21. Oktober 2011 Lesezeit: ~4 Minuten

Mut zur Mittelmäßigkeit

Junge Fotoeinsteiger stehen oft vor einer unlösbaren Herausforderung, wenn sie sich mit der gewaltigen Bilderflut im Netz konfrontiert sehen. Und es besteht die Gefahr, deshalb die Flinte ins Korn zu werfen. In diesem Text möchte ich Muster analysieren und mit ein paar Vorschlägen dazu anregen, Mittelmäßigkeit als Übergangslösung zu akzeptieren.

Wer heute fotografiert und im Netz aktiv ist, kann ohne Probleme zur Verzweiflung gebracht werden. Tagein tagaus sieht man hunderte (oder tausende) Fotografien, die man „besser“ als die eigenen gewichtet. Auf sozialen Plattformen begegnet man dem, was gerade so „populär“ ist und kann sich dem gar nicht wirklich entziehen. Um sehenden Auges dabei zu sein, wie auch der letzte Nerv und das glimmende Fünkchen Kreativität im Nichts verschwindet.

Denn schließlich will man sich ja durchsetzen. Nein, natürlich würden wir es so nicht formulieren, aber „von den anderen abheben“, „einen Unterschied machen“ oder gar „nicht das, was alle anderen fotografieren“ sind Sätze, die ich mir selbst gesagt und in ganz vielen Gesprächen mit jungen und erfahrenen Fotografen immer wieder höre.

Und gänzlich falsch ist diese Philosophie nicht, denn keiner hat Lust, nur das zu kopieren, was andere tun. Aber wenn man zu früh unerreichbare Erwartungen an sich selbst stellt, findet man sich gut und gerne vor dem Scheunentor wieder: Nämlich dort, wo man die Flinte ins Korn geworfen hat.

So fotografiert man mal das, mal dies, hier ein Wettbewerb, da ein Workshop, hier eine Idee, oder, nee doch was ganz anderes. So liest man die Blogs und beneidet diejenigen, die sagen (und zeigen) können, was sie bisher fotografiert haben. Es folgt der entgeisterte Blick ins eigene Archiv, das in den ersten Monaten (wen wundert’s?) gähnende Mittelmäßigkeit hervorbringt.

Der Druck auf die eigenen Leistung wächst und wächst und wächst und irgendwann platzt vielen Fotoeinsteigern der Kragen. Keine Lust mehr. Keine Böcke, sich dem ganzen „Trubel um die Besten“ hinzugeben. Und auch keine Lust, sich einzugestehen, dass man durch das ständige Vergleichen gar keine Ahnung mehr hat, wo man selbst steht, geschweige denn hin möchte.

Kein Einzelfall. Und kein Problem. Zumindest muss es das nicht sein.

Ein Weg, um aus dem Schlamassel herauszukommen und sich von der erdrückenden Wucht eigener und fremder Erwartungen zu befreien, kann folgender sein: Die Flinte tatsächlich ins Korn werfen, sich klar machen, was einen so erdrückt und dann nochmal ganz von vorn anfangen. Mit Mut zur Mittelmäßigkeit.

Die meisten von uns kennen auch folgendes Zitat: „Deine ersten 10.000 Bilder sind deine Schlechtesten“. Wenn wir beginnen, zu fotografieren werden wir (in den meisten Fällen) keine Serien großartiger Fotos machen. Natürlich stellt sich hier die Frage, was „großartig“ eigentlich ist und ob das überhaupt sein muss.

Exakt.

Wer mit der Fotografie beginnt, muss keine großartigen Fotos machen. Oder andersherum formuliert: Man DARF mittelmäßige oder gar schlechte Bilder produzieren. So viel und so oft wie möglich. Und ich behaupte mal: Das akzeptieren der Tatsache kann dazu führen, daß man wesentlich schneller „großartige“ Fotos produziert als erwartet.

Denn: Wer ständig unter dem Druck steht, Höchstleistung zu bringen und unter diesem Druck leidet, verhindert genau damit das Erreichen des Zieles. Und blockiert damit Kreativität, Ideenreichtum und den Spaß am Fotografieren.

Was das praktisch bedeutet? Nun, man sucht sich ein Thema der Fotografie und fotografiert in der Erwartung von… gar nichts. Jedes Bild, das einigermaßen gelingt, ist ein Gewinn. Grund zur Freude am Fotografieren. Die Bestätigung dessen, dass es beim Fotografieren in erster Linie nicht um Leistung, sondern um die Freude am Bild geht.

Ich persönlich glaube, dass man viel schneller zum Ziel kommt, wenn man es – zwischenzeitlich – einfach mal streicht und drauf verzichtet, es zu verfolgen. Hohe Ziele sind gut, keine Frage. Aber sie können auch im Weg sein. Und meiner Meinung nach sollte jeder, der die Fotografie aus reiner Liebe betreibt, sich keinem Druck ausgesetzt fühlen. Qualität kommt – man höre und staune – mit der Übung und somit (fast) von ganz alleine.

Die Mittelmäßigkeit, das schlimme, furchtbare Wort, ebnet den Weg dorthin.

