Kwerfeldein
16. Juni 2012 Lesezeit: ~ 8 Minuten

Objektivwahn – größer, weiter, schärfer

Immer wieder fragt man mich nach Objektivempfehlungen oder schwärmt mir etwas von absoluten Traumobjektiven vor. Möglichst viele, große Objektive – das mag ja alles schön und gut sein, wenn man sich mit der Materie „auskennt“. Allerdings begegnen mir Fotoanfänger oft mit Unverständnis, wenn ich ihnen empfehle, möglichst klein anzufangen. Mit reduzierter Ausrüstung das Fotografieren lernen. Logisch – die kleinere, günstige Ausrüstung bekommt man nicht oft empfohlen. Doch warum tue ich es dann?

Mein Anfang

Um das besser vermitteln zu können, folgt erst einmal der Weg, den ich gegangen bin, auch wenn er noch lange nicht zuende ist: Ich selbst habe mit einer Canon 400D und dem 18-55mm Kitobjektiv begonnen – und war erschrocken, wie wenig „Zoom“ so eine „professionelle Kamera“ eigentlich hat. Denn mit „viel Zoom“ kann man bekanntlich „viel bessere Fotos“ machen – zumindest war das damals mein Glaube…

Das 18-55er war mir nicht genug, nach meinen ersten Fotosessions habe ich das Internet auf meiner Suche nach dem „ultimativen Objektiv“ förmlich umgekrempelt. Zugegeben: Die erschwinglichen Linsen waren nicht ultimativ. Daher entschied ich, mich vorerst mit dem abzufinden, was ich habe: Dem „zoomschwachen“ Kitobjektiv.

Als ich nach einem Jahr dann auf meine ersten Fotos zurückblickte und Verbesserungen im Vergleich zu den nun aktuellen Fotos sehen konnte, legte ich mir ein 70-300mm zu. Apropos Verbesserungen. Ein kleiner Zwischeneinwurf:

Die wahre Qualität der eigenen Fotos kann ich nicht direkt erkennen, nachdem ich mir die Bilder das erste Mal auf dem Rechner angesehen habe. Verbesserungen kann ich nur dann erkennen, wenn ich einige Zeit und viiieeele Fotos später auf ein älteres Foto zurückblicke. Vielleicht geht es euch genauso?

Zurück zum Thema: Die Fotos wurden durch das 70-300er in der Tat „besser“ und wirkten professioneller, allerdings ging ich nicht mehr ohne das Tele auf Fototour, ich hatte es immer dabei. Als wäre ich einer Sucht verfallen. Warum? Aus Angst, ein weit entferntes Motiv zu verpassen. Und ja: Da kann man wirklich von Angst sprechen.

Der Gedanke an eine Festbrennweite lag mir fern, schließlich wollte ich den Komfort der stufenlosen Brennweitenwahl nicht missen. Deshalb dauerte es ziemlich lange, bis ich mir ein 50mm Objektiv (Canon EF 50mm f/1,8 II) gekauft habe. Auch, wenn ich mich noch nicht zu 100% mit der vermeintlichen Einschränkung (bzgl. Brennweite) arrangieren konnte, gab es für die Festbrennweite drei entscheidende Argumente: Der geringe Preis, die große Blendenöffnung, also hohe Lichtstärke und die gute Abbildungsleistung.

In dieser Konstellation findet man wirklich kein Zoomobjektiv – immerhin gibt es Festbrennweiten schon ab ca. 80 Euro. Die geringe Schärfentiefe, die sich durch die große Blendenöffnung erreichen lässt, kann man auch als Vorteil sehen, das hängt aber sehr vom Fotografierstil ab – für mich zählt es zu den Vorteilen.

Und diesen Kauf bereue ich weniger als den des Teleobjektivs. Wenn man im Besitz einer Festbrennweite ist, lernt man, mit den Umständen umzugehen und aus jeder Situation das Beste zu machen. Ohne Tele aus dem Haus zu gehen, empfand ich vor ein paar Jahren noch als unvorstellbar – jetzt gehe ich ohne Bedenken mit nur einer einzigen Festbrennweite raus. Ähnliche Erfahrungen spiegelten sich auch im Gespräch mit anderen Fotografen bzw. „Fotografierenden“ wider.

Wenn ich die Zeit um sechs Jahre zurückdrehen könnte, zu dem Zeitpunkt, an dem es um meine erste DSLR ging, würde ich auf das Kitobjektiv verzichten und nur ein 50mm Objektiv zum Body kaufen. Denn dann hätte ich viel früher gelernt, mit wenig Equipment schnell voran zu kommen – ein Teleobjektiv wäre dann später ein nettes „Add-on“ gewesen. Ein Add-on, das einem mehr Möglichkeiten bietet, obwohl man nicht unbedingt darauf angewiesen ist.

Andere Gebiete, selbes Prinzip

Der Gedanke ist vergleichbar mit der Analogfotografie. Der eine oder andere von Euch konnte bestimmt schon einmal einem ehemaligen Analogfotografen bei der Arbeit zusehen. Mir selbst ist dabei aufgefallen: Sie arbeiten mit DSLRs irgendwie schneller und effizienter als pure Digitalfotografen. Denn sie haben gelernt, mit wenigen Auslösungen (aufgrund der begrenzten Bildmenge auf den Filmen und den hohen Kosten) gute und richtig belichtete Bilder zu schießen.

Selbst, wenn man vom richtigen Moment beim Abdrücken absieht, können sie die richtigen Settings zur richtigen Belichtung erstaunlich schnell und genau abschätzen. Nur sehr wenige DSLR Fotografen fühlen sich sicher, wenn sie im manuellen Modus fotografieren und das Ergebnis nicht sofort auf dem Monitor überprüfen können.

Seid mal ehrlich – wie wäre es für Euch, ohne Kontrolldisplay fotografieren zu müssen? Und wie viele falsch belichtete Fotos habt Ihr zusätzlich zu den richtig belichteten – auf Eurer Karte? Sofern Ihr kein LiveView oder VollAuto nutzt.

Auslöser für meinen Gedankengang war ein Kunstflugpilot, der gesagt hat, dass Piloten, die mit dem Segelfliegen gestartet haben, die besseren Kunstflugpiloten wären. Dabei habe ich gleich an den Analogfotografen gedacht, das lässt sich meiner Meinung nach fast 1:1 übertragen. Mir ist Folgendes aufgefallen:

Wenn man mit wenig Ausrüstung beginnt und sich nach einiger Zeit neue Ausrüstung hinzukauft, verbessert sich die Qualität der Arbeiten schlagartig. Wenn man allerdings gleich zu Beginn die beste Ausrüstung hat, kann man maximal so gut sein, wie man es bei einem Start mit minimaler Ausrüstung wäre. Der Verbesserungsschub bleibt dann aus.

Und auch bei allen Themengebiete abseits der Fotografie, die mich interessieren oder mal interessiert haben, trifft es genauso zu.

In a Nutshell

Mit dem Kleinsten anfangen. Und wenn man das beherrscht: Vom technischen Fortschritt profitieren.

