Fotografieren lernen, Landschaft, Bild, Wolken
06. Juli 2012 Lesezeit: ~ 2 Minuten

Fotografieren lernen

Fotografieren, die Fotografie gut einsetzen können, lernen? Geht das? Und wenn ja, wie? Ich bekomme regelmäßig Fragen von Anfängern geschickt, die ganz am Anfang stehen und wissen wollen, wie ich meine Fotos mache. Sie wollen meistens wissen, wie sie schnell besser werden können.

Und nach der häufigen Frage nach dem Kameramodell bezeugen die meisten, dass sie wirklich nicht wissen, was sie tun sollen. Und das glaube ich ihnen auch. Aus Zeitgründen kann ich leider meistens nur kurz antworten und das fordert mich heraus, meine Gedanken zu komprimieren. Das klingt dann so:

Die erste Idee, von der Du Dich getrost verabschieden kannst, ist, dass es beim Einstieg auf die Kamera ankommt. Du wirst mit jedem derzeit erhältlichen Kameramodell zu Beginn gute Fotos machen.

Sogar mit dem Handy. Wende Dich eher diesen Ideen zu: Such Dir ein Genre, das Dir zusagt: Landschaften? Portraits? Tiere? Das aber für den Anfang nicht allzu schwer ist wie etwa Highspeedfotografie.

Lerne die technischen Grundlagen. Lass Dich von der Bezeichnung „Regeln“ nicht irreführen: Studiere sie, breche alle und mach Deine eigenen Erfahrungen. Viel wichtiger: Fotografiere, was das Zeug hält. Wöchentlich. Täglich. Stündlich. So oft Du kannst. Sichte Deine Fotos und bearbeite nur die allerbesten.

Und dann, wenn Du Dich in Dein Genre hineingebohrt hast und darauf „eingeschossen“ bist; wenn Du irgendwann nach scheinbar unendlich vielen Fotos völlig genervt von den Grenzen Deiner Kamera bist, darfst Du mir gern wieder schreiben und nach dem passenden Kameramodell fragen. Jedoch gehe ich davon aus, dass Du das dann vielleicht schon selbst beantworten kannst. Ich wünsche Dir das Allerbeste.

Natürlich gibt es noch hundertausend andere Sachen, die man hier noch dazuschreiben könnte. Und selbstverständlich ist die Thematik weitaus komplexer, als hier dargestellt. Jedoch ist das das Destillat meiner Auffassung, wenn ich gezwungen bin, mich kurz zu fassen.

Wie würdet Ihr antworten? Denkt dran: Ihr habt nur ein paar Sätze und eigentlich keine Zeit.

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48 Kommentare

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  1. ich würde es kurz und knapp beantworten mit dem besten aller fotografie zitate…..und nachschieben drück einfach ab und mach fotos.

    “Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird jene schockieren, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.”

    Andreas Feininger

    • Danke für das Zitat! Kannte ich noch nicht und ist sehr zutreffend.

      “Wir würdet Ihr antworten”

      Ich hätte erst einmal Formulierungsschwierigkeiten. Inhaltlich bin ich vollkommen dacor, wüsste aber auch nicht, wie ich es direkt ‘rüber bringen könnte.

      Die Situation kennt glaube ich jeder, der schon lange fotografiert. Meine Erklärungen sind wahrscheinlich viel zu langatmig, da ich niemanden verletzten oder bevormunden will.
      Die Frage nach “Technologie” versuche ich einfach zu umgehen. Die Realität wäre für viele Anfänger einfach zu frustrierend – wie keine D800, kein Prime-Objektiv, kein Highend-Equimpment …
      Grundsätzlich sollte man vielleicht Foto’s niemals mit EXIF oder Kameraangabe veröffentlichen? Das führt gerade bei Anfängern absolut in die falsche Richtung, nämlich Technologiegläubigkeit.

