Abstrakte Landschaft aus Gelb und Violett.
25. März 2016 Lesezeit: ~4 Minuten

Aktion: Raus aus dem Kreatief! Teil 9

Im letzten Juli haben wir die Aktion „Raus aus dem Kreatief“ gestartet, die Euch Anregungen gibt, fotografisch neue Ansätze zu entdecken, die eigenen Arbeiten zu reflektieren und mit Techniken im Spannungsfeld zwischen Zufall und Selbsterkenntnis den eigenen Stil zu verfeinern – oder auch umzuwerfen und neu anzusetzen.

Ein Jahr lang gibt es für jeden Monat einen Vorschlag, wie Du eine neue Perspektive auf Deine Fotos bekommen, neue Methoden ausprobieren oder über Deine bisherigen Arbeiten reflektieren kannst. Sie sind einfach aufgebaut, sodass jeder daraus mitnehmen kann, was ihm oder ihr gefällt.

Die Regeln: Die Projekte veröffentlichen wir jeweils am Ende eines Monats für den folgenden. Du darfst nur innerhalb des jeweiligen Monats am Projekt arbeiten. Nicht davor, nicht danach. Du kannst natürlich schon einmal Deinen Kopf mit dem neuen Projekt füttern und Dein Unterbewusstsein daran arbeiten lassen, bevor es los geht.

Du kannst Dir für das Projekt einen einzigen Tag Zeit nehmen oder den ganzen Monat. Lege am Ende des letzten Monats fest, wie viel Zeit Du wann in das nächste Projekt investierst. Wenn Dir das Projekt zu einfach vorkommt: Erfinde mehrere Varianten davon und führe es im Monat mehrfach durch, so unterschiedlich wie möglich.

Mach nicht das, was Du immer machst. Brich Deine eigenen Regeln, verlasse Deinen Stil und am besten auch Dein Genre. Erstelle etwas, von dem die, die Dich kennen, überrascht wären, dass es von Dir ist. Fang neu an und mach es schwieriger, wenn Du während eines Projektes merkst, dass es Dir leicht fällt, es umzusetzen.

Mach die Projekte nicht, um die Ergebnisse zu veröffentlichen. Mach die Projekte unter der Bedingung, dass Du die Ergebnisse nicht zeigst. Der Prozess allein zählt. Und Deine Gedanken dabei. Und Deine Gedanken danach. Wenn Du möchtest, schreib sie auf, wenn Du mit einem Projekt fertig bist. Lege sie zusammen mit Deinen Ergebnissen weg und schaue beides erst nach Wochen wieder an.
 

Projekt #09 für April 2016

Wähle eines Deiner Lieblingsbücher aus und verarbeite es fotografisch. Überlege dabei, was möglich ist: Wie viel Zeit kannst Du in das Projekt investieren? Welche Ressourcen, vielleicht auch Personen stehen Dir für die Umsetzung zur Verfügung? Wo kannst Du räumlich passende Aufnahmen machen? Kannst Du passende Requisiten auftreiben?

Überlege auch vom Buch ausgehend, welche Interpretationen möglich sind: Statt einer exakten Rekonstruktion der Szenen kannst Du genauso gut eine Schlüsselszene als Einzelbild umsetzen. Statt handelnder Personen sieht man vielleicht nur die Orte, an denen die Handlung spielt. Statt Menschen können auch Gegenstände Protagonisten sein.

Arbeite daran, Deine persönlichen Möglichkeiten mit den Interpretationen und verschiedenen Ebenen des Textes in Einklang zu bringen. Analysiere auch Deine eigene Wahrnehmung des Buches: Welche Aspekte sind Dir wichtig bzw. haben Dir immer besonders gefallen? Wo gibt es vielleicht sogar persönliche Bezüge zu Dir oder Deiner Geschichte?

 

Achja: Wir können natürlich nicht kontrollieren, ob Du Dich an die Regeln hältst. Sieh sie als Herausforderungen, an denen Du wachsen kannst und befolge sie. Oder brich sie, wenn Du möchtest. Wenn Du es nicht lassen kannst, zeig uns Deine Bilder. Oder schreib uns auf Facebook, Twitter oder per E-Mail, was das Projekt mit Dir gemacht hat.

Diese Projektserie ist schwerstens inspiriert von „Creative Block“ und erscheint mit freundlicher Genehmigung der „neidischen Kuratorin“ Danielle Krysa.

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2 Kommentare

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  1. Zufällig arbeite ich seit Sonntag an so was. Es wird keine 1:1 Umsetzung der Romanhandlung, mir geht es mehr darum die Stimmung des Buches umzusetzen. Da zwischen mir und der Story 80 Jahre und der Atlantik liegen, läßt sich natürlich einiges nicht so ohne weiteres ablichten. Und inszenierte Fotografie ist nicht so mein Ding, deshalb arbeite ich mit Landschaftsaufnahmen, Stilleben und Details. Die Helden der Geschichte sollen auch kein konkretes Gesicht bekommen. Im Grunde sollen die Bilder eine Übersetzung in die heutige Zeit und in die schwäbische Provinz sein. Dabei klebe ich nicht an der Story sondern weiche auch mal davon ab, also eine andere Sichtweise bzw. Ergänzung des Romans in Form von fotografischen Buchillustrationen.

    Ob da am Ende tatsächlich was brauchbares raus kommt steht noch in den Sternen. Ich sehe natürlich die Gefahr, dass es keine eigenständige Arbeit wird, man ohne den Zusammenhang zu kennen nur eine belanglose Ansammlung von Einzelbildern erkennt.