Abstrakte Landschaft aus Gelb und Violett.
30. Oktober 2015 Lesezeit: ~4 Minuten

Aktion: Raus aus dem Kreatief! Teil 4

Im Juli haben wir die Aktion „Raus aus dem Kreatief“ gestartet, die Euch Anregungen gibt, fotografisch neue Ansätze zu entdecken, die eigenen Arbeiten zu reflektieren und mit Techniken im Spannungsfeld zwischen Zufall und Selbsterkenntnis den eigenen Stil zu verfeinern – oder auch umzuwerfen und neu anzusetzen.

Ein Jahr lang gibt es für jeden Monat einen Vorschlag, wie Du eine neue Perspektive auf Deine Fotos bekommen, neue Methoden ausprobieren oder über Deine bisherigen Arbeiten reflektieren kannst. Sie sind einfach aufgebaut, sodass jeder daraus mitnehmen kann, was ihm oder ihr gefällt.

Die Regeln: Die Projekte veröffentlichen wir jeweils am Ende eines Monats für den folgenden. Du darfst nur innerhalb des jeweiligen Monats am Projekt arbeiten. Nicht davor, nicht danach. Du kannst natürlich schon einmal Deinen Kopf mit dem neuen Projekt füttern und Dein Unterbewusstsein daran arbeiten lassen, bevor es los geht.

Du kannst Dir für das Projekt einen einzigen Tag Zeit nehmen oder den ganzen Monat. Lege am Ende des letzten Monats fest, wie viel Zeit Du wann in das nächste Projekt investierst. Wenn Dir das Projekt zu einfach vorkommt: Erfinde mehrere Varianten davon und führe es im Monat mehrfach durch, so unterschiedlich wie möglich.

Mach nicht das, was Du immer machst. Brich Deine eigenen Regeln, verlasse Deinen Stil und am besten auch Dein Genre. Erstelle etwas, von dem die, die Dich kennen, überrascht wären, dass es von Dir ist. Fang neu an und mach es schwieriger, wenn Du während eines Projektes merkst, dass es Dir leicht fällt, es umzusetzen.

Mach die Projekte nicht, um die Ergebnisse zu veröffentlichen. Mach die Projekte unter der Bedingung, dass Du die Ergebnisse nicht zeigst. Der Prozess allein zählt. Und Deine Gedanken dabei. Und Deine Gedanken danach. Wenn Du möchtest, schreib sie auf, wenn Du mit einem Projekt fertig bist. Lege sie zusammen mit Deinen Ergebnissen weg und schaue beides erst nach Wochen wieder an.
 

Projekt #04 für November 2015

Für die voraussichtlich triste, kalte und vielleicht regnerische Zeit gibt es ein Projekt, das sich mit der eigenen Wohnung beschäftigt und auch komplett dort im Warmen durchführen lässt: Wähle für das Projekt einen Schrank, eine Schublade oder einen anderen Behälter mit Dingen von Dir aus.

Der Koffer mit Krimskrams unter dem Bett oder im Keller ist ebenso geeignet wie Dein Badezimmerschrank. Natürlich darfst Du nichts zusammenstellen, sondern musst ein vorhandenes Sammelsurium verwenden. Umso seltsamer, persönlicher, alltäglicher oder unterschiedlicher die Gegenstände sind, desto interessanter wird es natürlich, denn: Portraitiere sie alle.

Überlege Dir ein formales Konzept für Deine Portraitserie. Einzeln als cleanes Produktfoto? In Gruppen oder zu Paaren kombiniert? Feinstens ausbalanciert zu einem Gebilde aufgetürmt? Wenn Du alles verworfen oder ausprobiert hast, was Dir auf die Schnelle eingefallen ist, zwinge Dich, noch weitere, möglichst ungewöhnliche, aber spannende Konzepte zu finden und sie umzusetzen.

Wie immer gilt: Mach es Dir selbst schwer. Wenn Du geübt darin bist, Produktfotos im Studiolicht zu machen, nimm Deinen Kram mit nach draußen und lichte ihn in der Natur ab. Wenn Du sonst mit Unschärfen und Bokeh spielst, stell Blende f/8 ein und arbeite mit einer ebenen Komposition ohne Tiefe. Vorliebe für schwarzweiß? Mach’s bunt. Und andersrum.

 

Achja: Wir können natürlich nicht kontrollieren, ob Du Dich an die Regeln hältst. Sieh sie als Herausforderungen, an denen Du wachsen kannst und befolge sie. Oder brich sie, wenn Du möchtest. Wenn Du es nicht lassen kannst, zeig uns Deine Bilder. Oder schreib uns auf Facebook, Twitter oder per E-Mail, was das Projekt mit Dir gemacht hat.

Diese Projektserie ist schwerstens inspiriert von „Creative Block“* und erscheint mit freundlicher Genehmigung der „neidischen Kuratorin“ Danielle Krysa.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Du darüber etwas kaufst, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Du zahlst aber keinen Cent mehr.

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