07. Mai 2015 Lesezeit: ~9 Minuten

Die junge Fotografie und die Romantik I

In den letzten Jahren tauchen bestimmte Motive immer wieder in der jungen Fotografie auf. Wobei der Begriff „junge Fotografie“ nicht als zu statisch angesehen und überstrapaziert werden sollte. Aber einige dieser Motive, die stark an den Leitgedanken der Romantik erinnern, möchte ich ein wenig mehr beleuchten, da die Häufigkeit ihres Auftauchens und die Reaktionen darauf kontroverser nicht sein könnten.

Doch bevor ich beginne, möchte ich meinen Äußerungen ein Zitat voranstellen, das mich bei der Zusammenstellung der Motive begleitet hat.

In „Liebe, Tod und Teufel – Die schwarze Romantik“* von Mario Praz heißt es in der Einleitung:

Literaturwissenschaft setzt das Vorhandensein einer Kulturgeschichte voraus: der Kulturgeschichte eines bestimmten Lebenskreises sowie eines Einzelwesens. Selbst wenn ein Kunstwerk, dessen Verfasser in Vergessenheit geriet, in die Kulturgeschichte eingegangen ist, so ist doch dieses Kunstwerk ohne den Künstler nicht denkbar. Tendenzen, Motive, Moden, die zu der Zeit des Dichters an der Tagesordnung waren, bilden ein unerlässliches Hilfsmittel zur Deutung seines Werks.

Nun bewegen wir uns natürlich nicht auf den Pfaden der Literaturwissenschaften und auch wissen wir nicht, welches der Bilder unserer Zeit wohl in die Kulturgeschichte eingehen oder für immer verpuffen wird. Aber darum geht es auch nicht. Da ich aber die Fotografie als eine Sprache definiere, die anstatt Worten eben Bilder verwendet, möchte ich genau unter dieser Prämisse, also der festen Verbindung zwischen Werk und Ersteller, die folgenden Bilder betrachten.

Das immer am häufigsten besprochene und diskutierte Motiv bei kwerfeldein ist die junge Frau bzw. das Mädchen und die Natur.

Kritiker spotten nur allzu gern über die Austauschbarkeit des Sujets oder üben sogar Kritik an einer Verzeichnung des Frauenbildes unserer Zeit. Aber betrachten wir es aus Sicht der Romantik, ist es vollkommen legitim und erzählt uns außerdem viel mehr über das Gefühl einer ganzen Generation, wenn wir nur genau hinhören, anstatt zu belächeln.

Mensch und Natur

Wir finden junge Frauen, aber auch Männer, in der Waldestiefe, in Bachläufen, Waldseen, Höhlen oder am Meer. Sie schließen dabei oft ihre Augen oder schauen abwesend in die Ferne, als wollten sie nur lauschen – der Stille in sich selbst oder dem Gespräch der Natur. Jedenfalls ist das das gängige Klischee, wenn die Begriffe Natur und Frau in einem Gespräch auftauchen.

 

Eine Frau mit dem Rücken zu uns sitzt in einem Bachlauf.

Eine Frau im Wasser schaut zu uns.

Tina Sosna

Tina Sosna inszeniert sich in ihren Bildern oft selbst. In den ausgesuchten Bildern schlüpft sie beispielsweise in die Gestalt von Naturgeistern, wie wir sie aus der römischen und griechischen Mythologie kennen. Als Nymphe sitzt sie in einem Bachlauf und sonnt sich oder erhebt sich als unwirkliche Frauengestalt im Morgengrauen oder der Abenddämmerung aus dem See.

Die Natur spielt dabei oft eine große Rolle, da sie mir sehr viel bedeutet und da das der Ort ist, an dem ich mich wirklich heimisch und wohl fühle, wo ich sein kann, wie ich bin. Manchmal spielen auch die von Dir genannten Frauenbilder eine Rolle, indem sie ein wenig Inspiration liefern. Dennoch entsteht das fertige Foto eigentlich immer ganz spontan, da plane ich nicht sehr viel im Vorfeld und lasse mich lieber von der Natur inspirieren.

 

Eine Frau unter einer großen Wurzel.

Eine Frau liegt unter einer Wurzel.

Oben: Rübezahls Tochter; Unten: aus der Serie „Shelter“

Katja Kemnitz

Sie ist aber auch Rückzugs-, Sehnsuchts- und Zufluchtsort, wie die Serie „Shelter“ von Katja Kemnitz zeigt; hier sucht sie Orte im Wald auf, die ihr ein Gefühl von Geborgenheit geben. Sie schreibt:

Ich ziehe viel Inspiration aus der Natur, insbesondere dem Wald. Die Ruhe, die Farben – ich fühle mich dort sehr sicher. Deshalb bin ich auch oft allein im Wald und mache Selbstportraits. Ich genieße den Frieden und die Ruhe um mich herum, vermeide den Blick auf die Uhr und fotografiere einfach. Wenn ich eine schöne Stelle entdecke, dann setze ich mich, betrachte sie eine Weile und überlege, wie ich mich darin darstellen könnte.

Allein bin ich sonst nie mit zwei Kindern, Job und Haushalt. Meine Gedanken sind immer bei Dingen, die ich noch machen, an die ich denken muss. Der Wald ist der Ort, an dem ich abschalten kann. Durch die Selbstportraits gibt es keine Erwartungshaltung eines Modells oder Kunden. Ich mache die Bilder ohne Druck nur für mich. Deshalb hat für mich die Entstehung der Bilder mehr Wert als die fertigen Bilder an sich.

Und Feengeschichten inspirieren mich. Ich liebe kitschige Geschichten mit ihren Stereotypen, wie auch die dunklen und unergründlichen Geschichten.

 

Der Rücken eines Mannes mit blutigen Striemen auf dem Rücken.

Ein Mann im Wald, nackt.

Esthaem

Aber die Natur kann auch als Bedrohung wahrgenommen werden, indem sich die Natur gegen uns stellt oder der Mensch sich unterzuordnen hat. Diese Thematik nimmt der junge Künstler Esthaem in einigen seiner Bilder auf. Er schreibt:

Ich bin der Meinung, dass eine Verbundenheit zur Natur von großer Bedeutung ist, jedoch auch, dass dies bei immer weniger Menschen der Fall ist. Irgendwann holt sie sich jedoch zurück, was ihr gehört – und spätestens nach dem Tod, der in vielen meiner Arbeiten eine prominente Rolle einnimmt, enden wir, in welcher Form auch immer, wieder vereint.

 

© Ines Rehberger

© Ines Rehberger

Ines Rehberger

Ebenfalls wird die Natur für unterschiedliche Seelen- und Gefühlszustände „benutzt“. Wir können in ihr Schutz suchen, aber genauso innere Beschränkungen ausdrücken, wie sie Ines Rehberger in ihren Bilder aufzeigt.

Meine Bilder erzählen meist Geschichten und Gefühle aus meinem eigenen Leben. Meist sind diese dann für andere Augen nicht offensichtlich. Beispielsweise das Mädchen mit den roten Haaren, das sich vom Ufer wegdreht; sie wagt es nicht, aufzustehen und sich noch weiter davon zu entfernen. Es ist der Zwiespalt zwischen Fernweh und der Angst, etwas hinter sich zu lassen, beziehungsweise etwas Neues zu beginnen.

 

Ein Wesen steht hinter einem Baum.

Eine Frau steht im Wald und hat die Augen geschlossen.

Marit Beer

Des Weiteren ist die Natur Ort zum Finden der eigenen inneren Natur:

Ich lasse mich in der Natur leiten. Sobald der Winter sein kaltes Kleid versteckt und die ersten Sonnenstrahlen endlich die Haut wärmen, gehe ich mit Freunden am liebsten in den Wald. Am schönsten ist es immer da, wo sonst keiner ist.

Niemandem begegnen, zu nichts verpflichtet sein und auch nicht „nett Guten Tag sagen“. Einfach dort sein, staunen, das Licht beobachten und wortlos Bilder machen. Und am Ende des Tages das Gefühl mit nach Hause tragen, dass da in mir und dem anderen etwas ist, das mehr ist und nur unter der Schicht aus Erziehung begraben liegt.

Zum Schluss kann die Wahl der Kleidung bzw. Nicht-Kleidung sehr spannend sein. Wenn Kleidung gewählt wird, dann ist es oft ein Rückgriff auf vergangene Epochen, als Kleidung noch wertgeschätzt wurde. Die Bilder wirken dadurch zeitlos und entrückt.

Der nackte Körper ist jedoch die kompromissloseste Wahl, um auszudrücken, worum es in vielen Bildern geht: Das Motiv Natur dient oft als Elysium für den Menschen, als letzte Bastion, die nicht von ihm kontrollierbar ist und der er sich als ihr Geschöpf hingibt.

Damit möchte ich aber vorerst enden. Auf meiner Liste stehen noch weitere Themen, denen ich mich in weiteren Artikeln widmen werde.

Ich habe gemerkt, das es noch viel mehr zu schreiben gäbe und sich mit der Beschäftigung dieses Motivs eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten der Interpretation eröffnet. Wichtig ist mir jedoch, dass die Menschen hinter den Bildern zu Wort kommen und somit zusammengetragen wird, was die Intention ist, solche Bilder zu erstellen.

Aber ich glaube – oder nein, ich weiß auch – dass unsere geneigten Leser diese Gedanken aufgreifen und weiterführen können. Und so ist es auch gedacht. Nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern als Anstoß, bestimmte Bildthemen genauer zu betrachten und so mehr Antworten über uns und unsere Gesellschaft zu erhalten, ohne vorverurteilend zu sein.

Das Motiv beinhaltet noch so viele Fragen, dass es hier schier unmöglich ist, alles zu erfassen und zu beschreiben. Ich freue mich jedenfalls auf andere Standpunkte, damit ich den meinen noch etwas hinzufügen kann. Freuen dürft Ihr Euch jedenfalls schon einmal auf das nächste Thema: Ich werde mich dem Motiv der Transzendenz nähern.

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88 Kommentare

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  1. Also bei aller Liebe, schwülstiger Kitsch bleibt schwülstiger Kitsch, egal ob man sich der Literaturwissenschaft in der Einleitung bedient oder nicht. Nicht falsch verstehen, diese Richtung der Fotografie hat durchaus ihre Berechtigung, aber warum in aller Welt steht niemand zu dem was er macht. Warum muß man auf Teufel komm raus mit akademisch verquasten Phrasen begründen warum man macht was man macht?
    Kitschige Kunst für die, die kitschige Kunst lieben! Das perfektionieren und herauskristallisieren von Stereotypen. Daran ist nichts Schlimmes. Kunst ist meiner Meinung darauf gerichtet Regungen in uns zu erzeugen. Und Kitsch erzeugt Regungen. Wie auch immer diese aussehen mögen. Manch einer mag´s und andere eben nicht.

    Und bei der Gelegenheit noch gleich hinterher: Wer erklärt, solcher Art Fotos „erzählt uns außerdem viel mehr über das Gefühl einer ganzen Generation, wenn wir nur genau hinhören“ war wohl noch nie auf Instagram unterwegs. Allerdings bedient man sich dort auch mehr als genug irgendwelcher Stereotypen. Die funktionieren halt.

    So, genug gemeggert.

    Ganz ansprechend Fotos dabei, wobei die von Frau Rehberger doch ein wenig hervorstechen.

    • Dieser Kommentar bringt es deutlich auf den Punkt. Was mir außerdem auffällt: die Funktion, Gefühle zu transportieren, scheint bei den meisten dieser Bilder deutlich wichtiger zu sein, als das Bild selbst, was man ihnen leider anmerkt. Und der Gefühlstransport scheint auch nicht richtig zu funktionieren, sonst brauchte es nicht so viele Erklärungen dazu.

