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19. Februar 2011 Lesezeit: ~4 Minuten

Collagen: von Fotografie und Geschichten

AlexEs folgt ein Beitrag über Collagen als Darstellungsform von Alexander Schmitz (sedcard). Alex ist 22 Jahre alt, ausgebildeter Veranstaltungskaufmann und nebenbei begeisterter Fotograf & Photoshopper.

Mit der Fotografie kann ich Bildideen und Konzepte kreativ umsetzen & mit Photoshop die entstandenen Fotos bearbeiten und in meinem Sinne optimieren. Das Erstellen von Collagen macht mir besonders viel Spaß und ich kann mich künstlerisch so richtig entfalten. Wir reden über digital erstellte Collagen.

Hair

Wenn ich Abläufe darstellen oder Geschichten vermitteln möchte, ist die Fotocollage ein hierfür vorzüglich geeignetes Instrument. Collagen bestehen aus Bildern eines Shootings oder einer Themenserie. Hierzu kann ich dann Fotografien oder Ausschnitte verwenden, die in einem Zusammenhang stehen; so setze ich diese in einer Collage zusammen, damit ein neues Bild entsteht.

Während das einzelne Foto eine Momentaufnahme ist, erzählen Collagen Geschichten und lassen die fotografierte Handlung in der Fantasie des Betrachters wieder lebendig werden. Hierzu werden verschiedene Bildausschnitte und Blickwinkel in ein neues Bild eingebracht und verknüpft. Dabei können sie frei oder fest angeordnet werden.

Photoshop bietet mir hier weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Man kann die Bilder einer Collage einheitlich bearbeiten. Was aber auch interessant sein kann, ist sie in Farbe und Ton zu variieren und somit mehr Spannung aufzubauen. So wird das Auge des Betrachters von dunkel zu hell gelenkt, von entsättigt zu gesättigt, von unscharf zu scharf, etc.

Ich kann nur jedem empfehlen, mit diesen Elementen zu spielen, einfach das Eine oder Andere auszuprobieren. Auch müssen Bilder nicht unbedingt immer 100%ig scharf sein. Wer schreibt denn die Regeln, und gibt es sie wirklich? Sind festgefahrene Regeln nicht das Aus für Kreativität? Ich bin der Meinung, dass oft genau dieser Verstoß gegen die „sogenannten Regeln“, das Interessante im Bild ausmacht. Meine Regel ist keine Regel.

Aber zurück zum Thema: Die Erstellung von Collagen ist mit den meisten Bildbearbeitungsprogrammen möglich.

Fotocollagen bieten sich bei Veranstaltungen, Events und Gelegenheiten aller Art an, aber auch bei Fotoserien und Themenshootings.
Wichtig ist dabei die Frage, was ich vermitteln will.

Hier mal ein weiteres Beispiel einer Schwarzweiss-Collage:

Get ready

Bei diesem Bild habe ich alles in schwarzweiss gehalten, einfach, weil es mir am besten gefallen hat und eine gewisse Atmosphäre spüren lässt.

Selbst jemand, der farbenblind ist und nicht weiß, ob es blau oder grün ist, erkennt in dieser Collage eine Geschichte. Man erkennt ein junges Mädchen beim Schminken, evtl. morgens.. aber vielleicht auch abends vor der Disco oder vor dem Bühnenauftritt. Wer weiß? – das liegt wiederum in der Fantasie des Betrachters.

Und das ist es, was mich an Collagen so reizt, man kann Denkanstöße geben und somit die Fantasie des Betrachters anregen bzw. sogar lenken.
Durch den Schriftzug „get ready for the night“ wollte ich erreichen, dass der Betrachter erkennt, dass sich ein Mädchen für die Nacht zurecht macht und stylt.

Jetzt mal eine farbige Collage:

miss-overdose

Man sieht: die Collage besteht aus Bildern, grafischen Elementen und Schrift. Da wären wir an einem für mich sehr wichtigen Punkt: Collagen zu fertigen, heißt für mich „Zusammensetzen von Bildern und Einbindung grafischer Elemente und Schriften“. Mit Text kann man zusätzlich die Handlung unterstreichen und beleben.

Fazit

Macht doch mal aus mehreren Einzelfotos eine Collage. Versucht, Geschichten zu erzählen. Spielt sowohl mit grafischen Elementen als auch mit Text. Haltet euch nicht an irgendwelchen Regeln auf. Wenn ihr der Meinung seid, dass ihr auf einem Foto den Kopf des Models abschneidet, oder das Model unscharf darstellt, dann ist es eben so, wenn es gut für die Bildaussage ist.

(P.S. Wer mag, darf eine erstellte Collage hier gerne verlinken – d. Red.)

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