25. November 2020 Lesezeit: ~12 Minuten

Fujifilm X-Pro3 – eine Liebeserklärung

Hier geht es nicht um einen Test, nicht um eine Rezension und schon gar nicht um eine Neuvorstellung. Es geht um eine Kamera, die schon seit einer beträchtlichen Zeit auf dem Markt ist, schon tausend Mal besprochen und rezensiert wurde und daher in unserer hochtourigen Zeit eigentlich keine Aufmerksamkeit mehr verdient.

Oder vielleicht doch? Vielleicht handelt es sich gar nicht um irgendein Kameramodell, sondern vielmehr um einen veritablen Anwärter auf einen echten Klassikerstatus? Auf jeden Fall handelt es sich um eine Kamera, die mein Herz in einem langen Prozess – wenn auch keineswegs im Sturm – erobert hat.

Fast ein Jahr hat es gedauert, bis sich unsere Beziehung entwickelt hat. Ausgehend von einer flüchtigen Begegnung, gab es dann erste gemeinsame Wege und Bilder. Erst in jüngster Zeit verwandelte sich unsere flirrende und von Trennungen überschattete Affäre in etwas „Ernstes“.

LKW Parkplatz

Steckbrief

Wenn Du die Kamera nicht kennst: Schmeiß bitte kurz Google an, schau Dir ein paar geeignete Produktfotos an und lies vielleicht sogar einen Testbericht. Schaden wird das nicht, aber dem Thema gerecht werden, wird es auch nicht. Für alle, die sich auch das ersparen möchten – hier meine Kurzvorstellung:

Die Fujifilm X-Pro3 ist eine vom Design klassischer Sucherkameras inspirierte, digitale Kamera mit APS-C-Sensor. Sie bringt 26 Megapixel Auflösung mit, hat einen sehr guten elektronischen Sucher, der sich bei Bedarf und Laune in einen optischen Sucher mit eingespiegeltem Bildrahmen umschalten lässt. Als Besonderheit verfügt sie über ein Klappdisplay, das im Ausgangszustand nach innen eingeklappt ist und sich bei Bedarf ausschließlich nach unten aufklappen lässt. (Endlose Diskussionen in Fotoforen dazu!)

Ist das Display eingeklappt, präsentiert die Kamera als weitere Reminiszenz an vergangene analoge Zeiten ein zusätzliches Display, das früheren Filmschachteldeckel-Haltern nachempfunden ist und wahlweise die gewählte Filmsimulation oder die Belichtungsdaten anzeigt. Noch eine Besonderheit: Das Gehäuse ist teilweise aus Titan gefertigt und es gibt drei verschiedene Ausführungen. Man kann zwischen klassischem Schwarz oder gegen Aufpreis auch den Dura-beschichteten Kameras in Silber oder Schwarz wählen, wobei Letzteres ein eher warmtoniges Dunkelgrau ist.

Straße und Haus mit Werbeschildern

Erste Begegnungen

Die Fujifilm X-Pro3 ist nicht zum ersten Mal Thema bei mir. Im Januar 2020 habe ich sie schon einmal besprochen. Damals hatte mir Fujifilm Deutschland die Kamera und einige der aktuellen „Fujicron-Festbrennweiten“ für ein paar Wochen leihweise zur Verfügung gestellt. Mein Fazit damals fiel positiv aus, aber durchaus auch nüchtern: Eine coole Kamera, aber keine, die ich unbedingt kaufen müsste.

Zeitsprung

Wir schreiben das Jahr 2020, es ist Ende November – und (nicht nur) dank des zweiten Lockdowns kann man sagen: Weihnachten steht vor der Tür. Wir haben das Frühjahr und den Sommer ganz gut überstanden, jetzt werden wir erneut in eine Art Isolation geschickt. Geschäftlich und emotional gilt: Das Jahr ist gelaufen. Aber da wir Fotograf*innen sind, ist der Impuls ungebrochen, die Welt zu erforschen, umherzustreifen und neugierig zu sein – vielleicht sogar stärker denn je.

Person sitzt in einem beleuchtetem Raum. Von außen fotografiert

Azyklisches Verhalten: In der Krise investieren. Jetzt erst recht.