    • Hallo „der böse Frosch“,

      natürlich kann alles bleiben wie es ist und jeder sitzt in seiner Ecke. Aber das wir Menschen nicht in den Ecken sitzen bleiben, das sehen wir an allen Ecken und Enden ;-)

      Ich habe mich nie damit begnügt das irgendetwas so ist wie es ist. Ich stelle gerne Fragen und hier stellten sich Fragen. Nämlich nach dem Warum. Warum gibt es seit Jahren eine Flut an Bildern eines bestimmten Genres? Hat es etwas mit unserer Gesellschaft zu tun, wie wir kommunizieren, wie wir miteinander umgehen? Ich finde diese Fragen sehr spannend bzw. deren Antworten. Und ich setze lieber auf Dialog und auf Verstehen wollen, statt auf „jeder bitte auf seine Insel“. Also habe ich mich dem Thema angenommen, das ich selbst lange Zeit sehr kritisch beäugt habe. Aber irgendwie ist mir aufgegangen, das in Zeiten der beständigen Kommunikation auf allen Kanälen, ich doch einfach die Fotografen und Fotografinnen frage was sie nach draußen treibt.

      Außerdem rufst du weitere Fragen auf. Ist Romantik = Kitsch? Ist somit alles was in der Natur fotografiert wird,also romantisch und somit kitschig? Und jedes Portrait das eine Gefühlsregung zeigt ist somit auch Kitsch? MIr wäre das irgendwie zu einfach.

      Danke für deine Worte. Sie haben mir gezeigt, das der Artikel da oben noch längst nicht zu Ende gedacht ist.

      • Hallo Marit,
        ich glaube Du hast mich total missverstanden. Ich habe nie davon gesprochen daß jeder auf seiner „Insel“ sitzen soll. Genau das Gegenteil sollte mein Kommentar aussagen. Warum hochtrabend tief-schürfende Erklärungen zu den oben gezeigten Bildern? Nur um zu Zeigen daß es sich bei eben diesen nicht um Kitsch sondern um anspruchsvolle Kunst handelt? Ist Kitsch denn so schlimm? Ich finde nicht. Ich frage mich eher ob Kitsch nicht auch Kunst sein kann. Also Verbund statt Fragmentierung. Aber ist es dann nicht auch so, daß es eben die Kunst dabei ist, den Kern einer Sache, sei es Kitsch oder jeder andere Stil, durch Variation heraus zu kristallisieren? Hier handelt es sich aber um die uninspirierte Wiederholung eines ewig gleichen Settings/Motivs. (meine Meinung).
        Der nächste Punkt der mir auffällt: Wenn ich sage das Kunst Regungen erzeugt und Kitsch eben auch wie kommt man darauf daß nun alle Kunst (die Regungen erzeugt) Kitsch ist. Mir ist schon klar daß Dir das zu einfach vorkommt. Du machst es Dir nämlich einfach. Kitsch kann Kunst sein aber Kunst muss deswegen aber nicht gleich Kitsch sein. Das ist eben alles andere als einfach.

      • “ich glaube Du hast mich total missverstanden. Ich habe nie davon gesprochen daß jeder auf seiner “Insel” sitzen soll. Genau das Gegenteil sollte mein Kommentar aussagen. Warum hochtrabend tief-schürfende Erklärungen zu den oben gezeigten Bildern? Nur um zu Zeigen daß es sich bei eben diesen nicht um Kitsch sondern um anspruchsvolle Kunst handelt?”

        siehst du, ich glaube wir mißverstehen uns beide. schade. aber versuchen wir es nochmal :-)
        Meine “hochtrabend tief-schürfenden Erklärungen” sollten ganz gewiss nicht die Bilder zu anspruchsvoller Kunst hocheben. Ich will verstehen warum es diese Bilder gibt. Dabei werte ich die Bilder weder als Kitsch noch als Kunst sondern als das was sie mir zeigen. Wir können die Bilder auch gern “Trivial-Bilder” nennen. Aber lass uns vom Kunstgedanken mal ganz weit wegkommen, denn nicht jedes Bild will den Anspruch erheben Kunst zu sein. Ein Bild ist ein Bild und du als Betrachter sagst mir oder dem Fotografen was es für dich ist.

        “Ist Kitsch denn so schlimm? Ich finde nicht. Ich frage mich eher ob Kitsch nicht auch Kunst sein kann. Also Verbund statt Fragmentierung. Aber ist es dann nicht auch so, daß es eben die Kunst dabei ist, den Kern einer Sache, sei es Kitsch oder jeder andere Stil, durch Variation heraus zu kristallisieren?”

        Oh, der Gedankengang freut mich. Nun gut, ich lass mich darauf ein. Ich finde Kitsch nicht schlimm, sofern ich nicht damit erschlagen werde oder über Omas Pudelsammlung fallen muss. Und natürlich gehe ich d´accord mit der zuletzt gestellten Frage. Wenn der Punkt einer Sache getroffen ist, und der Betrachter wird erreicht, dann hat jeder seine Schuldigkeit getan. Wir differenzieren also zwischen guten und schlechten Kitsch? Mhh, mhhh…..darüber muss ich noch ein bisschen nachdenken.

        “Hier handelt es sich aber um die uninspirierte Wiederholung eines ewig gleichen Settings/Motivs. (meine Meinung).”

        Du meinst mit “hier” die ausgesuchten Bilder?

        “Der nächste Punkt der mir auffällt: Wenn ich sage das Kunst Regungen erzeugt und Kitsch eben auch wie kommt man darauf daß nun alle Kunst (die Regungen erzeugt) Kitsch ist.”

        Weil mir die Begriffe Kunst und Kitsch noch zu schwammig sind :-) und weil ich sie noch immer nicht ganz verbinden kann. Aber ich verspreche dir darüber weiter nachzudenken, mir gefällt das.

        “Mir ist schon klar daß Dir das zu einfach vorkommt. Du machst es Dir nämlich einfach. Kitsch kann Kunst sein aber Kunst muss deswegen aber nicht gleich Kitsch sein. Das ist eben alles andere als einfach.”

        Aber wer bzw. was erhebt jetzt etwas zu Kunst und wer zu Kitsch? Die Aussage? Die Gefühlsregungen gemessen an wem? Nein, einfach ist das ganz und gar nicht. Aber wir sind schon mal ein Stück weiter, oder?

  2. Mir fällt es mittlerweile ehrlich gesagt schwer, Unterschiede zwischen den Konzepten, Herangehensweisen und Inhalten der unterschiedlichen Selbstporträtfotografen auszumachen. (Vielleicht bin ich ja auch zu einfältig oder zu wenig bemüht dafür.)

    Im Großen und Ganzen dreht es sich immer wieder um „Ich nackt in trister Landschaft“, „Ich verkleidet in der Natur“, „Ich mit einem ungewöhnlichen Accessoire in trüber Atmopshäre“. Stilistisch kombiniert mit Schwarzweiß, Sepia, Unschärfe oder Matschkontrasten.

    Wenn man die Texte dazu liest, ergibt manches einen Sinn, spricht an oder regt zum Nachdenken an. Ich würde aber insbesondere in einem Fotoblog gerne mal wieder Fotos sehen, die einfach für sich selber sprechen und nicht dann erst „gut werden“, wenn man viel dazu erklärt.

    Bitte nicht böse sein, aber nach den letzten Monaten wünsche ich mir einfach mal wieder mehr Bild und weniger Text. ;-)

    • Da kann ich nur zustimmen. Warum nicht einfach mal wieder Portfolios mit minimalem Text. Photographen machen selten gute Texte, wer Photographie als Ausdrucksform wählt möchte seine Emotionen, Konzepte etc. über Bilder vermitteln, sonst wäre er Poet oder Schriftsteller …-))

      • Reine Bildstrecken werden den meisten Fotografen meiner Meinungs nach nicht gerecht. Hinter den Fotos steht ja nicht einfach nur das Drücken des Auslösers, sondern eine Idee, tagelange Überlegungen, Konzepte, Notizen, mehrere Versuche und Zweifel. Gerade das ist für mich als Fotografin von Interesse. Und dieses Dahinter hat für mich auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Nicht nur Konsumieren, sondern sich mit den Fotografien auseinander setzen, ist mir wichtig.

        Natürlich mag ich auch reine Klickstrecken zur Inspriration, aber gerade von einem Fotomagazin erwarte ich schon eine gewisse Tiefe.

      • Das sehe ich auch so wie Katja Kemnitz.
        Vielleicht bedarf es nicht immer vieler Worte, aber es ist spannend zu erfahren was für Konzepte hinter dem Bild stehen, schließlich sind die Gedanken die zu einem Bild führen, ja auch in unserer Sprache gedacht, verbalisiert worden. Warum soll man das nicht aufschreiben dürfen? Davon lebt Kwerfeldein doch! Nur Bilderberieselung ohne große Worte gibt es doch in anderen belanglosen Blogs zu Hauf.

        Ich sehe zwar auch bei vielen dieser Bilder keine großen Unterschiede bzw es überwiegen die Ähnlichkeiten, die das Foto am Ende ausmachen, aber es ist dennoch interessant es mal etwas aufgedröselt zu bekommen. Was mir aber hier entschieden fehlt, ist die Kritik. Ich finde die Bilder nicht schlecht, nicht falsch verstehen, aber eben doch relativ austauschbar, klischeehaft und auch Rollebilder fördernd. Und von einem so qualitativ hochwertigen Magazin wie eurem könnte es wirkich ein kritisches Fazit zu dem alten Thema geben, ich glaube dann würde es auch mehr Konsens in den Kommentaren geben. Denn so wirklich weiter bringen einen diese Mädchenfotos ja dann auch nicht.

      • Würde ich ebenfalls so sehen wollen. Da es sich um ein Magazin handelt, wäre es der Sache nicht genug getan, auf einen kuratorischen Text zu verzichten. Über dessen Qualität lässt sich natürlich streiten, aber nicht darüber, dass er seine Notwendigkeit besitzt, damit ein Magazin seine Berechtigung besitzen kann.

    • Hallo Oliver,

      böse ist dir hier niemand und ich erst Recht nicht. Vielen Dank das du dazu etwas schreibst. Mir ist das sehr wichtig.

      Ich glaube auch nicht das du zu einfältig oder zu wenig bemüht bist.

      Bei meiner Recherche fiel mir auf, das den Fotografen der Akt an sich, rauszugehen, mit Menschen oder alleine, an sich schon einer der wichtigsten Punkte überhaupt ist. Das Bild am Ende nur das Resultat von einer ganzen Flut an Gedanken und Gefühlen. Ob dieses Bild nun gefällt oder ob es unbedingt den Weg in die virtuelle Öffentlichkeit hätte finden müssen, das müssen sich Fotograf und Betrachter am Ende immer selbst fragen. Aus kunsthistorischer und kunstkritischer Sicht möchte ich das Thema auch nicht beleuchten. Das überlasse ich mit Vorliebe den Kunstgeschichtlern (wenn sich hier jemand berufen fühlt, so möge er sich bei kwer mal melden).

      Aber die schiere Masse die flickr und andere Fotoportale überschwemmt ist auffällig und die Fragen die sich daraus ergeben für mich persönlich spannend.

      Zu deiner Bitte:

      Wenn du mehr Bilder statt Texte auf Kwer möchtest, dann erkunde unser „Vollbild“. Ich denke, da hast du einige Wochen zu tun und es sei dir versprochen, es kommen in Zukunft immer wieder einmal Vollbilder mit ganz wenig Text :-)

  3. ich würde mich freuen, wenn in zukünftigen artikeln zu dem – durchaus relevanten – thema die entsprechende künstlerische praxis auch kritisch beleuchtet würde. die romantik gilt aus gutem grund als überholt und dass sich ein größerer teil der jungen fotografie jetzt vorwiegend damit befasst, halte ich ehrlich gesagt für problematisch im sinne eines progressiven kunstverständnisses.