Natürlich, Festbrennweiten haben genauso wie Zoomobjektive klare Vor- und Nachteile. So kann man nicht leugnen, dass Zoomobjektive Aufnahmen ermöglichen, die mit Festbrennweiten nur schwer umzusetzen wären, sie punkten hier vor allem durch ihre Flexibilität. Und natürlich nutze ich auch Zoomobjektive – nicht ungern! Schließlich sind das die optischen wollmilchlegenden Eierameisen.

Allerdings geht es mir hier nicht um eine Faktenschlacht zwischen Zoom- und Festbrennweiten. Der Sinn, den ich in Festbrennweiten für Fotoneulinge sehe, wäre auch dann dahin, wenn sie sich gleich zu Beginn ein „Festbrennweitenarsenal“ anschaffen.

Die Frage, die mich zu diesem Artikel inspiriert hat, war: Wie kann man sich fotografisch möglichst schnell und gut entwickeln, mit welcher Ausrüstung lernt man am meisten und wie kann man eine bessere Ausrüstung nutzen, um die Qualität der Fotos zu steigern?

Und wenn wir ehrlich sind, ist unser aller Ziel das ständige Hinzulernen.

Daher direkt an alle Neulinge: Ihr wollt gute Fotos machen. Und Euch möglichst schnell verbessern. Fotos schießen, die einen packen, die faszinieren und die Blicke auf sich ziehen. Sehr gut. Das wollen die meisten von uns. Dann macht Euch mal Gedanken, ob Ihr mutig genug seid, das kleine Experiment einzugehen und mit einer Festbrennweite zu starten. Zum Beispiel mit den genannten 50mm oder je nach Geschmack 28mm oder 35mm bei APS-C-Sensor. Ich mag die 50mm trotz APS-C.

Und auch an alle, die sich nicht zu den Neulingen zählen: Ich freue mich, wenn Euch mein Artikel auf die Idee bringt, einfach mit minimaler Ausrüstung „auf Tour“ zu gehen und wenn Ihr den Nutzen darin sehen könnt. Und noch mehr freue ich mich, wenn ich Neulingen bei ihrer Kaufentscheidung helfen konnte.

Und falls Ihr immer noch nicht davon überzeugt seid: Probiert es aus! Kamera, Festbrennweite und los geht’s!

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67 Kommentare

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  1. Schöner Artikel. Stimme dir voll zu.

    Ich habe zu Beginn nur mit m42 Festbrenntweiten fotografiert. Die manuelle Blende und das manuelle Fokussieren gefallen mir immernoch. Man ist einfach näher am Fotografieren.
    Beruflich muss ich dennoch auf den Autofokus zurückgreifen … man ist einfach schneller.

    Viele Grüße
    Josef

  2. Sehr wahres Wort Jan,

    ich würde gerne Unterschreiben. Scott Bourne hat es letzte Woche in einem offenen Brief ähnlich ausgedrückt, ich zitiere sinngemäß:

    “Viel Geld kauft keine guten Fotos, das bringt allein die Zeit und die Erfahrung. Investiert nicht Geld, sondern Zeit und es zahlt sich aus!”

    Besser kann man es nicht in Worte fassen.

  3. Toller Artikel, ich habe selbst mit einer 550 D angefangen und den beiden Kit Objektiven und bin dann auch auf das 50 mm 1,8 umgestiegen nach recht kurzer Zeit. Ich kann nur sagen, das mir das viel gebracht hat und ich möchte die Festbrennweite nicht mehr missen.
    Ich fotografiere meiner Meinung nach viel bewusster, wähle Bildschnitte bewusster aus und beschäftige mich viel mehr mit meiner Umwelt. Für mich kommt jetzt der Sprung, nach einem Jahr, zu besseren Objektiven. Meiner Kamera bleibe ich dennoch erstmal treu. LG

  4. Schöner Artikel. Inzwischen predige ich sowas auch immer mal wieder, weil ich genau das auf die harte Tour lernen musste. Seit ich mir das 50er geholt hab, klebt das zu 90% der Zeit an meiner Kamera. Und weil ich oft in kleineren Clubs Konzerte fotografiere, sind mir leichtes Gepäck und hohe Lichtstärke wichtiger als ein großer Zoombereich. Nur für Portraits hätte ich gerne noch ein lichtstarkes 105er dazu.

  5. Ja, durch Reduktion der Technik kann man sich besser auf das Motiv konzentrieren. Im Übrigen kann man ein Zoomobjektiv auch bei einer Brennweite “festtackern”, was natürlich eine Gewisse Selbstdisziplin erfordert. Ich habe im Prinzip ähnlich angefangen. Zunächst eine analoge Kamera im Kit mit zwei Zoomscherben die in ihrer Leistung natürlich etwas begrenzt waren. Irgendwann kam dann die Empfehlung ein “Nifty Fifty” zu kaufen. Danach hat es viele Jahre gedauert bis ich dann aus der Notwendigkeit heraus in ein wirklich gutes Telezoom investiert habe. Ich hab mal statistisch ausgewertet welche Brennweiten ich da überwiegend einsetze und siehe da, die klassischen 85, 135 und 200 treten übersignifikant häufig auf.

  6. Finde ich gut!

    Ich habe das Fotografieren zweimal angefangen. Einmal 2008 mit einem Zoomobjektiv, ohne mich mit der Technik zu beschäftigen (hauptsache zoomen, Automatik an, bäm – bekanntermaßen macht ja eine DSLR tolle Fotos ohne dass man was dazu tut…) und einmal letztes Jahr, 2011, nachdem ich meine alte DSLR schon längst verkauft hatte (weil sie ja nicht gut genug war – die Bilder waren ja nicht gut) mit einer gebrauchten Canon 30D und einem 50mm Objektiv. Beim zweiten Mal habe ich auch von Anfang an höchstens die Halbautomatiken genutzt und siehe da, der Fortschritt war schnell da und ich war fasziniert, wie viel besser meine Fotos innerhalb von ein paar Wochen geworden sind.

    Übrigens kann man auch mit einer Digitalkamera gut “analog” fotografieren: Alle paar Monate mache ich eine Fotoserie im Rahmen eines Dauerprojektes – der “Analoglüge”. Da denke ich mir vorher eine fixe ISO-Zahl aus, stell die in der Kamera ein und nehme ein Pre-Set für die Bilder. Die Vorschau mache ich aus und es wird ausschließlich in JPEG geschossen (wobei ich grundsätzlich schwarz-weiß nehme), nicht in RAW und ich schieße maximal 36 Bilder. So eine Serie kann ich jedem Fotografen nur empfehlen, denn in der Tat macht man sich viel mehr Gedanken zur Komposition und wie man sie richtig belichten könnte. Und wenn man keine Vorschau hat, dann ist man wesentlich bedachter.