Ich gebe gern zu: Motivation ist bei mir nicht immer nur intrinsisch. Nicht ausschließlich der hehre Ruf nach Kunst und Kreation bringt mich dazu, loszugehen und Bilder zu machen. Das kann ich seit vielen, vielen Jahren jederzeit tun (und tue es auch). Kameras sind bei mir immer da und all diese Geräte sind mindestens sehr gut – manchmal auch herausragend. Sich ausdrücken, Bilder machen, rausgehen – das ist für mich als Fotograf jederzeit möglich. Wäre auch komisch, wenn ich nichts Passendes dafür in der Fototasche hätte.

Manchmal braucht die Motivation aber auch einen Anstoß. Einen Impuls. Ein Gefühl. Eine Aufbruchsstimmung. Etwas Neues. Ja, genau.

Ich habe von ihr geträumt

In den vergangenen Wochen geisterte die Fujifilm X-Pro3 immer mal wieder durch meinen Kopf. Obwohl ich die Kamera ja schon kannte. Obwohl ich ihre Vorgängerin – die X-Pro2 – immer in meinem Fotokoffer habe und auch regelmäßig – jobbedingt oder „frei“ – damit fotografiere. Cool war schon die X-Pro2: ein eigenwilliges, spezielles Design, ein klassisch-inspiriertes Gerät auf hohem technischen Niveau. Anders als alle. Einfach außergewöhnlich. Und schon seit Jahren bei mir. Trotzdem dachte ich immer mal wieder über die X-Pro3 nach. Warum?

Die aktuelle Inkarnation hat die Gene der X-Pro-Serie, sie hat den exklusiven Hybridsucher, sie hat die Sucherkamera-Bauform, sie ist technisch auf der Höhe der aktuellen Fujifilm-Technik. Ja, und jetzt hat sie noch etwas Spezielles dazubekommen:

Sie hat dieses skurrile Klappdisplay, den rückwärtigen Info-Screen, sie ist spritzwassergeschützt und hat außerdem ein Gehäuse, das teilweise aus dem Edel-Leichtmetall Titan geformt ist. Dazu gesellen sich zum Standardmodell in Schwarz auch noch die teureren Dura-Versionen (in Schwarz oder Silber), die eine extreme Unempfindlichkeit gegen Kratzer versprechen.

Autobahn mit vorbeifahrendem LKW

Exklusivität

Wenn es nur ums Bildermachen ginge: Da braucht man das alles nicht, das ging auch mit der Vorgängerin schon. Nein, ich hatte nie das Gefühl, dass die Bodys von Fujifilm zu instabil seien – wer braucht also Titan? Nein, mir waren die Kratzer auf meinen Kameras nie ein Dorn im Auge – wozu also eine Dura-Beschichtung? Ganz im Gegenteil sogar: Ich finde, Kratzer schmücken eine Kamera. Und auf ein Display, das man im Ausgangszustand nicht nutzen kann und herunterklappen muss, um etwas darauf zu sehen, hatte ich auch noch nie gewartet.

Doch all das bietet die X-Pro3 und macht ihren Charakter aus. Als sie auf dem Markt auftauchte, verkündete sie selbstbewusst und stolz: So bin ich. Nimm mich, wie ich bin. Oder lass es bleiben. Bisher ließ ich es also bleiben. Jetzt habe ich sie doch bestellt. Vor Kurzem wurde sie geliefert und begleitet nun mein Leben.

Blick zwischen zwei parkende LKW hindurch

Fotograf*innen und Technik

Fotografie ist eine Ausdrucksform, ein Medium und eine Kunst, die außergewöhnlich eng an Technik und Technologie gekoppelt ist. Ohne eine Kamera und ohne Objektive können wir unsere Kreativität nicht ausleben. Wir werden beliefert von einer Kameraindustrie, die nach ihrer eigenen Logik und natürlich auch unter wirtschaftlichen und Marketing-Aspekten Produkte herstellt, von denen sie glaubt, dass wir sie gut finden. Und auf diese Produkte sind wir elementar angewiesen. Ohne Kamera kein Foto. Ohne Fototechnik kein Ausdruck. Ohne Technologie keine Emotion in Fotografien.