    • Mit dem Zitat habe ich so meine Probleme… Warum? Weil es viel zu oft missbraucht wurde! Ausgerechnet von den schlimmsten Ausrüstungs-Fetischisten und Foren-Usern, die nicht ein sehenswertes Bild auf die Reihe kriegen. Penetrant in jedem ihrer sinnlosen Postings zu besichtigen… Diese armen Knipser  können nicht nur nicht Motive und Bilder sehen, sondern offensichtlich auch weder – richtig – Texte (Feininger) lesen, geschweige denn verstehen… Ein Grund, diesen unsäglichen Foren-Kindergärten längst Auf-Nimmerwiedersehen gesagt zu haben, um hier zu landen: in kwerfeldein!

      Ralf

  2. einfach nur: wow!

    (das ganze kann man natürlich genauso auf objektive und diverses zubehör-zeugs übertragen. man kann auch ohne damit [naja, 1 objektiv wäre schon gut] leben, liebe fotoindustrie.)

  3. Martin, damit ist (fast) alles gesagt.
    Hinzufügen könnte man noch : Lern Sehen. Und lern, Licht zu verstehen.

    Wenn du Landschaft machen willst : Studier die Gemälde der alten Meister und analysier sie nach Linien, Tageszeiten und Licht.
    Wenn du Portraits machen willst : Studier die Gemälde der alten Meister, die Ikonen der Fotografie und analysier sie nach Linien und Licht. Es ist nicht (nur) das Mädchen und die Klamotte, die das Bild gut aussehen lassen.
    Wenn du Sport machen willst, kennst du die Regeln des Sports und seine Eigenheiten. Achte auf das Licht.
    Wenn du product machen willst, kennst du das Produkt, das Material und seine Eigenheiten. Achte auf das Licht und auf das, was es mit dem Material anstellt.

    H

  4. Die wichtigste Frage, die man sich bei jedem Bild selber stellen sollte ist:
    Warum will ich das fotografieren?

    Gruß Maude

    PS: Kann es sein, daß bei Kwerfeldein ganze Beiträge aus dem Archiv verschwinden? Und wenn ja, warum?

  5. Deckt sich ziemlich genau mit dem, was ich antworten würde. Hinzufügen würde ich aber noch:

    Schau’ Dir Bilder von anderen Fotografen an, viele, und vor allem die besten. Stelle fest, was dich daran fasziniert – und wenn es nur ein Bauchgefühl ist.

    Sprich mit anderen über die Bilder, denn artikulieren können, was man spürt, kann eine Hilfe sein, um selbst weiter zu kommen. Schließlich kann man noch nichtmal ein Handy nur mit Gefühl bedienen.

    Und schließlich: Mach’ Papierbilder von Deinen Fotos, vielleicht die 10 besten in jedem Monat. Wenn es geht, nicht nur 10×15 sondern besser 20×30. Papierbilder sind viel kritischer als Monitorbilder. Heb’ sie auf und schau’ sie nach einem Jahr nochmal an – Du wirst erstaunt über die Entwicklung sein.

  6. Ich glaube ich würde ähnlich antworten. Die Kamera in die Hand zu nehmen und sich mit der Fotografie praktisch auseinanderzusetzen ist das A und O. Fotografieren ist genauso ein Handwerk wie’s beispielsweise der Beruf des Schreiners ist. Und es käme wohl niemand auf die Idee Schreinern lernen zu wollen ohne ein einziges Mal ein Werkzeug in die Hand zu nehmen. Nur durch Bücher lesen und vom Hören-Sagen lernt man beides nicht. Fotografieren lernt man am besten durch Fotografieren. Ausprobieren., Fehler machen und daraus lernen.

  7. Hör auf oder fang gar nicht erst an in einschlägigen Foren nachzulesen, was du mit deiner Ausrüstung alles nicht machen kannst und lass dich von Debatten über vermeintliche Gerätefehler nicht verwirren. Geh raus und mach deine eigenen Erfahrungen. Mach Fehler, probier aus und hab Spass dabei!

  8. Ich stelle im Kreis junger Einsteiger fest, dass der Zusammenhang zwischen Zeit/Blende und deren Einfluss auf die Bildwirkung überhaupt nicht bekannt ist. Dazu kommt auch die Wirkung unterschiedlicher Brennweiten.