    • Hallo Mathias,

      hinter den Kulissen rumort es schon seit Monaten. Ich verspreche dir, es kommen kritische Artikel zum Thema. Denn es lässt viele von uns nicht los (und ja, meiner war anfangs auch als kritischer Artikel gedacht, aber ich hab mich selbst zum umdenken gebracht – weil mich die kunst an der geschichte am ende überhaupt nicht mehr interessiert hat sondern die gesellschaftliche frage für mich viel spannender war).

  4. Mir gefallen die Kommentare hier, die sprechen mir aus der Seele. Die Häufigkeit des immer gleichen Themas mit junger mehr oder weniger angezogener Frau in romantischer Umgebung fällt hier schon auf. Das hat für mich aber durchaus seine Berechtigung alleine schon dadurch, dass sich jemand damit beschäftigt. Ich sehe aber bei den Bildern eine zunehmende Ähnlichkeit.

    Warum nur, so frage ich mich, muss sich so gut wie alles immer in der Bildmitte abspielen? Wieviel an Gestaltungsmöglichkeit geht dabei verloren? Warum muss das Bild etwas Unperfektes haben? Meistens muss dafür der Film herhalten, wobei ich weiß, dass der Film so schlecht nicht ist. Staub, Flecken und Lichteinfall waren zur Hochzeit des Films ein Unding und sind heute nicht besser. Es sei denn, ich bin mir meiner nicht sicher und möchte mit diesen „Amateur-Attributen“ andere Maßstäbe für meine Arbeit, nach dem ebenso erschöpften Motto: Ich will ja nur zum Nachdenken anregen, nicht mehr, für eine konkrete Aussage hab ich eigentlich keine Zeit.

    Mit David Hamiton will ich einen Namen in die Runde werfen, den zum Schluss seiner Karriere alle belächelt haben, aber der im Vergleich zu dieser Art von romantischen Bildern eine Qualität vorlegte, die sich nicht alleine auf die Emotion beschränkt hatte und die mit viel Text drumherum um Nachsicht bat.

    Gruß
    Karlheinz

    • Hallo Karlheinz,

      danke auch für deine Gedanken!

      Die zunehmende Ähnlichkeit bei vielen Bildern streite ich nicht ab. Bei der Auswahl der Bilder habe ich übrigens versucht nach grundlegend anderen Konzepten zu schauen. Aber bei der Durchsicht auf flickr gab es wirklich wenig das mir wirlich gefiel. Flusen auf den Bildern sind für mich oft auch ein Unding. Vorallem weil ich so blöd bin immer alles schön wegzupusten wenn ich Negative scanne und mich ärgere wenn es doch wieder eine Fluse geschafft hat. Anderseits kann es auch spannend sein wenn sie jemand für das Bild „mißbraucht“. Oft aber ist es desinteresse oder eben „cool“ weil analog. Mich nervt das auch und deswegen kamen für den Artikel nur Bilder in Frage die Flusenfrei waren. Aber jetzt hast du mich auf eine Idee gebracht, das wird dir vermutlich noch leid tun.

      Oh, wo war ich? Ach ja.

      Ich unterstütze dich darin das nicht immer alles in der Bildmitte sein muss. Es dürfen gern völlig neue Perspektiven gewählt werden. Vielleicht schaffen wir es ja auch, mit der Beschäftigung des Themas auch die Fotografen zu erreichen und somit noch spielerischer mit ihrem Thema umzugehen und die Bilder weniger gefällig zu gestalten bzw. sich auch mal was trauen.

      Gruß,
      Marit

  5. Dass bei dieser Art der Photographie besonders starke Gefühle transportiert werden würden – das meint man nur. Denn natürlich haben Mädchen, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Photographien anderweitig gebärden, als sie es ohne das Bewusstsein einer Camera tun würden, genauso wenig mit einem echten Gefühl zu tun, wie der aufgeforstete Wald, welcher als Szenerie herhalten muss, mit jedweder Vorstellung von Natur. Das jedoch ist nicht das eigentliche Problem bei derlei Arbeiten, welches bereits im Wort „derlei“ erkennbar ist: die Zuordnung fällt zu leicht, was aus dem Umstand des gegenseitigen Plagiierens resultiert, was auch am Artikel selbst deutlich wird: hier werden (vielleicht mit Ausnahme der Ersten, das weiß ich nicht) ausschließlich Photographinnen besprochen, welche aus dem kwerfeldein-Umfeld kommen oder auf irgendeine Weise daran partizipieren. Ein Netzwerk letztenendes, in welchem quergelesen wird, und man sich voneinander inspirieren lässt – verständlich, dass Sozialisation auf diesem Wege funktioniert, dass Assimilationsprozesse daraus resultieren. Aber diese eröffnen eben auch die Ansätze der eigentlichen Kritik, welche nicht auf das Sujet abzielt, sondern dessen Umsetzung, welche keinerlei singulären Charakter mehr aufweist. Das könnte auch mit jeder anderen Art der Photographie der Fall sein, und ist es auch. Langzeitbelichtete Quellen, schwarz-weiße Stege, die ins Meer hinausgehen, Streetphotography von alten Menschen in gebückter Haltung.

  6. Mir fällt auf, dass bisher nur Männer kommentiert und kritisiert haben. Das ist zu einen schade, zum anderen aber auch einleuchtend. Kann es sein, dass Frauen wie ich einen anderen Bezug zu diesen Arbeiten haben? Ich denke schon. Denn eines ist klar: Um sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen eignen sich diese Foto kaum. Da ist es ein leichtes, sie als „Kitsch“ abzutun und inhaltlich wie am OP-Tisch auseinaderzudividieren. Schade. Mir gefallen die Bilder sehr wohl und sie lösen bei mir sehr tiefe Gefühle aus. Verletzlichkeit. Scham. Geborgenheit.

    • Natürlich. Da sind keine Nippel zu sehen also is ja klar das Männer das nur Doof finden können. Wenn das mal kein Sexismuss ist.
      Und ja, es ist Kitsch. Und um Verletzlichkeit, Scham, Geborgenheit auszudrücken muss ich mich nicht unkreativ immer und immer wieder auf trüben Bildern die vielleicht noch mit Fusseln verschmutzt sind, und Lichtleck simulieren, nackisch in den Wald setzen und bedrückt gucken.

    • Wow.
      Ich bin selbst eine Frau, aber wie kann man nur alle Männer so verallgemeinern, dass sie Nackheit in Bildern nur zur Befriedigung sexueller Bedürfnisse ansehen?
      Ehrlich, das schockt mich gerade ein bisschen.

    • Hallo Trollkühne Prinzessin Mimimi (meine Güte, was denkt ihr Euch denn für Namen aus?)

      das eine Frau die Bilder eventuell anders wahrnimmt als ein Mann, nun, das kann gut sein, muss aber nicht. Ich glaube damit bewegen wir uns auf unsicheren Terrain voller Vorurteile die wir nicht gänzlich überblicken können.

      Was mir nicht ganz klar wird ist, wie du darauf kommst das die Kommentatoren hier auf sexuelle Befriedigung ihrer Bedürfnisse aus sind. Wie kommst du auf diese Behauptung? Im übrigen gibt es auch genug Fotografen die ihre männlichen Kollegen in den Wald oder Höhlen stellen und gefühlstrunken oder schlafend dar nieder liegen. Glaube also nicht das es zwingend eine Geschlechterfrage ist. Aber vielleicht hast du noch einmal Lust deine Gedanken zu differenzieren?

  7. Das ist echt abgefahren: da gibt es deutliche, allerdings keinesfalls unsachliche oder verletzende Kritik am Schwulst und nur weil da Männer kommentiert haben, wird hier die Sexismus-Keule rausgeholt. Geht gar nicht Leute!
    Ich denke, die Melankolie im Szene dieser Bilder ist Ausdruck einer Generation, in der einige statt auf Rebellion eher auf „Ausdruck von Gefühlen“ setzen… Manchmal klappt das und kann interessant sein, meistens ist es Gefühlsduselei in meinen Augen. Dann gibts Kritik und das ist wieder Anreiz für noch mehr Weltschmerz

    • Du meinst mit Kritik würde sich die Katze immer wieder in den Schwanz beißen und somit immer neue, schmerzlich verzogene Romantik-Kitsch Bilder erzeugen ohne sichtbares Ende? Oh mein Gott, hört sofort alle mit der Kritik auf und kauft Euch eine Katze! :-)

  8. Ich versuch das folgende kurz zu halten und werfe deswegen mit Begriffen um mich, ohne sie groß zu erklären und bitte darum,
    das als Gedankensammlung zu verstehen und nicht als autoritative Antwort.

    Du, Maren, schreibst von junger Fotografie, die ich im folgenden als Fotografie ausgeübt von einer jungen Generation verstehen möchte.

    Ausgangsprämissen:

    – Extrinsische Erwartungshaltung: Perfektion, Selbstoptimierung, lückenlose Lebensläufe, Peer-Pressure
    – Intrinsiches Erleben: Unsicherheit, Angst der extrinsischen Erwartung, der Peer-Group, der Außenwelt insgesamt
    nicht gerecht zu werden ohne gleichzeitig ein künstliches Außenbild aufrecht zu erhalten.

    Die daraus entstehende kognitive Dissonanz bahnt sich ihren Weg und so begreife ich die Bilder in erster Linie als Selbsttherapie, dem Wunsch nachgebend gegen die äußere Erwartungshaltung rebellierend anzuarbeiten und sich – vermeintlich – mit der eigenen Verletzlichkeit auseinanderzusetzen.

    Das sich die Ergebnisse austauschbar wiederholen, ist wenig verwunderlich. Die Ausgangslage ist ähnlich und in Zeiten des allgegenwärtigen Sharings ist es logisch, dass sich Anmutungen wiederholen. Der Wunsch nach Zugehörigkeit bleibt bestehen, nur die Peer-Group ändert sich.

    Hier beginnen auch meine Schwierigkeiten in der Rezeption:

    Als Erlebenswelt ist das für mich als mittlerweile 40-Something so nicht mehr direkt erlebbar, da ich in einer Zeit aufgewachsen bin, wo gemachte Fehler – auch öffentlich – als Teil eines Lernprozesses verstanden wurden und – durchaus auch durch weniger Öffentlichkeit (read: FB, Flickr, Communities, „Sharingzwang“) – nicht mit großöffentlicher Häme übergossen wurden und Nonkonformismus als positive Eigenschaft begriffen wurde.

    Was bleibt mir also? Ich kann das nur als Ausdruck einer Generation wahrnehmen und – von außen betrachtend – Fragen in den Raum werfen:

    – Wenn sich auf der einen Seite der Wunsch abzeichnet sich gegen normative Ansprüche zu wehren, warum sind dann die Ergebnisse als solches dann wieder konform mit einer alternativen Erwartungshaltung?

    – Sind die Bilder nicht doch wieder der Versuch ein vermeintlich idealisiertes Außenbild zu schaffen? Diesmal unter der Prämisse, zu zeigen das man eben nicht einem durchidealisiertem Ideal nacheifert?

    Ich werde also das Gefühl nicht los, dass der Ausbruch aus der Konformität nur dazu führt in einer Parallelwelt zu landen, die genauso mit Zwängen versehen ist, wie die Ursprüngliche, allerdings ohne wirklichen Erkenntniszuwachs: Been There, Done That.

    Das Fluchtverhalten gegenüber einer komplexen Welt erinnert mich an die Biedermeierzeit. Der Rückzug ins Private und Idyllische, mit gleichzeitig immer enger werdenden Moralkorsett, eben dem erwähnten alternativen Konformismus.