Aber auch umgekehrt gilt oft: Wir Fotograf*innen projizieren auf die von uns verwendete Technik Gefühle. Es gibt Klassiker der Fototechnik. Es gibt kultige Kameras. Es gibt und gab immer wieder Meilensteine der Technik, die die Fotografie maßgeblich mitgeprägt haben und zu denen wir eine besondere Beziehung aufgebaut haben. Es gibt viele Fotogra*innen, die eine geradezu schwärmerische Beziehung zu ihrem Arbeitsgerät haben.

Beispiele gibt es viele: Die Leica der Zwischenkriegszeit. Die Leica M nach dem Zweiten Weltkrieg. Die zweiäugige Rollei. Die Nikon F2. Die Hasselblad 500 C/M. Die Minox. Die Canon F1. Eine Canon 1Ds vielleicht. Die Fujifilm X100. Die X-Pro-Serie. Und so weiter. Um nur einige wenige zu nennen. Fotograf*innen mit einem anderem Hintergrund als meinem werden noch andere Kameras einfallen. Was macht einen Klassiker aus? Was lässt unser Herz höherschlagen?

Rote Picknickbank

Klassiker

Ich denke, es ist immer eine sehr spezielle Kombination aus Eigenschaften: Technische Möglichkeiten, die dem Zeitgeist entsprechen. Besonderer Nutzen. Außergewöhnliche Ästhetik. Gefühl. Produktionssicherheit. Praxistauglichkeit. Und auch das Spezielle, das Individuelle, das Originelle. Nicht immer nur geliebt, manchmal auch in Kauf genommen. Und ja, vielleicht gehört auch das Exklusive dazu.

Mit dem Sucherkamera-Design war die X-Pro-Serie von Anfang an speziell. Mit dem Hybridsucher optisch-elektronisch kombiniert desgleichen. Mit der Pro3 kommt nun noch das weltweit einmalig-originelle Klappdisplay dazu. Mit Titan als Werkstoff gehen wir in Richtung Luxus. Und mit der Dura-Beschichtung kaufen wir das Versprechen auf ewige Haltbarkeit.

Imitiert Fujifilm damit Leica? Wird es jetzt demnächst Fujifilm-Kameras geben, die von Modezaren, Rockstars oder Automobildesignerinnen gestaltet wurden, zu Fantasiepreisen im edlen Lederköfferchen und in limitierter Auflage verkauft werden?

Ich denke das nicht. Titan wird bei Fujifilm bereits in der Standard-Version der Pro3 verbaut. Und die schicken (und wahrscheinlich durchaus nützlichen) Dura-Beschichtungen gibt es für moderate 200 € Aufpreis. Damit sind wir von den Preisen einer Leica M9 Titanium, die mit 22.000 € zu Buche schlägt, meilenweit entfernt:

Auch die „schönere“ und „haltbarere“ Fujifilm X-Pro3 mit Dura-Beschichtung ist für „nur“ rund 2.000 € zu haben. Sie ist nicht nur originell, speziell und meinetwegen auch skurril – sie ist trotzdem in allen relevanten technischen Belangen auch auf der Höhe der Zeit. Keine überteuerte Nostalgie also, sondern ein Arbeitsgerät für Fotograf*innen, die sich davon angesprochen fühlen und sich damit ausdrücken wollen.

Telefonzelle

Ja zur Schönheit und zum Exklusiven

Ich habe mir mit Aufpreis die X-Pro3 Dura Black bestellt. Eigentlich überhaupt nicht, weil ich auf kratzerlose Kameras stehe (ganz im Gegenteil: meine Fuji-Range strotzt nur so vor Kratzern und anderen Verletzungen und ich mag das), sondern weil ich diese Version in der Farbgebung als besonders elegant empfinde. Kein simples „Black in Black“, kein „Black plus Silver“, sondern eben: Black plus Dunkeledelgrau (im Warmtonbad verfeinert!) – Sexy. Smart. Understatement. Ja, ich gebe gern zu, dass mein Auge liebevoll auf dieser Oberfläche ruht.

Und das Titan? Ich brauche es eigentlich nicht. Keine meiner Kameras habe ich so quälen können, dass die normalerweise verbaute Magnesium-Legierung irgendwie geschwächelt hätte. Und ich habe sie alle massiven Umwelteinflüssen ausgesetzt: Kältekammern, Hitze, dem Funkenflug von Industrieschweißern, ich war damit bei Sprengungen, in Sandstrahl- und Lackierkammern, in den Tropen, im Regen, im Schnee und in Eiseskälte unterwegs.