    Da die Kamera ein Werkzeug ist, sollte man also den Umgang damit in techischer Sicht auch lernen und erproben, ansonsten bleibt das Ergebnis immer Zufall und ich kann mich daran erfreuen, aber es nicht reproduzieren.

    Die Kreativität findet dann ihren Raum, wenn die Technik soweit beherrscht wird, dass sie ohne groß nachzudenken ausgeführt wird. Ein bischen wie Autofahren.

  9. Ich finde es sogar immens wichtig und richtig, die Antwort so kurz zu halten. Langes Schwadronieren kommt meist nicht auf den Punkt, bevor der Schreiber ausgelaugt ist. Zumal die Frage sich ständig wiederholt. Aus Notwehr kann man dann schonmal mit schlauen Zitaten von großen Photographen antworten, was den verwirrten Fragesteller, zu Recht, nur verärgert. Aber hier stimmt das Maß. Dem ist auch nichts mehr hinzuzufügen (ohne zu schwadronieren).

  10. Mit den Kommentaren von Markus und Philipp ist fast alles gesagt; es ist auch gut, immer wieder mit nur einem Objektiv (am Besten Festbrennweite) und nicht einem großen Brennweitenarsenal unterwegs zu sein, dabei ist ein leichtes Tele am Anfang nützlicher als ein Weitwinkel.

  11. Ein wichtiger Punkt wurde hier noch nicht genannt: Mach, wozu du Lust hast.
    Es nützt nichts, dass man sich zu irgendwelchen Vergleichen mit anderen Fotografen zwingt, Regeln auswendig lernt und sein Werkzeug versteht, wenn man dadurch die Lust am Fotografieren verliert. Wichtig ist doch vor allem, dass man selbst seine eigenen Bilder gut findet. Der Rest kommt dann von ganz alleine, von selbst und ohne Zwang.

  12. Da ich selbst noch Anfänger bin, könnte ich auf eine solche Frage noch nicht antworten. Ich kann nur sagen welchen Eindruck er bei mir als Solcher hinterlässt: das Motiv kontrastreich mit klaren Kanten und Konturen, der Hintergrund bestimmt weich gezeichnet. :-)
    Ich finde ihn sehr gut und treffend formuliert.
    Mir begegnet in diesem Zusammenhang derzeit auch immer wieder folgender Wortlaut von Gisèle Freund: “Das Auge macht das Bild und nicht die Kamera”.
    Letztendlich für mich noch ganz wichtig, ich fotografiere für mich und mir müssen die Bilder gefallen und da ist es momentan scheißegal mit welcher Kamera sie aufgenommen wurden..Der Weg ist das Ziel!

  13. – Bilder anderer Fotografen anschauen, die man toll findet und fragen, was das Bild so toll macht (Aufbau, Perspektive, Farben, …)
    – Fotografieren, fotografieren, fotografieren.
    – Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.
    – Ein bisschen technischen Hintergrund anlesen (Blende, Verschlusszeit, …)

  14. Sehr guter Artikel, stimme dem definitiv zu: üben, üben, machen, probieren und der Rest ist eigentlich erstmal egal!

    Ein wenig einschränken möchte ich das aber auf die Objektivwahl. Passend dazu ist auch der Artikel von Jan Herms (OBJEKTIVWAHN – GRÖSSER, WEITER, SCHÄRFE), der hier vor ein paar Tagen erschienen ist. Ich hätte mir im nachhinein zum Start eine Festbrennweite neben dem Kit-Zoom gewünscht, damit fotografiert man ganz anders und lernt sehr viel schneller.

    Habe dazu grad auch etwas gebloggt: http://simonnickel.de/piclog/artikel/einstieg-in-die-fotografie (falls mir die Werbung erlaubt ist)

  15. Schön geschrieben.

    Ich sage immer:
    Beurteilst Du ein Buch nach der Schreibmaschine des Autors?
    Der Autor benutzt das, was ihm zur Verfügung steht und weiss es zu nutzen (früher Tinte und Feder, heute eine Tastatur).
    Mach es genauso! Lies die Bedienungsanleitung und probiere einfach alles aus.