    • – zum Begriff der Romantik:

      „Mit ihrem Unbehagen an der Normalität nehmen die Romantiker [das] Unbehagen an der Entzauberung der Welt durch Rationalisierung vorweg.“ (Safranski)

      „[…] in unserem Zeitalter ist eine Art von Tag geworden, aber die romantische Nacht- und Morgenbeleuchtung war schöner, als dieses graue Licht des wolkigen Himmels.“ (Lovell)

      … nunmehr wird gar die Romantik entzaubert ….

  9. Heißes Thema würde ich sagen :)

    Mir gefällt das hier. Auch die vielfältigen Sichtweisen zum Thema.
    Es ist immer gut, wenn man mit etwas um die Ecke kommt, das polarisiert.

    Ich lese weiter :)

      • Da sich die Diskussion hier jetzt langsam auf ein konstruktives Niveau eingependelt hat, lass ich gern auch noch zwei, drei Meinungsschnipsel da:

        1) Unser Redakteur Sebastian Baumer hat an ganz anderer Stelle zum Thema Musik mal (in anderen Worten, aber so etwa) aufgeschrieben, dass er sich vorstellen kann, dass man sich in jede Musikrichtung erstmal „einhören“ muss. Das heißt: Für mich als z.B. Fan von Rockmusik hört sich Hiphop immer irgendwie gleich an, ich kann da kaum Unterschiede ausmachen, die ich in „meinem“ Musikgenre aber sehr wohl höre und was mir wiederum hilft, die verschiedenen Interpreten in meinem Genre zu sortieren. Seine These war weiter, dass sich jeder durch Beschäftigung mit einem ihm fremden Genre auch einhören kann. Es ist halt nur etwas Arbeit und man braucht viel Geduld.

        Ich denke, dass sich das zumindest ein Stück weit auf die Fotografie übertragen lässt: Ich kann zwischen den gezeigten Bildern und weiteren aus dem Genre (für die es leider nur eher abwertende Namen wie Mädchenfotos etc. gibt) durchaus Unterschiede feststellen, auch wenn mir klar ist, dass sie aufgrund bestimmter Gemeinsamkeiten natürlich in eine Schublade gehören. Bilder aus anderen fotografischen Genres sehen dafür für mich alle gleich (langweilig) aus – weil ich nicht mit den Nuancen des jeweiligen Genres vertraut bin. Anders herum wird es denjenigen gehen, für die das hier gezeigte (eigentlich Sub-)Genre fremd ist.

        2) Das Wort „Kitsch“ taucht hier sehr oft auf und wird meistens (so mein Gefühl) reflexartig und abwertend gebraucht. Dass „Kitsch“ schwierig zu definieren ist und es eher eine Reihe von Anhaltspunkten für Kitsch gibt, kann man nachlesen. Auch wenn einige dieser Punkte (siehe z.B. Wikipedia) zutreffen, finde ich die Verwendung des Wortes ohne tiefere Auseinandersetzung etwas schwierig und würde es begrüßen, wenn statt der schnellen Zuschreibung des Labels mehr darauf eingegangen würde, welche Aspekte als kitschig empfunden werden und warum. Da Kitsch in verschiedenen Kulturen und im Verlauf der Zeit unterschiedlich wahrgenommen werden, fand ich Sebastians Ausführung dazu gut, der seine Kritik in Bezug zu seinem eigenen Lebensalter setzt. Ich sehe das ähnlich, das betrachtete Genre ist sehr generationsspezifisch und daran entzündet sich dann die Kritik bzw. unterschiedliche Wahrnehmung derer, die innerhalb oder außerhalb der Generation stehen (zu allem Überfluss mit fließendem Übergang und anderen Einflussfaktoren).

        3) Ebenfalls Sebastians Gedanken zu Konformismus und Non-Konformismus finde ich spannend, weil ich sie einerseits sehr gut nachvollziehen kann, andererseits aber merke, wie die Falle zuschnappt: Es scheint keinen Ausweg zu geben. Entweder ist man angepasst und langweilig oder man bricht aus und landet bei den angepassten und langweiligen Bildmotiven derer, die ausgebrochen sind – mal ganz platt dargestellt. Ich kann mir vorstellen, dass das ebenfalls damit zu tun hat, in welcher Bilderwelt wir heutzutage aufwachsen. Kunst und jede Menge „Gemachtes“, was vielleicht nicht Kunst ist, wird ständig um uns herum gezeigt, ist überall verfügbar, flutet auf uns ein. Kein Wunder, dass es so leicht fällt, eigene Bilder in bestimmten Genres zu produzieren bzw. kein Wunder, dass es so dermaßen schwer geworden ist, etwas Neues zu machen, wenn A) so viel Unterschiedliches zu sehen ist, es also nicht mehr so leicht passieren kann, dass man die gleiche / eine ähnliche Idee wie jemand anderes umsetzt, ohne voneinender zu wissen (oder von jemandem (ggf. Freunde von Freunden, über mehrere Ecken) auf die Existenz des anderen hingewiesen zu werden) und B) so VIEL zu sehen ist, dass es möglicherweise dem eigenen Gehirn nicht mehr so leicht fällt, etwas Eigenständiges zu denken, anstatt sich nur auf bereits bekannte Bilder zu beziehen.

  10. Ich spreche jetzt mal als einer der Fotografen, die so ein „kitschiges“ Thema sehr gerne bedienen.
    Das mache ich nicht weil ich denke, dass es Kunst ist, denn auf so ein Podest stelle ich meine Bilder gar nicht erst und ich mache es auch meistens nicht, um bestimmte Gefühle zu transportieren.

    Ich mache es einfach weil ich es schön finde. Nicht mehr und nicht weniger. Das kann für einige vielleicht belanglos sein oder gar anspruchslos wirken, weil es wahrscheinlich jeglicher künstlerischer Absicht entbehrt, aber manchmal wollen Fotografen das eben nur aus diesem einen Grund. Eben weil es für sie selber schön ist. Auch wenn damit vielleicht das ewig gleiche Motiv bedient wird.

    Dadurch wird meiner Meinung nach auch kein progressives Kunstverständnis blockiert, wenn man überhaupt von progressiv reden kann. Das mit Kunst zu verbinden ist immer schwer. Zumal sich das doch arg widerspricht – mit einer gewissen Subjektivität, mit der hier viele an das Thema rangehen.

    Viele bedienen nun mal dieses Genre, weil Ihnen andere Themen und Motive eben nichts geben. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber Streetphotography hat sich seit Jahrzehnten nicht geändert. Avantgarde Photography ist für mich mit zu viel um die Ecke denken verbunden, was manchmal echt toll ist, aber dafür bin ich wohl zu simpel gestrickt. ;) Das geht mir noch mit einigen Genres so und ich habe meinen „Weg“ eben in „kitschiger“ Naturfotografie gefunden.

    Ich finde Kritik auch immer großartig. Aber was das hier gerade für ein einseitiges Genrebashing ist, ist schon ziemlich krass.

    Das muss wohl was mit dem Peer-Pressure der Peer-Group zu tun haben…. ;D

    • Romantik ist ein Wespennest. Das das mal ein so heißes Thema werden könnte, wer hätte das gedacht. Ich würde nur zu gern wissen, wie diese unsere fotografische Zeit von unseren Zukünftigen bewertet wird. Aus der Distanz ist vieles einfach sichtbarer.

      Aber viel mehr geben all die Kommentare Aufschluss über sich selbst, persönlichen Geschmack, ein bisschen Küchenpsychologie und Theorien über Schönheit, Kunst und Kitsch.

      Aber zunächst einmal danke Alex das du dich hier in das Wespenest begibst.

      Wichtig finde ich, das du nochmal genau darauf eingehst was deine persönliche Intention ist und das du die Bilder nicht zu Kunst erhebst. Das scheint nämlich eine Unart zu sein, die grundsätzlich von Vielen einfach so auf Romantik-Bilder und viele anderen übertragen werden. Davon weg zu kommen scheint nicht leicht, denn ist es nicht Kunst, was ist es dann?

    • Aber Du solltest Dir die Frage stellen lassen, warum Du gerade diese Bilder als schön empfindest. Ein argumentativer Rückzug auf die „schöne“ Ästhetik der Bilder erscheint mir zu kurz gefasst. Gute Bilder bestehen eben nicht nur aus schöner Oberfläche, sondern auch aus Themen, persönlichen Motiven, Informationen usw.
      Fotografen, die etwas ablichten, nur weil sie es schön finden, geraten leicht in den Verdacht, unabhängig von eigenen, intrinsischen Beweggründen einfach nur den standardisierten Motivkanon der Hobbyfotografen bedienen zu wollen.
      Und das will man sich ja nicht nachsagen lassen, oder? ;-)

      • Ich bin ein hobbyfotograf. Nicht mehr und nicht weniger. Mit dem was ich mache identifiziere ich mich selber und lasse nicht andere sich damit identifizieren.
        Das in Szene setzen bestimmter personen vor Landschaften, Natur etc. erzeugt in mir nun mal
        ein Gefühl von innerer Ruhe and Entspannung die ich in gekünstelten HDR Landschaftsaufnahmen oder ähnlichem einfach nicht finden kann.

        Ich weiß nicht ob das Grund genug ist :)

    • P.S.: Unabhängig von Deiner persönlichen bewußten Motivation „schöne Bilder zu machen“ wird es aber eine Dir vielleicht noch verborgene Motivation geben, die Sebastian weiter oben aus der Position neutraler Distanz für mich schlüssig beschrieben hat.
      „Man sieht nur aus der Ferne gut.“, Kay R.

  11. Je mehr ich über diese Bilder nachdenke, um so mehr fällt mir auf dass bei aller Romantik, die diese Bilder ja darstellen sollen, der Blick doch sehr eingeschränkt wird auf…naja …. mehr oder weniger ver-/bekleidete Mädchen (manchmal auch Jungen) im Wald/retro Schlafzimmer, meist sediert dreinschauend und das dann in öden Grautönen oder im einschlägigen „Analog“-Look.
    Wo sind die romantischen Sonnenuntergänge, die Seefahrer-Romatik, Berge, Bauernromantik oder einfach romantische Motive mit Kindern? Kennt die Junge Fotografie so etwas nicht.
    Und was noch auffällt ist der fehlende ironische Blick auf einen selbst. Nichts. Außer sich selbst seeeehhhr ernst nehmen gibt es da nichts. Nicht ein einziges Lachen. Ich denke daß darin eine größer Teil der Ablehnung gegenüber der „romantischen Fotografie“ begründet ist. Alles öde, langweilig und eintönig. Egal wie lange ich mich da versuche „einzuhören“. Meine Meinung.

    • Da möchte ich widersprechen: in der oftmals kritisierten Landschaftsfotografie gibt es für mich – ob nun vom Fotografen bewusst gewählt oder nicht – Bezüge zur Romantik. So weist zum Beispiel für mich das Schaffen Kilian Schönebergers deutliche Parallelen zu Casper David Friedrichs Werken.

  12. Und noch so ein Gedanke: ich kann mich des Eindrucks, der beim Betrachten der einzelnen Flickr-Stream entsteht, nicht erwehren, daß es sich hierbei einfach um Selfies für Hipsters handelt.

    • Der Gedanke kam mir auch. Aber letztlich sollte es unabhängig von der Richtung eine Qualitätsfrage sein. Es gibt auch hier gute Bilder und das sollte man wohl gelten lassen.
      Allerdings tu ich mich schwer mit der Haltung, die nicht neu ist: Werther musste ja auch viel leiden.

      Mir persönlich wäre es lieber, diese Generation wäre unbequemer und vielleicht rebellischer.

