kwerfeldein
07. Dezember 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Über den Dächern von Paris

Vor ein paar Wochen bekam ich von Steven Kaminsky eine Email, ob er hier nicht eins seiner Fotos vorstellen könnte. Normalerweise bin ich bei solchen Anfragen restriktiv – aber als sich dann sein Foto zu sehen bekam, war ich erst einmal beeindruckt und dachte: „Warum eigentlich nicht?“.

Ich empfehle Euch, das Foto mit einem Klick in Groß anzuschauen.

Steven ist Mediengestalter und arbeitet bei einer Tageszeitung. Fotografieren tut er seit gut zwei Jahren und wer mag kann seinen Blog besuchen oder ihm auf auf Twitter folgen.

So, und jetzt übergebe ich Steven das Wort.

Entstehung des Fotos
Es stimmt mich sehr fröhlich, euch hier eines meiner Fotos zeigen zu dürfen. Auf dieses Bild bin ich besonders stolz, da es eine lange Entstehungszeit hat. Es wurde auf dem Hügel bei Sacre Cour in Paris aufgenommen. Auf diesem Hügel herrscht eine unglaubliche Stimmung, die kaum zu beschreiben ist.

Es tummeln sich Breakdancer, Sänger, Musiker und auch ein kleiner Fußballstar, der unter der Woche das ein oder andere Mal seine Tricks vorführt. Hoch oben kann man die gesamte Stadt überblicken. Die Menschen sind alle fröhlich, gut gelaunt und gehen respektvoll miteinander um. So viel Freude habe ich selten erlebt.

Im September war ich für eine Woche mit meiner Freundin in Paris. Am ersten Tag wollten wir uns direkt Sacre Cour anschauen. Besonders hervor stach ein Fußballspieler, der mit seinem Ball auf einem Podest unglaubliche Tricks machte und allen anderen Künstlern die Show stahl: Iya Traore.

Eine halbe Stunde ging das so und die Menschen jubelten. Plötzlich kletterte er mit seinem Ball eine Straßenlaterne hoch und spielte in dieser Höhe – über den Dächern von Paris – mit seinem Ball. Das muss ich fotografieren! Kamera her! Kamera? Nein! Die liegt in der Ferienwohnung. Und ich habe sie auch noch absichtlich in der Ferienwohnung gelassen, da wir uns am ersten Tag nur in Ruhe die Stadt ansehen wollten.

Nun, was tun? Wir waren weitere zwei Mal auf dem Hügel von Sacre Cour, doch leider war nichts von Iya Traore zu sehen. Dann, beim dritten Mal, war er da. Aber, warum klettert er nicht mehr die Straßenlaterne hoch, ist er verletzt? Hat er heute keine Lust? Nach einer quälend langen Stunde ging es dann endlich los!

Iya Traore lief zu Hochform auf. Zu meinem Glück, haben auch die Umstände gepasst. Die Sonne war da, ging gerade unter und der Himmel war leicht bewölkt. Es war gegen 18 Uhr. Als ich dann das Bild machen wollte, merkte ich schnell, dass ich zu weit unten stand und er zu weit nach oben geklettert war.

So waren die Häuser nicht zu sehen, doch die Häuser MÜSSEN zu sehen sein. Ich habe mich umgesehen und eine Säule entdeckt, auf die ich hochklettern könnte. Von da oben müsste es gehen. Nun keine Zeit verlieren, denn lange wird er nicht da oben sein. Und ich hatte Glück, das Warten und die Mühen haben sich bezahlt gemacht: Das Bild ist so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Equipment
Canon EOS 400 D + Tamron 17-50mm Objektiv

Kameraeinstellungen
Verschlusszeit: 1/800
Blende: f/8.0
Iso: 400

Bildbearbeitung
An dem Bild ist so gut wie nichts verändert. Es war ein wenig schief und das habe ich begradigt.

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