  7. Guter Artikel :)

    Habe selber mit “Standardzoom” und Tele angefangen (die Kompakte mal ausser Acht gelassen), dann nach einer Zeit die Marke gewechselt (FT auf Vollformat).. Alles musste her! Weitwinkel als Festbrennweite, Weitwinkel als Zoom, Standardzoom, Tele, 50er Festbrennweite.. Am Anfang gabs mir einen Schub. Etwas später dann merkte ich dann, bessere Bilder kann ich jetzt machen, aber die meisten sind eher schlechter. Ich verschwende mehr Zeit damit nach zu denken wie es denn mit dem Objektiv aus dem Winkel und so-und-so aussehen würde, als einfach Fotos zu machen.. Ab dann bin ich immer öfter nur mit einem Objektiv unterwegs, und vermissen tue ich es nur sehr selten, mehr zu haben. Alles nehme ich nur noch mit wenn es unbedingt sein muss, so verstauben die meisten Linsen damit Sie einmal in 3 Monaten mal gebraucht werden.

    Wenn mich Leute fragen was Sie denn kaufen sollen, und ich eine Festbrennweite vorschlage, winken Sie leider fast immer ab..

  8. Sehr schön geschriebener Artikel :) … Auch wenn ich mich nichtmehr zu den Neulingen schätze, finde ich, dass die Tipps die dort gesagt werden, wie nur alleine mit der Festbrennweite loszuziehen sehr gut sind, um sein Fotografisches gespür zu trainieren

  9. Hallo, ich bin sozusagen neuling^^… habe seit knapp 2 1/2 Jahren eine 550d mit den Kit Objektiven 18-55 und 55-250mm. An Festbrennweiten habe ich mich noch nicht gewagt aber schon mal darüber nachgedacht. Der Artikel lässt mich schmunzeln da er gut das wiedergibt wie wir “Neulinge” empfinden. Ich muss zugeben das ich mein 18-55er liebe und knipse ausschliesslich damit. Und es stimmt mit geringer Brennweite lernt man schneller, effektiver Bilder zu knipsen. Ich finde man wird kreativer, sieht andere Blickwinkel man schult das Auge sozusagen. Mein Tele ist immer dabei aber sehr sehr selten wird es aus der Tasche gezogen. Wie gesagt das 50er ist seit langen nen Thema und dieser Artikel lässt mich nachdenken und um doch endlich mal in mein Fotogeschäft des Vertrauens zu gehen und es auszuprobieren..

    Falls ihr lust habt einige Pic´s von mir zu sehen..

    http://500px.com/InaConstantin

    Danke für diesen Artikel
    kann mich darin wieder erkennen ;-)

  10. Ich kann eigentlich nur zustimmen. Ich ziehe sehr gerne nur mit dem 50mm los. Es kommen immer schöne Bilder raus und die Entscheidungsmenge und damit die Komplexität sinkt.

    Einen Punkt möchte ich noch nennen. Meist kommen die meisten DSLR Fotografen ja bereits von einer anderen Kamera. Oft ist das eine vergleichsweise zoomstarke Kompakte. Nur eine Festbrennweite wird da als Einschränkung empfunden. Das macht es oft schwerer, enttäuschender und nach außen schwerer zu vertreten.

  11. Kann ich nur bestätigen! Nach meinem Kit-Kauf kam sofort das 50er 1,8 und ich habe mich geärgert, dass ich das nicht als erstes gekauft habe. ich würde jetzt jedem raten, der in die richtige Fotografie einsteigen will , nur eine Festbrennweite zu kaufen anstatt einem Zoom.

    • Auch mit einem Zoom kann man hervorragend beginnen, allerdings sollte man nicht die Kitgurken für sowas verwenden. Eine ordentliche lichtstarke Zoomoptik ist flexibler als ein Festbrenner, im Urlaub möchte ich nicht bei jedem zweiten Motiv die Linse abschrauben müssen.

      • …. und wer ein klitzekleinwenig was von Bildaufbau versteht, bekommt selbst mit den Kitgurken was ordentliches hin … 8-) Ausserdem haben die gegenüber den lichtstarken den unschlagbaren Vorteil, als sie kaum was wiegen. …

  12. Super Artikel. Darin kann sich wohl jeder wieder etwas finden.
    Auch wenn ich schmunzeln musste: Warum ließt man im letzten halben Jahr vermehrt solche Artikel / Berichte, in dem die Qualität der Ausrüstung zur Qualität der Bilder, und zum Können des Fotografen in Frage gestellt wird?

    Ich selbst habe den ganzen “ich-muss-besser-werden-und-brauche-bessere-und-teuere-technik-zum-fotografieren” Prozess gerade hinter mir.
    Das Ergebnis bei mir: Ich habe die Analoge Minolta meines Vaters abgeholt, habe mir eine kleine Selbst-Entwicklungs-Ausrüstung zugelegt, und ziehe fast nur noch mit der XG-M, einem 50er, und einem 35-70er los.
    Momentan denke ich auch immer wieder darüber nach, meine komplette digitale DSLR-Ausrüstung zu verkaufen…

  13. was für ein Artikel…
    auch ich war von dem Kit-Objektiv einer D40 nicht gerade enttäuscht, aber es war schon ernüchternd. Auf einmal kam dieses 35er von Nikon auf den Markt und die Blogs schwelten über vor Kommentaren, also hab ich mir es gekauft. Auf einmal musste ich hin und her laufen um ein gutes Bild auf die Karte zu bekommen. Aber von dem Tag an war nur dieses Objektiv auf der Kamera, ich kaufte mir die nächste Kamera und es war immer noch drauf. Dann kam eine 28er Festbrennweite aus den Siebzigern mit einer aufgeklebten CPU für die neuen DSLR´s, und die hat richtig Charakter.
    das schönste ist aber, ich hab sie in der Hosentasche, zack und sie ist auf der Kamera. jetzt spare ich für eine 200er oder 300er.

  14. Das ist ein guter Artikel! Ich zähle mich zwar alles andere als zu den Professionellen, aber immerhin bin ich mir inzwischen darüber im Klaren, welche Art von Objektiven ich nutze und welche nicht. Diesen Zustand habe ich noch nicht lange erreicht. :) Es brauchte erst eine Menge Fehlkäufe, um herauszufinden, was ich brauche und was nicht. Und im Moment bin ich dabei, meine Ausrüstung zu minimieren.

  15. Seien wir doch mal ehrlich: durch “Abschalten” des Internet hat man den größten Lerneffekt. Nichts ist nerviger als sich als Neuling durch die ganzen Technikforen zu wühlen, mit Front- und Backfokus, CAs, Distorsion, Verzeichnung, Rauschen, und all dem anderen technischen Schnickschnack konfrontiert zu werden.

    Meiner Meinung nach sollten Dslr-Kameras nur einen manuellen Modus besitzen, dadurch wird der Einsteiger zwar ins eiskalte Wasser geworfen, nach einigen Wochen wird er sich aber daran gewöhnt haben. Der Zusammenhang von Blende, Verschlusszeit und Iso wird dann auch schneller verständlich.