    :-)

  16. Fragt man den Koch nach dem Kochgeschirr? Die Ausrüstung ist grundsätzlich egal, wichtig man muss sie handwerklich beherrschen. Wesentlicher Bestandteil ist das Sehen und Beobachten. Es ist wie mit dem Autofahren lernen, am Anfang muss man sich noch konzentrieren wie das mit der Schaltung und Kupplung funktioniert, nebenbei noch den Verkehr beachten … mit der Zeit geschieht das alles automatisch. Und mit viel Training wird man vielleicht ein Michael Schuhmacher. Übung und Talent machen den Meister.

  17. Auch ich sehe das ganz genauso.
    Ach das was Markus gesagt hat:
    Bilder von anderen Leuten ansehen. Viele Bilder!

    Nicht nur, um festzustellen was einem gefällt, sondern auch um ein Gespür dafür zu bekommen, wie gut oder schlecht ein Bild ist und woran es liegen könnte.
    Das bringt natürlich nichts, wenn man die Kamera nicht selbst oft in die Hand nimmt. Vernachlässigen sollte man das Stöbern in Onlinegalerien aber wie ich denke auf keinen Fall!

  18. Kurz und Bündig:
    Fotos machen, Fotos machen und noch mehr Fotos machen.
    Und vll. als mein persönlichen Tipp.
    Analog Fotografieren, da man sich dabei sehr viel mehr Gedanken über das Bild macht da man nun mal eine begrenzte zahl an Fotos hat bevor man neu investieren muss.
    Alles andere kommt von allein.
    So habe ich gelernt.

  19. Dass die Ausrüstung nebensächlich ist, finde ich auch, allerdings kann man nicht übersehen, dass die rein technische Seite für viele Hobbyfotografen den wesentlichen Reiz darstellt. Die neueste Kamera, Riesen-Objektive und das Herumtricksen mit Photoshop das steht dort im Vordergrund – möglicherweise auch als Ersatzhandlung, weil die künstlerische oder inhaltliche Bewertung eines Bildes so schwer zu fallen scheint und da so viel Verunsicherung herrscht. 90 % der Fotozeitschriften leben von den Technik-Begeisterten und den Goldenen Schnitt gibt es dann gratis dazu. Das muß man respektieren. Wenn nur das Produkt und nicht der Prozess interessiert, dann geht es möglicherweise auch mit einer Agfa-Klick.
    Den zweiten Hinweis “Fotografieren, was das Zeug hält” sehe ich auch kritisch: Ich habe den Eindruck, dass die Digitalkamera, einer soundso schon unterentwickelten Konzentration und Sorgfalt gegenüber dem einzelnen Bild den Rest gegeben hat.

    Grüße
    A. Voßgrag

    • Hallo Andreas

      Dein mittlerer Textpart trifft es!

      „dass die rein technische Seite für viele Hobbyfotografen den wesentlichen Reiz darstellt. Die neueste Kamera, Riesen-Objektive (…) stehen dort im Vordergrund – möglicherweise auch als Ersatzhandlung, weil die künstlerische oder inhaltliche Bewertung eines Bildes so schwer zu fallen scheint und da so viel Verunsicherung herrscht.“

      Wobei ich noch einen Schritt weiter gehen würde: Es geht weniger um die „künstlerische oder inhaltliche Bewertung eines Bildes.“ Es – das Bild – oder besser das Motiv wird gar nicht erst gesehen! Es IST die Ersatzhandlung! Die gefühlte Überlegenheit der „Profiausrüstung“. Und doch sitzt in jedem Möchtegern ein kleines Männlein, dass dem überlegenen User immer wieder leise einflüstert: Was machst du da eigentlich? Kameraschaulaufen? Wer hat den längsten/dicksten? Nur Verbalfotografie? Oder schaffst du irgendwann auch mal ein sehenswertes Foto? ;-)

      Und doch wird eine Vielzahl nie aus der Ersatzhandlung rauskommen. Aber es gibt Lichtblicke! Jüngere, lernwillige beginnen sich für die total veraltete Analogfotografie zu interessieren! Ich bin gespannt auf den LOMO-Stand der Photokina 2012. Auch wenn ich mir dort 2010 bei einem gefühlten Schnitt des Publikums von eher < 30 Jahren mit meinen (zu diesem Zeitpunkt 56 Jahren) wie ein Opa vorkam ;-) Auf die Leute kann man setzten, nicht auf unbelehrbare Foren-„User“.