      Diegezeigten Bilder erzeugen mir den Eindruck bei dem ich sagen möchte: steh auf und hör auf zu heulen!
      Aber mir fehlt halt der Zugang

  13. Ich habe gestern bereits versucht, hier einen Beitrag zu hinterlassen, der ist aber nicht erscheinen. Habt Ihr den „gekillt“ ? Er enthielt selbstverständlich keinerlei Beleidigungen.
    Egal:
    Ich muß gestehen, dass ich mit dieser Form der romantischen Fotographie und romantisierenden Selbstdarstellung meine Problem habe, aber so langsam ändert sich mein Abneigung insofern, als ich denke: wenn so viele Mädchen oder junge Frauen in dieser Richtung unterwegs sind, dann muss man das schon deshalb irgendwann einmal ernst und zur Kenntnis nehmen und über die schlichte Negativ-Positiv-Kritik-Ebene hinauskommen.
    Alle Vorwürfe und Schmähungen von „Kitsch“ über „Hipster-Zeug“ bis hin zu der Behauptung, dass die Romantik ist aus gutem Grund überholt sei ( was für ein Unfug!), haben wir gehört und neue Formen des Ablästerns werden nicht mehr benötigt.
    Irgendwann müßte man anfangen zu versuchen, den Anderen/ die Andere verstehen zu wollen und dazu muss man die Bereitschaft haben, sich auf etwas einzulassen und die erste Abwehrreaktion einmal wegzustecken.
    Ich sehe in der Reihe der Kritiker hier deutlich mehr Männer und eine Frage die mich schon lange beschäftigt, nämlich ob es eine mehr männliche und eine mehr frauliche Fotographie gibt, taucht hier natürlich wieder auf. Ich finde es nicht sehr gewagt zusagen, dass diese Fotos einer eher weiblichen Traum- und Phantasiewelt entspringen, zu der Männer schwer Zugang finden. Das sollte mann zuerst einmal akzeptieren und dann wären die meisten und vor allem die giftigsten Kommentare gar nicht erst geschrieben worden.
    Ich muss auch sagen, dass Marits „hört auf-Kommentar“ ein weiterer Hinweis darauf ist, dass in Internet-Kommentaren einfach zu viele Verletzungen zugefügt werden. OK- Das ist Jammern und wird nichts ändern. Aber ein Thema mit künstlerischen Aspekten, für das man ein wenig Sensibilität und auch Benehmen bräuchte, damit man inhaltlich m i t e i n a n d e r weiterkommt anstatt sich zu zanken, ein solches Thema wird zu oft totgetrampelt.
    Sehr schade – finde ich, hätte aber trotzdem Lust weiterhin trotzig zu versuchen, ob man nicht doch mehr erreichen kann.

    • du meinst marits hör auf kommentar und kauft eine katze? das war nett gemeinter humor mit augen zwinkern. nicht mehr. nicht weniger. schmunzeln zur rechten zeit tut uns doch allen gut. ;-) ich begrüsse gedanken zum thema und du scheinst einer der ersten zu sein der lust hat sich einzulassen. da bist du vielen weit vorraus. ich bin gespannt was von dir noch kommt.

  14. Wer A sagt kann auch B sagen, so kommt hier Teil 2:

    Aileen – Du erwähnst das Einhören / Einfühlen. Richtig, Zugang will erarbeitet werden, ob das nun spielerisch nebenbei passiert oder wirkliche Arbeit wird, ist egal und wird von der eigenen Interessenlage bestimmt.

    Um im Bild zu bleiben: Ich kann mit Doom-/Speed/-Wasauchimmer-Metal nichts anfangen. Ich bin aber dennoch in der Lage zu er- und anzuerkennen, ob da hoch motivierte und exzellente Musiker am Werk sind die Ihr Handwerk verstehen auch wenn ich – schaffend, wie hörend – aus einer ganz anderen Ecke komme. Das führt dazu, dass ich keinen Drang verspüre mich abwertend über das Genre zu äußern. Warum auch, dass es mich nicht interessiert und berührt ist schließlich ganz alleine meine Sache, die ich mit mir ausmachen muss.

    Interessenlage ist das entscheidende Stichwort. Es macht keinen Sinn sich mit Themen zu beschäftigen, die einem am Arsch vorbeigehen, ebenso wenig macht es Sinn, das Desinteresse den Protagonisten bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase zu reiben. Niemand zwingt mich auf ein Metalkonzert zu gehen.

    Alex – Du beschreibst hier sehr schön Deine Beweggründe. Mir stößt dennoch der Vorwurf des Genrebashings auf, da ich es hier nicht sehe. Es sind alles subjektive Einzelmeinungen, die zeigen, dass der Zugang fehlt oder die eigene Intention/Rezeption eine Andere ist.

    Der Vorwurf des Genre-Bashings wirft bei mir die Frage auf, wie gefestigt der eigene Standpunkt ist, wenn derlei Subjektivitäten dann doch zu treffen scheinen. Sich daraufhin selbst zu hinterfragen, ist eine spannende Geschichte und wohl auch der einzige Weg aus entsprechendem Feedback für sich selbst etwas mitzunehmen (Ich kenne die Reaktion von mir selbst und muss mir die Mechanismen immer wieder vor Augen führen).

    Kay – Ich sehe überhaupt kein Problem, wenn sich jemand bewusst entscheidet einen, wie auch immer gearteten, Kanon zu bedienen. Wichtig ist nur, dass einem die eigene Motivation klar ist. Egal wo, es geht um das Warum, und das muss sich jeder selbst beantworten um ein eigenes Standing zu entwickeln. Genau diese Entwicklung ist heute ungleich schwerer als vor 20 Jahren.

    Warum beschäftigt mich das gezeigte Genre dennoch, obwohl ich doch keinen Zugang finde?

    Weil mich die Frage umtreibt warum ich mit den Bildern nichts anfangen kann. Die Antworten darauf bringen mich selber weiter, weil sie mir zeigen wo mein persönlicher Weg hinführt. Sie haben – wenn auch nicht den intendierten – durchaus positiven Einfluss auf mich.

    Kunst oder Nichtkunst?

    Davon ab, dass es sich dabei nicht um ein Qualitätskriterium im Sinne von Gut oder Schlecht handelt, sondern nur die Motivations- und Prozessfrage beantwortet, fehlt mir bei vielen Bildern dieses Genres, die Prozesshaftigkeit. Sie sind – wie Alex schreibt – schön. Ich habe
    aber nicht das Gefühl dass sie als Artefakt am Ende eines Prozesses stehen, wo der Prozess wichtiger ist, als das Ergebnis an sich. Als Gegenbeispiel fällt mir Ruedi (http://www.pixelwelten.de/) ein oder um näher im Genre zu bleiben Francesca Woodman.

    • Tut mir leid, aber wenn ich so Kommentare wie Selfies für Hipster lese dann stößt einem das sauer auf, weil man dann A) keine Lust hat sich in dieses Genre rein zu denken, B) Instagram von 2009 mit Flickr von 2015 verwechselt und C) generell einfach Frust loswerden will.

      Wie gesagt. Kritik ist das eine. Rumjammern, dass es sich bei gezeigtem Material um halbnackte Frauen in Natur handelt und das für ewig monoton halten, das andere. Wovon über die Hälfte nicht mal Selbstporträts sind, wie einige Könner hier so fein anmerken. Subjektive Einzelmeinung heißt schließlich nicht gleich, dass die Meinungen hier trotzdem auf meist repetitiver Nörgelei fußt.

      Meine Motivation ist wie schon beschrieben die Ästhetik die ich eben darin sehe. Die meisten scheinen einfach zu vergessen, das Fotografen doch die Fotos in aller erster Linie für sich selbst schießen. Also ich hoffe zumindest, dass dem so ist. Ich mache Fotos ja schließlich nicht um zu gefallen, sondern um Momente für mich festzuhalten.

      • Klar das sind Kommentare die nicht sein müssen, siehe Freiwilligkeit Metalkonzert.
        Nur warum sich davon anpissen lassen und gleichzeitig nieder Beweggründe unterstellen?

        Ich kenne das ja alles gut. Das ist doch nur Dokuknipserei, Snapshot, Wasauchimmer was Du da treibst.. Da muss noch Dritteldingensregel sonst Kackbild.

        Was nützt die eigene eingeschnappte Reaktion? Der Kollege der mal maulen wollte ist längst über alle Berge und Du kannst nur noch mitnehmen, dass Du dich mit jemanden auseinandersetzt, der eine komplett andere Motivation hat und dadurch meist auch keine Basis für eine konstruktive Auseinandersetzung besteht.

        Was bleibt an Möglichkeiten? Beide nehmen sich Zeit und klären die Diskussionsgrundlage, von da ab kann Kritik spezifisch auf das Wollen erfolgen oder man einigt sich darauf, dass man sich nichts zu sagen hat.

        Alles Andere führt zu „lustigen“ Pissing-Contests, wo derjenige gewinnt, der rhetorisch die besseren Karten hat. Zeitverschwendung oder?

        Meine(!) Erfahrung hat mich gelehrt, dass wenn ich mich eben diesen Contest einlasse, ich mir selber nicht so wirklich klar über meine eigene Motivation und die deswegen auch nicht sauber verteidigen kann, ohne mich auf die gleiche Ebene zu begeben wie derjenige der mich da gerade gefühlt anpisst,

        Was ich Dir damit sagen will, ist dass Ignoranz ab und ganz hilfreich ist. Gleichzeitig wirst Du erst im Nachgang checken ob die aktuelle Gedankenwelt Bestand hat. Den Blick aus der Ferne schaffe ich nur mit reichlich Abstand. YMMV.

      • Warum stößt Dir der Begriff Selfie sauer auf.Ist mit diesem Begriff denn irgendeine Wertung verbunden? So weit wie ich das verstanden habe, sind Selfies ein nicht zu unterschätzendes Phänomen. Und der Erklärung nach, die hier zu romantischen Fotos gegeben wurde, sind Selfies schon auf Grund der Menge ernst zu nehmen sind. Man könnte Dir jetzt durchaus unterstellen das Du frustriert bist der und dich aus diesem Grund nicht in das Genre eindecken willst.

        Ich respektiere dein Schaffen und Deine Motivation. Aber sei so freundlich und lasse andere bitte wertfreie Vergleiche ziehen ohne Ihnen gleich „Gejammer“ zu unterstellen. Es sei denn Du sprichst dem Genre Selfie eine Berechtigung ab.

    • Sebastian, Du hast recht oder ich hab mich schwammig ausgedrückt. Natürlich ist erst einmal nichts dagegen zu sagen, wenn Hobbyfotografen den Motivkanon abarbeiten: Island, romantische Mädchenfotos, ein bisschen Szreet, was eben so angesagt ist. Aber ich kann das fotografische Werk dann nicht allzu ernst nehmen. Zuerst sollte ein Thema stehen, etwas, was einen bewegt, dann muß man sich die Frage stellen, ob eine fotografische Bearbeitung dieses Themas sinnvoll ist. Dann kann man ernsthaft fotografieren und es kommt vielleicht auch etwas „Schönes“ raus. Aber es kann doch nicht primäres Ziel sein, mit der Fotografie irgendwas Schönes zu schaffen? Wenigstens nicht für mich, das mögen viele Leute anders sehen, aber ich sehe in dieser Fotografie tatsächlich eine große Nähe zur Bob-Ross-Malerei.

      • Sebastian.

        Gedankenwelt muss in Sachen „Kunst“ und „Ästhetik“ nicht bestand haben können. Sie ist entweder da oder nicht. Da ist die eine Gedankenwelt nicht minderwertiger als dir andere. Wäre schade wenn das einige Leute so sehen.

