Lupe, die auf einem Buch liegt und das Wort „Fotografie“ vergrößert
30. April 2015 Lesezeit: ~8 Minuten

SEO und Fotografie

Kürzlich hat ein guter Freund (der Fotograf ist) für Recherchearbeiten nach Bildern gesucht. Dabei hat er eines seiner eigenen Bilder in den Suchergebnissen bei Google gefunden, das aber nicht auf seiner Webseite veröffentlicht war.

Ohne Erlaubnis hat ein Webseitenbetreiber sein Bild auf der Webseite eingebunden. Dies verstößt nicht nur gegen das Urheberrecht, sondern hinterlässt beim Eigentümer des Bildes einen bitteren Nachgeschmack.

Einige Fotografen machen daraus sogar ein Geschäftsmodell und mahnen solche Verstöße ab. Ich bin der Meinung, dass das ein altes Geschäftsmodell ist und dem Ruf des Fotografen nicht unbedingt förderlich ist. Wie man solche Verstöße besser angeht, beschreibe ich etwas später.

Der Grund dafür, weshalb Ihr Eure Bilder in den Suchergebnissen von Google gut platzieren solltet, ist, dass Ihr stolz auf Eure Arbeit seid. Schließlich stellt Ihr deshalb Eure Bilder ins Netz. Ihr wollt, dass Leute Eure Arbeiten sehen und Euch vielleicht sogar für weitere Aufträge buchen.

In den folgenden Punkten möchte ich Euch ein paar Tipps geben, wie Ihr Suchmaschinen richtige Signale gebt, damit Eure Bilder und Arbeiten besser gefunden werden. Was sollte ein Fotograf beim Onlinestellen seiner Bilder beachten? Bereits beim Hochladen auf den Server machen viele Fotografen einen entscheidenden Fehler.

Bilddatei zu groß

Statistiken belegen, dass etwa 80 % der Webseiten-Besucher abspringen, wenn diese länger als 5 Sekunden lädt. Zu große bzw. nicht komprimierte Bilder verlangsamen Eure Webseite um ein Vielfaches.

Damit verscheucht Ihr nicht nur Eure Besucher, sondern sendet an Suchmaschinen wie Google negative Signale. Wenn ein Besucher auf Euer Suchergebnis klickt und wegen einer zu langen Ladezeit direkt wieder zurück auf die Suchergebnisse springt, lautet das Signal an Google: Diese Seite ist kein passendes Ergebnis für den eingebenden Suchbegriff.

Daher achtet darauf, dass Ihr Bilder beim Bereitstellen immer komprimiert. Ich benutze dafür Photoshop. Dort gibt es die Funktion „Für Webseiten speichern“. Natürlich solltet Ihr darauf achten, dass die Qualität nicht darunter leidet.

Spielt einfach etwas mit den Einstellungen und Ihr werdet sehen, wie sich die Dateigröße verkleinert. Für diejenigen, die kein Photoshop haben, empfehle ich JpegMini oder PNGGauntlet. Tipp: Wenn Ihr keine transparenten Ebenen nutzt, speichert das Bild im JPG-Format ab. Als Fotografen wisst Ihr, dass diese kleiner als PNG-Dateien sind.

Kein sprechender Dateiname

Bereits beim Speichern des Bildes solltet Ihr immer einen sprechenden Dateinamen wählen. Dabei solltet Ihr keine Keywords „spammen“, sondern genau das beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist. Wenn Ihr ein Hochzeitsbild von Braut und Bräutigam vor einer Kirche gemacht habt, könnte ein passender Dateiname so aussehen:

hochzeit-braut-braeutigam-kirche.jpg

Füllwörter wie und, oder, der, die, das etc. könnt Ihr weglassen.

Kein Alt-Attribut

Das Alt-Attribut ist wohl der wichtigste Rankingfaktor für Bilder. Ähnlich wie beim Dateinamen solltet Ihr hier eine passende Beschreibung für das Bild wählen. Das Alt-Attribut hat eigentlich einen anderen Hintergrund: Sehbehinderte Internetnutzer können sich Webseiten bzw. deren Inhalt von sogenannten Screenreadern vorlesen lassen.