      Ralf

  20. Klar sollte man sich von Emotion und Bauchgefühl leiten lassen, um sich photographisch weiterzuentwickeln. Auch ist es wichtig sich umzusehen welche Photos einen selbst bewegen und von welchen Bildern man sich berühren lässt.

    Jedoch würde ich einem Anfänger trotzdem empfehlen, sich auch von der technischen Seite her etwas mit der Thematik zu befassen. So kann der Zusammenhang zwischen Blende, Zeit und Iso schon hilfreich sein. Und man muss sich einen “Blick” aneignen können, der erkennt welche Lichtsituation im Photo wirken könnte, und welche eben auch nicht.

    Auch wenn man mit dem Handy Photos machen kann, empfehle ich generell nur Kameras mit einem Bildsensor, der Micro 4/3 oder größer ist, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind. Also eine DSLR von Canon, Nikon etc oder eine EVIL/Systemkamera von Olympus, Panasonic oder Sony und dazu im besten Falle eine einfache Festbrennweite dazu. In meinen Augen macht gerade das Spiel mit der Unschärfe und auch die recht unbeschränkte Verwendung höherer ISO-Werte einen nicht ganz zu vernachlässigenden Anteil am Lernprozess und Bildeindruck aus. Ich jedenfalls konnte bei einer digitalen Kompaktkamera die Auswirkung einer Veränderung der Blende im Photo kaum sehen und habe mich deshalb damals auch nicht damit befasst.

    Anfängern, die keinen Wert auf Video an der Kamera legen, kann ich so immer getrost den Gebrauchtkauf von Kameragehäusen empfehlen. So bekommt man oft für kleines Geld eine klasse Kamera.

  21. Sehr guter Rat, und gut geschrieben.

    Mir haben noch drei Dinge geholfen auf dem Weg vom Knipser zum Fotograf (ich bin immer noch unterwegs):

    1) Ich habe mir verboten, “Ansichtskarten” zu fotografieren. Nur noch Motive, die nicht an jedem Kiosk zu kaufen sind.

    2) Ich schaue täglich auf Flickr die ersten 50 “Explored” Fotos an und markiere pro Tag im Schnitt 2 bis 3 als Favorit. Die Favoriten schaue ich von Zeit zu Zeit an. Dabei entdeckt man schnell, welche Motive einem gefallen und auf was es ankommt.

    3) Ein selbst auferlegtes Zoom-Verbot hilft enorm, bewusster zu fotografieren. Mittlerweile benutze ich gern wieder mein Superzoom, aber die Art der Fotos sehen ganz anders aus als anfangs, vor der Festbrennweiten-Zeit.

  22. Ich würde den zahlreichen positiven Anmerkungen gerne widersprechen: Einem angehenden Fotografen zu erklären er lernt Fotografieren indem er Fotos macht, ist so hilfreich, wie einem Schreiner (s.o.) zu erklären er lernt Schreinern indem er Schänke baut. Es sicherlich nicht nicht falsch, aber eben auch nicht sonderlich hilfreich.

    Das intuitive Entscheiden, das einem Profi (Schreiner/Fotografen) geben ist, kann ein Anfänger noch nicht leisten. Anfänger benötigen deswegen Regeln an denen sie sich orientieren können und die sie befolgen können um zu Erfolgen zu kommen. Picasso hat auch erst klassisches Zeichnen gelernt, bevor er zum Künstler wurde (um die gelernten Regeln dann zu brechen). Aber Regeln muss man kennen, um bewusst dagegen verstoßen zu können.