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82 Kommentare

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  1. Ganz ehrlich? Treffender kann man es nicht formulieren. Mit deinen Worten hast du punktgenau meinen derzeitigen „Zustand“ beschrieben. Danke dafür und für´s – ich nenn es mal „wachrütteln“. VG

  2. Das ist genau das, was mir im Moment Schwierigkeiten bereitet – die Vielfalt im Netz und der Druck den man sich selbst macht, wenn man sich mit anderen vergleicht..

    Vielen vielen Dank für diesen Artikel, das macht Mut !! :)

  3. Lustiger Weise sehe ich in der letzten Zeit die interessantesten Fotos bei Einsteigern oder „Anfängern“. Warum? Diese sind noch nicht so verbohrt auf den Goldenen Schnitt aus, wissen nichts von Schärfentiefe oder Blender und machen darum sehr frische und teils einzigartige Bilder.

    Auch sind diese Fotos oft sehr viel „ehrlicher“, weil Anfänger auch oft keine Ahnung von Nachbearbeitung haben.

    Weniger zu wissen, ist oft ein großer Vorteil, weil man sich dadurch weniger beschränkt.

    • Hallo Markus,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. So fällt es uns vielleicht leichter, in der Welt der professionellen Fotografen und den „Massenbildern“ und „Überreizungen“ im Netz zu überleben und auch eine Daseinsberechtigung zu erlangen.
      Aber wie es beim Erwachsenwerden so ist, will man dann doch auch professionell arbeiten. so kommt man um die Techniken nicht herrum.Und das ist leider der Punkt, an dem die Unbekümmertheit weicht. Denn man möchte ja nun nicht mehr als Anfänger gelten.so reiht man sich letztendlich ein und verliert den Blick für das Wesendliche. Nämlich das Interessante in den Bildern. Schade.
      Vielleicht sollten sich ALLE mal Deinen Kommentar durchlesen und sich darauf besinnen.
      Dank Dir!!!

    • Hi Marcus,
      das habe ich selbst so erfahren. Am Anfang war bei mir einfach Neugier und Faszination am fotografieren und die Ergebnisse führten überraschenderweise zu ein paar Ausstellungen im kleinen Rahmen und ich bekam viel Gutes Feedback obwohl meine Bilder aus technischer Sicht mehr als mittelmäßig waren. Dann folgten Aufträge, mehr Ansprüche an mich selbst, mehr Technik, mehr Erwartungen und dann Frust und Lustlosigkeit. Dann schaute ich mir verwundert meine Fotos von vor ein paar Jahren an und dachte „Wie zum Geier habe ich DAS hinbekommen?
      Inzwischen habe ich meine ganze Ausrüstung verkauft, mir ein Systemkamera mit 50mm Brennweite zugelegt und gehe wieder „Knipsen“. Jetzt lerne ich das es nicht die Technik ist die mich weiterbringt sondern mein Interesse an etwas, die Auseinandersetzung mit Themen die mich beschäftigen und der unvoreingenommene Blick.
      Mario

  4. Schöner Artikel! Motiviert und ich sehe mich darin wieder. Ich kann von mir sagen das ich Anfänger bin und nicht weiß wo ich stehe. Die Klicks der Bilder oder unkommentierte Bilder sind ein wenig demotivierend, vielleicht auch der Grund warum ich nicht weiß woran ich bin.

    Es gibt auch den ein oder anderen dem meine Bilder gefallen, trotzdem finde ich persönlich sind mir das zu wenig Kritiken, aber ich will mich keinem aufdrängen.

    Bis ich die Flinte ins Korn werfe muss viel passieren. Ich mache meine Sache weiter und lass mich nicht demotivieren von den wenigen Resonanzen. Weil ich auch mit schlechter Kritik umgehen kann solang sie konstruktiv ist.

    Danke für den Artikel, der gibt mir nochmal einen kleinen Kick ;)

  5. Wie wahr, wie wahr.

    Ich erinnere mich noch gut. Ungefähr 10 Minuten nachdem ich mich bei Flickr angemeldet habe, war ich schon wieder kurz davor den Account frustriert zu löschen. Vielleicht lag es daran, dass ich gerade auf Kalie Garrett’s Stream geraten bin – mit meinen Bilder von Katzen und Blumen im Hinterkopf.
    Doch ich hätte einfach nur, den Stream bis zum Ende anschauen müssen: ihr ersten Bilder waren genauso unsichere Gehversuche.
    Heute, vier Jahre später, weiß ich, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, nicht aufzugeben.

    Aber selbst jetzt, da ich auf viele meiner Bilder stolz bin, gibt es Fotografien, bei deren Anblick ich auf einmal doch wieder eine Flinte in der Hand und ein Kornfeld vor der Tür habe.

    (Entschuldigung für diesen Roman ;-P )

    • Also ich hab kein Problem mit Romanen. Und ich stimme Dir zu, das es augenöffnent sein kann, wenn man mal die erste Fotos von erfolgreichen Fotografen ansieht. Da merkt man, dass die auch nur mit Wasser kochen…

  6. Lieber Martin,

    das ist sehr lustig, dass du gerade heute diesen Beitrag veröffentlichst. Denn am Wochenende habe ich mir genau dazu Gedanken gemacht, weil ich mich in meinen Augen gerade in dieser Phase befinde.

    Ich fotografiere jetzt vlt. seit 3 Jahren, seit 1 1/5 intensiver. Anfangs war es so: naja ich fotografiere mal hier, mal da, mal im Urlaub. Die Fotos waren schlecht. Kein Bildaufbau, keine Gestaltung, einfach drauf losgeknipst und die Grundkenntnisse haben gefehlt.