    Thema Festbrennweite: gibts noch was anderes? ;-)

  16. Mit einer Festbrennweite anzufrangen ist nicht generell ratsam. Wenn jemand noch nicht weiß, wo er seinen Schwerpunkt setzen mag (Street, Landschaft, Sport, Makro, Tiere…) empfehle ich seit langem nur noch eine Superzoom zum Einstieg.

  17. Ach mensch, da triffste einen wunden Punkt bei mir :D

    Ich habe auch mit dem 18-55 Kit angefangen – denke das war ne gute Sache, ein bisschen Zoom ist nicht schlecht, wenn man sich noch nicht darauf festgelegt hat, was man fotografieren will.
    Dann kam das 50mm und ich bin bis heute ein großer Fan davon und gehe auch gerne nur damit los…

    Aber dann, wenn es an die großen Tagesfototouren geht oder daran, wie ich jetzt meinen 6 wöchigen Urlaub plane —- könnte ich da das Makro, das Tele, das Weitwinkel (die nach und nach dazu gekommen sind) zu Hause lassen? Könnte ich den Vorteil des geringeren Gewichts und Packmaßes, den Verzicht auf den Objektivwechselstress genießen? Nein… ich bin an einem Punkt wo ich das nicht könnte. Ja, natürlich macht das 50mm super Bilder, aber meine Angst DAS Makroblümchen, DIE Weitwinkellandschaft oder DEN Televogel dahinten zu verpassen….

    Das ist manchmal etwas ätzend, aber ich fürchte, diese Einstellung werde ich so schnell nicht ablegen können, so sehr ich das 50mm auch schätze und dir zustimme, dass für den Anfang eine schnieke Festbrennweite echt eine gute Wahl ist, wenn man schnell viel lernen will.

  18. Als Anfänger ist man da meist leider etwas hilflos, vor allem wenn man keine Freunde oder bekannte hat, die einem da einen Rat geben können.

    Auch sogenannte Fachleute in den Fotogeschäften, von denen man eine gute Beratung erhofft, raten einem oft lieber zu einem Ultra-Zoom, zu mehr Megapixel oder zu großem LCD statt Sucher, ohne überhaupt darauf einzugehen, was für Fotos der Kunde machen möchte.

    Die Medien tun ihr übriges und suggerieren das neue Technik/mehr Technik besser ist und schönere Fotos macht (insbesondere die Werbung der Hersteller). Natürlich wollen sie ihre neuen Produkte verkaufen.

    Da hat mans als Einsteiger nicht leicht und so habe auch ich einen ähnlichen Weg beschritten, fotografiere mittlerweile fast ausschließlich mit dem 50er.

  19. Die optimale Linse ist doch immer die, die mir in einer bestimmten Situation den größten Vorteil verschafft und dazu noch in meinen Geldbeutel passt. 50mm und 30mm sind meine verlässlichsten Begleiter im Konzertnahkampf in kleinen Klubs. Wenn man die Kamera mit FB ans Auge führt, weiß man in der Regel doch schon vorher, was man durch den Sucher sieht, das bedeutet, dass das Bild schon mit dem bloßen Auge vorkomponiert werden kann. In vielen Situationen ein absoluter Vorteil. Aber auch in andern, oder besser in allen Situationen, in dehne es um Spontanität und/oder schnelles Reagieren ankommt ist es gut sich nicht mit zu viel Ballast zu belasten. Im Urlaub z.B. hilft es dem Urlaubsfrieden ungemein, wenn man nicht alle drei Meter anhalten will/muss um das für die Situation vermeindlich beste Objektiv auszuwählen. Esgillt für mich “Keep it simple!” und ich habe auch kein Problem mit Reisezoom und 50ger zu verreisen oder bei Ausflügen nur die Digi-Knipse oder analoge Messucher einzupacken. Was nützt einem der ganze Krempel, wenn er einen oft nur behindert. Also geh ich bei allen Anlässen möglichst angepasst und das Gepäck gewichtsoptimiert.

  20. Mit einer Festbrennweite anzufrangen, halte ich nicht für den grunsätzlich besten Rat.

    Entscheidend ist, in welchem fotografischen Bereich der oder diejenige seinen bzw. ihren Schwerpunkt setzen möchte. Wenn jemand noch nicht weiß, wo er seinen Schwerpunkt setzen mag (Street, Landschaft, Sport, Makro, Tiere…) würde ich ein Einsteiger SLR-Gehäuse mit Superzoom empfehlen.

  21. OBJEKTIVWAHN – GRÖSSER, WEITER, SCHÄRFER

    Ein sehr schöner Beitrag. Mir wird es mit jeder KWERFELDEIN-Ausgabe rätselhafter, warum Leute überhaupt noch „Clofoto“ & Co lesen oder noch schlimmer – kaufen…

    Zum Objektivwahn

    Dein Prinzip hat ja mit der Kamera nichts zu tun. Wenn wir im vergleichbaren analogen/digitalen Kleinbild/APS-Format und digital auch bei (m)FT bleiben. Geh in die 40er, 50er, 60er Jahre zurück. Warum hieß das 50 mm Objektiv wohl Normal- oder Standardobjektiv. In ganz alten Kameras und SLRs war es sogar unwechselbar fest eingebaut.

    Aber was machte den Aufstieg eines National Geographic Magazin erst richtig möglich? Wechselobjektive! Wobei ich mir sicher bin, dass die Profifotografen der 60er Jahre mehr Zooms genommen hätten, wenn Lichtstärke und Qualität gestimmt hätten. Besonders angesichts der verfügbaren Filme, speziell Kodachrome 25 – diese „Empfindlichkeit“ kann heute keine DSLR und Kodachrome 64!

    Lass die Zooms als „Fotografieverhinderer“ mal weg. Du kannst auch mit Festbrennweiten problemlos Mist produzieren. Ich erinnere mich an mein 17 mm Tokina Ultraweitwinkel. Ganz abgesehen davon, dass zumindest mein Exemplar ein Flaschenboden war, habe ich damit nicht ein brauchbares Foto gemacht. War einfach „nur viel drauf“ – alles Papierkorb… Das geht also „ganz leicht“ – auch mit Festbrennweiten.

    Es braucht je nach Können u.U. jahrelange Erfahrung das eine oder andere Bild hinzubekommen. Mit einer extrem hochauflösenden Kamera bin ich wieder bei Festbrennweiten: 24 mm, 35 mm, 85 mm Makro gelandet. Drei Objektive, mit denen schon extrem viel geht. Ich habe aber überhaupt kein Problem damit, den anstehenden Skandinavienurlaub mit einem 28-300 Originalhesteller-„Suppenzoom“ zu dokumentieren. Denn das Suppenzoom hat sich als erstklassig erwiesen! Nur als Ersatz und für die Muße gehen auch die genannten Festbrennweiten mit. Ergänzt mit einem 18 mm Superweitwinkel, weil ich nach 30 Jahren gelernt habe, wie Super-WW „geht“.

