04. November 2021 Lesezeit: ~10 Minuten

Werkstattbuch: Die neuen MacBook Pro 2021

Heute möchte ich mich einfach mal freuen: Auf meinem Schreibtisch steht mit den Abmessungen von 31,26 x 22,12 x 1,55 cm ein Wunderwerk der Technik: Mein neues Fotofachlabor, mein neues Büro, meine neue Kommunikationszentrale und mein neues Archiv für alle geschäftlichen und privaten Vorgänge. Ja, genau, es ist ein MacBook Pro der neuen Generation (2021) mit M1-Pro-Chip. Um es vorwegzunehmen: ein Traum für Fotograf*innen.

Als Apple vor Kurzem auf der Herbst-Keynote die neue Hardware vorgestellt hat, hing ich vor dem Bildschirm wie in meiner wildesten Apple-Freak-Computer-Nerd-Zeit: mit offenem Mund, staunendem Blick und enormer Vorfreude. Dem Computerhersteller aus Cupertino schien wirklich das Unmögliche gelungen zu sein: Performance-Rakete bei gleichzeitig extrem hoher Effizienz, die Rückbesinnung auf alte Tugenden und das Schnüren eines prallen Technologie-Paketes.

Natürlich ist mir als abgebrühter Medienaffiner schon klar, dass hier auch eine gewaltige Marketingmaschine aufgefahren wurde, um Kaufanreize zu schaffen und die Menschen zum Träumen zu verführen. Aber dennoch: Frei erfunden sind all diese Superlative erfahrungsgemäß auch nicht. Trotzdem habe ich dann noch fast eine Woche gebraucht, bis ich bei der Apple-Handlung meines Vertrauens auf den Bestellknopf gedrückt habe. Gewählt habe ich die „zweitkleinste“ Version des 14-Zoll-Gerätes – dieses Mal gemietet und nicht gekauft.

Aufgrund der hohen Nachfrage habe ich mit einem Lieferdatum nicht vor Mitte November gerechnet (in pessimistischen Momenten „hoffentlich noch vor Weihnachten“), aber – oh Wunder – geliefert wurde bereits nach sechs Tagen. Normalerweise kommt so eine Sendung ja immer genau dann an, wenn man absolut keine Zeit hat, auf Fotoproduktion ist oder sonst irgendwie unabkömmlich. Aber auch hier stimmte wieder alles: Der Tag stand zur freien Verfügung und ein dank Feiertag langes Wochenende schloss sich direkt an. Perfekt zum Einrichten, Ausprobieren, Testen und sich freuen!

Da liegt es nun also auf meinem Schreibtisch und verheißt Großartiges. Selten habe ich mich so auf ein neues Werkzeug gefreut.

Technik-Exkurs

Es folgt ein kleiner Exkurs für diejenigen, die die technische Entwicklung im Computerbereich nicht so verfolgen: Warum werden so hohe Erwartungen an die neue Hardware von Apple gestellt? Was ist das Besondere? Und was unterscheidet sich von früheren Upgrades, als neuere Generationen immer nur ein paar Prozent schneller waren als ihre jeweiligen Vorgänger?

In aller Kürze die Antwort: Apple hat es geschafft, die Technologie, die seit Jahren in iPhones und iPads steckt, auf den Desktop zu holen. Es geht dabei im Wesentlichen um eine hochintegrierte Prozessorarchitektur, die extrem schnell ist, extrem gut auf die Bedürfnisse des Apple-Betriebssystems angepasst ist und gleichzeitig mit sehr viel weniger Energie auskommt.

Das heißt: Die Geräte laufen ohne Leistungseinbußen im Akkubetrieb wesentlich länger, werden kaum noch warm und können daher ohne laute Lüfter betrieben werden. Damit verschwinden alle möglichen Kröten, die man bisher schlucken musste: Wollte man maximale Leistung, war die Akkulaufzeit schlecht. Betrieb man die Rechner am Limit, wurde das Arbeiten dank Geräuschkulisse nervig.

Fotograf*innen und Videograf*innen wissen ein Lied davon zu singen, wenn sie nach zwei Stunden intensiver Bildbearbeitung im Akkubetrieb auf dem Trockenen sitzen, wenn der Mac sich permanent die Haare zu föhnen scheint und der heiße Aluminiumblock einem die Oberschenkel verbrennt.

