26. Mai 2021 Lesezeit: ~7 Minuten
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Ist Instagram ein sinnvolles Marketingwerkzeug?
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Ist Instagram ein sinnvolles Marketingwerkzeug?

Wer beruflich fotografiert, weiß, dass auf den Auslöser zu drücken nur ein sehr kleiner Teil der Arbeit ist. Einen weiteren großen Teil bilden Marketing und Akquise. Und dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dass eine gut gemachte Webseite mit überzeugenden Bildern ein wichtiges Werkzeug ist, wird niemand bestreiten. Aber wie steht es um einen Instagram-Account? Braucht man den? Lohnt sich all die Arbeit, die man damit hat?

Denn eins ist klar: Instagram ist Arbeit. Wer denkt, es reicht aus, regelmäßig Fotos hochzuladen, wird schnell enttäuscht sein. Instagram ist ein komplexes System, das man erst erlernen muss. Und das man vor allem oft und vielfältig nutzen muss, damit der Algorithmus einen dafür dann auch mit einer großen Reichweite belohnt.

Das bedeutet: Den Feed mit Fotos füttern, passende Bildbeschreibungen und Hashtags finden, Menschen und Firmen erwähnen, zusätzliche Geschichten in den Stories teilen, im Bestfall noch die neuen Reels nutzen und natürlich in die Kommunikation gehen. Nachrichten und Kommentare schreiben, Fragen stellen, Umfragen machen – Instagram kann viel und will viel. Wer keinen Spaß oder vielleicht sogar eine Abneigung gegen Instagram hat, sollte vielleicht lieber auf diese ganze Arbeit verzichten. Ein ungepflegter, veralteter Account kann nach außen hin kontraproduktiv wirken.

Und es kann durchaus sein, dass Euer Instagram-Account in der Googlesuche vor Eurer Webseite angezeigt wird. Sucht dann eine Person nach Euch und sieht, dass der letzte Beitrag auf Instagram Monate zurückliegt, geht sie vielleicht lieber zur Kollegin. Der Account muss ansprechend wirken, um als Werbung zu funktionieren. Keinen Instagram-Account zu haben ist für das Marketing besser als ein ungepflegt wirkender Account.

Aber kommen wir von der Theorie zu Praxis und damit zur Ausgangsfrage: Funktioniert Instagram als Marketingwerkzeug? Um das herauszufinden, habe ich Berufsfotograf*innen nach ihren Erfahrungen gefragt. Hier kommen ihre Antworten:

Elena Zaucke

Moin, mein Name ist Elena Zaucke. Ich bin hauptsächlich Schauspieler- und Businessfotografin aus Hamburg. Ich bin 34 Jahre alt und finde das Alter wichtig zu erwähnen, weil jede Generation im Regelfall ganz unterschiedlich oder ganz eigen mit dem Thema Instagram umgeht.

Meine Aufträge werden zu mehr als 90 % über Instagram generiert. Ich bin hauptsächlich Schauspielerfotografin, das heißt: Meine Schauspieler*innen sind fast immer auf Instagram, teilen die Bilder, die wir zusammen gemacht haben. Das sehen meine neuen Kund*innen und so generiert sich dann der neue Auftrag. Aber auch die letzten Business-Aufträge habe ich über Instagram bekommen. Das heißt, auch die ganzen Schauspieler*innen haben Bekannte, die keine Schauspieler*innen sind und eventuell im Marketing irgendwo arbeiten. Die letzten Shootings, sei das einmal in der Pflegebranche ein Businessshoot, in einem Marketingbüro, eine Anwaltskanzlei und so weiter haben alle meine Fotos gesehen, für gut befunden und mich dann auch direkt über Instagram angeschrieben. Da würde ich sagen, ist Instagram der größte Förderer meines Businesses.

Christian Ahrens

Mein Name ist Christian Ahrens, ich bin Industrie-, Technologie- und Wissenschaftsfotograf in Köln zusammen mit meiner Geschäftspartnerin Silvia Steinbach und zum Thema Instagram und Akquise ist unsere Position und Erfahrung diese: Wir finden, dass Instagram sehr gut geeignet ist, um zu bestehenden Kontakten und Kundschaft die Nähe zu halten und die Kommunikationslinien weiter zu pflegen. Man erfährt auf diese Weise auch sehr gut, was die Kundschaft selbst postet, was ihnen wichtig ist und welche Themen sie gerade bespielen. Umgekehrt nehmen sie uns auch ein wenig war. Wir können Bilder zeigen, auf aktuelle Projekte hinweisen und so weiter.

Letztendlich dient Instagram uns dazu, im Gedächtnis zu bleiben und in Erinnerung zu bringen. Man kann natürlich auch nett und niederschwellig selbst aktiv kommunizieren, Beiträge der Kundschaft kommentieren, zum Geburtstag gratulieren und so weiter. Dafür halte ich die sozialen Medien für sehr geeignet. Wir benutzen dafür Instagram, Facebook, Xing und LinkedIn.