    Was 28-300 oder eben der Bereich 18-200/250/270/300 für die kleinen 15×23 Bildsensoren angeht. Wo kommt der geringschätzige Begriff „Suppenzoom“ her? Von Forenkaspern, die allen Ernstes glauben, dass sie ultralichtstarke und sündteure Originalhersteller-Festbrennweiten zu Profis machen. Da kehrt sich das Prinzip um. Aber für solche Technikexperten ist völlig egal, welches Objektiv vor ihrer Kamera sitzt. Die quatschen auch nur was von „Foten“ und „Shooting“ ;-) Schau dir die Deppen auf der Photokina beim „Rudelschießen“ an. Die alberne Baseballkappe 180 Grad auf dem Schädel, extrem angestrengte Gesichter, als würden sie gerade die Fotos ihres Lebens schießen ;-)

    Wahre Könner liefern mit einem 18-200 eine komplette Islandreportage für ein Hochglanzfachmagazin ab, die Forenuser pixelpeepen weiter in 1:1/100 % Monitorwiedergabe mit der Nase auf dem Bildschirm und haben weder ein Bild an der Wand hängen geschweige denn je irgendwo ein Bild veröffentlicht…

    Du hattest noch geschrieben: „Seid mal ehrlich – wie wäre es für Euch, ohne Kontrolldisplay fotografieren zu müssen?“

    MUSSTE ich! Die 1,3 MP Kodak/Canon EOS1n/DCS 3 von 1997/98 hatte keinen Bildmonitor. Wobei extrem half, dass ich viele Jahre mit Nikon F/F2 ausschließlich manuell messen/belichten musste. Was mich aber heute nicht daran hindert das Suppenzoom drauf- und die P-Automatik drinzulassen. Um dann von Fall zu Fall zu entscheiden, ob A oder M nicht besser/passender ist… Erfahrung ist viel, wenn nicht alles. Und mancher lernt es nie – egal mit welchem Objektiv.

    Ralf

  22. Sehr schön,

    ich benötige für meine Arbeit nur 3 Optiken und das ist meiner Meinung nach für jeden Profi
    ausreichend. Es stellt sich doch vor jedem Job die Frage was wird für das gewünschte Motiv benötigt,danach packe ich die Tasche, meist benötige ich nur das 80 mm und das 110 mm. ( ich arbeite grundsätzlich mit Mittelformat, das sind auf KB ca. 50 mm und 75 mm ).
    Allerdings plane ich meine Bilder im voraus und weiss ganz genau wie ich was fotografiere,
    es hilft oft erst mal ohne Kamera los zu ziehen, alles anschauen, in Ruhe über das Motiv nachdenken und mit einem konkreten Bild im KOPF wieder zur Location.
    So minimiere ich meine Ausrüstung meist reicht mir das Normalobjektiv, wenn ich privat fotografiere
    nehme ich nur das 50 mm mit.

    würde jetzt gerne mehr schreiben, muss jetzt aber auf den Spielplatz :)

  23. Ein wirklich lesenswerter Artikel, der wirklich auf viel positive Rückmeldung stößt. Über Umwege habe ich genau die gleichen Erfahrungen gemacht und bin über einen Fehler seitens des Objektivs auf eine völlig andere Spur gekommen. Angefangen hab ich ähnlich wie du mit einer Canon 500d mit einem Kitobjektiv (identisch von den Leistungen wie deine) und wollte auch mir sobald als möglich eine Tele besorgen. Tatsächlich im Glauben bessere Fotos erzielen zu können allein durch Technik.
    Durch eine seltsame Bekanntschaft, die sich schnell wieder löste bekam ich so nebenbei ein 50mm/1:2.0 Objektiv geschenkt, dessen Autofocos komplett im “Eimer” war. Das war etwa zwei Jahre nach dem Kauf der 500D. Ich wusste nicht, wie gravierend dieser Moment in meiner Fotolaufbahn sein würde. Davor habe ich mich mit all den Funktionen der Kamera nie beschäftigt und war mit der “Vollautomatik” zufrieden. Dieses Objektiv hat alles verdreht bei mir. Man nahm sich Zeit beim focusieren. Man wählte bewusst den Ausschnitt und Perspektive. Auch die Neugier zur Kamera selbst wuchs. Auch die Speicherkarte war nicht mehr knall voll, sondern mit einer bedachten Auswahl an Bildern. Ebenso erkannte ich einen entscheidenden Vorteil bei dem Autofokus. Spiegelungen in den Fensterscheiben, Pfützen, Seen, Wein, …waren manuell schneller und präziser zu erfassen als mit dem Autofocus.
    Heute bin ich durch diesen Fehler so weit, komplett im manuellen Modus zu arbeiten. Das Abschätzen lernen und das konzentrieren auf den einzigen richtigen Moment ist eine große Genugtuung. Dieser Fehler brachte mich dazu mein Interesse auf die Leica M Serie zu konzentrieren. Die Kombination zwischen dem berüchtigten Noctilux Objektiv und der Leica M9(-p) ist betörend. Aber das nur auf Grund eines lehrreichen und empfehlenswerten Fehlers für Vollanfänger, wie mir damals.

    PS: Das 50mm/1:2.0 von Canon ist für den manuellen Focus sehr sehr unpräzise. Empfehlenswert sind alle Objektive mit einem eigenen eigenständigen Manuellfocusrad, die dafür auch ausgelegt sind. Und wer es super präzise haben will guckt sich bei Gelegenheit die Leicas der M-Serie an.

  24. Ich würde absolut JEDEM zu einer neuen Spiegelrelfex (oder auch EVIL-Systemkamera) schon direkt zu Beginn eine einfache und bezahlbare aber recht lichtstarke Festbrennweite empfehlen.

    Zudem würde ich anraten, sich die Zusammenhänge von Zeit, Blende und ISO klar zu machen und nach etwas Eingewöhnung im “Av”-Modus mit vorgewählter Blende zu arbeiten – so lernt man die Schärfentiefe einzuschätzen und als Stilmittel zu benutzen. Dazu am besten nur den mittleren Autofokuspunkt nutzen.

    Habe 2005 mit der Canon 350D, dem 18-55mm und der 50mm 1.8 Festbrennweite begonnen und bemerkt, dass ich 80% nur mit der Festbrennweite photographiert habe. Seitdem habe ich mich zwar einmal an einem lichtstarken Zoomobjektiv versucht (17-55mm 2.8), bin aber nun ausschließlich mit Festbrennweiten unterwegs. Falls man mit Canon arbeitet kann ich nur jedem das 50mm 1.8 (gerne auch in der alten Version mit Metallbajonett) und das 85mm 1.8 empfehlen.

    Objektive kann man bei pfleglichem Umgang auch super als Art Wertanlage ansehen – wenn man sie gebraucht (aus seriöser Quelle) kauft und nach Jahren wieder veräßuert hat man selten einen Wertverlust.

  25. 100% Zustimmung – Mein Wechsel von einer Olympus DSLR mit Zoomobjektiven von 14-200 mm vollzog ich mit der Anschaffung einer 7D + 50mm 1.4, bewusst ohne Kit-Zoom um mit der Festbrennweite meine Entwicklung einen Tritt in den Hintern zu verpassen, Die Linse ist mein immerdrauf geworden.
    Leider bin ich doch schwach geworden und habe mir für den WW Bereich ein Zoom angeschafft (fall jemand Interesse an einen Tokina 12-24 DX II hat – bitte melden). Den Zoom möchte ich in nächster Zeit durch eine FB ersetzen ggf. TS?