Leistung

Das alles soll mit den neuen MacBook Pro nun der Vergangenheit angehören, alte Gesetze aufgehoben und ein neues Zeitalter des Computings eingeläutet sein. Und nun habe ich Gelegenheit, derlei vollmundige Marketingbehauptungen auf den Prüfstand zu stellen und an der Praxis zu messen.

Trotzdem erst einmal ein paar Eckpunkte. Ja, das muss jetzt einfach sein, ich will knallharte Zahlenwerte sehen! Verglichen habe ich daher mein nagelneues 14-Zoll-MacBook (16 GB RAM, 1 TB SSD) mit meinem MacBook Pro von 2017 und meinem gut ausgestatteten und ziemlich aufgemotzten Mac Pro von 2012. Ich mache jetzt keinen „wissenschaftlichen“ Vergleich, aber wenn synthetische Benchmark-Programme Testwerte ausgeben, die im Bereich fünf- bis sechsmal (!) so hoch liegen wie beim Vorgängermodell, dann ist das schon sehr verheißungsvoll.

Also schnell Capture One installiert und einen Praxistest gemacht. 48 recht aufwändig bearbeitete Fujifilm-RAW-Dateien in höchster JPG-Qualität zu exportieren dauerte auf meinem Vorgänger-Laptop geschlagene 6 Minuten und 30 Sekunden (der viel ältere Mac Pro war dank mehr Prozessorkernen etwa doppelt so schnell). Und was liefert mein neues Gerät ab? Der Export der gleichen Daten war nach 59 Sekunden beendet. Wow, das ist ein Statement.

Schnell noch ein bisschen in C1 herumspielen: Alles sehr, sehr zackig, auch die kleinen Nickeligkeiten der Vergangenheit (zum Beispiel verzögerte Anzeige der Ebenenpinsel) spielen keine Rolle mehr. Oder das Arbeiten im Programm, während die Vorschaudateien gerendert werden: Beim älteren Gerät war die Maschine damit praktisch außer Gefecht gesetzt und man konnte mit der eigentlichen Bildbearbeitung nicht anfangen. Das ist Vergangenheit.

Alles läuft superflott nebeneinander. So zackig hat sich das Programm noch nie angefühlt. Mit dem Testen habe ich dann aufgehört. Mehr Kaufbestätigung brauche ich nicht.

Praxis

Performance ist nicht alles, Alltagstauglichkeit ist ein weiteres wichtiges Kriterium. In der Vergangenheit hat sich Apple da bei seinen Laptops leider nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Sie verbauten schlechte und anfällige Tastaturen und reduzierten die Anschlussmöglichkeiten derart radikal, dass man eine Weile gezwungen war, ein ganzes Arsenal von USB-Hubs, Adaptern und Peripheriegeräten mit sich herumzuschleppen.

Auf meinem Vorgängermodell gab es nur zwei Thunderbolt-Anschlüsse und sonst (außer einem analogen Kopfhörerausgang) gar nichts! Und wenn der Mac geladen werden musste, war nur noch ein einziger Anschluss verfügbar. Das hat mich ganz schön genervt und zu allerlei Notlösungen geführt, aber wirklich überzeugend waren diese Workarounds auch nicht.

Das Feedback dazu war offenbar eindeutig, sodass die Innovationsschmiede Apple (die mitunter sehr starrköpfig sein kann) zurückgerudert ist und hat alte Tugenden wiederbelebt hat: Der geniale magnetische MagSafe-Anschluss zum Laden des Gerätes ist wieder da. Thunderbolt-Anschlüsse gibt es auch bei den kleinen Modellen wieder auf beiden Seiten des Laptops (insgesamt drei Stück), eine HDMI-Buchse ist verbaut und – kaum zu glauben! – ein SD-Cardreader ist auch wieder an Bord! Halleluja!

Mein Arsenal an bisher unbedingt erforderlichem Zubehör wird ab sofort auf ein Minimum zusammenschrumpfen. Auf längeren Produktionsreisen brauche ich nur noch den Laptop und ein Ladegerät – keinen externen Cardreader mehr, keinen USB-Hub, keine Adapter!

Und keine potente Powerbank mehr, mit deren Hilfe ich bei meinem „alten“ MacBook die Akku-Laufzeit verlängern konnte. So richtige Langzeiterfahrungen habe ich mit dem neuen Gerät noch nicht, aber bei „gemischtem Betrieb“ (Bildbearbeitung, Office, Internet, Programme installieren usw.) bin ich auf 6 bis 8 Stunden Akkulaufzeit gekommen und das ist für meine Praxisbedürfnisse allemal genug.