Trotzdem weckt es in mir irgendwie ein sanftes Glühen und die Freude am Exklusiven. Ja, es gab in der Fototechnik einige Kameras, die mit diesem Material gebaut waren. Die teure Leica habe ich schon erwähnt. Die Olympus OM4 Ti. Eine Nikon F3 Titan. Und jetzt auch meine Fujifilm X-Pro3. So what? So schön!

Mir ist das Gefühl beim Fotografieren und auch die Schönheit meines Arbeitsgeräts durchaus wichtig. Ich mag es, wenn ein Gerät eine Seele zu haben scheint. Wenn die Kamera die Fotografiegeschichte zitiert und dennoch mitten im Leben und in der Gegenwart steht. Wenn es sich nicht um ein Nostalgieprodukt handelt, sondern auch Innovation da drin steckt. Oder um die Wiederentdeckung und Neuinterpretation klassischer Traditionen. Wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass das herstellende Unternehmen nicht nur ein möglichst gut verkaufbares Produkt auf den Markt bringen wollte, sondern auch Sinn und Gefühl für das Wesen der Fotografie hat.

Die Fujiflm X-Pro3 ist meine Kamera zum Flanieren, zum immer Mitnehmen. Sie ist ein Fotogerät für urbane Streifzüge und suburbane Verlorenheiten. Ich nehme sie mit auf der Suche nach neuen Bildern für meine vielen „works in progress“. Sie passt mit einer handlichen Festbrennweite in eine Jackentasche oder in die Mittelkonsole meines Autos. Sie wirkt unauffällig, harmlos und ein bisschen altmodisch. Niemand fragt mich beim Fotografieren, ob er jetzt ins Fernsehen käme. Sie ist altmodisch im besten Sinne und hat es doch faustdick hinter der Linse.

Die dunkle Jahreszeit ist da. Es ist Zeit, die Poesie, die Ästhetik und die Qualität dieses Winters zu erforschen.

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27 Kommentare

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  1. Blogartikel dazu: Fuji X-Pro3: Mal wieder eine Liebeserklärung! | Beruf Fotograf

  2. Ja, ich kann die Liebe zu einer Kamera verstehen. Auch, wenn die Fuji X genau nicht meine ist. Sie ist mir wortwörtlich unter die Räder gekommen und zeigte ihr Innenleben, wie es nicht mehr zu sortieren war. Die Bildsprache hat mir nicht gefallen und ich mag auch einfach keine Kreativprogramme oder irgendwelche Filter. Deswegen hat sich mein Ausflug nicht zu einer Leidenschaft entwickelt.

    Aber generell kann man heute gut genug und in der Regel ohne Abstriche Aufnahmen mit 10 Jahre alten Kameras machen. Das ist zumindest ein nachhaltiger Ansatz.

    Was den Ausflug in die Überteuerung betrifft, dieser Begriff kommt leider immer wieder ohne Definition daher und wir werden im Ausland durchaus für unser „Preisbewusstsein“ belächelt und bewitzelt.

    Man darf annehmen, dass die Kalkulation eines Fernost-Produktes durchaus die gleiche ist wie die eines europäischen Produktes. Und da reden wir noch nicht von Umwelt verträglicher Produktion, ähnlicher Entlohnung, Arbeitnehmer- und Menschenrechten.
    Nehmen wir als Beispiel ein edles Smarthphone zwischen 700 und 1100 EUR. Produktionskosten etwa 12 EUR. In den Innenhöfen der Fabrik sind Netze gespannt nach zahlreichen Suiziden. Da höre ich diese Diskussion nie.

    All das fließt genauso wie der Stromverbrauch mit in meine Kaufentscheidungen ein.

    • @Tim Knerr der Preis ist für dieses tolle Stück Technik mehr als fair. Vollformat brauchst du nicht, wenn du einen APS-C X-Trans Sensor in der Kamera hast. Ich glaube kaum das due den Unterschied erkennen würdest ob ein Foto mit einer Vollformat oder einer Fuji gemacht wurde.