    Gruß
    Jürgen

  26. Ich wollte immer schon fotografieren aber habe bei der analogen Fotografie nie wirklich damit angefangen, weil sie mir im Endeffekt ganz simpel zu teuer ist. Ergo hatte ich nicht wirklich Erfahrung und Ahnung von der ganzen Angelegenheit und habe mir dann ein Superzoom-objektiv zusätzlich zum Kit gekauft, eben weil mir die Kit-Reichweite nicht genug war. Das Superzoom habe ich immer noch, weil ich die Flexibilität schätze. Meistens bleibt es aber im Bereicht 18 – 50, max, 55 mm ganz einfach weil die Qualität meiner Bilder dann besser ist. Ich lerne nur allmählich, arbeite mich an Bildaufbau und Belichtung etc. ran und mache immer noch einen ganzen Po voll Fehlern, speziell was die richtige Belichtung angeht. Ich denke mir selbst, dass liegt daran das ich mich mehr auf den Bildausschnitt konzentriere als auf die richtige Belichtung zu achten. Ich stimme dem Artikel zu – Du musst eben erst laufen, bevor du rennen kannst, ne?

  27. Wie viel ist weniger mehr?
    Kann dem Artikel nur zustimmen. Als ich fotografieren begann waren Zoomobjektive noch weniger im Einsatz wie heute. Ich habe mit einem 50er begonnen und dann mir ein WW dazu gekauft. Heute fotografiere ich immer noch analog überwiegend mit den 28er und dem 50er. Bekannte fotografische Größen wie Henri Cartier-Bresson haben überwiegend mit den 50er gearbeitet.

  28. Intressanter Artikel.
    Ich selber fotografiere erst seit knapp einen Jahr mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera, einer EOS 1000D, die bei einem großen Elektronikhändler im Angebot mit zwei Objektiven war.

    Zu Anfang hab ich die Programmautomatiken benutzt und ausschließlich Jpeg geknipst. Inzwischen bin ich von der Automatik weggerückt.

    Recht schnell gesellte sich ein 50mm 1.8er dazu und vor kurzem auch ein 60mm Macro.

    Den Unterschied vom Anfang bis jetzt sehe ich schon eindeutig. Besonders weil ich inzwischen nicht mehr einfach alles fotografiere sondern meistens mit einem bestimmten Ziel/Thema losziehe.
    Das hat mir am meisten geholfen beim Fotografieren, auch wenn ich noch viel zu lernen habe, aber dafür gibts ja Fachblogs wie diesen.

  29. Das ganze ins Extrem zu führen: eine Kamera mit fest verbauter Festbrennweite als einzige Kamera in der Tasche zu haben.

    Haltet Ihr für bescheuert? Die allermeisten Menschen machen das bereits so: mit ihrem iPhone, das umgerechnet wohl ungefähr 35mm Brennweite an einer so genannten “Full Frame” Kamera bedeutet.

  30. Seit einiger Zeit ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, dass ich all die teuren Zooms stehen lasse und “nur” mit einer FB, meistens die 50er, aus dem Haus gehe. Und wenn man die Ergebnisse im nachhinein betrachtet, dann ist man erstaunt festzustellen, dass man es mit einem Zoom auch nicht anders, geschweige denn besser, gemacht hätte.

  31. Ich hatte mit meiner Minolta 7000 damals gar keine Alternative… Kein Geld, keine Ahnung und ich wusste nicht wie es weiter geht…
    Viele Jahre knipste ich mich so durchs Leben. Und ja: Ich habe gelernt, viel gelernt… und ja, ich kann manuell belichten ohne den Blick auf ein Display werfen zu müssen… :-)

    Und ja, ich schwöre auf Festbrennweiten – aber auch meine lichtstarken Zooms, die ich mir später leisten konnte, möchte ich niemals mehr missen…

    Ich bereue keine Sekunde fotografieren so gelernt zu haben… mit allen Steinen im Weg. Steine, die ich heute im blindflug aus dem Weg räume.

    Vielen Dank für Deinen Bericht, er sprach mir aus der Seele.

  32. Wie witzig, ich hatte die selben objektive in der selben Reihenfolge.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich mit nur einem 50er am Anfang etwas den Mut und die Lust verloren hätte….ein Jahr nach meinen Fotografieanfängen habe ich es gekauft und geliebt.

  33. Schön zu hören, dass ich da mit meiner Meinung nicht allein darstehe.
    Denn wenn einen jemanden beim Objektivkauf beraten soll und er am Ende doch unbelehrbar ist, dann kommt man schon ins Grübeln!

    Und auch schön, die anderen Meinungen zu hören!

    Übrigens, das mit der manuellen “blinden Belichtung” gelingt mir nicht wirklich. Denn dass passiert, wenn man fortgeschrittene Technik (in dem Fall ein Kontrolldisplay, Zoomobjektive könnte man mit dazuzählen) besitzt: Man wird faul und nutzt diese helfenden Techniken… wenn sie wegfallen, steht man blöd da.

    • Nachtrag:
      Dieser Sachverhalt ist selbstverständlich nur an der Küste komisch. In den Bergen sollte das Fotografieren mit Festbrennweiten Profis überlassen werden…..

  34. ich besitze seit etwa einem Jahr eine Nikon D5000 und seitdem fotografiere ich auch erst richtig. Angefangen habe ich mit einem Nikkor 18-135mm Objektiv welches ich von einer Bekannten für einen Spottpreis bekommen habe.
    Das erste mal von Festbrennweiten las ich hier auf der Seite so im Spätsommer letzten Jahres und seitdem hatte ich den Wunsch auch eine zu besitzen. Jetzt im Februar ist auch endlich mal das nötige Geld vom Azubigehalt übrig geblieben, sodass ich mir ein Nikkor 35mm 1:1,8 kaufen konnte und ich bin begeistert!
    Oft mache ich Fotos auf Partys oder so, halt abends bzw. nachts und wenn ich ehrlich bin hätte ich mir erst das Objektiv und dann den externen Blitz kaufen sollen vielleicht hätte ich ihn noch nicht mal, sondern eine weitere Festbrennweite, die Bilder sind einfach richtig gut!
    Und ein weiterer Pluspunkt, warum ich oft auch nur die Festbrennweite mitnehme, ist, dass sie leicht ist. Mein anderes ist schon nen ganzes gewicht und mit dem ist die Kamera vergleichsweise leicht.
    Gerne hätte ich eine Festbrennweite die etwas weniger Brennweite hat aber naja die gibts es nicht so viele…. :(

  35. Ich unterschreibe!

    Ich besitze seit 1Jahr nur noch FB’s:
    21,35,50,100,135,200.

