14. März 2018 Lesezeit: ~4 Minuten

Buchtipp: Fotografie als Meditation

Torsten Andreas Hoffmann regt in seinem Buch „Fotografie als Meditation: Eine Reise zur Quelle der Kreativität“ dazu an, mit Hilfe der Zen-Philosophie die innere Kreativität zu finden und authentische Fotos zu machen. Da ich selbst viel meditiere, hat mich das Buch sofort angesprochen.

Ich bin noch nicht auf die Idee gekommen, die Meditation mit der Fotografie zu verbinden, doch Torsten Andreas Hoffmann beschreibt in seinem Buch Schritt für Schritt, wie man die Lehren der Zen-Meditation dazu nutzen kann, einen unvoreingenommenen Blick zu erlangen.

Das Buch beinhaltet nur wenige Informationen zur Fototechnik oder zur Bildgestaltung, dafür aber viele Anregungen für kreative Prozesse. Daher ist es bestens geeignet für Fotograf*innen, die mit der Fototechnik umgehen können und auf der Suche nach neuen kreativen Anstößen oder neuen Stilmitteln sind.

offenes Buch

offenes Buch

Der Autor hat selbst jahrzehntelange Erfahrung in der Meditation und beschreibt in den ersten Kapiteln die Grundgedanken des Buddhismus. Es geht darum, sich frei zu machen von „unnützen“ Gedanken, unvoreingenommen zu sein und sich voll und ganz auf den momentanen Augenblick einzulassen.

Diese Technik bietet eine große Hilfestellung für intuitive und authentische Fotos. Ich habe es selbst schon auf Reisen erlebt, dass ich das Gefühl hatte, aufmerksamer für die Welt zu sein und intuitiv genau im richtigen Moment die Kamera ausgelöst zu haben. Diese Bilder empfand ich immer als sehr ehrlich und auf den Punkt gebracht.

Das Buch bietet hilfreiche Tipps, sich bewusst in diesen wachsamen Zustand zu begeben. Torsten Andreas Hoffmann geht ebenfalls auf den Unterschied zwischen meditativen Fotos und Fotos, die in einem meditativen Geisteszustand entstanden sind, ein. Es geht in dem Fall nicht darum, Fotos zu machen, die gemeinhin als meditativ wahrgenommen werden, sondern darum, Fotos mit Tiefe und echten Gefühlen zu erstellen. Kitschige und verklärte Fotos sollen dabei vermieden werden. Die Abbildung der Wahrhaftigkeit und das Erfahren der Welt durch die Kamera steht im Vordergrund.

Er geht in den einzelnen Kapiteln kurz auf verschiedene Arten von Fotografie ein. Von Straßenfotografie über Lost Places und Landschaftsfotografie – überall lässt sich die meditative Praxis der Fotografie anwenden. Dies hat mir besonders gefallen, da es zeigt, dass man meditative Bilder in jeder Art der Fotografie machen kann. Ob man lieber Architektur oder Landschaften fotografiert oder ganz abstrakte Fotos macht, für jede*n sollte ein Kapitel dabei sein, das einem neue Denkanstößen gibt.

offenes Buch

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In den letzten Kapiteln gibt der Autor eine ganz konkrete Anleitung, wie es aussehen kann, wenn man seine Methode anwendet. Von der Vorbereitung, einer kleinen Meditationsübung, über einen Ausflug zu einem Ort, der sich dazu eignet, für eine Zeitlang die Welt um sich herum zu vergessen und unvoreingenommen zu fotografieren, bis hin zur anschließenden Sichtung und Bewertung der entstandenen Fotos.

Nach dem Lesen des Buches habe ich mich selbst oft dabei erwischt, wie ich große Lust hatte, mit der Kamera bepackt loszuziehen und die Welt fotografisch neu zu entdecken. Es regt dazu an, festgefahrene Muster zu verlassen und sein eigenes kreatives Selbst neu zu ergründen.

Das Buch hat ein schön großes Format und ist recht schwer, allerdings sind die Kapitel übersichtlich und kurz, sodass man als Leser*in einen kurzen Einblick in die verschiedenen Thematiken bekommt, ohne überfordert zu werden. Nach jedem Kapitel zeigt der Autor einige Beispiele aus seiner eigenen Arbeit, die das Geschriebene verdeutlichen.

Informationen zum Buch

Fotografie als Meditation: Eine Reise zur Quelle der Kreativität
Sprache: Deutsch
Einband: Gebunden
Seiten: 298
Maße: 20,4 x 25,4 cm
Verlag: dpunkt.verlag GmbH

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4 Kommentare

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  1. Vielen Dank für die Kurzrezension. Ich habe schon einige Male virtuell vor dem Buch gestanden und sogar das Buch schon einmal im Warenkorb gehabt – mich allerdings doch dagegen entschieden. Trotzdem übt der Titel immer wieder eine Faszination aus. Die kurze Rezension hat mich allerdings bekräftigt: Keine Kaufentscheidung.
    Zitat: „sodass man als Leser* einen kurzen Einblick in die verschiedenen Thematiken bekommt, ohne überfordert zu werden.“ Wenn ich die Technik schon beherrsche und das scheint ja die Zielgruppe zu sein, dann weiß ich nicht, was für mich noch überfordernd sein soll. Ein bisschen Anspruch muss schon sein – gerade wenn hier der Zen-Buddhismus als intellektueller Bezugspunkt angeführt wird.

    Viele Grüße
    Wilhelm

  2. Mich schreckt das Cover ab. „Meditation“ und Reduzieren auf das Wesentliche finde ich erstrebenswert, aber eine Wüstenlandschaft ist ja schon an sich extrem reduziert, und wenn ich sie mit blauem Himmel anreichere, ist das in meinen Augen das Gegenteil von dem, was ich erreichen will.
    Wenn ich meditieren will, nehme ich mir lieber ein Buch von Saul Leiter oder Ernst Haas oder Gueorgui Pinkhassov und fange an zu träumen.

    „Meditationstechniken für Fotograf*înnen“ von Thomas Ludwig, was unten verlinkt ist, fand ich interessanter. Da sein e-Book kostenlos ist, ist das auf jeden Fall ein sehr guter Start.

  3. Ich habe das Buch! Allerdings noch in der 1. Auflage

    Mir gefällt das Buch es gibt wie oben schon beschrieben, Denkanstöße und macht Vorschläge wie man sich besser konzentrieren bzw. Fokussieren kann. Und gibt einen Leitfaden an der Hand wie bessere Bilder entstehen könnten. Es bewirkt leider keine Wunder :-) ich konnte für mich den einen oder anderen guten Tipps herrausziehen. Von daher für mich ein gutes Buch.