        Sicher ist Abstand richtig. Aber hier freuen sich die Menschen, dass so viele, kritische Anmerkungen hier anbringen, aber wenn dann mal jemand doch was anderes zu sagen hat, schwingt die Ignoranz-keule. Ok.

        Wenn du das ganze als angepisste Reaktion verstehst, dann sei das natürlich dir belassen. Aber Meinung sagen ist immer noch ganz produktiv hier denke ich :)

      • Kay – Ich hingegen nehme das ernst, weil ich davon ausgehe, dass jeder der rausgeht und Bilder macht, eine Motivation hat. Die muss sich nicht mit meiner decken aber sie ist da. Das nicht ernst zu nehmen, bedeutet auch, dass man sich jeden Kommentar kneifen kann.

        Warum kann das Ziel nicht sein, etwas Schönes zu schaffen? Das Du und ich andere Ansprüche haben, ist unsere Sache, die wir mit uns ausmachen müssen. Wie ich oben schon schrieb erkenne ich ja ein Thema, nur aus einem anderen Blickwinkel, der auch daraus resultiert, dass ich den Prozess meist spannender finde als das Ergebnis.

        Wenn Du bei mir schaust, wirst Du Bilder sehen, die unter technisch oder kompositorischen Kriterien gerne auch suboptimal sind, sie erzählen aber das was ich aus meinen Standpunkt heraus erzählen will, da ich Teil des Geschehens/Prozesses war. Besser wird das mit genügend Selbstkritik von alleine.

        Die Diskussion was nun ernsthafte Fotografie sei ist ein leidiges Thema des Amateurzirkels und dient oft nur zur Abgrenzung des eigenen Schaffens von den vermeintlich niederen Chargen und dem Drang der Selbstoptimierung nachzugeben, die Falle die Aileen erkannt hat.

        Sich damit abzufinden, dass man eben nur Durchschnitt liefert, ist eine Grundvoraussetzung um nicht irgendwann auf halber Strecke aufzugeben, weil man die eigene Erwartungshaltung nicht bedienen kann. Du musst dich für einen Weg entscheiden und den gehst Du. Wieweit Du kommst, wird die Zeit schon zeigen. Nur Stillstand ist unproduktiv.

      • „Aber es kann doch nicht primäres Ziel sein, mit der Fotografie irgendwas Schönes zu schaffen?“

        Das sagt auch keiner. Es ist aber auch nicht mein Ziel, etwas für andere zu schaffen. Wenn sich andere an meinen Fotografien erfreuen ist das ein Bonus und ich freue mich immer riesig über liebe Worte oder auch angebrachte Kritik. Daher veröffentliche ich sie ja auch.

        Ich finde es ja wirklich toll, dass über die Motivik hier so eine Diskussion entbricht. Und dennoch lese ich immer nur das selbe von Mädchenfotos, Monotonie.
        Dabei sollte man erst ein mal die Beweggründe der Menschen hinter der Kamera hinterfragen, bevor man es vielleicht mit Ihren Ergebnissen tut.

        Klar, für mich gibt es auch viele Fotos in dem Genre die mich nicht ansprechen, da ich denke dieses oder jenes schon tausend mal gesehen zu haben. Dennoch spreche ich dem Bild dann nicht gleich eine Daseinsberechtigung ab.

  15. So sehr sehr ich den romantischen Hintergrund gar nicht, außer in der qualitativ doch hervorstechenden Fotos von Frau Rehberger.
    Sonst sehe ich viel Leidensausdruck und irgendwie frage ich mich schon, ob das ein Auswuchs unserer Wohlstandsgesellschaft ist.
    Ich sehe daneben die Fotos der Flüchtlinge von Martin Grommel und sehe dort einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Dabei hätten diese Menschen einen wahren Hrund zum Selbstmitleid.

    Und vielleicht ist es das, was mich daran stört.

    Wohlgemerkt losgelöst von der Frage der künstlerischen Umsetzung. Die muss immer im Einzelfall betrachtet werden.

    • Sebastian, insofern ernsthaft, als daß hier auf einer sich selbst doch recht ernstnehmenden Plattform Fotografie vorgestellt wird, über die zu diskutieren sich lohnen soll. Wenn dann einer der Protagonisten dieses Genres mit dem Schön-Argument kommt, fällt es mir tatsächlich schwer, die Diskussion weiterzuführen. Meine Kritik wendet sich nicht gegen die Art dieser Fotografie, sondern gegen die von Seiten der Fotografen nicht oder nur schwach hinterfragte Motivation. Klar, Kreativität ist nicht immer objektiv zu erklären, manchmal benötigt es seine Zeit oder die Betrachtung Außenstehender, um die eigene verborgene Motivation zu erkennen, aber man sollte sich auf jeden Fall auf diese anderen Blickwinkel und auch auf Kritik einlassen. Das fehlt mir hier ein bisschen.

      Und: wo kann ich denn Deine Bilder sehen?

    • „Dabei sollte man erst ein mal die Beweggründe der Menschen hinter der Kamera hinterfragen, bevor man es vielleicht mit Ihren Ergebnissen tut.“

      Alex, das meine ich doch auch. Und mache es die ganze Zeit. Aber Du antwortest nur mit „Schön“ oder „Für mich“. Das ist mir einfach zu wenig und ich bin der Meinung, daß Sebastians Ansatz einer Motivationsdeutung euren Beweggründen schon sehr nahe kommt.
      Nicht falsch verstehen, ich bemängele nicht die Fotos, sondern die Kommunikation eurer Motivation.

    • Romantikbilder in Beziehung der Flüchtlingsbilder von Martin zu setzen finde ich jetzt sehr fragwürdig.

      Als ich damals noch viel Zeit in Syrien und Ägypten verbringen drufte und sah, wie die Menschen dort leben, in einem Regime das einem kaum Luft zum atmen gab, habe ich immer bewundert wie sehr diese Menschen in ihrer Kunst aufblühen. Und am schönste fand ich es in einer Beduinenbehausung den röhrenden Hirsch und Alpenlandschaft an der Wand zu sehen. Vielleicht sollten wir aufhören die Welt in Schwarz und Weiß zu teilen.

  16. Alex – ich kann Dir nur noch hier antworten. Schau Dir Dein Wording an:

    – „wie einige Könner hier so fein anmerken“
    – „generell einfach Frust loswerden will.“

    Das sind genau die Pauschalurteile die Du nicht hören willst und gleichzeitig als Retourkutsche in den Raum wirfst.

    Die Gedankenwelt ist immer ein Ist-Zustand. Ob allerdings die Ergebnisse diesen Zustand widerspiegeln erkennst Du meist nur mit Abstand. Im Jetzt passt das meist immer. Versteh das nicht als „Du machst Kackbilder und hast keinen Plan was Du machst.“ sondern als Ausdruck meiner eigenen Erfahrungen. Kill your Darlings ist so ziemlich die härteste Nummer überhaupt, aber – so denke ich – die Einzige, die Dich über die Zeit zu einem Portfolio bringt, welches Dich widerspiegelt auch mit der Erkenntnis, dass die jetzigen Bilder eine Periode zeigen, die in 10 Jahren vielleicht nicht mehr aktuell ist aber als Zeitdokument – ausgedünnt – dennoch Bestand hat.

  17. Hm, interessant an den Kommentaren ist, dass die Dinge bei der Fotografie immer wieder sehr verbissen und engstirnig aufgenommen und verarbeitet werden. Das gibt es ja auch in anderen Hobby-Bereichen, wie beispielsweise dem Fußball oder auch hier und da bei der Musik – interessant bleibt es dennoch. Ich meine damit natürlich nicht alle Kommentare, aber einige.

    Ich frage mich nach dem „Warum“. Warum erhitzt man sich so gegen Bilder oder Genres, mit denen man nicht viel anfangen kann, oder die man einfach nicht bedient oder versteht? Mal rumgesponnen: Vielleicht ist es die Suche nach dem fotografischen Sinn („Warum fotografiere ich?“)? Vielleicht auch Ausdruck des Unvermögens, in genau jenem Feld selber Fuß zu fassen – beispielsweise weil sich jemand nicht traut, passende Modelle anzusprechen oder ähnliches. Vielleicht Unzufriedenheit mit dem eigenen Sujet und Werk? Vielleicht sind andere Fotografen aber auch so klar von ihrer Arbeit und deren Inhalt überzeugt, dass andere Werke die Gemüter erhitzen, vielleicht aber auch völlig andere Motivationen. Ich finde es hochspannend und lese mich gerne (hier in der Diskussion oder in den vergangenen) durch, auch wenn ich nur selten einen Kommentar hinterlasse.

    Manchmal stelle ich mir vor, beim Essen-gehen liefe es ähnlich, mein Tischnachbar steht plötzlich mit einem Ruck auf und kommt zu mir an den Tisch um mir die Meinung zu geigen, dass Fisch mit Reis und Barbecue-Sauce (okay, okay, ist vielleicht wirklich nicht jedermanns Sache, aber was soll’s?) ja so gar nicht ginge, welch fürchterliche Barbarei!! Und plötzlich entbrennt im gesammten Restaurant eine Gruppendiskussion über die richtige Menüzusammenstellung („Aber SIEEEE haben doch selber ein vollkommen durchgebratenes Steak auf Ihrem Teller, sind Sie denn des Wahnsinns??“) die mehr und mehr eskaliert! Wäre ein spannender Stoff für einen unterhaltsamen Film/Sketch oder ein Theaterstück! :D

    Mein Ansatz ist eher: Alle Fotografien anderer können Inspiration sein. Viele mag ich, manche mag ich nicht, manches will ich gerne mal versuchen, manches auf keinen Fall, aber die Neugier bleibt! Was tun andere und warum? Mir klaut schließlich niemand etwas vom Teller, ich seh mir nur die Nachbartische an und überlege mir mein eigenes Menü ;)

    Und geht die Welt davon unter, weil jemand das selbe Menü hat wie ich? Ganz sicher nicht ;)

    Auf alle Fälle wieder richtig spannend hier, da bleibe ich am Ball.

    Und by the way @Marit: Ich mag den Artikel und die Bilderauswahl, sehr interessant! Mir war diese fotografische Bewegung auch schon aufgefallen, da sie online wirklich sehr präsent ist und ich fragte mich schon häufiger, was wohl dahintersteht. Danke für Deine Ausführungen und Gedanken!

    Greets & ein schönes Wochenende Euch allen.

    • Hey Udo, zwei Thesen zur Frage Stärke der Erhitzung:

      1) Kwerfeldein bewegt sich (aus meiner subjektiven Sicht!) ja verglichen mit anderen Publikationen schon stärker im Dunstkreis dieses Genres und seiner Akteure, sie finden sich immer wieder in den Vorstellungen hier. Ich meine, mich daran erinnern zu können, dass es auch mehr allgemeine Kritik an Street gab, als das Genre auf kwerfeldein phasenweise stark bedient wurde. Ich kann mir also vorstellen, dass diejenigen Leser, die hier sind, weil sie sich für andere Themen interessieren und dann immer wieder Bilder „vorgesetzt bekommen“, die sie nicht mögen und an denen sie schon Kritik geäußert haben, sich sozusagen innerlich hochschaukeln.

      2) Diejenigen, die die diskutierten Fotos herstellen, müssen sich ständig Kritik daran anhören, nicht nur auf kwerfeldein. Irgendwann ist man davon sicherlich ordentlich genervt und reagiert nicht mehr so besonnen wie vielleicht bei der ersten Begegnung mit der Kritik. Und interpretiert vielleicht auch zunehmend Aussagen in Kritik hinein, die im konkreten Fall gar nicht gemeint war, erfahrungsgemäß aber geübt wird.

