Abstrakte Landschaft aus Gelb und Violett.
29. Januar 2016 Lesezeit: ~4 Minuten

Aktion: Raus aus dem Kreatief! Teil 7

Im letzten Juli haben wir die Aktion „Raus aus dem Kreatief“ gestartet, die Euch Anregungen gibt, fotografisch neue Ansätze zu entdecken, die eigenen Arbeiten zu reflektieren und mit Techniken im Spannungsfeld zwischen Zufall und Selbsterkenntnis den eigenen Stil zu verfeinern – oder auch umzuwerfen und neu anzusetzen.

Ein Jahr lang gibt es für jeden Monat einen Vorschlag, wie Du eine neue Perspektive auf Deine Fotos bekommen, neue Methoden ausprobieren oder über Deine bisherigen Arbeiten reflektieren kannst. Sie sind einfach aufgebaut, sodass jeder daraus mitnehmen kann, was ihm oder ihr gefällt.

Die Regeln: Die Projekte veröffentlichen wir jeweils am Ende eines Monats für den folgenden. Du darfst nur innerhalb des jeweiligen Monats am Projekt arbeiten. Nicht davor, nicht danach. Du kannst natürlich schon einmal Deinen Kopf mit dem neuen Projekt füttern und Dein Unterbewusstsein daran arbeiten lassen, bevor es los geht.

Du kannst Dir für das Projekt einen einzigen Tag Zeit nehmen oder den ganzen Monat. Lege am Ende des letzten Monats fest, wie viel Zeit Du wann in das nächste Projekt investierst. Wenn Dir das Projekt zu einfach vorkommt: Erfinde mehrere Varianten davon und führe es im Monat mehrfach durch, so unterschiedlich wie möglich.

Mach nicht das, was Du immer machst. Brich Deine eigenen Regeln, verlasse Deinen Stil und am besten auch Dein Genre. Erstelle etwas, von dem die, die Dich kennen, überrascht wären, dass es von Dir ist. Fang neu an und mach es schwieriger, wenn Du während eines Projektes merkst, dass es Dir leicht fällt, es umzusetzen.

Mach die Projekte nicht, um die Ergebnisse zu veröffentlichen. Mach die Projekte unter der Bedingung, dass Du die Ergebnisse nicht zeigst. Der Prozess allein zählt. Und Deine Gedanken dabei. Und Deine Gedanken danach. Wenn Du möchtest, schreib sie auf, wenn Du mit einem Projekt fertig bist. Lege sie zusammen mit Deinen Ergebnissen weg und schaue beides erst nach Wochen wieder an.
 

Projekt #07 für Februar 2016

Habe mindestens einen Tag lang Deine Kamera immer dabei. Wie immer tut’s auch die Smartphonekamera, wenn Deine übliche zu schwer oder klobig ist. Fotografiere den ganzen Tag lang alles, was Dich anspricht oder inspiriert, woran Dein Blick hängen bleibt.

Denke dabei nicht in „Kunstwerken“, sondern versuche, so weit wie möglich die Beachtung von Regeln für Motive und Gestaltung abzulegen. Das heißt nicht, Deine fotografische Intuition auszuhebeln, aber sobald Du Dich dabei ertappst, etwas doch nicht fotografieren zu wollen, weil es langweilig sein könnte, fotografiere es trotzdem.

Wenn Du merkst, dass Du beginnst, Dein Motiv zu komponieren, geh zurück zu dem, was Du ursprünglich gesehen hast. Reduziere Dein Fotografieren auf das Abbilden von genau dem, was Deine Aufmerksamkeit erregt hat. Schneide nichts ab, was dazu gehört, nimm nichts dazu, nur weil es der Bildkomposition entgegen kommen würde.

Analysiere am Ende des Tages oder am nächsten Tag Deine Sammlung: Welche Motive kommen gehäuft vor? Schaust Du eher auf Details oder auf Szenen? Was zieht Dich an? Formen, Farben, Kontraste? Stelle Deine Erkenntnisse dann Deinem bisherigen fotografischen Werk gegenüber: Welche Inspirationen tauchen auch dort regelmäßig auf, welche fehlen? Überlege: Wie kannst Du das, was noch fehlt, einbinden?

Gern kannst Du das Projekt mehrfach durchführen und so weitere Variationen in Deinen Einflüssen untersuchen: An einem Tag zuhause, an einem Tag bei Freunden, einem Tag auf Reisen, beim Einkaufen…

 

Achja: Wir können natürlich nicht kontrollieren, ob Du Dich an die Regeln hältst. Sieh sie als Herausforderungen, an denen Du wachsen kannst und befolge sie. Oder brich sie, wenn Du möchtest. Wenn Du es nicht lassen kannst, zeig uns Deine Bilder. Oder schreib uns auf Facebook, Twitter oder per E-Mail, was das Projekt mit Dir gemacht hat.

Diese Projektserie ist schwerstens inspiriert von „Creative Block“* und erscheint mit freundlicher Genehmigung der „neidischen Kuratorin“ Danielle Krysa.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Du darüber etwas kaufst, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Du zahlst aber keinen Cent mehr.

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