Melina Mörsdorf

Mein Name ist Melina Mörsdorf, ich komme aus Hamburg und fotografiere Portraits und Reportagen fürs Editorial. Ich denke, dass Instagram ein sehr wichtiges Werkzeug für Akquise und Netzwerken ist, zumindest ist es bei mir so. Ich habe gerade heute erst wieder eine Jobanfrage bekommen, die ohne Instagram so sicher nicht zustande gekommen wäre.

Ich denke, dass es deshalb ein wichtiges Werkzeug ist, weil es die Möglichkeit bietet, neben der reinen Präsentation von Aufträgen und Serien, an denen man arbeitet, auch essayistische Einblicke in das Leben und die Persönlichkeit der fotografierenden Person zu geben.

Sapna Richter

Hi, mein Name ist Sapna Richter, ich wohne in München und bin jetzt seit knapp drei Jahren selbstständige Fotografin. Ich fotografiere Frauen, die auch selbstständig sind. Dementsprechend fotografiere ich Businessportraits, Personal-Branding-Fotos für die Webseite und soziale Medien. Mit Instagram habe ich 2018 angefangen und seitdem ich dort regelmäßig poste, bekomme ich auch regelmäßig Anfragen und dadurch entstehen auch Jobs.

Von daher finde ich, dass Instagram ein super Tool, was ich beruflich und auch privat nutze. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich auch gern etwas Privates über die Person erfahren kann, das mir die Person auch sympathisch ist. Ich vernetze mich dort auch gern, habe schon tolle Menschen kennengelernt. Und Aufträge kommen auch zustande, von daher finde ich es super auch für meine Arbeiten.

Ich bin der Meinung, dass man schon auf einer Social-Media-Plattform präsent sein sollte. Das muss nicht Instagram sein. Ich finde wichtig, dass es einem Spaß macht, denn ich denke, die Leute merken, wenn da jemand postet und die Person eigentlich gar keinen Bock darauf hat.

Was nehmen wir aus den Erfahrungen mit? Instagram kann, richtig eingesetzt, ein gutes Werkzeug für Marketing und Akquise sein. Nicht nur für B2C-, sondern auch für B2B-Kundschaft. Ob man es wirklich braucht, ist am Ende aber doch sehr individuell. Wenn die Aufträge nur so reinkommen und man kaum noch Kapazitäten hat – super. Dann läuft es vielleicht schon ganz ohne soziale Medien. Wenn man aber noch Ressourcen hat, kann Instagram dem eigenen Business durchaus helfen.

Wir hoffen, dass wir Euch mit dieser Folge wieder eine gute Antwort auf eine mehrfach gestellte Frage geben konnten. Und wenn jetzt noch Fragen offen sind, dann schreibt uns doch gern an: kk@kwerfeldein.de. In diesem Sinne: Nächste Frage bitte!

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7 Kommentare

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  1. Die Begeisterung aus den geschilderten Erfahrungen mit instagram ist nicht zu übersehen.
    Fast ein wenig unheimlich erscheint es mir, dass ausschließlich positiv berichtet wird.
    So gesehen ein klein wenig zu unausgeglichen die Auswahl(?) der Antworten.
    Allerdings auch fantastisch, wenn instagram tatsächlich so toll beim Gelderwerb behilflich ist.
    Kommt für mich definitiv zu spät…

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!

    armin

  2. Ab sofort werde ich keine Bilder mehr auf Instagram posten. Und auch meinen Account habe ich komplett gelöscht. Warum?

    Instagram gehört zur Facebook Gruppe und nachdem ich erfahren habe, dass sämtliche Bilder, die ich auf Instagram gepostet habe, ohne meine Zustimmung verbreitet, modifiziert, kopiert und öffentlich vorgeführt werden dürfen, habe ich mich entschlossen, den Account zu löschen. Laut AGB’s gewährt man Instagram/Facebook eine zeitlich begrenzte und welweit gültige Lizenz seiner Bilder. So können im ungünstigsten Fall meine Bilder verkauft oder für Werbung, etc. verwendet werden. Ein einfaches Löschen der Bilder genügt leider nicht, denn auch in diesem Fall bleiben die Bilder für die Betreiber verfügbar. Nur eine Löschung des Accounts entzieht sozusagen Instagram/Facebook die Rechte.

    Daher “Ciao Instagram”!

  3. Instagram ist schon gutes Marketinginstrument im Rahmen der Werbemaßnahmen und ein gutes Medium um Kontakte zu knüpfen/sein Netzwerk aufzubauen – generell, aber auch idealerweise für Fotografen.

    Herzliche Grüße
    Robert

    • Das mag sein, allerdings nur wenn man die Anmerkungen von Andre (s. oben) bzw, die Nutzungsbedingungen von instagram in den Wind schlägt!

      Schönes Wochenende, vielleicht mal einfach „analog“!