Und sonst?

Was interessiert mich als Fotograf noch? Ich habe aus Kostengründen nur 16 GB Arbeitsspeicher gewählt und war etwas im Zweifel, ob das auch zukunftssicher ist. Denn einerseits werden diese 16 GB sowohl von der Grafikkarte als auch vom Prozessor genutzt (also geteilt), andererseits ist die Geschwindigkeit dieses Speichers wohl sehr hoch und die Speicherverwaltung ausgesprochen effizient.

Bisher kann ich sagen: Die von mir gewählte Speicherausstattung ist in meinem Workflow kein Flaschenhals, auch bei aufwändiger Bildbearbeitung und vielen geöffneten Programmen musste nie auch nur ein Byte auf die SSD ausgelagert werden. Wer komplexe Videoprojekte realisiert, braucht aber möglicherweise mehr.

Was auch sehr zum Wohlbefinden in der täglichen Arbeit beiträgt: Die Tastatur ist wieder erstklassig; leise und präzise, ein Genuss, darauf zu schreiben und eine Freude für Mitmenschen in der Bahn, im Restaurant oder wo auch immer man mobil arbeitet.

Und zu guter Letzt etwas, was ich zunächst nicht auf dem Schirm hatte: Die neuen MacBooks haben ein sogenanntes XDR-Display, das eine extrem helle und leuchtstarke Anzeige spezieller Medieninhalte erlaubt, die für besonders kontrastreiche Darstellung ausgelegt sind (solche Filme zum Beispiel). Das sieht auf passender Hardware unglaublich beeindruckend aus und ermöglicht ein Seh-Erlebnis, das ich bisher nicht kannte.

Im Consumer-Bereich gibt es diese HDR-Technologie schon länger bei hochwertigen Fernsehgeräten – jetzt wird diese Technik dank Apple auch auf dem Desktop Verbreitung finden. Ich überlege schon die ganze Zeit, wie man sie für unsere Industriefotografie nutzbar machen könnte, zum Beispiel bei Präsentationen – mal schauen!

Wie gesagt: Das Gerät habe ich dieses Mal nicht gekauft, sondern gemietet. Ich zahle jetzt etwas über 60 € monatlich bei einer dreijährigen Nutzungsdauer. Klar ist: Das wird irgendwann unterm Strich teurer, als wenn ich gleich das Geld in die Hand genommen hätte. Andererseits hat Apple in den vergangenen 12 Monaten ein derartiges Innovationstempo vorgelegt, dass ich mir schon vorstellen könnte – naja, lassen wir das. Jetzt schone ich erst einmal meine Liquidität und freue mich über die Spitzenleistung von heute.

Unterm Strich

Wohlgemerkt: Ich schreibe die ganze Zeit über das zweitkleinste Modell: 14 Zoll Bildschirmdiagonale, 1 TB SSD, 16 GB RAM, 10 CPU-Kerne, 16 GPU-Kerne. Da geht aber noch einiges mehr: Mehr Zoll, mehr Kerne, mehr Speicher, schnellere Bandbreite im Datenhandling. Aber für mich und meine Einsatzgebiete bleiben keine Wünsche offen.

Apple ist die Quadratur des Kreises wirklich gelungen und hat ein in meinen Augen konkurrenzloses Technikpaket geschnürt, das allerdings auch gutes Geld kostet. Billig waren Macs noch nie, andererseits ist für die Gesamtheit dessen, was jetzt in diesen Kisten steckt, das Prädikat „preis-wert“ durchaus angemessen.

Halt, ein Wunsch bleibt doch offen: Es wäre cool gewesen, wenn Apple auch noch einen herkömmlichen USB-A-Anschluss verbaut hätte. Zum Beispiel für den USB-Stick unserer Grafikerin. Oder für das direkte Anschließen älterer externer Festplatten, Audiokomponenten oder ähnliches. Aber so weit zurückgehen wollten sie dann doch nicht, die starrköpfigen Fortschrittsgläubigen in Cupertino. Schade, aber nicht zu ändern. Mit dem letzten jetzt immer noch nötigen Adapter werde ich wohl weiterhin leben müssen.

Ähnliche Artikel

14 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Um bei den Fakten zu bleiben: Ein MacBook Pro kostet aktuell 2.749 Euro (*)
    Das macht auf 36 Monate verteilt 76,36 Euro.

