08. April 2021 Lesezeit: ~3 Minuten
kwerfeldein – Podcasts
Wie wird eine Galerie auf mich aufmerksam?
/

Wie wird eine Galerie auf mich aufmerksam?

Die heutige Frage haben wir nicht nur einmal bekommen. Als Fotograf*in eine Galerie zu finden, ist wohl der Traum vieler. Da wir in der Redaktion nun aber alle selbst fotografieren und zugegeben bisher wenig Galerieerfahrung haben, haben wir sie an einen Experten weitergegeben.

Robert Morat hat seine gleichnamige Galerie im Jahr 2004 in Hamburg gegründet. 2015 ist sie dann nach Berlin-Mitte umgezogen. Die Robert Morat Galerie ist spezialisiert auf neue Positionen in der zeitgenössischen Fotografie. Also der perfekte Gesprächspartner für die Frage.

Robert Morat hat uns schriftlich geantwortet:

Galerien-Künstler-Beziehungen beginnen so wie Freundschaften, auf sehr unterschiedliche Weise. Manchmal wird man einander vorgestellt oder begegnet sich zufällig. Manchmal sprechen die Künstler*innen die Galerie gezielt an, bitten um einen Mappentermin oder laden zu einem Atelierbesuch ein.

Manchmal stößt die Galerie auf einem Festival, einem Akademierundgang oder in einer Gruppenausstellung auf eine neue Position und sucht das Gespräch mit der Künstler*in. Manchmal fällt der Galerie ein neues Fotobuch in die Hände oder sie wird vom Buchhändler des Vertrauens darauf aufmerksam gemacht.

Manchmal besucht ein Künstler oder eine Künstlerin eine Kunstmesse und findet einen klug gehängten Stand, einen besonderen Kontext, in dem die eigene Arbeit gesehen wird und man sucht das Gespräch mit der Galerie – optimaler Weise in den Tagen nach der Messe und nicht vor Ort!

Manchmal rufen Künstler*innen an, die die Galerie bereits vertritt oder ein befreundeter Kurator, eine Kuratorin oder Verleger*in oder Sammler*in empfiehlt eine junge neue Position, die aufgefallen ist. Kurzum: Allen Fotograf*innen, die ich vertrete, bin ich auf sehr unterschiedlichen Wegen begegnet.

Was lernen wir daraus? Oft ist einfach viel Glück dabei, entdeckt zu werden. Es hilft aber auf jeden Fall, selbst aktiv zu werden. Die eigenen Bilder nur auf Instagram zu posten und zu warten und zu hoffen, hilft nicht. Man kann Mappen und Bücher einreichen oder während Ausstellungen in Kontakt treten.

Wichtig ist natürlich auch, sich vorher mit der Galerie auseinanderzusetzen. Eine Galerie, die sich auf neue Positionen in der zeitgenössischen Fotografie spezialisiert hat, wird vielleicht eher weniger mit der dem fünfzigsten austauschbaren Bild der Burg Eltz oder dem Eibsee anfangen können, überspitzt gesagt.

Die eigenen Arbeiten sollten zur Galerie passen. Wild alle Galerien mit Fotografie im Namen anzuschreiben, ist auch kontraproduktiv. Setzt Euch mit den Arbeiten der Galerien auseinander und reflektiert, ob Eure Arbeiten passen. Wir danken Robert Morat für sein Statement und haben zum Schluss noch einen Wunsch an Euch: Nächste Frage, bitte!

Ähnliche Artikel

6 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Eine freundliche und nett gemeinte Anfrage: Wann erscheint bei kwerfeldein eigentlich mal wieder ein Beitrag, der speziell (!!!) auf die Bedürfnisse von uns Hobbyfotografinnen und Hobbyfotografen eingeht?
    Mit hochgeschätztem Gruß
    Bernd Kockerols
    (ein Hobbyfotograf)

    • „Hobbyfotografen“ oder auch „Profis“, diese Grenzen verschwimmen oft.

      Das Thema Galerien finde ich durchaus interessant.

      Vielleicht könnte das sogar noch ausgebaut werden, indem ein paar Galerien und ein paar Künstler, die in Galerien ausstellen, vorgestellt werden.

      Ich selbst wurde einmal von einer Galerie angesprochen, die ich flüchtig kannte. Sie wollten dann aber eher wissen, wie meine Arbeitsweise ist, ob ich in RAW arbeite, und wollten mal eine Datei für einen Probedruck. Ich hatte eigentlich eher erwartet, dass sie sich mit den Inhalten und möglichen Deutungen meiner Fotos beschäftigen. Am Ende verlief das im Sand, es kam zu keiner Zusammenarbeit.