    Heute stehe ich vor dem Punkt, wo ich mir wirklich Gedanken um jedes Bild mache, das ich schieße. Mein Equipment ist gewachsen (neue Objektive, Stativ, Filter, etc.). Das hilft natürlich, bessere Fotos zu machen, ist aber zweitrangig. Ich bin auch zufrieden mit meinen Ergebnissen. Meine Freunde und Bekannte, die sich jetzt nicht so intensiv mit der Fotografie beschäftigen sagen: Wow, das ist klasse! Du hast es richtig drauf, tolle Bilder. Freut mich natürlich.

    Aber: in meinen Augen trifft genau das zu was du sagst: ich finde meine Fotos mittelmäßig. Sie sind ok. Man kann Sie anschauen. Aber: mir reicht das nicht. Ich will besser werden. Nicht um jeden Preis und sofort, aber stetig und nachhaltig.

    Deshalb bin ich der Frage nachgegangen, was hebt andere, in meinen Augen, sehr gute Fotos von meinen ab. Und ich glaube für mich eine Antwort gefunden zu haben: gute Fotografen wissen genau, WAS sie fotografieren wollen (Landschaften, Portraits,…).

    Ich habe gemerkt, dass innerlich bei mir die Frage: „Dennis, was willst du fotografieren?“ immer stärker nach einer Antwort sucht. Diese Antwort kann ich aber zur Zeit nicht beantworten, weil ich es einfach nicht weiß. Im Moment gehe ich dem Motto nach: mach ein schönes, gutes Foto. Das gelingt mir vlt. hier und da und wird mir weiterhin gelingen. Aber die Fotos bleiben in meinen Augen mittelmäßig. Damit gebe ich mich zufrieden, jetzt und vlt. auch noch in 2 Jahren.

    Aber irgendwann muss der Umschwung kommen. Für mich persönlich. Da will ich hin.

    • Hi Dennis,
      ich denke die Frage ist falsch gestellt. Statt „Was will ich Fotografieren?“ fragst du die lieber „Was interessiert mich eigentlich sonst noch so im Leben?“ Das Fotografieren ist dann erst der 2. Schritt.

    • Hey Dennis. Danke für den ausführlichen Kommentar, ich kann viele Deiner Fragen gut nachvollziehen. Ich mag hier auch jetzt nicht anfangen, großartige Tipps vom Zaun zu brechen, dafür kenne ich Dich nicht gut genug und ich weiß ja auch nicht alles. Aber Du sprichst vieles schon an, was (in meinen Augen) wichtig ist, nämlich die Sensibilisierung auf ein Thema hin – und da würde ich Mario zustimmen, das hängt sehr mit dem zusammen, was Du magst, was Dir (auch ohne Kamera) wichtig ist. Viel Glück weiterhin!

  7. Ich bin total begeistert. Genau so etwas hab ich gebraucht. Denn diese Gabe fehlt mir nur allzu oft, auch mal zu akzeptieren schlecht sein zu dürfen, nicht direkt perfekt sein zu müssen und die Zeit zu akzeptieren, die es eben braucht um seinen eigenen Stil zu finden

  8. Hi Martin,

    Danke. Das habe ich gebraucht. Auch ich gucke mir die Bilder z.B. bei 500px an, und denke nur „wie sch… bin ich eigentlich? Solche Bilder kriege ich nie hin.“ Ich fotografiere seit 2 Jahren und mache Bilder die sind okay und gut für den Otto-Normal-Verbraucher. Ich bin mit mir fast nie zufrieden. Ich bin sozusagen mein größter Kritiker. Da ich mich auch oft unter Druck setze, fehlt mir oft die Motivation und die Kreativität was neues zu wagen und umzusetzen. Mittlerweile bekomme ich aber auch eine Sch…-egal Einstellung und denke mir, einfach mal rausgehen, Cam am Körper und ungezwungen fotografieren aus Spaß an der Sache. Auch wenn die Bilder nicht gut werden. Egal. Es macht Spaß und was andere sagen oder nicht sagen, stört mich nich.
    Dein Beitrag hat mich mal wieder mehr motiviert.

    Rheinländische Grüße,
    Marcel

    • „Sch…-egal Einstellung und denke mir, einfach mal rausgehen, Cam am Körper und ungezwungen fotografieren aus Spaß an der Sache. Auch wenn die Bilder nicht gut werden.“

      Stimme Dir voll zu, Marcel. Gut auf den Punkt gebracht.

  9. Sehr, sehr schöner Artikel. Es ist tatsächlich superwichtig, erstmal für sich selbst zu photographieren. Seinen eigenen Spaß daran zu finden. Und wenn es dann anderen auch gefällt … klasse. Wenn’s nur mir gefällt … genauso gut. Nur der Profi, derjenige, der davon lebt, muß Bilder abliefern, die massenkompatibel sind; der Amateur (merke: das Wort kommt vom lateinischen „amare“ -> lieben und sagt, daß ein Amateur liebt, was er tut) ist nur sich selbst und seiner Liebe zur Photographie verpflichtet. Ich finde das ungemein befreiend.