    Zum Vergleich: Ich habe für meinen Laptop 900 Euro bezahlt. Sony Vaio Pro 13, 120 GB SSD, 4 GB Arbeitsspeicher, i5-4200U CPU (4 Kerne). Das war im Jahr 2013. Der Rechner läuft auf einem stets aktuellen Linux seit acht Jahren, ich nutze ihn täglich und er läuft und läuft und läuft.

    Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussion aufmachen, inwieweit die Preise von Apple ‚preiswert‘ sind. Nur so viel: Vor acht Jahren hat ein vergleichbares Modell von Apple ebenfalls schon mindestens das Doppelte gekostet.

    Vielmehr der Hinweis: Man muss mit diesem Vorgehen nach drei Jahren einen neuen Rechner beschaffen, auch, wenn die Technik noch drei weitere Jahre oder mehr für die angedachten Zwecke reichen würde. Es sollte allen klar sein: Dieses ‚Wegwerf‘-Verhalten beim Konsum von Verbrauchsgütern ist ein wesentlicher Mitgrund für die Erderwärmung.

    Keine Ahnung, ob der Autor Kinder hat. Falls ja würde mich interessieren, wie er ihnen das erklärt.

      • Hallo Christian,

        vielen Dank für den tollen Artikel. Bei mir wäre es auch mal wieder Zeit für ein neues Macbook. Daher habe ich grosses Interesse an ehrlichen Erfahrungsberichten.

        Das man sich auch ein günstigeres Laptop kaufen kann ist klar. Allerdings scheidet Linux bei dem Einsatzgebiet aus vielerlei Gründen aus und wenn es dann ein gut verarbeitetes Windows Gerät mit ähnlicher Ausstattung sein soll, wird es auch nicht unbedingt viel billiger.

        Im Übrigen finde ich Apple Geräte überaus langlebig. Mein Macbook Pro von 2013 mit Intel i7 und 16GB Ram läuft immer noch einwandfrei.. Ich beobachte das auch im Verwandten und Bekanntenkreis. Alte Geräte werden meist an Kinder oder Grosseltern weitergegeben – und es funktioniert!

      • Der Rechner ist nach drei Jahren abbezahlt. Wer halbwegs bei Verstand ist, wird einen solchen Rechner nicht kaufen oder mieten, es sei denn, er bekommt ihn geschenkt.

        Dieses Modell leistet einer Produktion von Rechnern Vorschub, die dann zugunsten immer neuerer Geräte vorzeitig verschrottet (oder verschenkt) werden. Deshalb macht Apple das ja.

      • „allerdings scheidet Linux bei dem Einsatzgebiet aus vielerlei Gründen aus“

        Mit Linux klappt Bildbearbeitung ebensogut wie mit Apple oder Windows. Man muss auf Linux nur nicht die teure Software von Adobe und Konsorten verwenden.

    • Es gibt eine ziemlich preiswerte Alternative von Apple selbst. Das ist der Apple Mini. Kostet keine 1000 EUR, dazu kommt der Bildschirm. Nimmt man einen einfachen Laptop selbst von Apple, vielleicht einen älteren, ist man immer noch günstiger.
      Und ja, ich gebe Peter recht, denn Apple verhindert aktiv Nachhaltigkeit. Das beginnt mit der sozial verträglichen und fairen Herstellung, der geringen Händlermage und dem in der EU aktiv verhindernden Einfluss auf Normung der Ladegeräte. Und geht weiter über zunehmenden Unmöglichkeit, diese Geräte außerhalb von Apple zu reparieren. Unter diesen Gesichtspunkten ist Apple nicht seinen Preis wert.
      Ich arbeite auch mit Apple, aber mit einem ziemlich alten Laptop. Bis er auseinander fällt. Nich reparierbar. Zudem wird ein Mini Mac Einzug halten.
      Ansonsten ist der Apple Hype bei uns im Haus Tabu.

  2. Ich will es offen heraus sagen: Die Beiträge von Christian Ahrens lese ich ausgesprochen gerne. Sie berichten nicht nur, nein, sie beschreiben auch Emotionen und Empfindungen. All das ist für uns Leser*innen anregend und oft auch spannend.

    Doch bei diesem Artikel muss ich leider sagen, dass er mich nicht anspricht. Warum? WEIL ICH KEIN PROFIFOTOGRAF BIN !! Ich bin Amateur – und das mit Leidenschaft und Überzeugung. Der heutige Beitrag bestätigt mich erneut in meiner Meinung, dass sich – seit längerer Zeit schon – auf kwerfeldein viele Artikel an Profis richten, jedoch ganz wenige, wenn überhaupt an uns Amateure.