Wenn auf der Webseite ein Bild angezeigt wird, liest der Screenreader das Alt-Attribut vor. Damit wissen sehbehinderte Webseitenbesucher, was auf dem Bild zu sehen ist. Diese Information nutzt auch Google, um zu erfahren, was auf dem Bild abgebildet wird. Der HTML-Code könnte so aussehen:

<img src=“http://www.deinewebseite.de/hochzeit-braut-braeutigam-kirche.jpg 
alt=“Hochzeit mit Braut und Bräutigam vor der Kirche St. Jakob in München“/>

Wenn Ihr Eure Webseite zum Beispiel mit dem CMS WordPress betreibt, könnt Ihr direkt beim Hochladen das Alt-Attribut eintragen und auch nachträglich pflegen.

Größe des Bildes nicht im HTML-Code

Ein weiter Fehler, dem ich leider oft begegne, ist die fehlendende Angabe der Bilddimensionen im HTML-Code. Wenn diese Angabe fehlt, muss der Browser das Bild erst komplett laden und rendern, bevor es in passender Größe auf der Webseite angezeigt wird.

Um die Ladegeschwindigkeiten zu erhöhen, solltet Ihr im HTML-Code immer die Auflösung des Bildes angeben. So kann der Browser den benötigten Platz für das Bild reservieren und parallel schon den Rest der Seite laden, bis das Bild dargestellt wird. Ein HTML-Code könnte wie folgt aussehen:

<img src=“http://www.deinewebseite.de/hochzeit-braut-braeutigam-kirche.jpg“ 
alt=“Hochzeit mit Braut und Bräutigam vor der Kirche St. Jakob in München“ width=“650“ height=“360“/>

Wieso Fotos ohne Text nicht gut ranken

Bilder ganz ohne Text werden es schwer haben, in den Suchmaschinenergebnissen hoch zu ranken. Bilder, die in einem Text eingebaut sind, geben Suchmaschinen wie Google viel mehr Informationen. Dabei werden zusätzliche Informationen direkt aus dem Text, dem Titel und den Überschriften (H1, H2 etc.) entnommen.

Hier ein kleines Praxisbeispiel: Mein Kollege hatte vor einiger Zeit eine Fotostrecke zum „Fresh Market in Bangkok“ veröffentlicht. Nur Bilder, kein Text. Zwar wurden die Bilder in der Google Bildersuche bereits nach einiger Zeit gefunden, aber nur auf schlechten Positionen.

Meine Empfehlung war: „Bau um die Fotostecke eine Geschichte.“ Also schrieb er um die Bilder eine kleine Geschichte zu seinen Erlebnissen auf dem „Fresh Market in Bangkok“. Bereits nach einigen Tagen war der Artikel in den Suchergebnissen in den Top 20 zu sehen. Im gleichen Zug schossen die in dem Artikel eingebunden Bilder in der Bildersuche bei Google in die Höhe. Ein passender Text ist ein großer Hebel, um Bilder in den Rankings nach vorn zu bringen.

Noch ein kleiner Tipp von mir: Wenn es sich anbietet, benutzt Bilder öfter auf Eurer Webseite. Damit meine ich nicht, dass Ihr ein Bild mehrfach hochladen sollt. Wenn es sich anbietet, nutzt das gleiche Bild in mehreren Texten, Unterseiten oder Passagen. Damit signalisiert Ihr Google eine höhere Relevanz des Bildes.

Wie kann ich herausfinden, ob andere meine Bilder benutzen?

Ihr könnt ganz leicht rausfinden, ob eines Eurer Bilder unerlaubt von anderen Webseitenbetreibern genutzt wird. Geht dazu auf die Google Bildersuche. Neben dem Lupen-Symbol findet Ihr ein Kamera-Symbol, mit dem Ihr Euer Bild hochladen könnt. Google zeigt Euch nun alle Webseiten an, die Euer Bild eingebunden haben.

Tipp: Wenn jemand eines Euer Bilder unerlaubt verwendet hat, Ihr dieses aber nicht zum Verkauf anbietet, solltet Ihr nicht direkt mit einer Abmahnung drohen. Schreibt den Webmaster an und weist ihn freundlich darauf hin, dass die Bildrechte bei Euch liegen und er Eure Webseite unter dem Bild verlinken soll. So sendet Ihr ebenfalls positive Signale an Google.

Welche Rolle spielt die fotografische Qualität der Fotos?

Für SEO spielt die fotografische Qualität der Bilder nur indirekt eine Rolle. Welches Bild nun aus fotografischer Sicht gut oder schlecht ist, kann eine Suchmaschine überhaupt nicht beurteilen.

Suchmaschinen wie Google nutzen hierfür andere Signale, um festzustellen, welches Bild für eine Suchanfrage die höchste Relevanz hat. Die fotografische Qualität der Bilder spielt in dem Sinne eine indirekt Rolle, da Google auf User-Signale achtet.