  10. Moin Martin,

    ich kann mich auch nur wie vie vor-Kommentierer bedanken! Ich knipse zwar schon 5 Jahre, hatte aber nie Zeit und Nerv um mich mal so richtig darum zu kümmern. Somit bin auch ich nicht besser als höchstens Mittelmäßg und manchmal hat mich auch schon die Lust verlassen. Wie Dennis schon schreib habe auch ich die Frage nach dem Motiv welches ich fotografieren will im Hinterkopf und finde keine Antwort. Aus Frust darüber bin ich dazu übergegangen zb öfter mal Spazieren zu gehen und den Fotorucksack mitzunehmen. Man sieht viele schöne Sachen wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht. Leider habe ich oftmals die DSLR nicht dabei und knipse dann mit dem iPhone. Wenigstens etwas.
    Auch habe wie viele andere hier bei Flickr und 500px einen Account und hatte gehofft darüber mehr Kritiken zu bekommen um besser werden zu können. Ich habe dann aber schnell realisiert, dass nur sehr wenige meine Bilder bewerten oder kommentieren. Ist ja auch klar. Bei der Bilderflut…warum da ausgerechnet meine. Es gibt ja noch 10.000 andere Bilder nebenan.

    Also so viel zu meiner Situation und DANKE nochmal für deinen Mut spendenden Artikel!

  11. Ich frage mich allerdings, wer das klassifiziert. Was ist „gut“? Was ist „mittelmäßig“? Die meisten der „tollen“ Fotos finde ich langweilig, weil es viele so machen.

    Ich denke primär soll es einem Spaß machen, wenn einem die eigenen Dinge gefallen ist es ein gutes Gefühl.

    Ständig zu schauen wie es die anderen machen, denen schlimmstenfalls nacheifern, kann nicht das Ziel sein.

    Ich bin kein Profi, aber ich habe Spaß beim fotografieren. Und das ist mir wichtig!

  12. Auch mein Empfinden trifft der Artikel sehr gut. Angesichts toller Bilder im Netz stinken die eigenen Fotos fast immer ab. Ich mache mir deshalb immer wieder folgende Gedanken bewusst, um die Maßstäbe auf ein reelles Maß zu reduzieren:

    Viele tolle Bilder sind mit großem Aufwand entstanden: Der Fotograf suchte sich eine tolle Location, plante Standort, Tageszeit, Wetter und besuchte den Ort mehrmals. Er verwendete Stativ, Fernauslöser, diverse Filter und schlug sich die Nacht um die Ohren. Bin ich bereit, den gleichen Aufwand zu treiben oder erwarte ich ernsthaft mit einem Schnappschuss beim Sonntagsauflug bei dicht bewölktem Mittagshimmel eine ähnlich atemberaubende Landschaftaufnahme zu machen? D.h. Regel 1: Passe deine Erwartungen dem Aufwand an, den du zu betreiben bereit bist.

    Viele Fotos sind an tollen Orten entstanden, die an sich schon spektakulär sind. Die 1-Meter-Staustufe am Neckar wird niemals so atemberaubend aussehen wie der Dettifoss in Island. D.h. Regel 2: Vergleiche nur Vergleichbares. Und lerne dann durch Bildanalyse aus dem, was andere besser machen.

    Es gibt wenige Leute, die werden scheinbar mit einem goldenen Auge und unglaublicher Intuition geboren. Alle anderen müssen üben, üben, üben. D.h. Regel 3: Verknipse entspannt und zuversichtlich deine ersten 10.000 Bilder. Niemand drängt dich, du hast zum Üben alle Zeit der Welt.

    Es gibt tolle Landschaftsfotos. Geniale Porträts. Fantastische Architekturbilder. Geile Streetshots. Tolle Eventfotos. … Man kann nicht in jeder Disziplin Meister sein. D.h. Regel 4: Lass dich inspirieren, aber nicht unter Druck setzen. Probiere viele unterschiedliche Dinge aus und verfolge dann gezielt weiter, was dir besonders liegt und gefällt.

    Wenn ich das im Hinterkopf behalte, kann ich mir die tollen Bilder der anderen viel entspannter anschauen. ;-)

  13. Früher einfach drauflos fotografiert, und heute Ladehemmung. Goldener Schnitt und Drittelregel und und…
    ..das hemmt manchmal die Kreativität.

    Wenn ich mir manchmal Bilder bei Flickr usw. anschaue, denke das bekomme ich nie hin.
    Ich fotografier seit 2 jahren, bin aber dem jungen Alter schon lange entwachsen. Die Probleme bleiben die gleichen.

    gruß
    stefan

  14. Wer sich mit anderen vergleicht, wird nie einzigartig.
    Danke für die Worte.

    Man darf ja bei allem Talent, was einige Ausnahmefotographen mitbringen, nicht vergessen, dass da ein Haufen Arbeit und Zeit hintersteckt. Wie sagt man so schön: 10% Inspiration, 90% Transpiration. ;-)

  15. Sehr schöner Artikel! Das Gefühl kenne ich. Mir hilft dabei die Einstellung, daß ich in erster Linie Bilder für mich selbst mache, und nicht mit der Erwartung an ein Foto herangehe, dass es geeignet sein muß, anderen zu gefallen. Wenn mir ein solches gelingt, freue ich mich und teile ich es gerne auf Flickr… das ist aber mehr ein „Bonus“ und nicht primäres Ziel, das ich mit dem Fotografieren verfolge.