    Ich benötige als Amateur kein Macbook, dass irgendwelche orgiastische Leistungssteigerungen vorweist. Es nervt allmählich, dass uns Amateuren von Profis bzw. von selbsternannten Profigurus die Mär vom „schneller, weiter, mehr, mehr, etc.“ erzählt wird. Gerade die wenig talentierten „Profifotografen und -fotografinnen“ sind es, die am Wochenende z.B. auf Hochzeiten ihren bildgewordenen Kitsch produzieren (und dafür den Brautpaaren teures Geld aus der Tasche ziehen) und uns in der Woche auf youtube und anderen Kanälen dann weiß machen wollen, wie wichtig dieses oder jenes Equipment wäre oder wie sinnvoll es sei, in RAW, jener wahr gewordenen Gelddruckmaschine mancher Softwareschmieden, zu fotografieren.

    Ich als Amateur brauche keine hochgestochenen Profitips. Genauso wenig wie ich ein sündhaft teures Macbook benötige um meine Bilder für den Hausgebrauch zu bearbeiten. Meine Interessen als Amateur sind andere als die von Profifotografen. Was mir hilft sind solche wunderbaren Beiträge wie jener über Ahrens´ abendliche Fahrt durch das Marschland zwischen Weser und Elbe. Davon bitte mehr!

    Und vielleicht mehr auf die Bedürfnisse von uns Amateur*innen eingehen.

    • „..solche wunderbaren Beiträge wie jener über Ahrens´ abendliche Fahrt durch das Marschland zwischen Weser und Elbe.“

      Tja. Das liegt im Auge des Betrachters. Für den einen sind es wunderbare Beiträge. Und für den anderen sind es Beiträge, die dem Leser unterbelichtete und inhaltlich wie handwerklich anspruchslose Knipsereien als niveauvolle Fotografie andienen wollen, die anmaßenderweise in einem Atemzug mit Meistern ihrer Zunft genannt werden.

      • Hallo Peter,
        ein „Profi“, dem ein 14″-Bildschirm zur Bearbeitung genügt – mehr muss man nicht wissen.
        Ahrena Artikel sind entweder immer verdächtig werblich oder, wie die Abendfahrt, auffällig unterzeichnet.
        Kann man mögen, muss man nicht …
        Danke für deinen Kommentar, der spricht mir aus der Seele.
        Andi

  3. Was hilft mir der Vergleich mit einem MacBook Pro von 2017 und einem Mac Pro von 2012? Wenn hier schon ein Performance Vergleich angestellt wird, dann doch bitte mit einem aktuell erhältlichen MacBook Air und MacBook Pro mit M1 statt M1 Pro Chip.

    Die Preisunterschiede sind gewaltig und gerade für uns Amateure, die eine solche Anschaffung im Gegensatz zu einem Selbständigen nicht steuerlich ansetzen können, wären dies durchaus interessante Alternativen. Der Unterschied zwischen einem 13“ und 14“ Display sollte hier nicht ausschlaggebend sein.

    Ansonsten gebe ich einigen Kommentatoren durchaus Recht: Apple ist in vielen Bereichen nicht der Vorreiter für Nachhaltigkeit. Darüber hilft leider das Greenwashing der Apple Marketingmaschinerie nicht hinweg.

    Trotz iPhone und einem iPad Pro bleibe ich bei Windows. Hier habe ich durchaus mehr Alternativen und selbst mit deutlich älterer Hardware läuft ein Windows 10 noch stabil.

  4. Fotografie ist Materialschlacht.

    Vor allen Dingen für den Profi, dessen Kunde erwartet, dass er seine Ware (Bilder) mindesetns so schnell bekommt wie bei der Konkurrenz. Und darum geht es ja wohl. Um Schnelligkeit und darum, dass der Fotograf mehr bearbeiten kann, um entweder mehr Zeit zu haben oder mehr Bilder machen zu können.

    Die Forderung nach Nachhaltigkeit kann hier nur vom Kunden selber kommen oder von der Politik, die dann Regeln für alle macht. Topmodelle zum Grundpreis für alle, bei der man per Update zusätzliche Funktionen freischalten kann.