Daher ist eine lange Verweildauer und geringe Absprungsrate sehr wichtig. Wenn Eure Bilder nicht die nötige Qualität aufweisen und der Besucher deswegen zurück zu den Suchergebnissen springt, wird das Eure Rankings negativ beeinflussen.

Abgesehen davon werden Eure Besucher nicht zu Kunden konvertieren, wenn Eure Arbeiten schlecht sind. Deswegen solltet Ihr SEO nur als Maßnahme für mehr Sichtbarkeit und Reichweite Eurer Arbeiten sehen.

Wenn alle das Gleiche machen …

… haben wir dann nicht irgendwann ein Sammelsurium von denen, die zwar SEO können, aber nicht unbedingt gut fotografieren?

Die in dem Beitrag erklärten Tipps sind nur reine Grundlagen, die man als Fotograf auf seiner Webseite beachten sollte. Grundlegende Merkmale, um an Google positive Signale zu senden. Natürlich sollte die eigentlich Arbeit, das Fotografieren im Vordergrund stehen.

Aber ich sehe viel zu oft, dass hervorragende Arbeiten einfach nicht genügend Beachtung in Suchmaschinen bekommen, da Webseitenbetreiber nicht die notwenigen SEO-Grundlagen beherrschen und so große Potenziale verschenken. Schließlich sollten Eure Arbeit es wert sein, auch im Internet gefunden zu werden.

Titelfoto: Link zur Webseite von Mats Karlsson

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27 Kommentare

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  1. Ist ein guter Artikel und hilft gefunden zu werden. Du schreibst man soll den Webseitenbetreiber anschreiben für einen Link. Wenn mir ein Bild gestohlen wird, finde ich es meisten auf Kommerziellen Seiten wieder, wo ein Reiseangebote oder ähnliches promotet wird. In diesen Fällen machen diese Unternehmen sowieso keinen Link? Bei einem privaten Blog oder einem Online Magazin finde ich natürlich auch den Link besser.

    • Hallo Nick,

      deiner Aussage gebe ich Recht. Aber auch bei größeren Portalen sollte man sich nicht scheuen den Betreiber anzuschreiben. Wenn keine Antwort kommt, einfach Anrufen und auf seinem Urheberrecht bestehen.

      Gruß Artur

  2. Was soll denn ein „Inhaberrecht“ sein? Liebe Kwerfeldein-Redaktion, bitte prüft die Artikel doch wenigstens auf die Basis-Fakten. Wenn ich solch einen kapitalen Fehler schon in den ersten Sätzen lese, dann verliert auch dem Rest des Artikels seine Glaubwürdigkeit.

    • Ich schließe mich hier direkt an, weil ebenfalls formale Kritik: Ich fände es auch hilfreich, wenn Ablürzungen eingeführt werden, bevor man sie verwendet. „SEO“ ist für viele – auch webaffine – Menschen kein gängiger Begriff. Erklärung solcher Begriffe gehört eigentlich auch zu den Basics.

      LG
      Nico

  3. Diese Grundregeln sind richtig gut, vieles kannte ich leider schon, aber zur Auffrischung immer wieder gut zu lesen.

    Ich bin auch immer wieder erstaunt wie viele Leute über die Bildsuche auf meinen Blog kommen. Ich selber benutze die Bildsuche so gut wie nie, Beispiel dafür: man sollte nicht immer von sich selber ausgehen ;-)

    Danke für den Artikel und die Tipps.

    Schöne Grüße
    Stefan

  4. Schöner Artikel!
    Das Thema SEO beschäftigt mich auch schon eine Weile. Ich kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen was du zu „Bildern ganz ohne Text“ schreibst: Selbst wenn ich nur kurze Erläuterungen zu den Fotos schreibt erhalte ich mehr Aufrufe, als wenn ich die Fotos „pur“ online stelle. (das hatte ich schon vor eine ganzen Zeit mal getestet und seit dem gibt es in meinem Blog mehr Text :)

    Zur Frage: „Wenn alle das Gleiche machen“ kann ich nur sagen, das Katz und Maus Spiel mit Google wird wohl noch eine weile weitergehen.