    Gruß,
    Mathias

  16. Moin Martin,
    Recht hast du. Vielleicht schweife ich jetzt ein bisschen ab, aber einen Punkt wollte ich noch etwas hervorheben: Du hast in deinem Artikel Serien erwähnt. Die sind doch eigentlich das perfekte Mittel, um motiviert zu bleiben. Denn die einzelnen Fotos einer Serie müssen nicht super toll sein, wichtig ist das Gesamtergebnis. Und wenn man sich ein interessantes Thema sucht, löst man noch weitere Probleme:
    Erstens hat man eine einfache Motivation, zu fotografieren. Ich finde nämlich, es macht einen Unterschied, ob ich mich motivieren muss, das nächste, möglichst perfekte Foto zu machen, oder ob ich einfach das nächste Bild für meine Serie suche.
    Und zweitens haben die Fotos (hoffentlich) auch einen Sinn. Das ist nämlich das Einzige, das mich an Seiten wie 500px etc stört: Dort sieht man viele hübsche Fotos, aber oft fehlt mir eine Aussage. Ist schwer zu beschreiben, aber ich hoffe man versteht, was ich sagen will. :)

    • Ja, ich glaube zu erahnen, worauf Du hinaus willst. Mir machen Serien auch sehr viel Spaß und ich mach grad eine mit dem iPhone, mal ganz was anderes und da ist das einzelne Bild gar nicht so wichtig. Mich entspannt das sehr.

  17. Finde solche Artikel auch immer erfrischend (ist ja nicht der erste dieser Art)

    Was mich mal interessieren würde wäre ein Artikel: Spezialist vs „Jack of all trades“ also zu deutsch: Spezialist oder Allesmacher

    Man kennt es, Training macht den Meister, wer wöchentlich Hochzeiten fotografiert, wer nur Makros macht wer im Sport im Tischtennisverein ist, ist besser wie jemand der das alles nur ab und an macht.

    Mein „Problem“ ist folgendes: Ich will mich ungern spezialisieren, weil mir Landschaftsfotografie genauso Spaß macht wie Makro oder Hochzeitsfotografie. Man könnte nun sagen: Ja ist doch toll! Mach doch was dir Spaß macht und scher dich nciht um den Rest. Aber ich bin eben auch ein wenig perfektionistisch und will natürlich schon auch wirklich gut sein (wie bei allem was ich mache). Man ist den Spezialisten halt normalerweise immer unterlegen was schon ein kleines Dilemma im Hervorragend vs mittelmäßig/gut Bereich ist – gerade halt wenn man hohe Ansprüche hat.
    Aber damit muss ich wohl klar kommen, solange ich alles fotografieren möchte und nicht zum Profi Makrofotografen mutieren will. :-)

    • Oh ja, ich bin auch so ein Allesfresser :D Was mir eben unter die Linse kommt.

      Geht dann natürlich auch etwas auf Kosten von „Perfektion“ und „Stil“ (beides ganz bewusst in Anführungsstrichen)

      Der Point.

  18. Obwohl ich jetzt schon seit über 2 Jahren eine DSLR mein Eigen nenne und ganz akzeptable Bilder schieße habe ich immer noch (oder wieder) den „Mut zur Mittelmäßigkeit“. Ich denke das Konzept gilt auch für Photographen, die über das Anfangsstadium hinaus gekommen sind.
    Wie Du schon sagtest ist das Problem der permanente, weltweite Vergleich. Wenn ich in meinem kleinen Heimatort am Photoladen vorbeigehen und deren bescheidene Bilder begutachte bin ich recht zufrieden mit meinen eigenen. Wenn ich mir allerdings die Startseite bei 500px ansehen kommt ganz schnell Ernüchterung hoch. Am Schönsten ist es immernoch von Angesicht zu Angesicht mit Freunden und Photographen Bilder zu betrachten und zu besprechen. Denn neben der rein technisch/graphischen Ebene gibt es ja auch noch die persönlich/emotionale…

  19. Sehr guter Artikel

    motiviert unglaublich und ja es stimmt man setzt sich die latte immer viel zu hoch (leider) ich sollte weniger zeit im internet verbringen und mehr zeit mit fotografieren sonnst wird das nie was

