09. April 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

Lumia in Lappland

Vor ein paar Wochen war ich mit einer Menge netter Menschen in Lappland unterwegs und habe die Kamera des Nokia Lumia 1020 getestet. Aber Entwarnung: Es geht weniger um die technische Seite als um den reinen Anwendernutzen und –spaß für Fotografen.

Die Spiegelreflexkamera gegen eine Handykamera einzutauschen, kostet erst einmal ganz schön viel Überwindung und fühlt sich in etwa so an als würde man von einer Federkernmatratze auf eine Isomatte umsteigen. Aber immerhin ist das Lumia 1020 sozusagen eine aufblasbare Isomatte!

Bokeh © Laura Zalenga

Tatsächlich war ich positiv überrascht. Die Kamera bietet neben dem gängigen Automatikmodus nämlich auch die Möglichkeit, Einstellungen für ISO, Weißabgleich, Belichtungskorrektur und Verschlusszeit selbst zu bestimmen. Besonders hat mir gefallen, dass man auch manuell fokussieren kann. Dadurch bekommt man recht schöne Makrobilder und kann zum Beispiel auch mal ein Foto machen, bei dem es nur ums Bokeh geht.

Gleich aufgefallen ist mir aber auch, wie lange es dauert, die Kamera-App zu öffnen. Es hat sich auch beim Aufnehmen der Bilder gezeigt, dass man oft einen Schnappschuss verpasst hat, weil die Kamera verzögert auslöst und etwas Zeit braucht, um für das nächste Bild bereit zu sein.

Mix © Laura Zalenga

Die große Auflösung von 41 MP ist tatsächlich toll, weil man sich im Nachhinein einen weit ins Bild eingezoomten Ausschnitt aussuchen kann und immer noch ein scharfes, großes Bild erhält. Außerdem ist der Bildschirm wirklich zum Verlieben. Er besticht durch großartige Schärfe, brillante Farben und tollen Kontrastreichtum.

Apps wie Smart Camera, Cinemagraph und Tiny Planets bieten eine Menge Raum für Spielereien mit den Fotos. Natülich gibt es all diese Apps in ähnlicher Ausführung auch für andere Handys und Betriebssysteme.

Himmel © Laura Zalenga

Sehr ärgerlich war allerdings die völlige Inkompatibilität mit meinem MacBook und auch meinem iPhone. Ich hatte keine Chance, Bilder auf das jeweils andere Gerät zu bekommen, als sie mir selbst per E-Mail zu schicken.

Immerhin habe ich mittlerweile den Windows Phone Connector im AppStore zum kostenlosen Download gefunden, so kann ich meine Bilder nun doch mit meinem Laptop synchronisieren.

Hunde © Laura Zalenga

In ruhigen Minuten habe ich natürlich trotz der tollen Kamera des Handys meine DSLR vermisst. Aber diesen Vergleich will ich gar nicht wirklich anstellen. Denn Tatsache ist für mich, dass das Anwedungsgebiet einfach ein anderes ist.

Ich werde nicht auf die Idee kommen, ein Shooting mit dem Lumia zu machen. Genausowenig nehme ich meine Kamera zu einem Einkaufsbummel mit in die Stadt. Die passt eben immer noch nicht in die Frauenhandtasche.

Morgenlicht © Laura Zalenga

Alle Bilder hier im Artikel sind komplett unbearbeitet und dafür gefallen mir die Farben und der Kontrast wirklich ganz gut. Das Lumia ist für mich der Ersatz für die kleine Digitalkamera, die man mitnimmt, wenn die große keinen Platz hat oder die Fotos Erinnungsschnappschüsse sein dürfen. Und das in einem Handy!

Was mich der Ausflug nach Lappland allerdings einmal mehr gelehrt hat, als ich mit meiner Kamera um den Hals und dem Handy in der Hand vor dieser atemberaubenden Landschaft stand: Es gibt Bilder, die kann keine Kamera der Welt wirklich wiedergeben. Manchmal ist es am schönsten, die Welt nicht durch eine Linse zu sehen, sondern einfach ganz pur zu genießen.

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4 Kommentare

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  1. Das ist ja ein schöner Bericht und tolle Fotos. Das Smartphone wird die Kompaktkamera genauso ablösen, wie es das Smartphone schon beim MP3 Player gemacht hat. Schön das Nokia da so eine Reise sponsort. Habt ihr da in der Redation Streichhölzer gezogen, um zu ermitteln wer mitfahren darf? :-) Durftest Du das Smartphone anschliessend behalten?