    Ich brauche keinen Zoom mehr und meine Hochzeiten werden nur mit 2 FBs fotografiert.
    Es macht einfach viel mehr Spass und das Gewicht……
    Riesiege 70-200 kommen für mich nicht in Frage.
    Wenn ich eine einzige FB wählen müsste? 50mm an Fullframe wie 5D.

    Patryk.

  36. Hi,

    :o))… so ähnlich bin ich damals auch mit meiner ersten DSLR losgezogen. Bei mir war es ein 18-70. Worüber ich neben dem minimalen Zoom erstaunt war, dass man nicht einfach so nah wie man möchte ans Motiv ran konnte.

    Dieser “Schock” war dann auch der Auslöser, warum ich meine Ausrüstung nach einiger Zeit dann erstmal durch ein 50/1.8 (“Turnschuh-Zoom”) und ein altes, gebrauchtes Makro 105/2.8 ergänzt habe. Trotzdem fand ich in der Anfangszeit auch immer die Zoom Objektive so toll…

    Heute habe ich fünf Objektive, mit denen ich sehr gut zurecht komme und kaufe mir die Ausrüstung ausschliesslich danach, was für das jeweilige Gebiet in meinen Augen nötig ist. Was “nötig” ist, hängt dann von den Bildideen ab, die mir dann in den Sinn kommen, wenn man anfängt sich mit einem Bereich, der Location etc auseinander zu setzen.

    Danke für den Artikel! Schön, dass man nicht allein ist… ;o)

  37. der artikel ist rhetorik in reinform, reiner schrei nach aufmerksamkeit.

    “Meiner Meinung nach sollten Dslr-Kameras nur einen manuellen Modus besitzen, dadurch wird der Einsteiger zwar ins eiskalte Wasser geworfen, nach einigen Wochen wird er sich aber daran gewöhnt haben. Der Zusammenhang von Blende, Verschlusszeit und Iso wird dann auch schneller verständlich” von irgendsoeinem hannes

    wow, selten so einen mist gelesen

  38. Diese ganzen Empfehlungen und Tips und auch die kleinen Klugscheißereien anderer Leute kennt hier sicher auch jeder. Nicht immer sind sie falsch und nicht immer bringen sie einen persönlich weiter. Jeder muss da seine eigenen Erfahrungen sammeln – ob mit Kit-Objektiv oder mit Lochkamera, letztendlich zählt die Reise hin zum Foto mit persönlichem Stil.

  39. Blogartikel dazu: linkTime – Juni 2012 – #3 | linkTIME | bhoffmeier.de bhoffmeier.de

  40. 50 mm Brennweiten in allen Ehren aber viel Spass an grossen Konzerten ohne 70-200 mm 2.8 und auch noch front of house. Soll doch jeder damit fotografieren wie er mag und braucht. Ich besitze ein Teleobjektiv, eine Festbrennweite, ein Weitwinkel-Objektiv von 17-40mm und ein 10mm Fisheye.

    Wer Vögel beobachten möchte braucht ebenfalls Telezooms. Die Haben alle ihre Berechtigung. Ich liebe Festbrennweiten, wenn ich in der Natur fotografiere, gelegentlich kommt das 1.8er auch an Konzerten in den Einsatz, allerdings ist es zu langsam – und erzählt mir nicht, dass man bei 3 Songs den Automatikmodus nicht benutzen sollte :-)

    Lieben Gruss aus der Schweiz.

  41. Mit Festbrennweiten zu fotografieren bedeutet auch mit einem festen Blickwinkel zu fotografieren. Erst so lernt man wie sich bspw. 50mm “anfühlen” und wie man sich hinstellen muss, damit man einen bestimmten Bildausschnitt bekommt. Man lernt vor allem aber auch, wie eine Brennweite das Bild “staucht” oder “streckt”. Ein solch geschulter Blick kann dann Motive m.E. einfach schneller erfassen.

  42. Haben den Artikel und die zustimmenden Beiträge mit Interesse verfolgt, da ich eigentlich gerade auf der Suche nach einem neuen Immerdrau Zoom war (statt dem Kit). Trotz Kit glaube ich, dass ich mich in den letzten Jahren durchaus semiprofessionell entwickelt habe.
    Mich überzeugt aber durchaus auch, dass man mit weenigen Brennweiten den normalen Fotographierahmen abdecken kann.

    Meine Sorge bei Festbrennweiten wäre hingegen das häufige Wechseln der Objektive. Dazu mal drei Fragen:
    1. Nervt das nicht?
    2. Kostet das nicht manchmal wertvolle Sekunden?
    3. Verstaubt durch die häufigen Wechsel nicht wie bei meiner EOS 300D ständig das Gehäuse?

    Nehme gern auch Linktipps dazu.

    • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das “Problem” Objektivwechsel gar nicht in dem Maße auftritt, wie man vielleicht vermuten würde. Wie in meinem vorherigen Kommentar bereits erwähnt, legt eine Festbrennweite einen bestimmten Blickwinkel fest. Wenn ich also mit einer FB unterwegs bin, schaltet mein Blick auf diesen Blickwinkel um. Ich sehe die Motive mit diesem Blickwinkel und der entsprechenden Perspektive. Mag sein, dass mir bspw. Makro-Motive entgehen, wenn ich den 50mm-Blick habe. Aber dafür bin ich dann auf ganz bestimmte Motive fokussiert und konzentriert, die ich mit einem unspezifischen Blick möglicherweise übersehen würde. Die entstehende Serie bekommt im Übrigen dadurch auch eine konsistente Sichtweise.

  43. Interessanter Trugschluss .. Kauf eine mit Technik vollgestopfte Kamera und schalte alles ab; nutze so wenig wie möglich an Equipment.

    Wie wäre es erst mal mit: Kopf einschalten bevor man die Kamera in die Hand nimmt.

    Lässt man die Technik in diesem Beitrag beiseite kommt man doch auf die eigentliche Aussage:
    “Heute fotografiere ich anders als früher, weil ich das fotografieren nun etwas besser verstehe”

    Aber ich finde es gut:
    Amputier Dir vor jedem Marathon ein Bein und sei froh über die Strecke, die Du schaffst ;-)

    [Beiweitem nicht so böse gemeint, wie es klingt.]

    Gruss
    Roland

  44. Maik.:
    Genau wie Jorge es gesagt hat, habe ich es gemeint.
    Eine Festbrennweite kann länger drauf bleiben, als man denkt – man lernt damit umzugehen.
    Und wie schon im Artikel erwähnt: Es gibt momente und Genres, da ist eine Festbrennweite nicht optimal. Mir geht es um den Ansatz, wie man ganz zu Beginn mMn am meisten Gespür entwickeln kann.