  20. Ich glaube, ich bin da schon ein wenig weiter – nicht, was die Mittelmäßigkeit betrifft, da stecke ich immer noch drin, aber ich mach mich nicht mehr verrückt. Denn wenn man mal ein wenig hinter die Kulissen schaut, dann arbeitet dieser großartige Fotograf, dessen Portraits ich so fein finde und die ich niemals nimmer nicht so hinbekommen würde (technisch gesehen), fast ausschliesslich mit Models, schöne, schlanke, fast Profis, die eben wissen, wie man am Besten schmachtend in die Kamera winkt. Schaut man sich dann das 100. Foto von eben diesem an, fällt einem schnell auf, dass es irgendwie immer das gleiche ist, was der da so zeigt.
    Oder dieser grandiose Landschaftsfotograf, der anscheinend das beste Licht immer für sich gepachtet hat und bei dessen Fotos ich schon unzählige Flinten ins Korn geworfen habe. Aber seien wir doch mal ehrlich, wie soll man als Ottonormalverbraucher mit Teilzeitjob, Haus, Familie und Hund, denn wochenlang in entfernte Länder reisen, um dort jeden Morgen um 4 Uhr morgens mit Stativ und der restlichen dicken Fotoausrüstung etwa 300 km von jeglicher Zivilisation entfernt mal eben 5 Stunden für das EINE Foto wartet. Also das macht weder meine Familie noch unser Geldbeutel mit.
    Oder dieser Superfotograf, der so tolle s/w Fotos zeigt. Ja, die sind großartig und so anders als andere. Der hat seinen eigenen Stil mit Wiedererkennungswert. Aber nun schaue ich mir schon ein paar Monate seine Fotos an, die er so hochlädt und ich muss feststellen, dass er auch mal gerne das gleiche Foto immer und immer wieder leicht umbearbeitet reloaded. Auch die Motive nutzen sich auf Dauer ab, denn es sind eigentlich immer die gleichen Menschen in ähnlichen Posen. Grandios, aber sorry, auch langsam ein wenig langweilig.
    Oder der neu entdeckte Fotograf, dessen Ideen ich so klasse und inspirierend finde, bei dem ich dann schon nach 2 Wochen feststellte, dass nach dem 5. Self vor dem Spiegel oder in der Badewanne so ganz langsam meine Motivation zum Anschauen nachlässt.
    Also, auch andere kochen nur mit Wasser und wenn ich das dann mit meinen Fotos vergleiche, mögen die im direkten Vergleich vielleicht unerreichbar sein, aber fasse ich alle Fakten zusammen mit Zeitfaktor, Aufwand, nicht wirklich fotogene Landschaft vor der Haustür und kaum willige Models (schon gar keine Profis, die kann ich mir nämlich nicht leisten), dann finde ich meine Fotos gar nicht mehr sooooo schlecht. ;-)
    Und Menschen in meinem direkten Umfeld finden meine Fotos übrigens genauso großartig, wie ich die von diesem oder jenen Fotograf. Alles eine Frage der Sichtweise und des Geschmacks. LG Frau Zausel

  21. Martin,

    danke für den Artikel. Kenne das Problem nur zu gut von mir selber, man setzt sich – v.a. durch die Fotos anderer Fotografen, die man so im Netz sieht – zu stark selber unter Druck.
    Mich davon frei zu machen und einfach „unbeschwert“ fotografieren zu können ist eine Sache, die ich seit einiger Zeit versuche, die mir aber nicht immer gelingt.
    Dein Text gibt neuen Ansporn, es weiter zu versuchen.

    Viele Grüße
    Martin

  22. Danke Martin,

    Du sprichst mir aus der Seele! Zwar fotogafiert man ja in erster Linie für sich selbst, aber man möchte seine Bilder auch teilen können! Und wenn niemand den eigenen Bildern Beachtung schenkt… kann das einfach irgenwann sehr frustrieren!
    Dein Artikel hat mich aber dabei aufgeheitert und zum durchhalten animiert!

    Merci…mal wieder :-D

    Grüße,
    Oli

  23. Oh Gott – Kannst Du Gedanken lesen?? Fast schauderhaft, wie sehr Du mein aktuelles Gefühl beschreibst! Es ist nie gut genug – und momentan stehe ich kurz vor dem „Flinte ins Korn werfen“. Vielleicht ist das ja wirklich der Weg, der eine neue Tür öffnet.

  24. Sehr schöner Artikel, in dem sich wohl jeder irgendwo wiederfindet, oder schon in einer solchen Situation war.

    Ich selbst war vor wenigen Wochen selbst fast soweit mir ein neues Hobby zu suchen, weil ich der Meinung war, dass meine Kreativität und die Umsetzung meiner Arbeiten nicht Hochwertig genug sind. Bis ich mich gefragt hab für wen sind sie eigentlich nicht hoch genug? Für genug Likes auf Facebook oder die Leute auf 500px etc.? Mit dieser Erkenntnis ist mir aufgefallen, dass ich nicht für soetwas Fotografiere. Klar ist es schön wenn man Feedback bekommt, aber in erster Linie mach ich es für mich. Weil es mir Spaß macht, weil ich Glücklich mit meinen Fotos bin, egal ob sie nur zur Erinnerung dienen oder für jemand anderen sind, der sich dann über seine Bilder freut.

    Der im Artikel sehr gut beschrieben Druck der durch den ganzen Social Media Kram ausgelöst hat ist sicherlich hoch, aber man sollte sich darauf besinnen warum man überhaupt angefangen hat, und manchmal ech darauf scheissen, ob irgendwem irgendwo vor seinem Rechner sein Bild gefällt.