      • „Vollformat brauchst du nicht, wenn du einen APS-C X-Trans Sensor in der Kamera hast.“

        Diese Aussage hat nun GAR NICHTS mit Wissenschaft und Technik zu tun, sondern nur mit GLAUBEN. So ähnlich wie die Aussagen von Micro Four Thirds Jüngern zur Frage, ob eine Olympus, verglichen mit einer Vollformat-Nikon eine vergleichbare Qualität hat, und sie sich sicher sind, dass die Bildqualität sogar viel besser ist.

      • Hi, ich finde, es wird langsam Zeit, dass wir diese Denke ablegen: „je größer ein Aufnahmechip, desto besser“. Das ist einfach falsch. Die Aussage müsste heißen: jedes Format (von Mini über 1“ bis hin zu APS-C, Kleinbild oder Mittel- und Großformat hat bestimmte Eigenschaften und bietet dem jeweiligen Kamerahersteller bzw. Konstrukteur einer Kamera jeweils Vor- und Nachteile. Und natürlich dem Fotografen, der das Gerät dann am Ende nutzt desgleichen. Ausnahmslos alle Chipformate haben das : Vor- und Nachteile. Und man muss sich das in die Gerätetasche holen, was man am besten einsetzen kann. VG, Christian

  3. Ich finde an dem Artikel nichts despektierlich. Es ist eben eine Liebeserklärung. Aber man merkt den Fotos an, dass der Autor offenbar nirgendwo war, wo es interessant war als er die Kamera dabei hat. Da hätte ich mir andere Fotos vorgestellt.

  4. Hallo Christian,
    Deine Zeilen zur X-Pro 3 habe ich mit viel Freude gelesen. Ja, es ist wirklich eine Liebeserklärung. Und das zu einem „Arbeitsgerät“. Dabei sagt man doch: „Der Amateur sorgt sich um die Ausrüstung, der Profi ums Geld, der Meister ums Licht.“ Von daher steckt vielleicht auch noch ein bisschen Amateur, und das heißt ja „Liebhaber“, in Deiner Fotografie.
    Du hast Recht: Fuji hat Leica nicht imitiert. Aber so ein bisschen „Leica-feeling“ mag wohl doch aufkommen, wenn man die X-Pro 3 spazieren führt.
    Zugegeben: Ich habe mich auch sehr für sie interessiert und hin und her überlegt. Aber dann hat bei mir doch die Vernunft gesiegt. Und so bleibe ich bei meinen X-T3 und X-T4 und bin auch sehr zufrieden damit.
    Wenn Du Zeit hast, schau doch mal wieder bei mir rein: http://www.hby.de. Über Anregungen und Kritik von Dir freue ich mich sehr.
    Viele Grüße, Hartmut

  5. Ich hatte die Fuji x pro 3 auch in der Hand, weil ich mit dem Teil liebäugelte, habe mich dann aber sehr schnell dagegen entschieden, da es nichts halbes und ganzes ist. Für eine immerdabei Kamera ist sie zu groß und schwer und wenn es wirklich eine up to date Kamera sein sollte, dann lieber gleich zu einer Nikon Z6ii greifen.
    Letztlich interessiert mich aber, was aus dem Teil rauskommt bildmäßig und da ziehe ich eindeutig z.B. eine Ricoh Gr iii vor, die im Vergleich zur Fuji wirklich durchdachter und transportabler ist.

    • Das habe ich mir ehrlich gesagt auch gedacht. Und dann noch die Häufung sinnfreier Phrasen wie solche: „…es ist Ende November – und (nicht nur) dank des zweiten Lockdowns kann man sagen: Weihnachten steht vor der Tür.“

    • Ach Leute, bleibt doch mal am Boden.
      Ich denke, dieser Artikel hat weniger mit Journalismus zu tun im Sinne von „Technik-Review“, „erster Test“,…..
      Steht aber auch schon im Vorwort, dass es genau das nicht sein wird.