    Roland:
    Das ist es ja genau. Wenn man mit einer Kamera das fotografieren lernt, die nicht gerade Hightech ist, kann man später aus einer “mit Technik vollgestopften Kamera” viel mehr rausholen, als wenn man direkt mit ihr begonnen hätte.
    Also, ich hätte das Fotografieren leichter verstehen gelernt, wenn ich das 50er früher gehabt hätte. Wobei “verstehen” hier eher unpassend ist, es geht ja eher um das richtige Gefühl und Auge für`s passende Foto

    Das ist die Idee dahinter ;)

  45. Blogartikel dazu: Wieviele Objektive braucht der Mensch?

  46. Blogartikel dazu: Einsteigermodell | Pixelgranaten

  47. Du sprichst mir mit Deinem Artikel aus der Seele. Angefangen mit einem kleinen Tele auf der 450D. Sehr schnell eine 50mm FB dazugekauft, die ich, nach mehreren Bodywechseln, heute noch gerne aufschraube. Zoom habe ich nur noch ein 70-200mm für besondere Momente. In 95% aller Fälle ist eine FB drauf und ich bin wirklich glücklich damit. Man macht sich Gedanken über ein Foto. Genießt den Augenblick der Auslösung und nach einiger Zeit hat man ausreichend Sicherheit, alles manuell zu bewältigen und Speicherkarte + Festplatte vor Datenmüll zu schützen.
    Vor 2 Monaten habe ich eine viertägige Fototour “Berlin@100mm” gemacht. Es war ein echter Traum!!

  48. genau so ist es… mit fotografisch wertvollen Augenblick hat man sowieso fast immer das falsche Objektiv drauf. Und daraus dann dennoch das Beste zu machen, das unterscheidet einen Fotografen vom Knipser!

  49. völliger Blödsinn. Man kann auch gleich mit einem Zoom anfangen und von da aus weitermachen, zumal jede Kompaktkamera ebenfalls Zoom anbietet, ergo will man es bei DLSR auch nicht missen.
    Auch vieles andere gesagte ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, als allgemeine Empfehlung aber würde ich so etwas niemals in den Raum stellen.
    Es gibt Leute, die empfinden eine Festbrennweite als brutale Beschränkung. Auch denke ich nicht, das Leute glauben mit Zoom “bessere” Fotos machen zu können, sondern schlicht und einfach mehr, da man mehr interessant erscheinende Motive “heran-holen” kann.
    Gerade die dadurch notwendige Arbeit mit unterschiedlichen Blenden, Belichtungszeiten, Tiefenschärfe usw. lernt man wirklich fotografieren, nicht jedoch mit einer Festbrennweite, die keinerlei fotografische Herausforderung darstellt.
    Wir sind nicht mehr in chemischen Zeiten, in denen jedes Foto umgerechnet 70 Pfennig kostet. Zu solchen Preisen musste man in der Tat mit einer kleinen Festbrennweite anfangen.
    Heute jedoch kann man hunderte von Fotos verschießen für lediglich ein paar Pfennige Stromkosten für die Batterie, und so anhand der Ergebnisse autodidaktisch lernen.
    Ich persönlich würde sogar davon abraten, sich auf eine Festbrennweite zu reduzieren. Meiner Ansicht nach kann man das dann machen, wenn man aufgrund der Erfahrung mit Zoomobjektiven und zig-Einstellungen ganz genau weiß, welche Festbrennweite man zugunsten gesteigerter Abbildungsqualität tatsächlich haben will … und nicht umgekehrt.

    Nun haben Leser 2 gegensätzliche Meinungen und können sich das aussuchen, was ihrem Typus eher entspricht.

    Canon EOS 550 D, 18 – 55 und 70 – 300, dazu ein 110 Festbrennweite, sowie ein 1000 mm Makutsov-Spiegel (“Russentonne”) für seltene Bedarfsfälle.
    Sollte man nicht allzuviel Wert auf hohe Bildqualität bei voller Auflösung (18 MP) legen, kann man auch gut das Tamron 18 – 270 verwenden (Zoomweltmeister).
    Vorteil, man muss das Objektiv nie wechseln, was für manche im Urlaub angenehmer ist, aber die Qualität der Bilder leidet (Belichtung, Abbildungsschärfe, Farbtreue, Aberration.)

  50. Mir macht es viel Spaß mit meiner Vollformatkamera und eiem 28 mm f/1.8 loszuziehen.
    Nur: wo gibt es etwas vergleichbar weitwinkliges/lichtstarkes für APS-C?
    Ich bin von daher anderer Ansicht: 50 mm an APS-C machen zwar Spaß, aber als einziges (Reportage) Objektiv sind sie zu lang, 35 mm auch.
    Von daher erschließt sich das Glück der Festbrennweiten doch eher dem teuren Vollformat (oder dem, allerdings ebenfalls teuren, MFT Format)
    Als APS-C Anfänger wär ich daher eher für “möglichst” lichtstarke 18 mm,
    zB 18-70 f/2.8-4 … noch näher dran an FB wäre das teure Sigma 18-35 f/1.8

  51. Bin noch echter Frischling – habe mir aber doch schon einen regelrechten Objektivpark zugelegt.
    Wobei es auch an der Tatsache liegt, dass ich mir ein Samsung kaufte – und deren Tätigkeit im Fotobereich ist seit einem halben Jahr einfach nur Rückzug ;(.

    Somit habe ich außer dem 16-50 Powerzoom (f3.5 -5.6) und 50-200 (f4 – 5.6) auch noch die sehr scharfen Festbrennweiten 30 f2 & 45 f1.8 welche außerdem recht Lichtstark sind. Da ich für ein Makroobjektiv zu geizig war habe ich mir Zwischenringe besorgt und muss zugeben, dass diese für mich vollkommen ausreichen :).
    Eigentlich ist das ja schon genug aber wie zum Trotz wollte ich auch “Fremdfabrikate” haben und schaffte mir ein preiswertes Multizoom/Macro Objektiv der Marke Marexar mit Adapter von M42 auf NX an – die Möglichkeiten waren phänomenal aber die Bildqualität enttäuschend -> wie verblichen bzw. durch einen Schleier (was wohl an den Staubablagerungen zwischen den Linsen liegt…), da ich aber in einem Hallenturnier von der Bildqualität bei ISO 1.000 enttäuscht war wollte ich unbedingt ein lichtstärkeres Tele haben – es ist ein 135er f2.5 Konica mit Adapter geworden – bisher zwar nur Testphotos gemacht aber recht vielversprechend. Als letztes kaufte ich mir ein 200er f3 Festbrennweite von Vivitar (dank der vorhanden M42 Adapters gleich nutzbar) und meine ersten Eindrücke sind vor allen von der hohen Verarbeitungsqualität geprägt – ob der Unterschied (zum 50-200er von Samsung) in der Bildqualität eine daseinberechtigung birgt bleibt aber noch offen – ehrlich gesagt ist es “nur” das Bokeh was mir mehr gefällt, für die Aufnahmen beim letzten Fussballturnier in schönstem Sonnenschein war mir der Autofocus des Samsung extrem willkommen…

    Ach ja Anfangs hatte ich das Reisezoom 18-200mm welches mir für die Videoaufnahmen des Weihnachtskonzertes Ideal erschien – aber bei genauerer Betrachtung der Bildqualität (am PC) von damit gemachten Fotos – und anbetrachts der erzielbaren Preise – hatte ich es lieber gewinnbringend verkauft und dadurch obigen Luxus quasi teilfinanziert :).