    • Hallo Udo,

      ich glaube ja immer noch, das wir alle eine völlig neue Art der Umgangsregeln erlernen müssen. Im Netz scheint es recht barsch zuzugehen und durch das Fehlen von Mimik werden viele Dinge falsch aufgefasst oder auch grundsätzlich schon falsch an ein Gegeünber gesendet. Denn auch bei der Kommunikation muss man sich immer fragen, was man wil. Will man den Anderen erreichen, möchte man Dialog oder möchte man Konflikt schaffen.

      Freut mich das du den Artikel magst. Dann hat es sich wenigstens doch gelohnt ihn zu schreiben :-)

  18. Vielen Dank für die zahlreichen Gedanken. Vorallem möchte ich Sebastian und Alex danken. Eure Kommentare zu lesen hat mir viel an Input gebracht das Thema differenzierter zu sehen.

  19. Man Leute, seit diesem Arttikel denke ich über eure Worte nach. Vorallem der Begriff „Schönheit“ lässt mich nicht los. Alex, der sich in die Höhle des Löwen traute, und dabei angreifbar ist, weil er mit seinen Namen und seinen Arbeiten zur Diskussion steht (übrigens anders als so mancher anonyme Schreiberling mit ausgedachten Namen, versteckt hinter einem Monitor) schrieb, das seine Motivation die Schönheit ist. Dies wurde ihm angekreidet. Aber wie kann das sein? Unsere Gesellschaft lebt von der Schönheit. Wir umgeben uns mit Dingen die uns gefallen. Wir schmücken unsere Wohnung so, das wir uns wohlfühlen, wir kleiden uns so, das wir uns gefallen, wir hängen Bilder an die Wand, die uns gut tun. Das ist das Prinzip der Schönheit. Sie lullt unseren Geist ein, sie macht uns zu gutmütigen Menschen, manchmal auch zu raffgierigen, aber das ist jetzt nicht das Thema. Schönes und ja, manchmal unnütze Dinge, die sammeln wir. Im Geheimen und manchmal ganz Offen. Wie kann Schönheit etwas sein, das man nicht möchte? Schönheit macht das Leben lebenswert. Eine Welt, die uns manchmal mit schrecklichen Bildern verfolgt. Bilder aus der eigenen Geschichte, der Familie oder der Welt dort draußen. Den Schrecken an die Wand hängen? Nein. Auch wenn wir uns dieser Welt bewusst sind, so sind es auch die schönen Dinge, die es für uns lebenswert machen. Schönheit ist Überleben.

    • Ich finde die Bilder nicht schön.
      Was machen wir jetzt?

      Was ich damit sagen will: „Schönheit“ ist ein ganz schlechtes Argument in der Beurteilung von Fotografie. Wie im übrigen auch bei der Malerei, Architekur usw.

      • Subjektivität und „Das mache ich nur für mich“ sind leider die Totschlagargumente, die jedwede weitere Diskussion über Fotografie erübrigen.
        Dann kann man sich auch die Kommentarfunktion hier sparen.

      • Schönheit ist eine Empfindung und sie ist ein guter Grund warum jemand etwas macht was er macht.

        Und Schönheit ist auch der Grund warum Menschen Bilder „liken“, sich an die Wand hängen, sich damit schmücken, sie verkaufen und was weiß ich. Schönheit als Argument also völlig zu negieren halte ich für falsch und ich wüsste nicht in welche Richtung ich diesbezüglich mit Dir diskutieren sollte ;-)

      • Aber Du rufst mit Deinem Beitrag doch zur Diskussion über diese Fotografie auf, nicht ich. Jetzt haben andere und ich uns beteiligt und versucht, von vordergründiger Schönheit auf vielleicht eminentere Motivationen zu schwenken und die Diskussion wird Deinerseits mit nicht diskursfähiger Subjektivität erstickt.
        Und wenn diese Fotografie -was ich im übrigen nicht glaube- lediglich auf der Abbildung schöner Sujets beruht, kann ich mit Fug und Recht und provokant behaupten, daß dieses Metier lediglich dekorativen Zwecken genügt. Für die gemütliche Wohnzimmereinrichtung.

      • Mein Fehler war meine subjektive Meinung am Ende kund zu tun, auch, wenn ich nicht deiner Meinung war :-). Wenn ich dir dabei auf die Füße getreten bin, so tut es mir leid. Ich dachte eure Diskussion wäre zu Ende.

        Ich finde dekorative Wohnzimmerkunst aber immer noch nicht schlimm. Van Gogh´s Sonnenblumen haben es trotz „Kunstverstand“ ja auch an die Wohnzimmer dieser Welt geschafft. Und das ist vielleicht das was ich sagen will. Was wäre so schlimm daran, wenn das da oben dekorative Wohnzimmerkunst ist weil es ja zu mittig, zu gestellt, zu langweilig und zu geschichtslos ist, wie der nachfolge Kommentator es so schön beschreibt? Hätte sie dann keine Daseinsberechtigung? Ich habe das Gefühl, das der Betrachter die Bilder zu etwas erhebt, was sie nicht sind, um sie dann wieder herabzusetzen, und da komme ich irgendwie nicht mehr mit.

      • Marit, nein, Du bist mir nicht auf den Füßen rumgetreten. Ich finde es nur schade, daß wir bei den Bildern hier jetzt mittlerweile bei Dekoration und Ornament angekommen sind, obwohl ich der Meinung bin, daß hier mehr hintersteckt. Da ich aber auch aufgrund meiner gänzlich anders gearteten Fotografie kaum Zugang zu diesem Metier besitze, habe ich gehofft, hier Antworten zu finden. Deshalb meine vielleicht etwas impertinente Nachfragerei. Nix persönliches!

      • Aber ist das nicht genau der Punkt? Was für Erwartungen hat der Betrachter an ein Bild. Das scheint mir, bei diesen Bildern, eine wichtige Frage zu sein, die wiederrum zu Diskussionen über Motivation und Hintergründe führt.

        Was ich hier jetzt sehr oft gelesen habe sind Bewertungen, sehr persönliche, subjektive und vorallem sehr pauschal getroffene Bewertungen.

        Wenn es sich nun aber lediglich um ein Abbild eines Gefühls oder aber „nur“ der Suche nach Schönheit geht, dann geben mir die Bilder mehr Aufschluss über eine Generation, nämlich darüber was sie sucht und was sie vermisst.

        Die Einheitlichkeit der Bilder kann zum einen daher rühren, das man sich an Vorbilder orientiert, weil der Kanon verständlich ist und gefällt und zum anderen, weil es seit Jahren Treffen von Fotografen gibt die ganz ähnlich ticken, eine ähnliche Ausrüstung haben und dadurch zu ähnlich gearteten Bildern kommen, die dank flickr dann auch öffentlich gemacht werden. Und diese Bilder sind für mich dann Zeugnis von Zusammenhalt, gemeinsame Interessen und Verbundenheit. Ich kann darin dann nicht verwerfliches sehen und vielleicht bringt dann genau diese Gleichschaltung der Ergebnisse viele Fotografen dazu, an ihrer ganz eigenen Sprache zu arbeiten weil die Gleichheit dazu ermutigt.

  20. Ich finde, mit dem Kriterium Schönheit kommt man bei den wenigsten Bildern weiter. das wird philosophisch und endet in der Frage, wollen alle Menschen glücklich werden, auch der letzte Irre, der diesen Planeten in den Abgrund reißen mag?

    Ich lese immer wieder heraus, das ist Kunst, das ist keine. Bei mir liegt der Schwerpunkt auf dem Fotografieren. Dabei suche ich für mich den kleinsten gemeinsamen Nenner und versuche das möglichst einfach zu zerlegen. Ob es Kunst ist oder nicht, ist mir persönlich auch bei meinen Bildern egal, meine empfinde ich zum Teil schon so, die meisten davon aber nicht. Kunst kann es vor allem dann sein, wenn es eine Reaktion hervorruft.

    Ich bewerte die Bilder gerne an ihrer Aussage. Haben die eine, erzählen die etwas? Mir erzählen diese hier wenig. Ich sehe Situationen, mit denen ich nichts anfangen kann, im Gegenteil, es wirkt gestellt und nach Schnappschuss gewollt, da verpufft jeder Zauber wie bei der Elfe im Wald.

    Die Gestaltung der Bilder ist für mich mangelhaft, so gut wie alles ist in der Mitte. Mitte heißt Ausgleich aber auch langweilig, je nach Lesart. Oder dass jemand die Technik nicht im Griff hat und sich am Mikroprismenring oder Autofokussensor festklammert.

    Die Technik ist das nächste, die ist bewusst schlampig gehalten, um die Authentizität zu steigern, was in meinen Augen gründlich misslingt.

    Was erzählen die Bilder über den Fotografen? Eine gute Idee ist hier oberflächlich umgesetzt, derzeitige Stilmittel wie das Quälen von Film, wird inflationär betrieben.

    Was ist das Gute an dem Bildern? Jemand hat sich Mühe gegeben, den Mut gehabt sich der öffentlichen Meinung zu stellen, lässt sich in seine Gedanken schauen, hat etwas geschaffen, das noch lange nicht jeder kann und eine ziemliche Diskussion ausgelöst. Für mich haben alleine deshalb schon diese Bilder ihre Existenzberechtigung.

    Vielleicht kommt man mit solchen Minimalkritierien wie Aussage, Technik, Gestaltung, was erzählen sie über den Fotografen, was ist auch bei einem Verriss positiv, weiter.

    Gruß
    Karlheinz

    • Das sind ja scheinbar extreme Positionen: Marit findet, (wenn ich das so zusammenfassen darf) : „ohne Schönheit ist alles nichts“ und Karl-Heinz meint, dass man mit dem Begriff Schönheit nicht weiterkommt. Ich denke: Marit hat recht, aber es fehlt noch etwas und auch Karl-Heinz könnte ich zustimmen, wenn er gesagt hätte, dass der Begriff „allein“ uns nicht weiterbringt und eigentlich ist das Fehlende in seinem Beitrag schon enthalten – Ich glaube es fehlt zumindest der Wert: „Wahrheit“ oder auch „Relevanz“ , „Bedeutung“, ohne den die Schönheit nur ein Schein, ein Gespinst und Oberfläche zu bleiben droht. Wenn man es klassisch mag, dann fehlt nur doch die Menschlichkeit oder Güte als dritter im Bunde und ich bin dann wieder bei : „Dem Wahren. Schönen. Guten“ ….möge die Kunst dienen. Stammt möglicherweise von Platon und wurde im Klassizismus gerne über die Portale von Opernhäusern graffittiert – Ich habe das hier schon mal versucht anzubringen.

      Die Diskussion ist vielleicht deshalb so eine Achterbahnfahrt, weil wir diese drei Kriterien durcheinanderwerfen: Die Schönheit zu bestreiten oder besser zu verwerfen, weil man persönlich keine Wahrheit oder Wahrhaftigkeit erkennen kann ist irgendwie unsauber.

      Ich versuche es mal:
      Was kann hier als schön oder unschön gesehen werden:
      die Mädchen, die Natur, die Szene / Stimmung, die Abbildung. Das müsste man schon getrennt bewerten, aber : da ist was.
      Dann die Wahrheit / Erkenntnis / Aussage: Ist es eine Traum- oder Alptraumabbildung, ein Wunschdenken, eine Abbildung oder ein Bannen innerer Ängste. ein Aufruf eine Warnung. In jedem Fall sind es unwirkliche Szenen, die ein Verhältnis zwischen einem offenbar einsamen, weiblichen, verletzlichen wehrlosen Wesen und seiner Umwelt beschreiben. Also irgendetwas wie ein Psychogramm, das man aber „lesen“ kann. Die abgebildete Relation zwischen „Ich“ und „Welt“ mag einem nicht behagen, man kann sie als wehleidig oder gefühlsduselig etc von sich weisen, aber wenn man ganz ehrlich ist, ist einem ja nichts Menschliches fremd. Man kann sich auch in Antigone „hineindenken“ und ich beglückwünsche jeden, der dazu in der Lage ist.