      Ist es so schlimm, einfach einmal ein wenig „von der Seele weg“ zu schreiben, weil es einem gut geht und man seine Freude teilen will ?
      Zerreißt doch nicht jedes Wort und jeden Satz – und wenn Ihr es besser könnt, dann schreibt doch auch einen Gastartikel :)

    • Hallo Tobias,

      der Artikel ist mit „Liebeserklärung“ überschrieben. Da erwarte ich keinen objektiven Testbericht. Ich kann gut nachvollziehen, was Christian berichtet. Eine gut konstruierte und vielleicht auch schöne Kamera kann inspirieren.
      Kwerfeldein lebt für mich davon, unterschiedliche Sichtweisen zu repräsentieren. Insofern hat der Artikel hier absolut seinen Platz und ich habe ihn gern gelesen, auch wenn ich die Kamera gar nicht kenne. Geärgert habe ich mich allerdings über einige der Kommentare. Ich würde mir mehr Respekt und Konstruktivität wünschen.
      Gruß Klaus

  6. Presserechtlich hätte man noch „Meinung“ über den Beitrag schreiben können, aber die Überschrift sagt doch schon mehr als deutlich, worum es dem Autor geht. Insofern: alles richtig gemacht. Ich selbst arbeite mit der XPro2 und ich gebe gerne zu, dass mich neben ihren technischen Fähigkeiten auch ihr Design sehr begeistert. Für mich ist es wichtig, dass ein Gerät (in meinen Augen und Händen) auch gut aussieht. Oft werde ich auf die Kamera angesprochen, sie hat eben eine besondere Ausstrahlung. Mit einer Canon ist mir das noch nicht passiert. Ich hätte mir für eine Liebeserklärung stärkere Bilder gewünscht, finde es aber toll, dass mal jemand mehr emotional auf sein Arbeitsgerät eingeht! Datenblätter und Testberichte gibt’s genug.

  7. Toller Artikel. Danke dafür!!
    Ich kann die Liebe zur Fujifilm X-Pro3 absolut nachvollziehen.
    Sie polarisiert ähnlich wie Leica. Man sieht es schon an den Kommentaren. Da kann man nur manchmal den Kopf schütteln. :D

    Bei mir ist es die GFX50R (ebenfalls im Rangefinder-Design), die ich sowohl auf Hochzeiten als Arbeitstier wie auch für private Dinge immer dabei habe. Das Gefühl und die Schönheit der Kamera spielt eine sehr wichtige Rolle. Man fotografiert irgendwie intensiver.

  8. Meine Güte, man könnte auch mal wieder die Kirche im Dorf lassen. Warum regen sich denn hier alle so dermaßen über einen subjektiven Beitrag auf kwerfeldein auf? Gab es doch schon etliche Male und ist auch jedes Mal entsprechend „gekennzeichnet“ bzw. deutlich angekündigt, warum also diese Kritik bezüglich der angeblich „unreflektierten“ Jubelarie und Verweisen auf das Presserecht?

    Das hier ein paar Spezis jetzt auch noch die Diskussion APS-C vs. 35mm ins Spiel bringen, passt auch dazu. Warum können wir nicht einfach mal anerkennen, dass es auch in der heutigen Zeit kein Riesenformat braucht, um gute Bilder zu machen und auch drucken zu können?
    Vollformat ist nicht besonderes mehr und hat eine Menge Vor-, aber auch durchaus etliche Nachteile. Wir können uns heute entsprechend unserer Befindlichkeit die passende Variante des Equipments heraussuchen, warum denn bitte nicht einfach mal anderen eine Wahlfreiheit zugestehen?

    Umweltgedanken sind schön und gut, aber in mancherlei Hinsicht muss man eben einen Tod sterben. Auch das Metall einer rein mechanischen Kamera hat einen Fußabdruck, deswegen am Besten eben nicht jede Generation kaufen, sondern eben warten, bis das alte nicht mehr funktioniert oder eben aufgrund externer Faktoren ersetzt werden muss. Oder eben an anderer Stelle sparen.