  25. Wenn Sie keine zündende Idee haben? Was dann? Red Bull?

    Immer wieder hören wir von Menschen, die beruflich oder fotografisch etwas anderes und Neues machen möchten, die aber nicht wissen, was. Auch gibt es Menschen, die ihre Firma verkaufen möchten und auch nicht wissen, was sie nachher machen wollen. Alle Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, brauchen die Hoffnung nicht aufzugeben. Eine Möglichkeit, zu Ideen zukommen, ist ein Kreativitätstraining. Wenn jemand Freude daran hat – weshalb nicht? Nötig ist es allerdings nicht, um die „richtige“ Idee zu finden. Auf jeden Fall habe ich nie ein Kreativitätstraining absolviert, und soviel ich weiss hat auch Herr Mateschitz (ein österreichischer
    Milliardär) seine Idee mit dem Energy Drink Red Bull nicht während eines Kreativitätstrainings erhalten. Die Idee/Einfall ist ihm sozusagen zugefallen. Und auch meine Inspirationen sind mir zugefallen. Wenn man weiss, wie das LEBEN funktioniert, dann ist das eigentlich logisch. Wenn alles schon da ist, dann kann ich logischerweise keine Idee, die zu meinem Leben gehört, verpassen. Ich muss auch keine Übungen absolvieren, um das LEBEN besser zu hören. Das LEBEN ist ja nicht blöd, es wird wohl wissen, wie und wann es mir eine neue Idee eingeben soll. Schliesslich ist es nicht immer der richtige Zeitpunkt für eine neue Idee. Der zündende Funke kommt genau an dem Tag, an dem wirklich etwas Neues und Kreatives entstehen soll. Keinen Tag früher! Der Kopf möchte natürlich viel früher wissen, was wir in Zukunft tun könnten – aber eigentlich reicht es ja, wenn wir es dann wissen, wenn es wirklich nötig ist. Es liegt auf der Hand, dass das grosse ICH besser weiss, wann der richtige Zeitpunkt ist als unser kleines ICH. Was also ist zu tun, wenn die zündende Idee fehlt? Nichts! Das heisst: Weiterarbeiten. Weiterarbeiten im Vertrauen darauf, dass zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee und Inspiration kommt – wenn das sein muss. Und wenn es nicht sein muss, werden wir die „richtige“ Idee nie finden. Das bedeutet dann, dass wir offenbar so weiterarbeiten sollen wie bisher.

    Wenn alles schon da ist (Nullzeit!), dann kann ich logischerweise keine Idee, die zu meinem Leben gehört, verpassen.

  26. Ich kann mich dem Inhalt des Artikels nur anschließen. Meine ersten 10.000 waren auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Aber wer danach weitermacht, ist oft auf einem guten Weg.
    Für die, die sich in Communities angemeldet haben und dort Bilder ausstellen vielleicht noch eins: Nicht die Menge machts. Vor dem Runterladen mal einen Moment innehalten und überlegen, welche Bilder dort präsentiert werden sollen. Mal selbstkritisch sein und nicht die Communities vollmüllen mit Bildern, die die Welt nicht braucht.
    Henry

    • Hm, da würde ich Dir widersprechen. Denn niemand, der ein Foto ins Netz stellt, macht das in der Absicht, das Netz vollzumüllen. Und gerade auf das, „welche Bilder dort präsentiert werden sollen“ muss man auch nicht unbedingt achten. Klar ist es gut, sich vorher Gedanken zu machen, da gebe ich Dir recht, aber ich gehe davon aus, dass jeder, ein Foto ins Netz stellt, das auch teilenswert findet. Wie das dann bewertet wird (Müll/mittelmäßig/großartig), ist eine Frage der Perspektive.

    • Oh toll, du kannst dich dem Artikel also anschließen widersprichst ihm aber wunderbar indem du Selbstkritik forderst, die das „Vollmüllen der Communities mit Bildern, die die Welt nicht braucht“ verhindert. Äh, passt nicht? Wie war das doch noch gleich mit Mut zur Mittelmäßigkeit, und ich kann nicht sofort Fotos wie der Profi machen? Darf ich, bis ich 10.000Bilder+ gemacht habe, also nichts zeigen?

      Der Point.

  27. Danke! Deine Worte sprechen mir aus der Seele und erst Gestern habe ich im DLSR Forum dazu einen Thread aufgemacht. Meine momentane Unkreativität resultiert aus meiner Sicht an den Erdrückenden Trends die von den anderen Großen Fotografen gesetzt werden.

  28. Mittelmäßig würde ich das gar nicht nennen – zu negativ besetzt; im Übrigen sind doch meist die besseren Bilder diejenigen, die nicht perfekt sind. Es muss gefallen, man darf sich gar nicht dem Wettbewerb stellen, der ohnehin nicht gleich ist; der eine hat viel Zeit sich damit zu beschäftigen, der andere wenig; der Dritte hat schon herausgefunden, dass ein tolles Objektiv bessere Ergebnisse liefert; das ist doch alles ein Lernprozess und wer sich gleich am Anfang den den vermeintlich höchsten Ansprüchen stellt hätte verloren. Aber das soll ja nicht sein, denn fotografieren soll Spaß machen und Freude. Und meist ist doch das Umfeld eh begeistert von den eigenen Fotografien; was interessieren mich da flickr-rankings oder so ;)

  29. Ich würde den Blogbeitrag zum Artikel des Monats küren! :-)

    Auch wenn ich die beschriebenen Zustände schon sehr lange hinter mir gelassen habe, so kann ich mich dennoch gut an diese Zeiten voller Selbstzweifel erinnern.

    Sehr schön – danke!

  30. Meine Anfänge liegen noch in der analogen Zeit. Damals bin ich nicht mit 10.000 Fotos unterm Arm über den Markt gezogen und habe sie Hans und Wurst unter die Nase gehalten und nach seiner Meinung dazu gefragt…
    Ich hatte (und habe) meine eigene Meinung zu meinen Bildern. Da hält sich auch der Frust in Grenzen, dass ich „nicht so toll“ wie die anderen sein könnte – ich bin anders, bin ich.
    Wenn ich gute Bilder sehe, denke ich nicht: „Wieso kann ich das nicht?“. Ich denke eher: „Man, das ist gut. Warum gefällt mir das?“ Das bringt mich weiter.

