal gemacht habe und gerade begonnen habe die ersten zu veröffentlichen.

  4. Hm, auch wenn ich sonst nicht der große Meckerer bin und mich gerne auf neues einlasse und meist mehr nach vorne als nach hinten schaue – die BrowserFruits fehlen mir! Sehr! Sie waren immer ein Sonntagshighlight und ein fester Bestandteil der Sonntagsrituale und diese neue Kombi mit Ausblick und den 5 Artikeln des Monats ist für mich einfach nicht die selbe Qualität…

    So, genug gemotzt, nun wieder Blick nach vorne und weiter im Text! ;)

    Greets und einen herrlichen Sonntag!

  5. Ein dickes Dankeschön für diese Empfehlungen.
    Besonders der Text von Jenna Martin spricht mich sehr an. Es mag daran liegen, dass ich ebenfalls eine Affinität zu psychologischen Sichtweisen habe und dazu selber die Erfahrung gemacht habe, wie es ist, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen.
    Es ist traurig, wieviele Ängste man überwinden muss, um diesen Weg zu gehen. Das ist schon ein gesellschaftliches Problem. Offensichtlich aber auch in anderen Ländern und nicht nur die bekannte „German Angst“ (oder eine Kombination aus mehreren).

  6. Blogartikel dazu: Fantasie und Leidenschaft zum Beruf machen - Geht das?