    Beste Grüße

  5. Hi Artur,

    besten Dank für deinen tollen Blogartikel bezüglich SEO und Bildern! Die Gründe, die du oben angibst, sind wichtig! Es stimmt, dass die meisten User bei zu langen Ladezeiten die Homepage verlassen – und Google erkennt mittlerweile auch die Verweildauer nach Klicks auf Suchergebnissen und bewertet demnach Websites! Gerade als Fotograf sollte man aber auch unbedingt seine Fotos mit gewünschten Keywords benennen, da dies für die Suchmaschinenoptimierung der Seite positive Auswirkungen hat. Gerade beim Linkbuilding muss man darauf achten, dass auch die Bilder mit Suchbegriffen benannt sind und die on-page Contents zu den Bildern bzw. Bildernamen passen!

    LG
    Maria

    • Hallo Maria,

      freut mich das dir der Beitrag gefällt. Deine Ergänzung kann ich nur bestätigen. In Sachen Keywords sollte man aber aufpassen. Keyword-Stuffing, also zu viele Keyowords können sich auch negativ auswirken. Deswegen sollte man speziell im Alt-Tag natürliche und sprechende Beschreibungen wählen.

      Gruß Artur

  6. Hallo,

    vielen Dank für die Informationen.

    Was mich allerdings etwas erstaunt ist der Hinweis auf „Ein weiter Fehler, dem ich leider oft begegne, ist die fehlendende Angabe der Bilddimensionen im HTML-Code.“

    Soll man für Smartphone und Co Anwender auf diese Angaben nicht verzichten?

    LG

    Ralf

    • Hallo Ralf, die Verkleinerung der Darstellung durch einen Browser oder Responsive Design funktionieren unabhängig von diesen Größenangaben. Wenn sie fehlen, lädt der Browser ohnehin erst einmal das ganze Bild und stellt es komplett dar (sofern es keine anderen Anweisungen gibt, die die Bildgröße verändern).

  7. Schön erklärt, sollte für jede(n) der / die eine eigene Website im Themenbereich der Fotografie betreibt zu den Basics gehören. Ich persönlich finde den ganzen SEO-Mist ziemlich nervig, aber ein bisschen muss man sich eben auch damit herumschlagen. Dafür sehen die eigenen Werke dann später mehr Menschen.

  8. Hallo,
    ich finde die letzten beiden Absätze eigentlich die interessantesten, denn mittlerweilen beginnen viele Fotografen sich mehr mit dem Thema SEO auseinanderzusetzen als mit dem Thema Fotografie. Wir sind Hochzeitsfotografen und haben das Thema nicht so wirklich, vor allem werden unsere Bilder nicht unbedingt eingebunden, bzw. geben wir die Nutzungsrechte ohnehin an den Endkunden weiter.
    Was wir aber schon bemerken, ist das tolle Künstler und tolle Fotos einfach im Internet verborgen bleiben, weil vor allem andere mit SEO-Maßnahmen quasi gut geranked sind.
    Es wäre interessant, ob nicht die Qualität der Bilder (Komprimierung und Auflösung, Schärfe) auch als Ranking-Kriterium herangezogen werden kann.
    Immerhin ist Google Page Speed schon auf diese Themen (zumindest, was die Ladezeiten und Komprimierung betrifft) ein Schritt in diese Richtung. Die Frage, ob ein Bild jedoch dann wirklich gut oder schlecht ist, steht dann auf einem anderen Papier ;-)

    • Hallo Itsyourday,

      die Fragen die man sich bei der Suchmaschinenoptimierung stellen sollte ist: Wieso sollte meine Seite oben ranken? Wieso ist meine Seite besser als alle anderen? Welchen Mehrwert bietet meine Webseite?

      Wie in dem Artikel beschrieben, ist es wichtig Suchmaschinen die richtigen Informationen zu übermitteln. Das sind aber nur die Basics. Um wirklich aus der Masse herauszuragen, benötigt es weit aus mehr.

      Besonders in deinem Business, der Hochzeitsfotografie, spielen geografische Daten eine große Rolle. Dies sollte man zu seinem Vorteil nutzen, da die Konkurrenz Regional kleiner ist als Deutschlandweit.

      Gruß Artur

  9. Ich habe zuletzt mehrere Webseite unserer Mitglieder bzw. Fotografen analysiert und bin dabei auf einige grundlegende SEO Fehler gestoßen. Dazu gibt hier einen ausführlichen Blogartikel: http://rec-orders.de/top-10-seo-fehler-fotografen/

    Der Bereich „Bilder-SEO“ ist tatsächlich extrem wichtig. Außerdem empfehlen ich jedem Webseitenbetreiber das Thema „Pagespeed“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Und seit dem neuesten Google Update sollte eine responsive Webseite Pflicht sein!