    Wer da als Amateur aber mitmacht und sich mit gut gefülltem Geldbeutel stets das neueste Modell kauft, hat m.E. was nicht ganz richtig verstanden. Ca. 0,1 Prozent der Amateure brauchen bspw. eine Kamera und das dazugehörige Equipment, um einen braunen Bären im dunklen Wald abzulichten. :) Wobei, ich kaufe dann gerne die gebrauchten Sachen vier, fünf Jahre später für einen Bruchteil des Preises. Für gefühlte 99% der Amateure ist gebrauchtes Equipment aus diesem Zeitraum wohl ausreichend.

    • Hi,

      zum Thema „Materialschlacht“: Bei mir ist Fotografie das eher nicht. Ich muss nicht die größte Auflösung haben oder der erste, schnellste usw. sein, der sein Foto abliefert.

      Aber natürlich interessieren mich Geräte, deren „Über-alles-Workflow“ einfach geschmeidiger, praxisgerechter und dynamischer ist. Das fängt bei den wieder vielseitigen Anschlüssen an, geht über die lange Akkulaufzeit und hört bei der Geschwindigkeit von RAW-Exporten noch lange nicht auf.

      Zum Thema Nachhaltigkeit: die Geräte, die abgelöst werden, werden ja keineswegs weggeschmissen. Sie finden einen neuen Besitzer, der sich darüber freut und für den diese Maschine eine Erweiterung seiner Möglichkeiten darstellt.

      Im Regal steht bei mir auch ein voll funktionsfähiges Macbook Pro von 2013 – das tut jetzt als Musik- und Medienserver seinen Dienst, und ich freue mich jeden Tag daran.

      VG
      Christian

      • Ich finde Deine Einstellung vollkommen in Ordnung. Solange die Dinge weiter benutzt werden, ist gegen einen Neukauf vom Standpunkt der Nachhaltigkeit nichts einzuwenden. Allerdings stören mich zwei Dinge:

        1.) Es landen immer noch viel zu viele elektronsche Geräte, die eigentlich noch ihren Zweck erfüllen würden, auf dem Elektroschrott. Fotografie ist bestimmt hier ein Nebenschauplatz, aber wer sich ständig ohne technische Notwendigkeit neues Fotoequipment kauft, wird dies wahrscheinlich auch in anderen Sektoren so tun. Ein Lösungsansatz wäre bespw., Geräte mit maximaler Hardwareausstattung softwaremässig gegen Entgelt nachzurüsten. Panasonic hat das z.B. mit der G9 so gemacht. Bestimmte Videofunktionen kann man nachkaufen per Update. So könnte man dieses „MK2“ Dilemma effizient lösen. Einerseits als Umsatz für den Hersteller, andererseits technische Neuerung für den technikaffinen Benutzer. Und die Umwelt profitiert davon.

        2.) Bessere Reparatur- bzw. Nachrüstmöglichkeit. Bei einem Notebook kann ich, im Gegensatz zu einem Desktop, nur die Festplatte und den Arbeitsspeicher nachrüsten. Motherboard, GPU und CPU sind meistens eine Einheit und wirtschaftlich bzw. auch meistens technisch ist eine Erweiterung nicht möglich. Ebenso müsste das Vorgehen der Hersteller, Reparaturpauschalen jenseits des aktuellen Wertes anzubieten, unterbunden werden. Ein Flachbandkabel auszutauschen ist für einen geübten Techniker, der sich mit dem Equipment auskennt, eine Sache von 10 Minuten. Hierfür 163,€ zu verlangen bedeutet quasi, den Kunden zum Neukauf zu zwingen.

        Bevor nun manch einer von „Umweltdiktatur“ redet, sollte man bedenken, dass es ein „Weiter so“ sowieso nicht geben wird und geben kann.
        -> Momentan steigen die Chippreise ins Unermessliche.
        -> Es gibt eigentlich kaum noch für den Massenmarkt taugliche wirkliche Neuerungen.
        Wer braucht bzw. kann sich 8K mit all den Folgekosten leisten, die dann auf den Fotografen bzw. Videografen zukommen? Wer kann und will sich sich Workstations und Kameras in diesem Preissegment noch leisten?

        Je eher die Industrie neue Wertschöpfungsketten schafft und der Kunde das auch akzeptiert, umso kleiner wird der Schaden für alle sein. Kobalt, Zinn, Tantal, Wolfram und Gold wird es nicht für unbegrenzte Zeit zu Schleuderpreisen mehr geben.

        VG Michael