    Und auch dieses ewige Herumgenörgle, die Kamera sei nicht „up to date“. Was für ein Schmarrn! Auch wenn das bei vielen irgendwie nicht so in den Kopf will, aber eine Kamera ist nicht urplötzlich untauglich, nur weil sie schon ein paar Monate (!!!) auf dem Buckel hat. Die Zeit der großen Techniksprünge ist vorbei, auch beim Vollformat :)

    PS: Wenn mir jemand eine Vollformat-Kamera mit Hybridsucher, RAW-Converter in der Kamera, Wechseloptik und ansprechendem Rangefinderstyle nennen kann, die auch über Autofokus verfügt und unterhalb von 2000€ eingeordnet ist, so möge er mich bitte erleuchten. Falls nicht, mögen bitte die Diskussionen über den Preis der X-Pro3 aufhören. Sie hat nun mal eine besondere Rolle im Sortiment und das kostet eben.

  9. …auch ich interessiere mich für die X-Pro3 aber dennoch empfinde ich den Artikel als reine Werbung. Irgendwie nicht authentisch und somit unangenehm. Da wird einfach zu dick aufgetragen und zu offensichtlich das „Haben wollen“ stimuliert.

  10. Christian, ich stelle Dir heute ein spätes Lob für diese Liebeserklärung an die X-Pro 3 aus. Vielen Dank für Dein emotionales Statement!

    Ich bin ein großer Fan von Haptik und Optik. Eine Sony Alpha A7R o.ä. macht hervorragende Bilder, keine Frage. Die Sony-Gläser sind HighEnd-Produkte einer HighTech-Industrie – und weder Kamera noch Glas macht mich an. Daher kommt auch nichts davon in meine Fototasche.

    Von Canon Vollformat bin ich einst gewechselt zu Fuji APS-C mit der X-E1, dann zur X-E3. Jetzt warte ich gerade auf den netten DHL-Mann, der mit die X-Pro 3 bringt. Ich arbeite gern mit Gegenständen, die ich gern anfasse und die mir optisch zusagen. Die 5DII war ein Arbeitstier und liefert hervorragende Ergebnisse – angemacht hat sie mich nie.

    Aber ich will das. Ich will, dass mich ein Gegenstand begeistert, selbst wenn er nur da rumliegt. Deshalb habe ich ein iPhone statt eines Samsung, deswegen ist meine Fototasche eine DIY aus Leder und deswegen habe ich eine Rolleiflex im Original-Ledercase und eine Merino-Wollfilztasche für‘s iPad. I like.

    Was hier teilweise in den Kommentaren steht, finde ich grenzwertig und fragwürdig. Was ist denn dagegen zu sagen, dass jemand einfach mal seine Meinung kundtut und das sogar noch einleitend dazu schreibt? Dieser Artikel ist doch für Interessierte 1.000mal wertvoller als das 500ste MTF-Chart und das 1.000ste Datenblatt.

    Ich habe die X-Pro 3 gekauft. Nicht trotz der Displaykonstruktion, sondern wegen ihr. Nicht trotz der Einschränkungen, sondern ihretwegen. In DuraBlack, jawoll, weil ich‘s geil finde. Na und? Ich mache mit ihr mit Sicherheit keine besseren Fotos als mit der 5DII oder der X-E1 oder X-E3. Wahrscheinlich noch nicht einmal viel bessere als mit dem iPhone.

    Aber ich genieße es mehr.

    Ich freue mich auf das Display mit den Filminfos, das ich hoffentlich nie (!) auf die technische Ansicht umstelle. Ich freue mich auf ins Bild ragende Gelis im OVF. Ich freue mich auf ein verstelltes ISO- oder Belichtungsrad. Und auf das leise Klicken des Blendenrings.

    I like.

  11. Etwas später und auf der ewigen Suche nach dem „Optimum“ 🤣aus Preis und Leistung bin ich naturgemäß auch bei der Fuji X-Pro 3 gelandet.
    Ich bin ein Wiedereinsteiger auf ambitioniertem Amateurniveau. Ich habe die Gelegenheit, zusammen mit meinem Vater eine schöne Bandbreite von Leica M-Objektiven nutzen zu können. Mit den mechanischen M3 meines Vaters (er hat die beiden immer noch, gekauft Anfang der 1970er!) habe ich das Fotografieren erlernt und habe diesen Messsucher-Blick irgendwie verinnerlicht.
    Deshalb DANKE für diese schöne Liebeserklärung an die X-Pro 3!

    Bei mir wird es eventuell eine X-Pro 2… mit Adapter für Leica M-Objektive… mal sehen…
    VIel Erfolg bei allen Vorhaben…!
    😊