    • Guter Artikel! Du schreibst mir aus der Seele lieber Christian.

      a) die ganzen Vergleiche untereinander sind unerträglich

      b) jeder ist an einem anderen Ort und macht andere Bilder

      c) kontraste und saturation etc. verbessern geht sogar in ‚Paint‘

      From Ruhr with love

      Thomas

  31. Sehr schöner Artikel! Ich bekomme zwar fast ein schlechtes Gewissen, weil ich im Gegensatz zu meinen „Vorschreibern“ im Moment nicht so sehr das Gefühl eines Kreativitätslochs habe, aber dieses frustrierende Gefühl kenne ich natürlich auch.
    Ich persönlich fand im Juni euren Artikel „ICH MACH MEIN DING! EGAL WAS DIE ANDER’N SAGEN!*“ unheimlich erbauend! :-)

  32. Mehr als gelungener Artikel. Das beschriebene Kreativitätsloch kenne ich auch von den letzten Jahren, und so beschreibe ich mich nicht als Mittelmaß, sondern politisch korrekt als Mittelschicht der Fotografie ;o)

    …denn auch meine Bilder können in der Masse nicht untergehen, da sie innerhalb der Masse nie auftauchen können. Also muss man sich vielleicht ein Publikum suchen, was evtl. nicht Fachkundig ist, dass aber trotzdem seine Arbeit zu schätzen weiß. Oftmals ist halt auch noch das Können/die Realität/die Qualität, anders, als der Wunschgedanke dahinter. Und auch dies muss man sich offen und ehrlich eingestehen.

    Meine Vorgehensweise wahr die alte Weisheit „das Nützliche mit dem Angenehmen“ verbinden, und sich ein kleines bisschen spezialisieren.
    Ich bin gerne draußen unterwegs, fotografiere gerne. Habe das Laufen/Wandern/Radfahren mit dem Foto verbunden, und mich auf unser „Dorf“ spezialisiert.

    Kleines Beispiel: Ein einzelner Baum auf einer Wiese im Sonnenuntergang gibt es im Netz zur genüge, und würde dementsprechend keine Aufmerksamkeit erregen. Für die 500 Einwohner meines Dorfes ist dies wiederum ein alltägliches Bild, aber gleichzeitig wieder Faszinierend, denn (Zitat)“…außer Dir würde doch niemand auf die Idee kommen, so etwas zu fotografieren.“

    In den letzten zwei Jahren habe ich darüber bemerkt, mit welchen einfachen Motiven man oftmals Leute faszinieren kann.
    Panoramabilder gibt es auch bei uns im Dorf genug, aber bei meinem Bild vom rostigen, alten, schräg hängenden, halb vollen Mülleimer in unserer Bushaltestelle, ist bis jetzt jeder hängen geblieben… ;o)

  33. Super Artikel! Ich finde mich voll und ganz wieder! Es ist echt wichtig sich mal runterzubeamen. Mir ist es gerade diese Woche so gegangen. Bei meinem Fotokurs stand Portrait auf dem Programm. Da hatte ich mich nie rangewagt – da braucht man doch ein Studio für und Wahnsinnsausstattung.
    Aber was haben wir gemacht: Dachboden – Baustrahler – Seitenlicht. Und was soll ich sagen: ich finde die Bilder toll!!! Technisch bestimmt unterirdisch, Schatten ohne Ende, aber was solls? Mir gefallen sie. Sie spiegeln für mich mehr wider als ein perfekt ausgeleuchtetes, aalglattes Modell.

  34. schön formuliert. Der Punkt ist doch der: was den unterschied ausmacht ist, wenn man „einfach macht“. Nicht nachdenken, nicht messen, nicht vergleichen, sondern fotografieren. Viele meiner schönsten Fotos sind in Momenten enstanden, in denen ich es nciht darauf angelegt habe und in denen es nicht meine Absicht war, gute Fotos zu produzieren. Und das schöne ist, es gibt ja schließlich auch die Möglichkeit sich irgendwann in eine Art Rausch zu fotografieren. Ich meine damit, die Anzahl der Fotografien je Zeiteinheit verbessert das persönliche Feedback. Meine Bilder werden beispielsweise am Ende eines Urlaubs immer besser als am Anfang, is so. Und kurz noch zu der „Großartigkeits“-Diskusson. Ich fürchte, 95% aller Menschen/Fotografen müssen eben aktzeptieren, dass sie nicht zur Spitze gehören. Das ist nicht schlimm, aber eben der Lauf der Dinge. Das heißt nicht, dass die 95% nicht auch Spaß an der Fotografie haben können.

  35. der Artikel unterstreicht auch meine derzeitige Gefühlslage. Es trifft die Sache auf den Punkt, dass man sich einfach mal entspannen sollte. Dann entstehen wirklich die besten Fotos. Profis können das halt immer…

  36. ja auch ich mache so eine phase durch und denke, dass offensichtlich allen anderen egal ist, was ich da produziere. die menschen leben aber vom lob und der bestätigung.
    der artitel trifft schon den punkt.

    grüße andreas

  37. Blogartikel dazu: 10.000 Bilder » floffimedia