    Insofern sollte man zunächst sein Handwerkszeug (Blende, Brennweite und vieles, vieles mehr) sehr gut kennen und beherrschen. Das geschieht ganz sicher auch indem man fotografiert, aber eben nicht wild entschlossen, sondern indem man sich zunächst mit dem Handwerkszeug auseinander setzt und dabei Bilder macht, die zunächst technisch gut sind und erst viel später kreativ und intuitiv.

  23. “Nimm Dir die Zeit und die Muse einfach mal viele Fotos von allem möglichen zu schießen und zwar mit der Kamera, die Dir gerade zur Verfügung steht. Betrachte die Ergebnisse, überlege welche Bilder Dir gefallen und vor allem warum. Betrachte die Fotos anderer Fotografen (auf flickr, fc und in Zeitschriften) wohlwissend das die Qualität eine höhere sein kann und überlege abermals welche Bilder Dir gefallen und vor allem warum.
    Kristallisiert sich bereits ein Genre heraus? Erkennest Du den Unterschied zwischen Deinen und den coolen Fotos anderer? Du wirst wahrscheinlich merken, dass die meisten Unterschiede nicht von der besseren Kamera, den schöneren Modells oder der krasseren Bearbeitung herrühren, sondern von der Bildkomposition. Damit hast Du bereits den ersten Schritt gemacht. Nimm Deine Kamera in die Hand, geh raus und versuche die bildkompositorischen Erkenntnisse umzusetzen. Viel Spaß!”

  24. Ich würde ihm eine vollmechanische Kamera mit 50mm-Objektiv in die Hand drücken, ihm ein paar Filme dazu geben, kurz die Kamera erklären, ihm sagen, daß dies den schwersten Weg überhaupt darstellt, der aber am Ende der einfachste gewesen sein wird.

    Dann würde ich ihn einfach machen lassen.

    Warum genau so? Hat bei mir und mindestens einem anderen Menschen funktioniert.

  25. meine antworten sind video-trainings, buchtipps … dort sind die infos strukturiert. ich habe viele video trainings gesehen, viele bücher gelesen und dennoch bin ich noch ein anfänger. aber ich habe viel dazu gelernt und wie ich feststellen durfte, mir viel zeit erspart. was ganz wichtig ist, ist sich selbst gedanken zu machen, denn damit springt man jahre weiter. wenn ich daran denke wo der Martin Krolop beim workshop erzählt hat, welche fehler er jahrelang gemacht hat, die ich schon hinter mir gelassen habe, dann weiß ich das ich am richtigen weg bin. und das war bisher nicht nur einmal so, geht mir öfter so. das heißt nicht das ich annähernd so gut bin, aber ich habe mir ein paar jahre in einigen dingen gespart, weil ich darübe nachgedacht habe und vor allem natürlich auch, weil ich viel gelesen und video trianings gesehen habe.

    aber eines ist fotografie dennoch immer, etwas das mit den jahren reift. weil man einfach erst das auge und den geist schulen muss und das kann man vielleicht mit allem dem etwas beschleunigen, aber quantensprünge kann man dabei nicht machen. leider habe ich nicht mal halb so viel zeit, wie ich gerne hätte.

  26. Ich seh mich selber als Anfänger, und kann dem Text zu 200% nur zustimmen.

    Vor allem – was will ich mit ner Kamera von ein paar 1000 Euro, wenn ich noch nicht mal die Möglichkeiten meiner “Einsteigerkamera” vollständig ausreizen kann?
    Außer angeben?

