Zwei Menschen verschwinden in der Ferne.
09. September 2014

Die Reisen des Richard Gaston

Ich habe eine Schwäche für Aufnahmen, in denen der Dokumentierende mit einer gewissen Alltäglichkeit seine Wanderungen und Reisen veranschaulicht. Sie versetzen mich ins Schwärmen und ich bekomme sofort Lust, selbst mit Wanderstock und gefülltem Rucksack auf die Pirsch zu gehen.

Eines dieser Talente, die ich hierbei entdeckt habe, ist Richard Gaston. Der 1989 Geborene lebt in Glasgow und scheint niemals die Kamera aus der Hand zu legen, wenn er mit Freunden oder alleine unterwegs ist.

Er selbst ist ein Mensch weniger Worte und so findet sich im Netz fast nichts Selbstreferenzielles. Als ich ihn direkt darum bitte, seine Motivation zu beschreiben, reagiert er so:

Wenn ich diese Momente festhalten will, muss ich in meinem Element sein. Für mich bedeutet das, zu leiden. Durch kalte Hände und einen schmerzenden Rücken werde ich mir selbst wirklich bewusst. Es fühlt sich immer an, als ob ich einen hohen Preis bezahle, aber die Belohnung wird kommen. So weiß ich, dass ich wirklich etwas gegeben habe, um dieses Foto zu bekommen.

Baden am See mit Wald dahinter.

Ein Pferd leckt an einem Rennrad.

Ein Mann läuft durchs Gras.

Durch die Tür eines Autos ist ein Mensch im Schnee zu sehen.

Zwei Beinpaare in einem Bett.

Zwei junge Menschen füttern einen Schwan.

Eine Frau raucht eine Zigarette und schaut in die Kamera.

Vernebelte Berge im Rückspiegel eines Autos.

Eine Gegenlichtaufnahme einer Frau.

Ein Wanderer steht vor einer Landschaft.

Zwei Menschen lieben sich in einem Auto.

Eine Unterwasseraufnahme von gerade eingetauchten Beinen.

Richards Bilder haben nicht nur das Potential hängen zu bleiben, sondern sie wirken tiefer und wecken Sehnsüchte. Insofern hat seine Fotografie einen romantischen Anklang und will nicht ausschließlich dokumentieren. Dabei kommt Richard ohne wilde Bildbearbeitungs-Verkünsteleien aus, was seinem selbstbewussten Auftritt einen natürlichen Charme gibt.

Falls Euch Richards Aufnahmen ebenso sehr gefallen wie mir, dann folgt ihm doch auf Flickr, Tumblr oder Instagram.

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10 Kommentare

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  1. Ich finde, bei den Bildern schwingt auch immer ein Sehnsuchtsgefühl mit. Dann wirken die Bilder immer auch etwas melancholisch. Aber nicht so schwer melancholisch, sondern eher leicht, wie wenn man froh über das Erlebte ist.

  2. Tolle Bilder.Gefallen mir wirklich gut,weil so natürlich,voller Emotionen.

    Deshalb denke ich immer mehr an: Was soll RAW und Photoshop?
    Ich möchte einfach fotografieren,nichts bearbeiten und am PC sitzen.

    Fotografieren,Anschauen,Ausdrucken,…..sich freuen.

    Patryk B.

  3. Blogartikel dazu: On the road with Richard Gaston | iGNANT.de

  4. Blogartikel dazu: Link Candy #123 | thomas-reimann.com | Fotografie, Musik, Bildbearbeitung, Tests und Reiseberichte aus Karlsruhe

  5. Ich besuche die Seite selten. Und sehe heute diese Reisebilder von Richard. Mich bewegen zwei Bemerkungen. 1. Er hat seine Kamera scheinbar immer bei sich. 2. Er will in seinem element sein, muss sich seiner selbst bewusst sein.
    Ich stelle mir vor (vor allem bei den Bildern, auf denen er auch Menschen fotografiert), er verschmilzt mit seiner Umgebung, er als Fotografierender, die Kamera wird nicht als fremd, als stören gesehen. Intensive Bilder.