      Die Frage nach dem dritten Wert, dem ethischen, moralischen Anspruch ist damit schon abgehandelt, auch wenn man bei einer so individualistischen Darstellung eines Einzelwesens in der Natur schnell an die Grenzen kommt.
      In diesem Konzert aus Ästhetik, Wahrheit und „Menschseinsbezug“ (grausam) kann den gestalterischen Mittel – in diesem Fall z.B. die Verwaschenheit, Schrundigkeit, die scheinbare Alterung das Beschädigtsein der Abbildungen eine gelungene oder weniger gelungene Funktion zugewiesen werden.

      Oder ganz anders : Schaut Euch einmal auf Youtube ein paar alte Folgen von „1000 Meisterwerke “ an. Da nimmt sich jemand vielleicht 10 Minuten Zeit, ein Bild einmal ganz ruhig zu beschreiben, zu analysieren, auf sich wirken zu lassen und manchmal mit anderen Werke zu vergleichen. Und diese Ruhe mit der Frage; was sehe ich da eigentlich und was löst es in mir aus, die fehlt uns allen viel zu oft (Schluchz) und wir brettern über die Bilder hinweg wie ein Dampflokomotive. Ich denke dass das etwas bringen kann, auch wenn es nicht um anerkannte Meisterwerke geht. Ob ich mit meiner Analyse dem Künstler gerecht werde, ist mir nicht allzu wichtig – da bin ich sehr egoistisch; wenn die abgebildete Schönheit mich erfreut, die herausgelesene Wahrheit mich bereichert und die enthaltene Menschlichkeit mich verbessert, wäre doch alles gut.
      Ich würde mich freuen, wenn das hier einmal weiterverfolgt werden würde. Auch den Begriff Romantik könnte man hier noch einmal vorsichtig beleuchten.. aber es wird ja alles zu lang und wer liest es noch ?
      Grüße

      • “ohne Schönheit ist alles nichts” – solch eine Aussage ist mir zu extrem und leider auch völlig mißverstanden :-)

        Schönheit ist ein Indikator. Ich möchte nur die Position verändern, die Sichtweise auf diese Bilder ein bisschen verrücken. Aber es gelingt mir leider nicht.

  21. Also Irgendwie berühren mich die wenigsten dieser Arbeiten….

    Das Ding Nacktefraualleinimwalfgucktnachdenklichoderhatdieaugenzu ist doch schon ziemlich durch.

    Wenn man sich schon den Aufwand macht sich ein stilles Plätzchen zu suchen , sein Stativ mitschleppt,tiefgründige Zeilen verfasst, warum geleichenn sich derartige Arbeiten sooft? Warum so wenig Kreativität?

    • herr freitag, antworten finden sie vielleicht im text und in den über 60 kommentaren. :-) relevant scheint das thema aber zu sein, denn diese fotos bestürzen trotz vorgeworfener einheitlichkeit.

      • Also weder im Text noch in den Kommentaren gibt es eine Antwort auf die Frage warum man bei dieser Art der Fotografie der beabsichtigten Beliebigkeit fröhnt.
        Und das Schönheit der Grund wäre Fotos zu liken ist auch eine ziemlich steile These. Wobei „liken“ in meinen Augen auch zu oft ein Ausdruck der Belibigkeit ist.

        Das geht dann eher „Oooch, is das niedlich/nett/hübsch“ klick, geliked und nie wieder angeschaut. Dahingegen gibt es Fotos, die kennt die ganze Welt, und die haben sich in das kollektive Bewusstsein eingebrannt mit Motiven die eben alles andere als schön sind. Das Foto von Phan Thị Kim Phúc sei nur mal als Beispiel genannt.

        Und daß in der Romantik nur die Schönheit als Bezugspunkt des Genres zu betrachte ist, das zum liken anhält, halt ich auch für sehr weit hergeholt. Spitzweg zum Beispiel ist bestimmt nicht immer noch so präsent, weil seine Bilder nur die pure Schönheit wiedergeben. Nein. Der liebevoll ironische Blick auf seine Umwelt und Zeitgenossen sind es meiner Meinung nach, die man heute immer noch zu schätzen weiss. Nicht der perfektromantische Schinken den man in der guten Stube hängen hat sondern eben der bewusste Bruch damit.Das sind Dinge, die den oben gezeigten Bildern dieser sogenannten jungen Fotografie gänzlich abgehen. Und das langweilt.

        Und genau darum, denke ich, können es viele der Kommentatoren hier nicht nachvollziehen, warum diese Art der Bilder, trotz dieser Beliebigkeit, immer wieder auf Kwerfeldein vorgestellt werden.

      • „Und genau darum, denke ich, können es viele der Kommentatoren hier nicht nachvollziehen, warum diese Art der Bilder, trotz dieser Beliebigkeit, immer wieder auf Kwerfeldein vorgestellt werden.“

        Weil wir uns kein Pauschalurteil erlauben.

  22. Ich denke mal daß da, von einer Vertreterin der Jungen Fotografie, mehr kommen könnte, als einer Erwiederung auf einen aus dem Zusammenhang gerissenen Satz. Und daß die Bilder einer gewissen Beliebigkeit unterliegen ist hier ja mehr als einmal postuliert worden.
    Da mit dem Totsachlagargument Pauschalurteil zu kommen, kann man machen muss man aber nicht unbedingt (zumal ich ja noch mehr geschrieben habe).

    Dann eben nicht.

  23. Meinen Kommentar von Sonntag hat wohl den Spamfilter, wohl dank des Youtube-Links, nicht überlebt. Schade eigentlich.

    Halten wir fest:

    – Diskussionen über Subjektivitäten sind sinnlos, solange sie sich auf affirmativer Ebene bewegen. Da gibt es nichts zu diskutieren. Was Du oder Ich jeweils als schön oder abstoßend, langweilig oder unspannend empfinden, ist eine Frage unseres Wissens, unseres Empfindens, und schlussendlich auch des Zeitgeistes und dessen Einfluss auf uns. Richtig oder falsch, gibt es da nicht. Wir können uns austauschen und wissen danach ein wenig mehr übereinander, dabei geht es um uns und unsere Sicht auf die Welt.

    Wenn also Alex schreibt, er macht seine Bilder weil er sie schön findet, ist die Diskussion auf der Ebene beendet, wer bitteschön kann sich anmaßen, seine Empfindungen in Frage zu stellen? Niemand.

    Marit – Du fragst ob die gezeigten Bilder hier von den Kommentatoren auf eine Ebene gehoben werden, die Ihnen nicht gerecht wird, nur um sie dann gleich wieder fallen zu lassen. Daran, glaube ich, bist Du aber mitschuldig. Die Einordnung in den Kontext der Romantik hast Du vorgenommen. Möchte ich nun die Bilder auf einer Ebene jenseits der Subjektivität diskutieren, dann müssen sie sich an dem messen, was im Kontext Romantik gegeben ist. Der vom „bösen Frosch“ genannte Carl Spitzweg wäre ein Beispiel. Sobald Ich oder Du anfangen unsere oder andere Werke in gegebene Kontexte einzuordnen, ergibt sich ein Wertekanon, den man, mit offenem Ergebnis, diskutieren kann, der sich dann auch in mehr oder minder harte Kriterien fassen lässt. Die Frage die sich dann für mich stellt, ist die, ob die Einordnung in den Kontext der Romantik, den Bildern auf diskursiver Ebene nicht mehr schadet als nützt.

    Wenn ich also, was ich persönlich durchaus mache, meine Bilder in den Kontext Dokumentarfotografie stelle, dann muss ich damit leben, dass ich an dem gemessen werde, was in dem Kontext maßgebend ist und tue gut daran, mich auf den Arsch zu setzen und mir einen Überblick über das Sujet zu verschaffen.

    Mit einer erfolgten Einordnung sind wir, so glaube ich, auch wieder bei der Frage angekommen, ob es nicht auch darum geht, aus der vermeintlichen Mittelmäßigkeit herauszustechen, anstatt die eigene Fotografie in erster Linie als etwas persönliches, mithin eben Subjektives zu begreifen und die Einordnung einfach dem Betrachter zu überlassen. Ein Künstler geht ja nicht hin und sagt sich, dass er heute mal Kunst macht, der macht einfach, nach im die Sintflut.

    • Scheint so, als würde sich einfach alles wiederholen. Mit Neoromantik wird eine Literaturrichtung bezeichnet, die vor ungefähr 100 Jahren -100 Jahre nach der eigentlichen Romantik!- aufkam und sich gegen den Naturalismus und die beginnende Moderne wandte.
      Motive und Themen der Neoromantik passen auffallend mit der neoneoromantischen :-) Fotografie überein: „…Die neuromantischen Dichter zeigten Vorliebe für exotische Schauplätze, für Wunderbares und Geheimnisvoll-Magisches, für das Skurrile, für Sagen, Mythen und Märchen…“, http://de.wikipedia.org/wiki/Neuromantik

      Vielleicht kann man diese eskapistische, die reale Außenwelt abschottende und introvertierte Fotografie auf der künstlerischen Ebene als Gegenentwurf zur sehr nüchternen und klaren Fotografie der New Topographics oder der jungen Düsseldorfer Schule sehen, in der sich die Fotografen in ihren Werken überwiegend an der vorgefundenen Realität abarbeiteten.

      Vieles deutet auf die wieder aufkommende Abkehr von der harten Realität hin, siehe z.B. auch Ritterfeste, Rollenspiele oder die Homing-Kultur http://www.freundevonfreunden.com , in der man es sich zuhause möglichst bequem und schön sic! macht und versucht, die nicht mehr kontrollierbare, stressige und unmenschliche moderne Außenwelt ein Stück weit auszusperren.

      Mir reicht das als Erklärungsansatz und ich bedanke mich für die gegebenen Anregungen, die leider -und das muß ich bemängeln- nicht von den Protagonisten kamen.

    • Ich finde den Punkt mit dem Wertekanon sehr interessant. Wir Menschen neigen ja nunmal dazu alles in Schubladen zu pressen und zu drücken . Marit hat z.B eines meiner Bilder auf dem ich z.B selbst (fast)nackt im Wald posiere – als „romantisch“ bezeichnet – eine Schublade in die ich meine Arbeiten nicht unbedingt einordnen würde.

  24. Hej zusammen! ;)

    Mir war schon vor dem Lesen der Kommentare klar, was da auf mich zu kommt… *seufz* :)

    Vorweg:
    Ich genieße diese Art der Fotografie sehr, insbesondere weil sie der Literatur und Kunst näher steht als das Handwerk. Letzteres hat als Basis für die Fotografie zwar eine fundamentale Bedeutung, sollte m.E. aber seltenst alleine stehen – wenn doch, wird es mir meist zu kühl.

    Soviel zu mir.

    Zu UNS
    fällt mir beim Lesen der Kommentare mal wieder ein, dass wir Fotografen (egal ob Hobbyisten, Amateure oder Pros) endlich lernen sollten, dass die jeweils eigene Art die Fotografie zu leben nicht das Maß der Dinge ist, dass wir das Tun der Anderen nicht vorschnell bewerten und schon gar nicht herabwerten sollten.

    Über den Tellerrand schauen ist total wertvoll, solange man seinen Blutdruck im Griff hat.

    Ich bin sehr wortverliebt und audiosexuell – und beides beeinflusst meine Fotografie sehr. Mir ist bewusst, dass viele Fotografen (auch in den Kommentaren gelesen) die Fotografie am Liebsten ohne Textfeld genießen und präsentieren.

    Alles gut – hat oft eine emense Wirkung! Mir >persönlichmich< gut unterhalten…

    Falk