    Ich selber hab mir drei Dinge angewöhnt, die mir persönlich helfen:
    * Geh mit anderen, gleichgesinnten (auch gerne interessierte Anfänger wie Du) Leuten fotografieren. Vergleicht nach der Tour die Bilder – evtl auch bei ner kleinen Pause zwischendurch. Schaut Euch an, wie das gleiche Motiv wirkt, wenn es auf unterschiedliche Art fotografiert wurde. Was bewirken andere Blickwinkel/Bildausschnitte/Tiefenschärfeebene/Belichtungszeiten?
    Durch den direkten Vergleich kann man vor Ort bereits “rumprobieren”, einen Effekt zu erreichen, den der “Mitfotografierer” (vielleicht auch nur versehentlich) erreicht hat – und schon hat man wieder was gelernt …
    * Keine Bilder übers “Display guggend” löschen, weil sie “nix geworden sind” (ausser man erkennt wirklich garnix). Zuhause in Ruhe über den Bildschirm schauen, und versuchen in Ruhe festzustellen, WARUM und WAS da schief gegangen ist. Hier kann man in Ruhe auch mal die Belichtungszeiten anguggen und mit anderen Bildern vergleichen, die Blende etc. und das eine oder andere daraus lernen – und nicht nur ein misglücktes Bild wegwerfen, ohne zu wissen, warum das Bild nix wurde …
    * Ein Photo, an dem man “stundenlang” mit Photoshop “rumbasteln” muß, damit man zufrieden ist, ist von Anfang an (leider – so weh es tut – aber man muß da ehrlich zu sich sein) mißglückt. Photoshop & Co machen keine guten Bilder – die macht man selber – vor Ort mit der Kamera. Und nicht hinterher in der Bearbeitung …

  27. Mein Rat, wie man schnell besser wird? Ich habe eine andere Technik!

    ‘Fotografiere in Serien’ (überleg’ Dir, was Du zeigen, was Du gestalten oder was Du einfangen willst. Setz’ Dir ein Zeitbudget, das zu Deinem Leben passt, z.B. jeden Tag 30 Minuten, jede Woche 2 Stunden oder jeden Monat einen Tag, und versuche Dich in diesen Zeiten konkret mit Deinem Projekt)

    Dazu gibt es zwei ‘Nebentipps’:

    ‘Bildideen kann man auch zeichnen (oder verbal beschreiben)’. Das hilft, um eine Idee klarer zu fassen, bevor man die Kamera nimmt.

    ‘Bilder gehören auf Papier’. Papierabzüge/-drucke sind etwas unglaublich Wichtiges. Sie verlängern die (eigene) Betrachtungsdauer und provozieren viel mehr Reaktionen von Freunden und von der Familie – also von den Menschen, die zwar vielleicht nicht vom Fach sind, die aber viel wichtiger sind als eine mehr oder weniger anonyme Öffentlichkeit im Netz. Papierbilder machen stolz.

    Und dann noch was:

    Investiere lieber in Gelegenheiten (Urlaube, Reisen, Workshops) als in Ausrüstung.

  28. Es ist gut vor und nach dem Fotografieren zu denken, aber nicht während dessen. Ein gutes Foto kannst Du spüren. Ein gutes Foto ist nah am Thema. Wärme oder Kälte, Gerüche und Gefühle dringen durch die Oberfläche zum Betrachter.

  29. Blogartikel dazu: Equipment Downgrade – because I can! | BlogNotiz.De

  30. Gerade beim Fotografieren lernen ist ja auf echt viel zu achten wie ich gerade lese. Ich habe hier ein Buch von über das fotografieren bei einer Nikon Kamera in der Verlosung wo ich kurz mal reingeschaut habe und echt mit den Ohren schlackern muss, was es da alles gibt.

  31. Ich habe vor einem Jahr mit dem Fotografieren angefangen und habe mir deswegen damals einen der Testsieger der Bridgekameras gekauft weil ich dachte, dass ich mit der Mischung aus Sensor und Objektiv bestens bedient bin.
    Schnell fing in an, an der Kamera zu zweifeln und wollte auf DSLR umsteigen, was aber finanziell nicht möglich war.

    Ich habe in diesem einen Jahr etwa 7000 Fotos gemacht und kann das was du den fragenden Anängern rätst, voll und ganz unterschreiben.
    Es kommt NICHT auf die Kamera an, sondern auf das Motiv.

    Das ist wohl die Hauptaussage, die man als Anfänger wohl nicht versteht / verstehen will.

    Ich habe mir vor kurzem sogar noch eine alte Digicam mit 6MP und fester Verschlusszeit gekauft weil ich auch festgestellt habe, dass es meisst die technisch nicht so hochwertigen Bilder sind, die wirklich faszinieren!